Gleichstellung
Warum Gleichstellungspolitik nicht links, sondern rechts ist

Gleichheit meint in logischer Hinsicht immer die Gleichheit des Verschiedenen, denn sonst würde es sich um Identität handeln. Nur was verschieden ist, kann gleich sein. Ein Plädoyer gegen Gleichstellungspolitik und Frauenquote.

Frauenquote? Foto: connor212, "business woman". Some rights reserved. Quelle: pigs.de

Frauenquote? Foto: connor212, “business woman”. Some rights reserved. Quelle: pigs.de

Von Günter Buchholz

Gleichheit meint weder Identität noch enthält sie den Impuls, Ungleiches gleich machen zu wollen, sondern sie betont die Gleichwertigkeit der Verschiedenen, ohne die Unterschiede biologischer oder kultureller Art zu verleugnen. Die Verleugnung biologischer Unterschiede zwischen Männern und Frauen durch ein kulturalistisches Rollenkonzept ist demgegenüber für Teile der zweiten Frauenbewegung ab 1968 konstitutiv, ­z. B. in den Gender Studies.

Der politische Begriff der Gleichheit stammt begrifflich aus den deutschen Bauernkriegen und insbesondere aus der (dem) Zieldreieck der Französischen Revolution: liberté, égalité, fraternité!

Diese drei wechselseitig aufeinander bezogenen Leitbegriffe können nicht ohne schwerwiegende Verzerrungen voneinander gelöst werden. Geschieht das aber dennoch, wie z. B. durch die Isolierung und einseitige Steigerung der Freiheit im Neoliberalismus des Friedrich August von Hayek, dann ergibt sich daraus das Gegenteil dessen, was mit dem Zielsystem der Französischen Revolution gemeint und beabsichtigt war.

Im Hayek´schen Rechtsliberalismus wird folgerichtig die Ungleichheit positiv bewertet, während der Begriff der Gleichheit und der Freiheit in der Französischen Revolution kritisch-verneinend gegen die Ungleichheit und Unfreiheit der spätfeudalen Ständegesellschaft gewendet wurde: Denn sie war es, die nicht länger sein sollte. Der Freiheitsbegriff bei Friedrich Schiller hat daher die entgegen gesetzte Bedeutung zum Freiheitsbegriff bei Friedrich August von Hayek.

Ob eine Position eine politisch linke oder rechte ist, das bemisst sich daher an der Bewertung der Gleichheit einerseits und der Ungleichheit andererseits. Es wird unten gezeigt werden, dass die Gleichstellungspolitik nicht etwa, wie sie selbst vorgibt, eine linke, sondern im Gegenteil eine rechte Politik ist.

In der bürgerlichen Gesellschaft konnte, anders als in der ständischen Gesellschaft, die Klerus und Adel durch Standeszugehörigkeit sozial privilegierte und die anderen Klassen und Schichten diskriminierte, erstmals eine formelle Rechtsgleichheit hergestellt werden. In Deutschland wurde dieses Ziel durch die Stein-Hardenbergschen Reformen und die Revolution von 1848 eingeleitet, aber erst durch die Novemberrevolution von 1918 voll verwirklicht. Dies betraf die Angehörigen des Adels negativ und die Frauen positiv, für die nun endlich der öffentliche Raum geöffnet und zugänglich wurde.

Die „Konservative Revolution“ der Nationalsozialisten war mit Rückblick auf die Novemberrevolution von 1918 eine Konterrevolution. Die Emanzipationsprozesse des 19. und 20. Jahrhunderts wurden annulliert (Judenemanzipation; demokratische Emanzipation) oder zurück genommen (Frauenemanzipation).

Die politischen, rechtspolitischen und sozialpsychologischen Nachwirkungen dieser düstersten Periode reichten bis zum Ende der 60er Jahre. Erst die infolge der Studentenrevolte von 1968 – und mit ihnen der zweiten Frauenbewegung – in Gang gesetzten politischen Reformen führten zu einem längeren rechtspolitischen Emanzipations- und Modernisierungsprozess, durch den u. a. die Gleichberechtigung der Geschlechter im Hinblick auf die freie Wahl und Ausgestaltung der gesellschaftlichen Lebenschancen verwirklicht wurde.

Eine soziale Gleichheit hingegen konnte und kann wegen der ungleichen Vermögensverteilung innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft prinzipiell nicht erreicht werden, denn dieser soziale und ökonomische Unterschied konstituiert und reproduziert die bürgerliche Gesellschaft. Sie beruht auf Lohnarbeit einer großen Mehrheit der Bevölkerung, die weitestgehend ohne Vermögen bzw. Kapitalvermögen bleibt – und bleiben muss.

Daher stellten und stellen sich die Probleme des praktischen Lebens damals wie heute für Männer und Frauen der Vermögenden ganz anders dar als für Männer und Frauen, die auf Lohnarbeit angewiesen sind – und es bleiben. Und auch die biologischen, kulturellen und gesellschaftlichen Differenzen zwischen Männern und Frauen stellen sich deshalb jeweils innerhalb dieser beiden sozialen Lagen derart unterschiedlich dar, dass weder Männer noch Frauen zu einer Großgruppe zusammengefasst werden können, es sei denn in ideologischer Absicht. Nicht das Geschlecht, sondern die soziale Lage (Klasse, Schicht) ist bis heute das vorherrschende Merkmal.

Die Gleichberechtigung ist ein Ausdruck der rechtlichen Gleichheit. Wie es das Wort sagt, geht es um gleiche Berechtigungen im Hinblick auf offene, unverstellte Zugänge zu Studienmöglichkeiten, zu Berufen, zu Karrieren sowie zu allen öffentlichen und politischen Ämtern gleichermaßen für alle Menschen. Die Gleichberechtigung gilt prinzipiell universell, das heißt, kein Mensch, kein Zugang, kein Bereich und kein Prozess (z.B. ein Bewerbungsverfahren) bleibt ausgespart, denn das würde eine Privilegierung und zugleich eine Diskriminierung bedeuten. Gegenwärtig ist z. B. noch das Priesteramt der katholischen Kirche ein solcher Bereich: Frauen werden bezüglich dieses Amtes – aus theologischen Gründen – diskriminiert.

Da vergleichbare andere Diskriminierungen von Frauen fehlen, ist mit dieser Ausnahme seit längerem der Zustand der Gleichberechtigung in der heutigen bürgerlichen Gesellschaft erreicht. Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen war von Beginn an eine Verfassungsnorm des Grundgesetzes. Und gegen Diskriminierungen kann heute auch aufgrund des Antidiskriminierungs-gesetzes (AGG) vorgegangen werden. Gleichberechtigung und Nicht-Diskriminierung sind politisch und moralisch universelle Normen, und sie gelten in Deutschland auch juristisch. Daraus erwächst jedoch, wie noch gezeigt werden wird, ein Problem im Hinblick auf die Gleichstellung.

Es ist wichtig zu sehen, dass dieser Zustand der Gleichberechtigung nicht gesteigert werden kann, weil es sich um einen Optimalzustand handelt. Gleichberechtigung öffnet für alle handelnden Subjekte einen Möglichkeitsraum ohne Diskriminierungen, in den sie eintreten und in dem sie nach gleichen Regeln handeln können – oder auch nicht. Aber sie garantiert nicht, das all die individuell anstrebten Ziele auf diesem Wege tatsächlich erreicht werden: ein Scheitern ist also nicht ausgeschlossen. Ebenso wenig wird damit vorgegeben, wie das Ende des Weges aussehen soll. Gleichberechtigung enthält keine Norm des Sollens im Hinblick auf Ergebnisse. Über Ergebnisse entscheiden allein die jeweiligen Prozesse – des Studiums, der Bewerbung, der Arbeit, usw.

Anders gesagt: Eine Tür ist offen oder sie ist es nicht. Wenn sie offen ist, dann ist es allerdings die Sache der einzelnen Personen, hindurch zu gehen und sich damit ebenso wie andere Menschen und ohne Erfolgsgarantie auf diesen, unter Umständen fordernden und anstrengenden Weg voller Ungewissheiten zu machen, oder dies eben nicht zu tun und eine andere Option zu wählen. Diese Entscheidungen sind Ausdruck individueller Präferenzen, und in einer freien Gesellschaft, die die Individuen nicht bevormundet, sind diese Entscheidungen letztgültig und zu respektieren. Eine normative Begründung dafür, hier eingreifen zu dürfen und zu sollen, existiert nicht. Genau dies aber tut jedoch die Gleichstellungspolitik.

Die Gleichstellungspolitik ist einerseits der Ausdruck einer Unzufriedenheit mit den Ergebnissen der gleichberechtigten Zugänge und Prozesse, andererseits ist sie Ausdruck eines wettbewerblichen Interesses, auf jeden Fall Karriere zu machen, und sei es mit politischer Unterstützung – also einer Art politischer Subventionierung. Dafür wird eine Legitimation benötigt. Diese ist rein subjektiver und nicht überprüfbarer Art, z. B. als gefühlte Diskriminierung, oder sie verweist empirisch auf statistische Unterrepräsentanzen von Frauen und meint irrig, daraus auf die Diskriminierung von Frauen schließen zu können. Der Hinweis auf Unterrepräsentanz, die eine angebliche Benachteiligung von Frauen beweisen oder belegen soll, impliziert die Forderung, dass überall eine Frauenquote von 50% bestehen oder erreicht werden solle. Aber es wird nicht begründet, aus welchem Grunde das so sein soll, und daher kann aus der Forderung keine Norm werden.

Tatsächlich wird die Frauenquote denn auch nur auf besonders attraktive Berufsgruppen angewendet, und andere Berufsgruppen, die als belastend angesehen werden, bleiben ausgeblendet. Es handelt sich folglich um eine Rosinenpickerei ohne normative Grundlage zum Zwecke egoistischer Karriereförderung, mithin um ein politisch vermitteltes Konkurrenzmanöver außerhalb der Konkurrenz, und zwar nicht etwa, wie ideologisch suggeriert wird, im Interesse aller Frauen, sondern im Gegenteil nur einer eher kleinen Interessengruppe von ambitionierten Frauen speziell der oberen Mittelschicht, vielleicht auch einer Gruppe der Oberschicht, die in Norwegen als Gruppe der „Goldenen Röcke“ bezeichnet wird; aber Frauen der Oberschicht sind aufgrund ihrer Vermögen in der Regel gar nicht auf Berufskarrieren angewiesen.

Exemplarisch evident wird das eigentliche Anliegen etwa bei der rein machtpolitischen Forderung, die Aufsichtsräte und Vorstände per Frauenquote zu besetzen; ein bemerkenswertes Beispiel eines Versuches der Selbstprivilegierung übrigens. Es gibt selbstredend keinerlei Grund, sich diesem Scheinargument zu beugen.

Dieser Teil der Debatte ist für die Lebensprobleme der lohnabhängigen Frauen aus der Unterschicht und der unteren Mittelschicht, das heißt für eine sehr große Mehrheit aller Frauen, vollständig bedeutungslos. Denn sie haben mehr oder weniger dieselben Probleme wie Männer in dieser sozialen Lage: prekäre statt sichere Arbeitsplätze, nicht auskömmliche Niedriglöhne statt Mindestlöhne, ggf. ungleicher Lohn zwischen Männern und Frauen ebenso wie regelmäßig zwischen Leiharbeit und regulärer Beschäftigung, Schwächung der gewerkschaftlichen Verhandlungsmacht, Schwächung der Vertretung der Interessen von für Lohn arbeitenden Menschen auf politischer Ebene, Abbau des Sozialstaats, nicht ausreichende oder zu teure kommunale Angebote der Kinderbetreuung, unflexible Arbeitszeitstrukturen, fehlende Ganztagsschulen, sinkendes Altersrentenniveau usw.

Man sieht sofort, dass die Frauenquotendebatte mit all diesen Stichworten überhaupt nichts zu tun hat. Sie hat jedoch etwas zu tun mit den ökonomischen Interessen von qualifizierten Frauen insbesondere der oberen Mittelschicht. Denn sie sind ebenso wie die Männer dieser Schicht am sozialen Aufstieg orientiert, aber diese Aufstiegsmöglichkeit ist keineswegs das die Gesellschaft generell bestimmende Merkmal. Den Mitgliedern der vermögenden Oberschicht ist das ebenso klar wie jenen der Unterschicht. Nur die untere und obere Mittelschicht findet Arbeitsmarktverhältnisse vor, die eine begrenzte Karriere und damit einen gewissen sozialen Aufstieg ermöglichen, wenn auch zumeist innerhalb des Lohnarbeitsverhältnisses verbleibend.

Stößt dann der soziale Aufstieg im Raum des Mittleren Managements auf Grenzen, dann führt das zu wiederholten öffentlichen Beschwerden über eine angebliche frauenspezifische „Gläserne Decke“. Abgesehen davon, ob sich so etwas nachweisen lässt oder nicht, jedenfalls gelingt in den Unternehmen auch nur einer verschwindend geringen Anzahl von Männern der Aufstieg aus dem Mittleren Management in das Top Management, d. h. von der zweiten auf die erste Führungsebene. Nur beschwert sich diese Personengruppe darüber nicht.

Das Scheinargument der Unterrepräsentanz von Frauen ist als Begründung für eine angebliche Benachteiligung von Frauen vollständig unhaltbar.

Erstens entscheiden sich die Individuen, wenn auch unvermeidlich immer unter dem mehr oder weniger prägenden Einfluss ihrer sozialen Herkunftsmilieus, nach ihren persönlichen Neigungen und Präferenzen, welchen Lebensplan und welchen Berufsweg sie einschlagen wollen. Darin drückt sich zwar die soziale Lage ebenso aus wie in den empirisch erfassbaren Tendenzen, sogenannte frauen- oder männertypische Berufe zu wählen, aber es erwächst daraus keine begründbare politische Handlungsnorm. Wenn Frauen z. B. weniger Neigung zu technischen Berufen als Männer haben, dann ist das weder eine Benachteiligung noch sonst zu beanstanden. Und dasselbe gilt selbstverständlich, wenn Männer z. B. zu sozialen Berufen weniger Neigung haben als Frauen.

Zweitens wäre die Konsequenz einer solchen Politik, dass überall auf eine 50%-Quote hingewirkt werden müsste, und zwar ohne irgendeine tragfähige Begründung.

Denn dass hier eine Unter- und dort eine Überrepräsentanz bestehen mag, das besagt solange wenig bis gar nichts wie die Prinzipien gleicher Berechtigung und Nicht-Diskriminierung wirklich eingehalten werden. Nur darauf kommt es an.

Statistische Unterrepräsentanzen von Frauen können höchstens als ein schwaches Indiz darauf gewertet werden, dass eine Benachteiligung von Frauen vorliegen könnte. Diese Hypothese wäre dann im Einzelfall zu prüfen, insbesondere im Hinblick darauf, ob und wodurch die hier genannten Prinzipien tatsächlich konkret verletzt werden. Und damit wäre der Ansatzpunkt einer Veränderung bestimmt.

Die Auswirkungen einer generalisierten 50%-Quote, die sich z. B. in offiziellen Zielvereinbarungen von Hochschulen wiederfindet, sind mit einer Auswahl der bestgeeigneten Personen nicht mehr vereinbar, und sie geht zwangsläufig zu Lasten der Qualität. Das gilt ebenso für finanzielle Anreize, mit denen Hochschulen dazu gebracht werden sollen, Berufungsverfahren so zu manipulieren, dass Frauen statt besser qualifizierter Männer berufen werden, was – nebenbei bemerkt – verfassungswidrig sein dürfte. Es wird überall ein den individuellen Entscheidungen übergeordnetes bürokratisches Steuerungssystem erforderlich, das in Gestalt der Frauenbeauftragten und ihrer Netzwerke im öffentlichen Sektor tatsächlich bereits existiert. Es nützt allerdings nicht dem Gemeinwohl, sondern es schadet ihm, und zwar sowohl unter dem Gesichtspunkt der Kosten wie unter dem der Wirkungen.

Eine Gleichstellungspolitik, die sich des Mittels der Frauenquoten bedient, ist nicht, wie immer behauptet wird, die Verwirklichung der Gleichberechtigung, sondern sie ist einerseits eine Politik der Privilegierung von Frauen und zugleich der Diskriminierung von Männern.

Die Werte der Gleichberechtigung und der Nicht-Diskriminierung werden damit verletzt.

Eine Rechtfertigung hierfür existiert nicht, weil die Unterrepräsentanz von Frauen keine Benachteiligung belegt oder gar beweist.

Die Gleichstellungspolitik ist faktisch eine Lobbypolitik einer Minderheit von frauenpolitisch gut organisierten Frauen, die im wesentlichen der oberen Mittelschicht angehören, und die ihre speziellen Karriereinteressen außerhalb der Konkurrenz durch Anwendung von Frauenquoten fördern wollen. Die Diskriminierung von Männern wird dabei billigend in Kauf genommen oder sogar bewusst angestrebt.

Linke Politik ist aber eine Politik der Beseitigung von Diskriminierung und gerade nicht eine Politik der Privilegierung, die außerdem und zugleich eine Politik der Diskriminierung ist. Daher handelt sich bei der Gleichstellungspolitik, die unter der Überschrift „Gender Mainstreaming“ seit Mitte der 90er Jahre „top down“ und immer intensiver umgesetzt wird, um eine rechte Politik. Nicht zufällig wird sie von Frauen des rechten politischen Spektrums besonders forciert.

Eine rechte Politik wird nicht dadurch zu einer linken Politik, dass sie von Mitte-Links Parteien betrieben wird. Es sollte der Irrtum erkannt werden, der darin besteht, diese Politik für eine linke, emanzipatorische und unterstützenswerte Politik zu halten.

Die Politik der Mitte-Links-Parteien sollte sich zukünftig besser ernsthaft mit den oben benannten Problemen der Lohnabhängigen befassen. Deren Probleme sind hauptsächlich ökonomisch, sozial, ethnisch und kulturell bedingt, und diesen Aspekten sollte sich die politische Linke endlich wieder zuwenden.

Artikelbild: connor212, “business woman”. Some rights reserved. Quelle: pigs.de

Print Friendly, PDF & Email
Filed in: Diskurse Tags: , , , , , , ,

Ähnliche Artikel:

<span style='font-size:16px;letter-spacing:1px;text-transform:none;color:#555;'>Inklusion</span><br/>Quoten – Anti-inklusive Etikettierungen Inklusion
Quoten – Anti-inklusive Etikettierungen
<span style='font-size:16px;letter-spacing:1px;text-transform:none;color:#555;'>Kölner Silvester-Übergriffe</span><br/>Die Integrations-Debatten-Verweigerer Kölner Silvester-Übergriffe
Die Integrations-Debatten-Verweigerer
<span style='font-size:16px;letter-spacing:1px;text-transform:none;color:#555;'>Rape Culture</span><br/>“Wir schwimmen in einer Kultur voll von Sexismus” Rape Culture
“Wir schwimmen in einer Kultur voll von Sexismus”

69 Kommentare zu "Gleichstellung
Warum Gleichstellungspolitik nicht links, sondern rechts ist"

  1. Hannes Ziener sagt:

    … oder – etwas kürzer:

    “Quote ist Diskriminierung – nur andersherum!” ;-)

  2. Lennek sagt:

    Ist das nicht etwas zu kurz gefasst? Es gibt doch beim Thema “Gleichstellung” durchaus begründete und wesentlich entscheidendere sozio-ökonimische Schieflagen, als die Quote (bei der ich Ihnen durchgehend zustimme). Es macht aber einen erheblichen Unterschied, ob Frauen formal und juristisch gesehen gleichberechtigt und gleichgestellt sind und ob sie dies in der Realität sind. Dass Frauen für die selbe Arbeit weniger Lohn erhalten, als Männer und, dass, bei angenommen zwei Bewerbern mit identischen Lebensläufen derjenige bevorzugt wird, bei dem keine Gefahr besteht, schwanger zu werden, ist doch das zentrale Problem in unserer Gesellschaft, nicht die Frauenquote.

  3. Paule sagt:

    “Dass Frauen für die selbe Arbeit weniger Lohn erhalten”

    ich zitiere mal wikipedia:
    “Für die USA und Skandinavien liegen Studien vor, die die auf das Geschlecht bezogenen Lohnunterschiede in sowohl dem gleichen Beruf als auch dem gleichen Betrieb untersuchen. Der Unterschied beträgt in diesem Fall in den USA 1,4 %, und für Skandinavien ergeben sich ähnlich niedrige Werte. Wobei anzumerken ist, dass der Gender Pay Gap in den USA wie in Deutschland in den Jahren 2008, 2009 bei 23% lag.[58] Der Wert von 1,4% scheint daher durch gründlichere und auf umfassenderem Datenmaterial beruhende Bereinigung erreicht worden zu sein. Aufgrund nicht vorhandener Daten ist eine ähnlich genaue Betrachtung in Deutschland derzeit nicht möglich”

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Wage_Gap#Lohnunterschiede_in_der_Bundesrepublik_Deutschland

    “und, dass, bei angenommen zwei Bewerbern mit identischen Lebensläufen derjenige bevorzugt wird, bei dem keine Gefahr besteht, schwanger zu werden, ist doch das zentrale Problem in unserer Gesellschaft, nicht die Frauenquote.”

    Das ist ein (finanzielles) Problem der Wirtschaft, nur werden deshalb nicht nur weniger Frauen eingestellt sondern auch weniger ältere Menschen oder Menschen mit Lücken im Lebenslauf, das finanzielle “Risiko” ist ausschlaggebend, NICHT das Geschlecht.

  4. Jens S. sagt:

    Die Gleichstellungspolitik in Deutschland ist der Natur des Wohlfahrtsstaates geschuldet: Statusgruppen werden erhalten und betont, während universalistische Prinzipien nicht genügend Anwendung finden.
    Den Quoten in Ländern mit wesentlich mehr Gleichberechtigung als Deutschland, geht erstens ein entspannterer, universalisitischer Ansatz vorraus (“In” gibs dort oft nicht), zum zweiten und entscheidend sind die Realitäten durch Jahrzehnte währende, reale und organisatorisch vollzogene Gleichstellungspolitik vorbereitet worden. So zum Beispiel durch das veränderte Rollenverständnis, welches durch Kinderbetreuung ermöglicht wurde. Deswegen sind die Quotenforderungen in Deutschland in einem komischen Spannungsverhältnis zwischen noch ungenügender Realität und dem Bewußtsein. Wie immer.
    (Das ist so wie: Alle sollen Ökosachen kaufen, aber bei der Wirtschafts- und Sozialpolitik sind wir stramm neoliberal. Oder vielleicht ein neuer fauler Kompromiß: Wachstum ist umweltfeindlich und die wachstums- und gesellschaftsschädliche Angebotpolitik der Regierung beachten wir gar nicht.)

    Zusammengefasst:
    Deutschland: Statusgruppenlogik, verspätete Reformen (auch hier 4 Jahrzehnte), Debatten meist nur über Ziele, nicht Mittel, neoliberale Reformen verschlimmern alles.
    SKA: Universalisitisches Prinzip, organisatorische Realitäten, Zielen folgen auch Mittel, auch nicht alles perfekt, aber sozioökonomisch leistungsfähiger (gilt ja für die gesamte Sozialpolitik), neoliberale Reformen nicht ganz so gravierend.

  5. Exxtreme sagt:

    Der Autor hat eine interessante … Logik. Wenn etwas von der Unter- und Mittelschicht kommt dann ist es links, soll etwas aber der Oberschicht zugute kommen dann ist es rechts. Wie die Frauenquote in diesem Falle. Ansonsten guter Artikel, der sich eigentlich mit neoliberalen Ansichten deckt. Schon witzig sowas auf le-bohemien zu lesen. ;)

    Grüße

    • @Exxtreme

      Warum sich dieser Artikel “mit neoliberalen Ansichten deckt”, müssten Sie mir noch einmal genauer erklären. Bisher kann ich Ihrer Argumentation jedenfalls nicht folgen.

      • Exxtreme sagt:

        @ Sebastian Müller

        Neoliberalismus hat im Kern die Forderung, dass sich der Staat möglichst aus dem Leben der Menschen raushalten soll. Allenfalls bei sehr großen Verwerfungen aller Art sei es Monopolsituationen oder auch Katastrophen soll der Staat eingreifen.

        Frauenquote ist ein staatlicher Eingriff in die Personalpolitik der Unternehmen. Eine Ablehnung solch einer Quote deckt sich deshalb durchaus mit neoliberalen Thesen.

        Grüße

  6. Thomas sagt:

    @exxtreme

    LOL! Vielleicht lesen Sie nochmal den letzten Absatz (darin enthalten: Forderungen an eine staatliche Partei, anders einzugreifen und vermehrt hier und dort). Wenn das neoliberal ist, dann bin ich auch neoliberal.

    Der Text sagt vor allem nicht aus, dass es sich bei der Frauenquote um einen genuin staatlichen Eingriff handelt, sondern um die Instrumentlisierung dessen, was vom Staat noch über ist durch eine eher kleine, privilegierte Gruppe von karrieristischen Frauen; und dass der Staat mit Blick auf das Gleichstellungsgebot deren politische Forderungen eigentlich eher nicht umsetzen dürfte, da es einer Politik für eine privilegierte Minderheit ist – die Aufstiegsprobleme der Unterschicht oder unteren Mittelschicht resultiere nicht aus dem Geschlecht, sondern aus der sozialen Herkunft. Eine These, die man bspw. auch anhand unseres Bidlugnswesens vorzüglich bestätigen kann. Der Punkt ist, dass ein Frauenquote all jene (auch Frauen) benachteiligt, die nicht karriereorientiert sind oder es aufgrund ihrer Herkunt überhaupt nicht so sein können wie die Zielgruppe der Frauen, für die die Frauenquote gemacht wurde (höheres Managment; Professuren). Um in den “Genuss” dieser Diskriminierungen zu kommen, die die Frauenquote-Frauen betreffen, braucht es eine gehobene soziale Herkunft. Hat man diese nicht, hat man auch das Frauenquoten Problem im Hinblick auf Karriere weit weniger.

    In diesem Sinne würde eine Quote nach sozialer Herkunft mehr zur Gleichstellung beitragen, wenn es nicht ebenfalls eine top-down-Politik wäre und damit im Kern unmöglich emanzipatorisch.

    Im Übrigen dürfen Sie nicht Propaganda und Realität des Neoliberalismus verwechseln. Natürlich, der Sprech ist: “Weniger Staat”. Der Fakt ist aber, dass eine Bankenrettung nach der anderen so ziemlich absolut nicht weniger Staat ist und das Neoliberlaismus im wesentlichen in der relativen Schrumpfung des Gesamtapparates besteht und in der darauf folgenden Besetzung wichtiger Positionen durch “eigene” Leute.
    Auch sicherheitspolitisch ist der Neolibeerlaismus alles andere als gegen den Staat. Stellen Sie sich mal die griechischen Todesstoßmaßnahmen oder die spanische “Sanierung” ohne staatliche Sicherheitskräte vor. Der Neoliberlaismus ist extrem abhängig vom Staat, aber er mag das durchaus nicht zugeben.

  7. Dem gibt es nichts hinzuzufügen.

  8. Günter Buchholz sagt:

    Zum Thema Gender Mainstreaming und Gleichstellungspolitik finden sich hier: http://cuncti.net/autoren/51-gbuchholz
    weitere Texte des Autors (sowie zahlreiche Beiträge anderer Autoren).

  9. Marie sagt:

    Ziemlich abenteuerlich, dieser Artikel, wie ich finde. Angefangen von der angeblich erreichten Gleichberechtigung bis hin zu den bemühten Argumenten, weshalb die Quote angeblich “rechts” sein soll. Es ist nun mal so, dass nur da, wo es eine Quote gibt, der Anteil an Frauen in Führungspositionen nennenswert gestiegen ist. Und dass Frauen angeblich dieselben Möglichkeiten hätten, aufzusteigen, ist ein Witz. In Deutschland werden Frauen, auch in Führungspositionen, aber auch in anderen Positionen, immer noch erheblich schlechter bezahlt und die Macht ist immer noch männlich. Ohne Quote wird sich daran nichts ändern freiwillig werden die Herren den Frauen die Möglichkeit gleicher Aufstiegschancen nicht einräumen und die Gleichberechtigung, die steht auf dem Papier. Mehr nicht.

  10. Herle King sagt:

    > Warum Gleichstellungspolitik nicht links, sondern rechts ist

    Schwachfug!

    > Gleichheit meint in logischer Hinsicht immer die Gleichheit
    > des Verschiedenen, denn sonst würde es sich um Identität handeln.

    Völlig daneben, es geht nicht um die Gleichheit der Identität, sondern es geht um die Gleichheit im Recht! Deshalb bedeuten der Begriff ‘Gleicheit’ im Zusammenhang mit Menschenrechten:

    “In Deutschland ist die Egalität ein verfassungsmäßiges Recht, welches nach Artikel 3 Absatz 1 jedem Menschen die Menschenrechte gleichermaßen garantiert. So ist jeder Mensch vom Gesetz gleich, und im Geschlecht gleichberechtigt.”

    http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte

    Wenn man schon mühsam gegen eine “Gleichstellungspolitik mit Frauenquoten” argumentiert, wäre das beste Argument eben eine korrekte Gleichbehandlung im Sinne der Bezahlung zu fordern. Und die Formel dazu heißt :

    “Recht auf bezahlte Arbeit, gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit”

    Armes Deutschland : “Ökonom und emeritierter Professor für Allgemeine BWL”
    versteht nicht mal grundsätzliche Rechtsbegriffe! Und, der Rechts/Links Quatsch ist auch nur Nebelkerzen Geschwurbel. Peinlicher Artikel.

  11. Marie sagt:

    Ich kann mich Ihren Ausführungen nur anschließen – ein peinliches Geschwurbel mit bemühten “Argumenten” in ellenlangem Ausführungen, die keiner Logik und keiner sachlichen Prüfung im Mindesten standhalten.

  12. Marie sagt:

    Na, ja – um das noch zu ergänzen – Der Herr Professor ist ein Unterstützer der antifeministischen Männerrechtsbewegung, die die Männer in der Opferrolle sieht. Ein Teil dieser Bewegung tritt sehr extrem auf und der Herr Professor versucht halt, dem Ganzen einen pseudo-wissenschaftlichen Anstrich zu verleihen. Er redet in Bezug auf eine Studie der Heinrich-Böll-Stiftung mittlerweile von angeblicher Volksverhetzung und schwadroniert von der “Allmacht der Frauen”. Und dass die Quote angeblich “rechts” sei, das ist natürlich frei erfunden. Das Hauptziel der antifeministischen Bewegung ist die Stärkung, zumindest der Erhalt, männlicher Vorrechte. Der Antifeminismus und die Kritik am Gender-Mainstreaming ist Übrigens auch in der rechten Szene ein Bestandteil der Gesamt-Ideologie.

    • klaus mertens sagt:

      Liebe Marie
      Der Modus ihrer Pseudo-Argumentation zeigt einmal mehr, dass die Jünger des Gender-Maistreamings mittlerweile zunehmend totalitärer ideologisiert sind,so dass selbst einfache Zusammenhänge nicht mehr erkennbar sind
      Es ist doch ganz eindeutig und zutreffend hergeleitet, das Gleichberechtigung und Gleichstellung nich das Gleich sind. Während Gleichberechtigung ein originär emanzipatorisch-linkes Anliegen ist, handelt es sich- wenn man dieses links-rechts Schema überhaupt benutzen will – bei der Gleichstellungspolitik insofern um eine rechte Position, weil die Gleichberechtigung (im Sinne einer Chancengleichheit)aufgehoben wird (Stichwort: positive Diskriminierung)
      Totalitär ist diese Gender-Ideologie insofern, weil alle gesellschaftlichen Belange dieser Ideologie untergeordnet werden sollen.
      Der Kampf darum wird mittlerweile so hasserfüllt geführt, so dass nicht mehr gesehen wird, dass am Ende jegliche Freiheitsgrade (und damit die Individualität des Einzelnen) aufgehoben sein werden . Es ist erstaunlich, mit welcher Konsequenz gerade Deutschland mit seinen totalitären Vorerfahrungen im 20 JH (Faschismus, Kommunismus) nun unter der Ideologie des Gleichheitsfeminismus wieder in eine ähnliche Richtung zu gehen scheint. (siehe auch: Karl Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde).
      Das 68ger”Wehret den Anfängen” müsste somit heutzutage gegen diese menschenverachtede Gender-Ideologie gerichtet werden !!!

  13. Na, welche Frauenbeauftragten haben sich denn da auf den Fuß getreten gefühlt?

    Wie dem auch sei, ich bitte die beiden letzten Kommentatoren im Ton sachlich zu bleiben, denn sonst muss ich die Kommentare wegen des Verstoßes gegen die Kommentarrichtlinien entfernen.

    Zu dem ewig postulierten Argument der ungleichen Löhne empfehle ich diese Lektüre: http://www.theeuropean.de/birgit-kelle/5743-foerderung-von-frauen-am-arbeitsmarkt

    • Herle King sagt:

      Tja, es kommt halt immer darauf an, wer der die Studie gemacht hat :
      IWKoeln* sieht das offenbar etwas anders als OECD :

      “Hierzulande haben Frauen in Vollzeitbeschäftigung 21,6 Prozent weniger Einkommen als Männer, hat die OECD jüngst errechnet. Vergleicht man die Stundenlöhne von Männern und Frauen, kommt man sogar auf einen unbereinigten Unterschied von 23 Prozent. … Die EU untersucht regelmäßig, wie groß die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in den einzelnen Mitgliedstaaten ist. Das Ergebnis ist seit Jahren das gleiche: Frauen müssen sich auch bei gleicher Qualifikation und gleichem Job mit weniger zufrieden geben…”
      Quelle:
      http://www.zeit.de/karriere/beruf/2012-03/ankuendigung-equal-pay-day

      *
      IWKoeln :
      http://lobbypedia.de/index.php/Institut_der_deutschen_Wirtschaft

      Und wieder andere sehen auch die Zukunft der berufstätigen Frauen sehr positiv:

      Female Shift – Womanomics

      http://www.trend-update.de/2013/02/01/womanomics/

      • Richtig, und es kommt auch immer darauf an, wer die Studien in Auftrag gegeben hat. Studien sind oft nur so “neutral”, wie es ihre Initiiatoren sind…
        Sprich: Studien sind leider Teil des Meinungskrieges.
        Und die feministische Genderfraktion und ihre Befürworterinnen – gutes Beispiel Marie – führen nun mal einen ziemlich interessengesteuerten, manipulativen Meinungskrieg, vor allem aber einen Feldzug gegen die Männer.

  14. Marie sagt:

    Herr Müller, ich hoffe mal, Sie sehen es mir nach, wenn ich die Argumente in Ihrem Link nicht teile – ob sich die Lohnunterschiede bei dem Herausrechnen von Teilzeit und Familienarbeit auf 2% reduzieren, sei mal dahin gestellt. Es gibt genügend Studien, die das Gegenteil belegen. Wenn allerdings die Herren sich in demselben Maße, wie das Frauen tun, an der Familienarbeit beteiligen würden, dann hätten sie dieselben “Nachteile” in Ihrer Karriere. Und in Deutschland steht eben keine ausreichende Infrastruktur zur Betreuung von Kleinkindern zur Verfügung. Auch in Sachen Pflege der Elterngeneration halten sich die Herren, statistisch betrachtet, auffällig zurück und auch hier sind es die Frauen, die berufliche Nachteile auf sich nehmen.

    Es gibt eine Menge bestens qualifizierte kinderlose Frauen – in den Vorständen der Unternehmen sind sie allerdings allenfalls im niedrigen einstelligen Prozentbereich zu finden. Dass denen die entsprechenden Positionen in jeder Hinsicht offen stehen, ist in keiner Weise der Fall. In Staaten, die die Quote haben, ist man da schon viel weiter. In meinem beruflichen Umfeld (oberste Bundesbehörde) ist im Vorstand erst seit kurzem eine einzige Alibi-Frau zu finden und auch in der nächst niedrigeren Leitungsebene, wie überhaupt in sämtlichen Führungsebenen, sind Frauen allenfalls in homöopathischen Dosen zu finden. An ihrer mangelnden Qualifikation liegt das ganz sicher nicht. Und es gibt genügend best ausgebildete top qualifizierte Frauen ohne Kinder in dieser Behörde. Eine Verbesserung ist trotz Gender, Gleichstellungsplänen, Frauenbeauftragten usw. leider nicht in Sicht. Die Macht in diesem Lande ist immer noch weitestgehend männlich.

    im Übrigen habe ich die Infos der obigen Beiträge offen zugänglichen Quellen entnommen und es ist eine Tatsache, dass obiger Autor im Zusammenhang mit einer Studie zur antifeministischen Männerbewegung der Heinrich-Böll-Stiftung von Volksverhetzung spricht und von der angeblichen Allmacht der Frauen. Die Mittel, die da angewendet werden, von der antifeministischen Männerbewegung, die sind schon mehr als heftig.

    http://www.boell.de/demokratie/geschlechter/feminismus-geschlechterdemokratie-vernichtungsphantasien-gegen-feminismus-13821.html

    http://genderama.blogspot.de/2012/07/prof-gunter-buchholz-betreibt-die.html

    Ich habe Übrigens ein wenig den Eindruck, dass Ihnen meine Meinung nicht gefällt. Und es wäre nett, wenn Sie erläutern würden, was genau Sie an meinen Beiträgen anstössig fanden. Sachlich ist Ihre Bemerkung von den Frauenbeauftragten, denen angeblich auf die Füsse getreten wurde, übrigens nicht..

    • Günter Buchholz sagt:

      an: Marie

      Aber Ihre Äußerungen sind durchgehend sachlich, wie?

      “im Übrigen habe ich die Infos der obigen Beiträge offen zugänglichen Quellen entnommen und es ist eine Tatsache, dass obiger Autor im Zusammenhang mit einer Studie zur antifeministischen Männerbewegung der Heinrich-Böll-Stiftung von Volksverhetzung spricht und von der angeblichen Allmacht der Frauen.”

      Weshalb lesen Sie nicht wenigstens erst einmal das, worüber Sie sich hier äußern. Das ist einfach nur peinlich! Für Sie! Meinen Artikel “Allmacht der Frauen”, der ein kritischer Kommentar zu einem Zeitungsartikel in der HiAZ ist, den finden Sie hier:
      http://cuncti.net/streitbar/233-die-allmacht-der-frauen

      Was ich energisch einfordere, dass Sie Schluß machen mit Diffamierungen,
      Damit können Sie fehlende Argumente nicht ersetzen oder schwache stützen. Auch bloße Meinungen haben kein Gewicht. Es gibt kritische Argumente bezogen auf Ihre Sichtweise, und eine rationale Auseinandersetzung mit ihnen ist notwendig. Man kann nur hoffen, dass Sie dazu in der Lage sind.

    • @Marie
      “Wenn allerdings die Herren sich in demselben Maße, wie das Frauen tun, an der Familienarbeit beteiligen würden, dann hätten sie dieselben “Nachteile” in Ihrer Karriere.”
      Naja, es gibt ja viele Männer, die das bereits tun. Wie dem auch sei, dann hat halt die Familie weniger im Geldbeutel. Wenigstens einer muss nunmal arbeiten;-)

      “Und in Deutschland steht eben keine ausreichende Infrastruktur zur Betreuung von Kleinkindern zur Verfügung.” Das ist allerdings richtig!

      “Es gibt eine Menge bestens qualifizierte kinderlose Frauen – in den Vorständen der Unternehmen sind sie allerdings allenfalls im niedrigen einstelligen Prozentbereich zu finden.”
      Das wird sich mittelfristig, allein aufgrund der demographischen Entwicklung in der Bildung, auch ohne (die verfassungsfeindliche) Quote ändern. Abgesehen davon ist das eine abgehobene Elitendiskussion, die von privilegierten Elitefrauen initiiert wurde, und nichts mit den Interessen der gewöhnlichen Lohnabhängigen Frauen und Männer zu tun hat – insofern für die Mehrheit ein uninteressanter Nebenkriegsschauplatz.
      “Eine Verbesserung ist trotz Gender, Gleichstellungsplänen, Frauenbeauftragten usw. leider nicht in Sicht. Die Macht in diesem Lande ist immer noch weitestgehend männlich.”
      Nun gut, spätetens das zeigt, aus welcher Ecke Sie kommen, weil Sie hier ebenfalls einem diffusen Geschlechterkampf das Wort reden scheinen. Von Gender (Nivellierung der geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen Frau und Mann), Gleichstellung (s.o Artikel) und Frauenbeauftragte (die in ihrem Amt mittlerweile ein Eigenleben entwickeln, über ihr ursprüngliches Ziel hinausschießen und eine männerdiskriminierende Institution werden) halte ich ohnehin sehr wenig. Allerdings relativiert doch allein die Existenz dieser drei Dinge, als auch die Schlagseite in den medialen Debatten, als auch die Tatsache, dass bei gleicher Qualifikation meist Frauen bevorzugt werden, die These von der angeblichen Männerherrschaft. Bundeskanzlerin ist übrigens Angela Merkel, eine Machtpolitikerin vor dem Herrn!

      “Sachlich ist Ihre Bemerkung von den Frauenbeauftragten, denen angeblich auf die Füsse getreten wurde, übrigens nicht..”
      Soweit hergeholt allerdings auch nicht;-)
      Zum Schluss noch ein älteres Kommentar von mir zur “Leitkultur Feminismus”: https://le-bohemien.net/2011/07/14/leitkultur-feminismus/

  15. Marie sagt:

    Genderama, wo der Artikel von Günther Buchholz steht, ist übrigens der Blog von Arne Hoffmann – Mitglied von Manndat und Agens.

    “MANNdat ist gut vernetzt, auch mit Gruppierungen, die nicht immer auf dem Boden der Verfassung stehen, wie die Schweizer IGAF (Interessengemeinschaft Antifeminismus) und wgvdl.com, die den Gleichheitsgrundsatz nicht beachteten und teilweise zu Gewalt aufriefen” (Quelle: wikipedia)
    “Trotz des Selbstverständnisses für “Gleichwertigkeit der Geschlechter in ihrer Verschiedenheit” zu stehen, tritt Agens regelmäßig mit scharfer Kritik gegen den Feminismus auf.” (Quelle s.o.)

    Die Argumentation ist m.E. konstruiert, in dem obigen Artikel, besonders auch die gesamte Argumentation zum angeblich rechten Feminismus, die Argumentation zum Fehlen einer Quote in weniger attraktiven Berufsfeldern (da braucht man nämlich keine, da sind Frauen ausreichend repräsentiert und in schlecht bezahlten Jobs sind sie überrepräsentiert) und das gegeneinander Ausspielen sozialer Benachteiligung gegenüber der Benachteiligung von Frauen in gehobenen Positionen.. Es geht hier nicht um ein entweder-oder, sondern um ein sowohl-als auch, beides muss angegangen werden. Und es bedeutet nicht den geringsten Vorteil für sozial benachteiligte Schichten, wenn in den Positionen ganz oben nur oder fast nur Männer sitzen, so wie es derzeit leider immer noch der Fall ist.

  16. Günter Buchholz sagt:

    Nun ja, der getroffene Hund bzw. (die Hündin) bellt eben…
    Über die Anmerkungen zur Logik habe ich geschmunzelt.
    Ich empfehle den Kommentatorinnen, erst mal meine originalen Beiträge auf cuncti zu lesen, bevor sie hier Zusammenhänge konstruieren, die in ihr politisches Konzept passen.
    Und wenn Sie sich blamieren wollen, und das gründlich, dann machen Sie ruhig weiter damit, mich in eine politisch rechte Ecke stellen zu wollen. Um das abzurunden: Die Gleichstellungspolitik ist m. E. klar verfassungswidrig (siehe dazu: meine Begründung auf cuncti), und die Feministinnen sind, wenn das richtig sein sollte, verfassungsfeindlich.

  17. Günter Buchholz sagt:

    Ausgerechnet auf die diesbezüglich feministisch unterwanderte Wikipedia berufen sich die Kommentatorinnen…

    Ich gehe hier nicht auf einzelne Fehler in den Kommentaren ein, sondern füge zunächst zum Nachlesen und im Interesse einer konkreten Argumentation einige Links über feministische Mythen und über den privaten Verein “Böll-Stiftung mit GWI” etc. bei, bevor ich ergänzende Hinweise gebe:

    http://manndat.de/category/feministische-mythen

    http://sciencefiles.org/2012/02/06/rosenbrock-ii-feministischer-plagegeist/

    http://sciencefiles.org/2012/02/08/und-rosenbrock-zum-allerletzten-hoffentlich/

    http://sciencefiles.org/2012/01/20/religiose-schriften-aus-der-boll-stiftung-ode-an-den-feminismus/

    http://sciencefiles.org/2012/02/06/rosenbrock-ii-feministischer-plagegeist/

    http://sciencefiles.org/2012/02/08/und-rosenbrock-zum-allerletzten-hoffentlich/

    Die Begründung, weshalb der Feminismus – die 3. Welle – spätestens seit 1995 objektiv keinen emanzipatorischen und somit längst keinen in diesem Sinne “linken” Charakter mehr hat, steht in meinem Text. Man lese ihn. Ich verweise ferner auf die Argumentation der “Frankfurter Erklärung”, und ich empfehle die Lektüre.

    Besonders hinweisen möchte ich darauf, dass die Hinweise auf statistische Unterrepräsentanzen von Frauen irrelevant sind und insbesondere keinen Nachweis irgendeiner Benachteiligung darstellen, weil die rechtlichen Zugänge (!) zu professionellen Positionen für alle Personen offen stehen (außer für das katholische Priesteramt). Und genau das wird vom GG gararntiert. Ergebnisgleichheit ist
    k e i n e (!) Norm des Grundgesetzes, sondern lediglich eine Forderung von Feministinnen.

    Mal ganz abgesehn davon, dass, wenn die gleiche Repräsentanz von Frauen als Prinzip eingefordert würde, dies aus logischen Gründen universell gelten müßte. Es müßte dann folglich eine gleich Quote für a l l e Berufe gefordert worden, anstatt “Rosinenpickerei” zu betreiben. Die Feministinnen können gerne damit beginnen, sich um die Nicht-Rosinen-Arbeitsplätze zu bewerben, bis die 50%-Quote erreicht ist. Es gibt etliche schwere und gefährliche “Männerberufe”, die ihnen offen stehen. Tun sie das nicht, dann ist ihre Forderung ungültig, weil logisch und faktisch inkonsistent.

    Für die Lohnabhängigen – egal ob Frau oder Mann – ist es übrigens völlig gleichgültig, ob sie für Frau Springer, Frau Mohn, Frau Klatten, Herr Piech oder Herrn Porsche (oder wen auch immer) arbeiten. Dass nicht einmal das verstanden worden ist, zeigt das Niveau, auf dem die Kommentatorinnen hier meinen “argumentieren” zu können.

  18. Marie sagt:

    Ihre unsachliche und leicht geschmacklose “Hündinnen”-Argumentation und Ihre herablassende “(weibliche) Logik Schmunzel” und “Blamieren”-Bemerkung lässt den Schluss zu, dass es sich in Sachen “getroffene Hunde” genau umgekehrt verhalten dürfte, Herr Buchholz. Erstaunlich auch, wie rasch Sie sich von der Ebene der (nicht haltbaren) Gedankenkonstruktionen auf die persönlich-herablassende Ebene begeben, wenn Frauen Ihre Gedankenkonstrukte völlig zu Recht als unhaltbar und herbei konstruiert kritisieren.
    Sie persönlich wurden hier von niemandem in eine rechte Ecke gestellt, (dazu weiß ich bisher jedenfalls, noch zu wenig über Sie persönlich).Vielmehr haben Sie schon in der Überschrift und weiter im Text die Befürworter der Gleichstellung und der Quote in eine rechte Ecke gestellt. Tatsache ist aber, dass es weit überwiegend konservative, rechte und auch rechtsextreme Strömungen und Parteien sind, die, teilweise militant, gegen den Feminismus und die Quote zu Felde ziehen. Und da können Sie noch so viel konstruieren – diese Tatsache können Sie auch in ellenlangen Gedankenkonstrukten nicht weg konstruieren..Die Befürworter der Quote und der Gleichstellung sind weit überwiegend im politischen Spektrum links von der Mitte angesiedelt.Über die verfassungswidrigkeit entscheiden nicht Sie, sondern das BVerfG. Nach Einführung der Quote ist es den angeblich “diskriminierten” Herren freigestellt, den Rechtsweg zu beschreiten.

  19. Marie sagt:

    zweiter Teil: Nach meiner festen Überzeugung werden die teilweise militanten Männerrechtler hierbei allerdings ebenso wenig Erfolg haben, wie sie in ihren Versuchen, mit gerichtlicher Hilfe den Befürwortern der Gleichstellung und der Quote die Meinungsäußerung verbieten zu lassen, Erfolg hatten. Ein gesetzlicher Nachteilsausgleich steht nämlich ausdrücklich auf dem Boden unserer Verfassung und hierbei kommt es auf die Ausgestaltung an. Dazu hat sich der Europäische Gerichtshof schon mehrfach geäußert.

    Es geht im Übrigen nicht um die rechtliche Gleichstellung auf dem Papier, sondern um die tatsächliche Gleichstellung in der Praxis. Dass bestimmte Männer “not amused” sind, wenn Frauen in die männlichen Machtzirkel eindringen, liegt in der Natur der Sache – wer teilt schon gerne freiwillig seine Machtpositionen mit der zweiten Hälfte der Menschheit? Sie werden sich aber damit abfinden müssen, die Männer, die die Macht gerne weiterhin vorrangig männlich definiert sähen. Daran wird auch das teilweise militante Geschrei diverser Männerrechtsbewegungen nichts ändern, die zahlenmäßig eine verschwindend kleine Minderheit darstellen.

  20. Günter Buchholz sagt:

    1. Wenn Sie austeilen, müssen Sie auch einstecken. Wenn andere so empfindlich reagierten wie Sie…
    2. Die Richtigkeit von Argumenten hängt grundsätzlich nicht davon ab, wer sie ausspricht. Argumente müssen logisch und empirisch in sich geprüft werden.
    Sie sind richtig oder falsch, und das aus überprüfbaren Gründen.
    Bloße Meinung ist irrelevant.
    3. Lesen Sie doch einfach die “Frankfurter Erklärung”, wenn Sie Argumenten zugänglich sind. Ihre Verfassungsinterpretation teile ich aus guten Gründen nicht.
    4. Der Fairneß halber sollten Sie Ihren Klarnamen benutzen, meinen Sie nicht?

  21. Marie sagt:

    Zu 1: Auch wenn Sie es behaupten, habe ich nicht “empfindlich”, sondern angemessen reagiert.
    Zu 2; Genau aus diesen überprüfbaren Gründen sind ihre Argumente falsch.
    Zu 3: Und ich teile Ihre Verfassungsinterpetation nicht. Die Gründe habe ich genannt. Ihre “Erklärung” habe ich gelesen. Sie überzeugt mich aus den genanten Gründen nicht. Mir ist nebenbei aufgefallen, dass die Unterstützer zu gefühlten 95 % männlich sind, in Teilen der “Männerrechtsbewegung” entstammen und dass die gaaanz wenigen Damen im Doppelpack, vermutlich mit ihren Ehemännern auftreten. Die scheinen die gut im Griff zu haben. Bei Frauen, die nicht mit “Männerrechtlern” liiert sind, werden Sie für Ihre unhaltbaren Thesen Zustimmung eher nicht erhalten.
    Zu 4: Wieso sollte ich? Ich habe weder Lust, eventuell die “Aufmerksamkeit” militanter “Männerrechtler” auf mich zu ziehen, noch, die “Aufmerksamkeit” beispielsweise von militanten Nazis, die meine klare Stellungnahme zu rechten Denkmustern in anderen Themensträngen “stören” könnten und im Internet trete ich grundsätzlich nicht unter meinem vollen Namen auf. Ich heiße Marie, das muss genügen und mit Fairness hat das nicht das Mindeste zu tun.

  22. Günter Buchholz sagt:

    “Zu 1: Auch wenn Sie es behaupten, habe ich nicht “empfindlich”, sondern angemessen reagiert.”

    => Das sehen S i e so. Aber wenn Sie sich subjektiv-wertend äußern, und das haben Sie getan, dann werden Sie selbst auch so bewertet.

    “Zu 2; Genau aus diesen überprüfbaren Gründen sind ihre Argumente falsch.”

    => Welche Gründe? Welche Argumente? Nachweise?

    “Zu 3: Und ich teile Ihre Verfassungsinterpetation nicht. Die Gründe habe ich genannt. Ihre “Erklärung” habe ich gelesen. Sie überzeugt mich aus den genanten Gründen nicht.”

    => Sie haben sich lediglich – vage – auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs bezogen, nicht auf Art. 3 GG.
    Meine Argumente finden sich ausführlich hier:
    http://cuncti.net/streitbar/330-entweder-gleichberechtigung-oder-gleichstellung

    “Mir ist nebenbei aufgefallen, dass die Unterstützer zu gefühlten 95 % männlich sind, in Teilen der “Männerrechtsbewegung” entstammen und dass die gaaanz wenigen Damen im Doppelpack, vermutlich mit ihren Ehemännern auftreten. Die scheinen die gut im Griff zu haben. Bei Frauen, die nicht mit “Männerrechtlern” liiert sind, werden Sie für Ihre unhaltbaren Thesen Zustimmung eher nicht erhalten.”

    => Ein exemplarisches Beispiel für Irrelevanz. Argumente sind logisch und empirisch in sich zu beurteilen. Es ist gleichgültig, wer sie ausspricht, oder wer ihnen zustimmt oder ob überhaupt jemand zustimmt. Die Gültigkeit von Argumenten hängt nicht von subjektiven Meinungen ab. Bloße Meinungen sind belanglos.

    “Zu 4: Wieso sollte ich? Ich habe weder Lust, eventuell die “Aufmerksamkeit” militanter “Männerrechtler” auf mich zu ziehen, noch, die “Aufmerksamkeit” beispielsweise von militanten Nazis, die meine klare Stellungnahme zu rechten Denkmustern in anderen Themensträngen “stören” könnten und im Internet trete ich grundsätzlich nicht unter meinem vollen Namen auf. Ich heiße Marie, das muss genügen und mit Fairness hat das nicht das Mindeste zu tun.”

    => Mein Kommentar (Zitat: Artikel, s. o.):
    “Die Politik der Mitte-Links-Parteien sollte sich zukünftig besser ernsthaft mit den oben benannten Problemen der Lohnabhängigen befassen. Deren Probleme sind hauptsächlich ökonomisch, sozial, ethnisch und kulturell bedingt, und diesen Aspekten sollte sich die politische Linke endlich wieder zuwenden.”

    D a s ist eine politisch linke Position!

    “Die Gleichstellungspolitik ist faktisch eine Lobbypolitik einer Minderheit von frauenpolitisch gut organisierten Frauen, die im wesentlichen der oberen Mittelschicht angehören, und die ihre speziellen Karriereinteressen außerhalb der Konkurrenz durch Anwendung von Frauenquoten fördern wollen. Die Diskriminierung von Männern wird dabei billigend in Kauf genommen oder sogar bewusst angestrebt.

    Linke Politik ist aber eine Politik der Beseitigung von Diskriminierung und gerade nicht eine Politik der Privilegierung, die außerdem und zugleich eine Politik der Diskriminierung ist. Daher handelt sich bei der Gleichstellungspolitik, die unter der Überschrift „Gender Mainstreaming“ seit Mitte der 90er Jahre „top down“ und immer intensiver umgesetzt wird, um eine rechte Politik. Nicht zufällig wird sie von Frauen des rechten politischen Spektrums besonders forciert.

    Eine rechte Politik wird nicht dadurch zu einer linken Politik, dass sie von Mitte-Links Parteien betrieben wird. Es sollte der Irrtum erkannt werden, der darin besteht, diese Politik für eine linke, emanzipatorische und unterstützenswerte Politik zu halten.”

    Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

  23. Marie sagt:

    Es tut mir ja saumäßig leid, dass Sie sich so schlimm diskriminiert fühlen – mein Mitgefühl ist Ihnen sicher. Und ich habe es jetzt endlich geschnallt: Sie wollen an der Privilegierung der männlichen Oberschicht festhalten. Frauen des rechten politischen Spektrums – ich lach mich schepp. Und jetzt weine ich ein bisschen – die armen, armen Oberschicht-Männer. Die bösen Frauen aber auch. Aber in einem gebe ich Ihnen doch völlig recht – Ihre Meinung ist für Frauen und auch für die meisten Männer völlig belanglos.

  24. Günter Buchholz sagt:

    Unsinn! Die “Oberschicht” (die Bourgeoisie) ist nicht männlich, sondern lebt in vermögenden Familien. Frauen spielen als Erbinnen eine bedeutende Rolle: z. B. Susanne Klatten, Liz Mohn, Friede Springer, ebenso als Politikerinnen: Ursula von der Leyen (CDU), Annette Schavan (CDU), oder als Journalistinnen: Alice Schwarzer (BILD).

    Und was Sie angeht gilt:

    “Die Gleichstellungspolitik ist faktisch eine Lobbypolitik einer Minderheit von frauenpolitisch gut organisierten Frauen, die im wesentlichen der oberen Mittelschicht angehören, und die ihre speziellen Karriereinteressen außerhalb der Konkurrenz durch Anwendung von Frauenquoten fördern wollen. Die Diskriminierung von Männern wird dabei billigend in Kauf genommen oder sogar bewusst angestrebt.”

    J e g l i c h e Diskriminierung ist durch Art. 3 GG verboten!

    Wer dagegen ist, vertritt eine verfassungsfeindliche Position.

  25. Alexander Ulfig sagt:

    @ Marie
    “Die Macht in diesem Land ist immer noch weitestgehend männlich”. Geschätzte 99 Prozent der Männer, vor allem die Millionen von Männern aus der Unterschicht, haben keine Macht und werden niemals die Gelegenheit erhalten, an die Macht zu gelangen. Von einer Frauenquote in den Vorständen von DAX-Unternehmen würde eine kleine Gruppe von Frauen (ca. 300) profitieren. Geschätzte 99, 99… Prozent der Frauen, vor allem die Millionen von Frauen aus der Unterschicht, hätten überhaupt nichts von dieser Quote. Ich denke, Herr Buchholz möchte in marxistischer Tradition auf diesen schichtspezifischen Aspekt von Gleichstellung hinweisen, einen Aspekt, der von vielen Linken heute vergessen wird. Die Gründe für dieses Vergessen müssten noch geklärt werden.
    Ansonsten fällt mit bei Ihnen auf und es erschreckt mich, dass Sie ständig von DEN Männern und DEN Frauen sprechen,. also nur kollektivistisch denken und die Kollektive gegeneinander ausspielen. Natürlich gibt es Gruppen/Kollektive, aber es gibt auch Individuen, Handluns- und Rechtssubjekte. Um eine Arbeitsstelle bewerben sich nicht das Kollektiv “die Männer” und das Kollektiv “die Frauen”, sondern immer nur Einzelpersonen (Individuen). Ein Gerechtigkeitsprinzip besagt, dass eine Arbeitsstelle diejenige Person erhalten sollte, die für diese Stelle am besten qualifiziert ist, und zwar im Absehen von ihrer Gruppenzugehörigkeit. Das Grundgesetz verbietet die Benachteiligung und die Bervorzugung von Personen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit. Durch die Frauenquote werden Frauen aufgrund ihres Geschlechts bevorzugt. Daher verstößt die Frauenquote gegen das Grundgesetz.

  26. Günter Buchholz sagt:

    Politisch “Links” zu sein, scheint mir für “Marie” (und möglicherweise für die Feministinnen überhaupt) zu bedeuten, sich unabhängig von irgendwelchen objektiven, sozialwissenschaftlichen Kriterien “links” => zu fühlen, gemeinsam mit anderen, für die dasselbe gilt. Diese Mentalität prägt vermutlich das Soziotop der Böll-Stiftung und ihres großen Umfeldes. Für dieses gedankenlose “gefühlte Links-Sein” gilt dasselbe wie für bloße Meinungen: es hat keinerlei Wert oder Bedeutung.

    Irrationalismus, Subjektivismus, (feministisches) “group-think” und Intoleranz sind, wie mir scheint, vier wesentliche Merkmale dieser Mentalität.

    Und daher hat man es in einer Gesellschaft, die solche Mentalitäten toleriert oder fördert, schwer mit Rationalismus und Objektivität; vgl. zur Sozialstruktur z. B.
    Bodo Gaßmann, Klassenanalyse, Garbsen 1993, ISBN 978-3-929245-02-8

  27. Marie sagt:

    Herzlichen Dank, dass Sie mir Intoleranz, Irrationalismus, Gedankenlosigkeit usw. unterstellen – wenn wir schon mal so weit gekommen sind, dann habe ich kein Problem damit, Ihnen Intoleranz, Subjektivismus sowie männliches Dominanz- und Machtsterbenstreben zu bescheinigen. Millionen von Männern haben nichts von der Verteilung der Machtpositionen innerhalb der altbewährten Männerzirkel einer bestimmten Gesellschaftsschicht, die alles daran setzen, die Macht weiter männlich und innerhalb dieser Zirkel zu konzentrieren. Und wenn Sie und bestimmte Männerrechtler per eigener Umdefinition, die von der Mehrheit der Linken keineswegs auch nur im Mindesten geteilt wird, den Feminismus als rechts umdefinieren, dann interessiert mich das als Frau mit linker Grundeinstellung nicht die Bohne.

    “Der UN-Ausschuss über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (CESCR) zeigte sich in seinem Abschlussbericht[3] der Genfer Tagung im Mai 2011 besorgt über die anhaltende Benachteiligung von Frauen auf dem deutschen Arbeitsmarkt und empfiehlt, im öffentlichen Sektor eine Quote einzurichten sowie die Einhaltung der Arbeitsmarktgesetze im privaten Sektor genauer zu überwachen” (wikipedia)

    Sie können noch so lamentieren, die Entwicklung hin zu einer gerechteren Repräsentation von Frauen in Führungspositionen werden Sie nicht aufhalten und das ständige Lamento über angebliche Verfassungswidrigkeit wird Ihnen auch nicht weiter helfen. Die Quote ist nicht verfassungswidrig, auch wenn Sie das behaupten – dann klagen Sie doch gegen die bestehenden Quotenregeln, beispielsweise die relative Quote im öffentlichen Dienst und die Quoten diverser Parteien – die Linke beispielsweise hat da eine 50 % Quote.

    Die Quote in der freien Wirtschaft wurde erfolgreich am heftigsten von den Unternehmerverbänden bekämpft – dass die Unternehmerverbände seit neustem eine linke Politik betreiben, muss mir entgangen sein. Der Kampf gegen die Quote ist ein neoliberales Instrument der Mächtigen, das ist für mich überhaupt keine Frage und ich schließe mich da einer meiner Vorrednerinnen ausdrücklich an. Auch die Studie, welche die angeblich nicht existierenden Lohnunterschiede “belegen” soll, wurde von neoliberalen Kreisen gesponsert.

  28. Marie sagt:

    Machtsterbenstreben war ein unbeabsichtigter Schreibfehler, es sollte natürlich Machtstreben heißen.

    Im Übrigen finde ich es entlarvend, wie hier drei Herren sich ständig diffamiert fühlen, obwohl sie es sind, die ohne Unterlass persönlich werden, weil eine Dame ihre Auffassungen, die von der Mehrzahl der Frauen (und keineswegs nur von den “Frauenbeauftragten”), vielen Männern und erst recht von Frauen des linken Spekrums, nicht geteilt werden, zu kritisieren wagt.

  29. Günter Buchholz sagt:

    @ Marie

    1, Argumente sind logisch und empirisch richtig oder falsch. Zustimmung oder Ablehnung, auch Ihre, spielen prinzipiell keine Rolle, außer im Sinne von Nachvollzug und bestehender oder fehlender sozialer Anerkennung, und bloße Meinungen sind wegen Ihres Subjektivismus inhaltlich sowieso unbeachtlich.

    2. Die Frauenquoten in der SPD und anderen Parteien, auf die richtig hingewiesen haben und die ein Ausdruck eines nicht tragfähigen Linkspopulismus sind, werden durch Art. 20 GG nicht gedeckt:
    http://cuncti.net/streitbar/81-quoten-verstossen-gegen-parteiinterne-demokratie
    http://cuncti.net/streitbar/99-weiter-auf-dem-holzweg
    Es lohnt sich übrigens, den Artikel 20 einmal vollständig nachzulesen…

    3. Sie wollen anscheinend Privilegien zu Lasten Dritter, und zwar sowohl rechtlicher wie ökonomischer Art. Ein solches Begehren ist k e i n linkes. Und es ist nur mit einem Verstoß gegen Art. 3 GG möglich. In diesem Artikel ist von Gleichs t e l l u n g keine Rede. Lesen Sie einfach mal nach.

    4. Das politische Feld des Feminismus und seine Mentalität sind m. E. durch

    a) Irrationalismus,
    b) Subjektivismus,
    c) (feministisches) “group-think”,
    d) Intoleranz, sowie durch
    e) Verfassungsfeindlichkeit
    gekennzeichnet.

    Das ist aus meiner Sicht immerhin ein klares Ergebnis.

  30. Marie sagt:

    Und last not least ist es eine erhebliche Irreführung, wenn hier ständig der Eindruck erweckt wird, die Quote würde nur ein paar wenigen Frauen der obersten Tausend zugute kommen – das ist absolut falsch. Im öffentlichen Dienst, beispielsweise, betrifft die relative Quote auch Positionen im mittleren, gehobenen und höheren Dienst, da geht es beispielsweise auch um die erhebliche Unterrepräsentanz von Frauen mit Führungsposition im Botendienst. Der entsprechende Bericht wird allen Mitarbeitern zur Verfügung gestellt – getan hat sich da noch herzlich wenig. Entsprechend ihrem Anteil an den jeweiligen Laufbahngruppen sind Frauen in sämtlichen Führungspositionen drastisch unterrepräsentiert und je weiter es nach oben geht, erscheinen sie allenfalls in homöopathischen Alibidosen. Das trifft jedenfalls auf die Behörde zu, in welcher ich beschäftigt bin. Ich gehe davon aus, dass es auch in anderen Behörden nicht wesentlich anders sein dürfte. Um es vereinfacht auszudrücken – auch der Gruppenleiter der Boten oder der Vervielfältigungsstelle oder oder der Kommunikationsdienste oder oder oder ist in aller Regel männlich. Selbst bei den Beamten sind Frauen erheblich unterrepräsentiert – die Vorzüge einer Verbeamtung “genießen” weit über repräsentativ Männer. Und es ist ein absolutes Märchen, dass da der- oder diejenige die Stelle erhält, der oder die am besten qualifiziert ist. In den entscheidenden Positionen sitzen eben Männer und die Seilschaften funktionieren bestens, relative Quote hin oder Quote her.

    • Alexander Ulfig sagt:

      Die Unterrepräsentanz von Frauen in einigen Arbeitsbereichen muss nicht die Folge ihrer Diskriminierung sein. Der Soziologe Fabian Ochsenfeld hat empirisch nachgewiesen, dass die Unterrepräsentanz von Frauen in Management der Wirtschaft keine Folge ihrer Diskriminierung ist, sondern von Faktoren abhängt (Entscheidung für Kinder und gegen Karriere, die Wahl des Studienfachs usw.), die wiederum alle auf freien Entscheidungen von Frauen beruhen:
      http://sciencefiles.org/2012/09/15/ende-einer-genderphantasie-die-glaserne-decke-in-scherben/

      Auch die Studie von Christian Rieck u.a. stellt die Existenz einer “gläsernen Decke” in Frage:
      http://sciencefiles.org/2013/01/03/fiktion-und-fakt-einmal-mehr-erweist-sich-die-frauenquoten-saga-als-luge/

      “Und es ist ein absolutes Märchen, dass da der- oder diejenige die Stelle erhält, der oder die am besten qualifiziert ist.”
      Ich habe von einem “Gerechtigkeitsprinzip” im Sinne einer Forderung gesprochen. Es gibt bestimmt viele Einstellungsverfahren, wo nicht die Bestqualifizierten die entsprechenden Stellen erhalten. Das spricht aber nicht für, sondern gegen die Quote. Anstatt eine Frauenquote einzuführen, sollte man am Aufbau eines Systems arbeiten, in dem die Bestqualifizierten die entsprechenden Stellen erhalten, und zwar unabhängig von ihrer Gruppenzugehörigkeit, also unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Hautfarbe, sexueller Orientierung usw.

  31. Marie sagt:

    Da ist ja nett, Herr Müller, dass Sie uns (bzw. die Männerrunde mit Dame) aufklären, was es dazu zu sagen gibt, bzw. wie viel es dazu zu sagen gibt.

    Da zitiere ich jetzt mal den Herrn Rosenbrock:

    “Eine konstruktive Debatte ist mit den von mir untersuchten Gruppen im Normalfall nicht zu führen”
    Eine schöne Zusammenfassung. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

  32. Marie sagt:

    Da gib`s nichts weiter zu prüfen – hier sind die mit Verlaub wehleidigen Männerrechtler unter sich. Die, die mit Statements wie diesen: “Bisher kann ich Ihrer Argumentation jedenfalls nicht folgen.”
    “Na, welche Frauenbeauftragten haben sich denn da auf den Fuß getreten gefühlt?”
    “Dem gibt es nichts hinzuzufügen.” “denn sonst muss ich die Kommentare wegen des Verstoßes gegen die Kommentarrichtlinien entfernen.” “Und die feministische Genderfraktion und ihre Befürworterinnen – gutes Beispiel Marie – führen nun mal einen ziemlich interessengesteuerten, manipulativen Meinungskrieg, vor allem aber einen Feldzug gegen die Männer.” “Nun ja, der getroffene Hund bzw. (die Hündin) bellt eben…” “Irrationalismus, Subjektivismus, (feministisches) “group-think” und Intoleranz sind, wie mir scheint, vier wesentliche Merkmale dieser Mentalität.” und so weiter und so fort ein beredtes Zeugnis ihrer Unfähigkeit zu konstruktiver Diskussion ablegen – die Meinung von Frauen ist hier unerwünscht.

    Wer die Ideologie der Männerrechtler, die sie, wie ich mittlerweile herausgefunden habe, in unzähligen gleichlautenden Beiträgen in unzähligen Blogs verbreiten, nicht teilt, der ist halt ein bisschen blöde und eine Frauenbeauftragte.

    Ich hab ja ein wenig länger gebraucht als meine Vorrednerinnen, um einzusehen, dass es absolut sinnlos ist, mit “Männerrechtlern” über ihre mit unhaltbaren gedanklichen Konstrukten untermauerte Ideologie, die in einem Feldzug gegen Frauen ihren Ausdruck findet, der auch noch als angeblich links verkauft wird, zu debattieren. Und bei der Lektüre der abenteuerlichen Links-Rechts-Neudefinition muss ganz bestimmt nicht nur ich an Erika Steinbach denken. Schätz ich mal.

    In der sicheren Gewissheit, dass diese Positionen und der Feldzug gegen die angemessene Repräsentation von Frauen in Führungspositionen nicht mehrheitsfähig sind, überlasse ich hier doch gerne, ebenso, wie meine Vorrednerinnen, (allesamt Frauenbeauftragte), ab sofort den Männerrechtlern das Feld und wünsche viel Freude bei der Diskussion der männerrechtlichen Einheitspositionen ohne störende “Frauenbeauftragte”. Ganz ohne Irrationalismus, Subjektivismus, (feministisches) “group-think” und Intoleranz und ganz ohne Meinungen, die ohne jede Bedeutung und ohne Wert sind.

    Und somit verabschiede ich mich aus diesem selbstverständlich höchst rationalen, objektiven, toleranten männerrechtlichen “group-think” mit einem herzlichen Helau und Alaaf.
    Habe die Ehre
    Ihre Frauenbeauftragte

  33. Günter Buchholz sagt:

    Abschließend sei die Lektüre eines Buches zum Thema empfohlen:

    Harald Schulze / Torsten Steiger / Alexander Ulfig (Hrsg.):
    Qualifikation statt Quote – Beiträge zur Gleichstellungspolitik
    Norderstedt 2012,
    ISBN 978-3-8448-1743-0

  34. Mad Dog sagt:

    Meine güte, was ein völlig überzogenes Thema,das 99% aller deutschen soweit am allerwertesten vorbeigeht wie der hallische Komet.Wir haben wirklich grössere probleme in diesem Land,als eine Frauenquote.Nebenbei bemerkt findet die Hochfinanz den Feminismus gut und finanziert ihn seit Jahrzehnten.Man hat einfach noch keine bessere Methode gefunden, die Familie,als kleinste Einheit im Staat zu zerstören,als die Frauen zur Arbeit zu ermuntern,den Staat freut´s auch, der kassiert die Steuern und die gehen dann wiederum zu einem gutteil zurück an die Hochfinanz.Die Kinder gehen in Kitas mit staatlichen Erziehungsprogrammen,wo dann die nächsten Generationen von Lohnsklaven herangezüchtet werden,ohne störende Moralvorstellungen der Eltern,die sind ja arbeiten.Das freut dann wiederum die Wirtschaft und wie sagt doch unsere Obermutti Merkel immer gern:”Geht´s der Wirtschaft gut,geht´s uns allen gut.”Na also,sind wir doch alle glücklich und können uns nun wieder beruhigt dem Konsum hingeben.Ich finde es jedoch erstaunlich, wie sich manch einer bei einem so bescheuerten Thema,derart auf den Schlips oder den Rock (ist das jetzt sexistisch?) getreten fühlt, dass er sich zu Beleidigungen hinreissen lässt,was ohnehin nur Wasser auf den Mühlen der Gegenseite ist.Würden sich diese Leute mal auf den Demos blicken lassen und da genauso engagiert und hitzig mitmachen wie in den Blogs,könnten wir vielleicht auch ein paar wirkliche Probleme lösen.Aber das ist wohl Wunschdenken meinerseits.Aber wie sang doch schon John Lennon :”You might say I´m a dreamer,but i`m not the only one,I hope one day you´ll join us and the world become as one.”In diesem Sinne “träumt weiter”.

  35. Rosel sagt:

    …ich dachte ja gerade mal ich könnte mir das durchlesen…aber 3 Kommentare zu dem Artikel sagen ja schon alles.

    @marie DANKE hast du wunderbar elegant gelöst…da kam ja kein einziger stichhaltiger Kommentar oder auch nur ansatzweise etwas inhaltliches auf deine Anmerkungen.

    @Buchholz
    netter Versuch…nichts dahinter.

    • Günter Buchholz sagt:

      Erst lesen, dann denken, und dann erst schreiben, das wäre hier mein Vorschlag:

      Harald Schulze / Torsten Steiger / Alexander Ulfig (Hrsg.):
      Qualifikation statt Quote – Beiträge zur Gleichstellungspolitik
      Norderstedt 2012,
      ISBN 978-3-8448-1743-0

      • Rosel sagt:

        Herr Bucholz,

        wer es nicht schafft seinen Punkt in mehreren Absätzen siehe ihr Artikel oben klar zu machen, um was es ihn geht, oder, dass er nur ansatzweise wissenschaftlich Arbeiten würde, der wird mich garantiert nicht dazu bekommen sein Buch zu kaufen.

        Tut mir echt leid für sie. Ich rate ihnen zu Lesereisen, falls sie dringend Leser benötigen, die mit interessantem Inhalt, der wohl nicht vorhanden ist, nicht von alleine auftauchen.

        Ihnen alles gute,
        Rosel

  36. Günter Buchholz sagt:

    an: Rosel
    Ob es etwas verstanden wird oder nicht, das hat durchaus zwei Seiten, haben Sie das nicht bemerkt? Und Bücher kann man übrigens auch ausleihen, wenn man sie nicht kaufen will. Ich habe Ihnen hier nur ein Angebot gemacht, um meine Argumentation und die etlicher anderer Autoren genauer kennen zu lernen. Verwerfen können Sie die, wenn Sie es denn können, gerne nach Lektüre. Aber wenn Sie, vermutlich weil es Ihre
    I n t e r e s s e n lage Ihnen gebietet, sie schon v o r der Lektüre zu verwerfen, bitte sehr, dann verweilen Sie eben bei Ihren Vorurteilen – und bei Ihren Interessen. Ich halte es jedenfalls nach wie vor für klar verfassungswidrig, Männer zu diskriminieren und dadurch Frauen zu privilegieren, bzw. umgekehrt. Beispiel: Das in der Frankfurter Erklärung zur Gleichstellungspolitik erwähnte Programm “ProProfessur”, bei dem sich nur Frauen aber keine Männer auf öffentliche Stellen, die aus Steuermitteln finanziert werden, bewerben dürfen. Mit dem rechtfertigenden Gutachten hierzu habe ich mich in dem oben genannten Buch kritisch auseinandergesetzt. Es gibt m. E. keine solche Rechtfertigung.

    • Rosel sagt:

      Herr Buchholz,

      warum sind die ganze Frauen, denn nicht in den Positionen um die es bei der Quote geht?

      Gibt es einen einzigen triftigen Grund?

      • Günter Buchholz sagt:

        an: Rosel

        Es gibt sogar mehrere triftige Gründe. Entweder es gibt einfach zu wenige promovierte und berufserfahrenen – also qualifizierte – Bewerberinnen wie
        z. B. in den technischen Disziplinen. Oder Bewerberinnen können die Berufungskommission nicht überzeugen und sich somit im Wettbewerb nicht durchsetzen. Das passiert allerdings männlichen Bewerbern genauso, nicht selten sogar mehrfach. Sie beschweren sich darüber nicht, sondern versuchen es meist woanders erneut.

        Frauen sind nach Ihrer Auffassung i m E r g e b n i s von Wettbewerbs-prozessen auf dem Arbeitsmarkt (also auch bei Bewerbungsprozesssen auf Professuren) nicht so erfolgreich, wie sie aus irgendwelchen subjektiven Gründen meinen das beanspruchen zu können.
        Meinen Sie das etwas in dem Sinne, dass z. B. jede zweite Professur an eine Frau vergeben werden müsse, bloß weil sie eine Frau ist? Falls Sie das so meinten, antworte ich:
        Es kommen an unseren Hochschulen aufgrund der für Berufungsverfahren bestehenden gesetzlichen Verfahrensregelungen und in Übereinstimmung mit Art. 3 und Art. 33 GG diejenigen Personen – egal welchen Geschlechts – ins Amt, die unter hochschulöffentlichen Wettbewerbsbedingungen von der Berufungskommission und den Studenten (sogar unter Mitwirkung der Frauenbeauftragten) in einem rechtlich-organisatorisch streng geregelten Verfahren mit Mehrheitsentscheidung individuell (!!) ausgewählt und dann vom Hochschulsenat und zuletzt vom Ministerium bestätigt werden. Es geht dabei einzig um die

        => wissenschaftliche Qualifikation im Hinblick auf Lehre und Forschung Bestenauslese – auch richtig so.

        Es gibt für n i e m a n d e n vorab eine Garantie auf Erfolg und Karriere!
        Und wenn es dieses Recht gäbe, stünde im Widerspruch mit Art. 33 GG. So wie beim Schavanschen Programm “ProProfessur.”

        Die Vorstellung, die jeweiligen Ergebnisse könnten einfach politisch verteilt werden, etwa im Sinne eines 50%-Zugriffs auf den Stellenpool (z. B. Professuren) für eine bestimmte Gruppe, ist m. E. völlig unvereinbar mit dem GG.

        • Rosel sagt:

          ZITAT
          Es gibt sogar mehrere triftige Gründe. Entweder es gibt einfach zu wenige promovierte und berufserfahrenen – also qualifizierte – Bewerberinnen wie
          z. B. in den technischen Disziplinen. /ENDE ZITAT

          Woher haben sie das? Auf was beziehen sie das? Quelle bitte.
          Wie kommt es, dass es an Schulen, Krankenhäusern, Kunsthochschulen, Altenheimen, Redaktionen ebenso ist wie in den Berufen mit mehr männlichen Abschlüssen?

          ZITAT
          Oder Bewerberinnen können die Berufungskommission nicht überzeugen und sich somit im Wettbewerb nicht durchsetzen. /ENDE ZITAT

          In der Summe der unterrepresentierten Frauen der gesamten Jobs würde das WAS genau heissen? Was wollen Sie sagen?

          ZITAT
          Das passiert allerdings männlichen Bewerbern genauso, nicht selten sogar mehrfach. Sie beschweren sich darüber nicht, sondern versuchen es meist woanders erneut. /ENDE ZITAT

          Sie und auch ich, wissen, dass kein Mann aufgrund seiner Zeugungsfähigkeit je abgelehnt wurde. Sie als auch ich wissen, dass sowohl Männer als auch Frauen gleich viele Bewerbungen schreiben.

          Was versuchen sie mit solcher Fehlinformation zu bezwecken?

        • Günter Buchholz sagt:

          an: Rosel

          Die Argumentation auf der Makroebene führt zu dem Fehlschluß, dass eine statistische Unterrepräsentanz von Frauen durch “Diskriminierung” bedingt sei, aber das ist weiter nichts als eine pauschale, rein ideologisch inspirierte Behauptung.

          Eine statistische Unterrepräsentanz beweist keinerlei Diskriminierung, außer in den Fällen, in denen es konkret benennbare Hindernisse gibt, wie z. B. beim katholischen Priesteramt. Auf der Mikroebene, also dort, wo wirklich gehandelt und entschieden wird, zeigt sich etwas anderes. W e n n es Diskriminierungen gibt, dann können diese auf der Mikroebene konkret nachgewiesen (und ggf. beseitigt) werden, und wenn das nicht nicht der Fall ist, dann gibt es auch keine Diskriminierung. D a s ist hier relevant, und
          n i c h t die Statistik.

          “Statistische Unterrepräsentanz” impliziert schon begrifflich, dass Männer und Frauen in allen beruflichen Feldern gleich repräsentiert sein sollten oder müßten (50%)? Wie kommen Sie denn darauf? Das ist doch durch n i c h t s zu begründen! Denn:

          1) Männer und Frauen sind mündige Erwachsene, und sie haben unterschiedliche berufliche Präferenzen. Sie sind in der Lage, selbstständig ihre ihr Leben prägenden Entscheidungen zu treffen, sei es beruflich, sei es im Hinblick auf Ehe und Familie.

          Es ist z. B. im Hochschulbereich offensichtlich und allgemein bekannt, dass z. B. die technischen Fächer (MINT) von deutlich mehr Männern als Frauen gewählt werden. Ebenso gibt es umgekehrt andere Studiengänge, die stark oder überwiegend von Frauen belegt werden. Und es gibt solche, in denen die Proportionen eher ausgeglichen sind. Das heißt, es finden auf Grundlage der Präferenzen und freien Wahlentscheidungen Prozesse der Selbstselektion statt.
          Im Hinblick auf eine akademische Höherqualifikation (hier: Promotion und Professur) kommt hinzu, dass der zeitliche und arbeitsmäßige Aufwand, der dafür individuell getrieben werden muß, ein außerordentlich hoher und zusätzlich mit Risiken verbundener ist, und dass sehr viele derjenigen Menschen, die einen solchen Weg gegen könnten, ihn deshalb nicht gehen wollen, sondern sich anders entscheiden. Aber auch in außerakademischen Berufsfeldern ist Karriere an einen besonderen Einsatz und eine besondere Bewährung gebunden. Wer das ablehnt, oder wer sich nicht bewährt, der macht eben keine Karriere.

          Meine persönliche Erfahrung ist, dass in meinem langen Berufsleben nie jemand mit einem “Silbertablett” zu mir gekommen ist. Ich mußte mich immer selbst unter Inkaufnahme von Anstrengung, Verzicht und Entbehrungen um einen beruflichen Erfolg bemühen, und ich halte das für völlig normal. Und ich habe sowohl Erfolge wie Mißerfolge erlebt. Ich halte das für ebenso normal. Deshalb mache ich niemanden – außer mich selbst – für meine Mißerfolge verantwortlich.

          N i e m a n d hat ein Recht, in die Präferenzen und Wahlentscheidungen von mündigen Erwachsenen einzugreifen! Diese Wahlentscheidungen und ihre Ergebnisse sind schlicht zu respektieren! Was glauben Sie denn eigentlich, w e r s i e s i n d, darüber urteilen zu können? Mit welchem Recht? Ich nenne das A n m a ß u n g.

          Nehmen wir den realistischen Fall an, dass in einem ingenieurwissenschaftlichen Fach ca. 15% der Studenten weiblich sind, dann ist doch völlig klar, dass nicht erwartet werden kann, dass bei den Professuren dieses Fachs 50% weiblich sein werden. Den umgekehrten Fall gibt es sicherlich auch. Beides ist m. E. völlig unproblematisch, weil darin lediglich die unterschiedlichen Präferenzen und Neigungen sichtbar werden.

          2) Männer und Frauen haben unterschiedliche Präferenzen im Hinblick auf Beruf einerseits, Familie andererseits. Frauen können sich ebenso wie Männer g e g e n eine Familie (bzw. Kinder) entscheiden, oder sie können sich d a f ü r entscheiden. Im letzteren Fall sollten die Konsequenzen, die sich unter dem Gesichtspunkt der Verantwortung für den Nachwuchs daraus ergeben, rechtzeitig bedacht werden, und ebenso die Konsequenzen, die sich daraus beruflich ergeben. Denn “Arbeitgeber” sind ausschließlich an der möglichst ausgiebigen Nutzung von Arbeitskraft im Arbeitsprozeß interessiert, und n i c h t an der Frage, ob die Arbeitskräfte weiblich oder männlich sind; dieses Merkmal ist für das betriebswirtschaftliche Ergebnis völlig unerheblich.

          3) Zwischen Beruf und Familie entstehen für die Mütter oft Zielkonflikte, die nicht selten durch einen Kompromiß in Form der Teilzeitarbeit oder der externen Kinderbetreuung gelöst werden. Kompromisse implizieren i m m e r Verzichte, in der Regel für a l l e daran beteiligten Personen, die Väter, die Mütter, nicht zuletzt die Kinder.

          Eine Entscheidung für Nachwuchs und Familie bedeutet z. B. für den beruflich engagierten Mann eine ganz besondere Verpflichtung, mit zusätzlichen Anstrengungen beruflich erfolgreich zu bleiben, um unter Inkaufnahme familialer Risiken seine Familie abzusichern. “Arbeitgeber” wissen, dass Männer mit Familie sich in der Tendenz genau so verhalten. Sie sind daher als Arbeitskräfte entsprechend attraktiv.

          4) Es gibt für niemanden eine Rechtsgarantie auf beruflichen Erfolg und Karriere, sondern nur darauf, dieselben Chancen zu haben wie andere Wettbewerber auch: das ist die Gleichberechtigung im Sinne des Art. 3 GG. Beruflicher Erfolg ist so individuell wie jede einzelne Bewerbung es ist. Im Wettbewerb um Stellen gibt es jeweils e i n e Person, die – im Idealfall – als die am besten qualifizierte ausgewählt wird. Daher gibt es immer v i e l e Verlierer, und zwar unabhängig von ihrem Geschlecht.

          “Arbeitgeber” wählen gemäß ihrer betriebswirtschaftlichen Logik diejenige P e r s o n aus, von der sie sich unter Berücksichtigung der Kosten (Lohn / Gehalt) den vergleichsweise größten Nettonutzen (N > K) erwarten.

          Sie könnten nun sicherlich diese Logik samt ihrer Grundlagen kritisieren, aber das hätte dann n i c h t s mehr mit der von mir so bezeichneten (falschen) “feministischen Dichotomie” zu tun, in der ständig DIE FRAUEN gegen DIE MÄNNER gestellt und ausgespielt werden: denn welche soziale Gemeinsamkeit haben S i e mit den Frauen Susanne Klatten, Liz Mohn oder Friede Springer? Richtig: g a r k e i n e.

          .

  37. HAM sagt:

    An Frauenquotenbefürworterinnen:
    .

    Für mich stellt sich die Frage, welche Erwartungen und Hoffnungen bei den Befürworterinnen einer Frauenquote bei der Besetzung von Professuren existieren? Zumal, wenn sie selbst keine Karriere als Hochschullehrerin anstreben und daher nicht darauf spekulieren, eventuell selbst vom Proporz zu profitieren?
    .
    Überhaupt ist der „marktkonforme Feminismus“ sehr stark von der Idealisierung der Lohnarbeiterexistenz und von Lohnarbeiterkarrieren gekennzeichnet.
    .
    Ich selbst gehöre einer Generation an, wo in meiner Jugend noch die traditionelle Geschlechtsrollendifferenzierung vorherrschend war. Bei keinem einzigen meiner Mitschüler war die Mutter berufstätig gewesen.
    .
    Meine Erfahrung ist, dass Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine Lüge ist. Entweder kommen die Familie und die Kinder oder – insbesondere bei einem anspruchsvollen Beruf – die Qualität der Berufsausübung zu kurz.
    .
    Soweit Frauen es sich ökonomisch leisten können und sich in der privilegierten Situation befinden, eine Wahl zwischen einerseits Familie und Kindern und andererseits beruflicher Karriere treffen zu können, so zielen viele Frauen ein Familienleben mit Kindern vor.
    .
    Ich verfüge nicht über statistische Daten, aber ich weiß, dass sich zum Beispiel die Ehefrauen von Günther Jauch und Johannes B. Kerner so entschieden haben. Und auch Susanne Klatten, die reichste Frau Deutschlands, hat so ihre Lebensentscheidung getroffen.
    .
    Das ist offensichtlich ein Oberschichtsphänomen, wo kein finanzieller Zwang zur Lohnarbeit von Frauen existiert. Der „marktkonforme Feminismus“ verkauft den Frauen die Lohnarbeiterexistenz als „Emanzipation“. Das ist eines der Eigentore, welches sich feministisch verblendete Frauen regelmäßig schießen, weil sie auf die neoliberale Propaganda hineinfallen.
    .
    Mich selbst hat die Propaganda einer Selbstverwirklichung durch fremdbestimmte Erwerbstätigkeit niemals überzeugt. Die Jobs, die ich in meinem Berufsleben gemacht habe, hätte ich niemals angenommen, wenn es dafür kein Geld gegeben hätte. Mit meiner Lebenszeit konnte ich immer etwas Besseres anfangen, als fremdbestimmte Lohnarbeit zu leisten – und sei es als Professor.
    .
    Aus meinen Ausführungen lässt sich leicht erklären, warum es in bestimmten, mit hohen Leistungsanforderungen verbundenen Jobs relativ weniger Frauen gibt.
    .
    Jedoch darf eines nicht übersehen werden:
    Wenn Frauen sich für ein Leben mit Familie und Kindern und gegen eine Berufskarriere entscheiden, dann sind sie in dieser Gesellschaft objektiv benachteiligt, weil Objekt von Ausbeutung. Sie leisten gesellschaftlich notwendige Reproduktionsarbeit im Haushalt und bei der Pflege und Erziehung ihrer Kinder. Aber dafür werden sie nicht bezahlt, d.h. es handelt sich um eine an Sklaverei erinnernde Ausbeutung.
    .
    Die Versorgung von Kindern stellt einen „wirtschaftlichen Schaden“, wie sogar höchstrichterlich festgestellt wurde.
    .
    Jene Feministinnen, die Gleichstellung fordern, sollten vor allem die angemessene Bezahlung von Reproduktionsarbeit fordern. Der „marktkonforme Feminismus“ jedoch spielt dem Neoliberalismus in die Hände.
    .
    Und nur als Anmerkung zu Schluss:
    Die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern war in der DDR weitaus mehr fortschritten als jemals in der BRD. Ob das zum Wohl der Frauen und Kinder war, ist eine andere Frage.
    .
    Es würde mich freuen, wenn meine Eingangsfrage beantwortet wird.

  38. Günter Buchholz sagt:

    Ich möchte in diesem Zusammenhang ergänzend auf einen m. E. sehr lesenswerten Text von Stefan Sasse hinweisen:

    http://oeffingerfreidenker.blogspot.de/2010/11/mal-was-grundsatzlicheszum-feminismus.html

  39. Günter Buchholz sagt:

    @ HAM

    Zitat:

    “Wenn Frauen sich für ein Leben mit Familie und Kindern und gegen eine Berufskarriere entscheiden, dann sind sie in dieser Gesellschaft objektiv benachteiligt, weil Objekt von Ausbeutung. Sie leisten gesellschaftlich notwendige Reproduktionsarbeit im Haushalt und bei der Pflege und Erziehung ihrer Kinder. Aber dafür werden sie nicht bezahlt, d.h. es handelt sich um eine an Sklaverei erinnernde Ausbeutung.”

    “Jene Feministinnen, die Gleichstellung fordern, sollten vor allem die angemessene Bezahlung von Reproduktionsarbeit fordern.”

    Von wem sollen sie das fordern? W e r soll das bezahlen?

    Jegliche Eigenarbeit im privaten Haushalt wird in einer Ökonomie unseres Typs nicht bezahlt. Eigenarbeit ist kein Moment der Wertbewegung. Dennoch hat sie, wie die Infrastruktur, eine gesellschaftlich-ökonomische Bedeutung, zumindest, soweit sie eine Teil-Funktion erfüllt, die bedeutsam für die gesellschaftliche Reproduktion ist.
    Ist das so, dann müßte sie insoweit wie Infrastruktur finanziert werden, also aus Steuermitteln; wie es beim Kindergeld bereits der Fall ist.
    Aber aus welchen Steuermitteln?
    Aus Steuern aus Lohneinkommen?
    Aus Steuern aus Gewinneinkommen?

  40. HAM sagt:

    @G. Buchholz
    Jene Feministinnen, die Gleichstellung fordern, sollten vor allem die angemessene Bezahlung von Reproduktionsarbeit fordern.”
    Von wem sollen sie das fordern? W e r soll das bezahlen?
    Jegliche Eigenarbeit im privaten Haushalt wird in einer Ökonomie unseres Typs nicht bezahlt. …
    Ist das so, dann müßte sie insoweit wie Infrastruktur finanziert werden, also aus Steuermitteln; wie es beim Kindergeld bereits der Fall ist.

    .
    „Eigenarbeit“ betrifft jene Arbeit, welche das Individuum für sich selbst leistet, also jene Arbeit, welche jedes alleinlebende Individuum verrichten muss, um sich zu reproduzieren.
    .
    Die Pflege und Erziehung der Kinder ist daher aus meiner Sicht keineswegs als „Eigenarbeit“ zu bewerten. Als „Eigenarbeit“ erscheint sie in der Logik der Privateigentumsordnung, wo Kinder als Privateigentum der Eltern betrachtet werden, vergleichbar mit einer im Privateigentum befindliche Sache, z. B. ein Auto, dessen Pflege dem Eigentümer obliegt.
    .
    Aus gesamtökonomischer Sicht sind Kinder notwendiger Teil des gesamtgesellschaftlichen Reproduktionsprozesses. Die Eltern leisten bei der Pflege und Erziehung ihrer Kinder keine „Eigenarbeit“, sondern gesellschaftlich notwendige Arbeit.
    .
    Wer profitiert von den Kindern?
    .
    Anders als zu Zeiten der Subsistenzökonomie sind es heute nicht mehr die Eltern. Die Kinder arbeiten nicht mehr für die Eltern, insbesondere nicht mehr für deren Versorgung bei Krankheit und im Alter, sondern dies wird durch staatliche Pflichtversicherungssysteme übernommen. Die Rede vom „Kinderreichtum“ stammt noch aus der Zeit vor dem Sozialstaat, weil jene Menschen arm dran waren, die keine Kinder hatten und daher weder von deren Arbeitskraft profitieren konnten noch im Alter von ihnen versorgt wurden.
    .
    Deutlich wird dieser Sachverhalt des Zwangs zur Leistung ohne Gegenleistung bei jenen biologischen Vätern, die zu Unterhaltszahlungen gezwungen sind, obwohl sie keinen Kontakt zu ihren Kindern haben. Am deutlichsten ist er allerdings bei den zu Schadensersatzzahlungen verurteilten Ärzten, weil sie eine gewünschte Empfängnisverhütung oder Abtreibung fehlerhaft vornahmen, und die nun zahlen müssen, sogar wenn ein völlig gesundes(!!!) Kind zur Welt kommt.
    .
    Zu diesem Zusammenhang gab es einmal einen schönen Beitrag von Wolfram Engels in der WiWo, der diesen Sachverhalt klar durchschaute und darstellte. Im Gegensatz dazu haben hier viele Marxisten „einen blinden Fleck“, wenn sie Ausbeutung nur in der Sphäre mehrwertgenerierender Lohnarbeit „sehen“.
    .
    Daher auch meine Bemerkung: „an Sklaverei erinnernde Ausbeutung“. Das ist keine Abwertung der elterlichen Arbeit, im Gegenteil. Sondern es soll darauf hingewiesen werden, dass wir es hier mit einem der Sklaverei ähnlichen Phänomen zu tun haben, wenn Menschen zu gesellschaftlich notwendiger Reproduktionsarbeit gezwungen werden und dafür keine entsprechende Gegenleistung erhalten. Eltern leisten gesellschaftlich notwendige Reproduktionsarbeit und zahlen dafür sogar noch drauf (vgl. „Kind als Schaden).
    .
    Dieser Sachverhalt erklärt auch das sog. demographisch-ökonomische Paradoxon.
    .
    Wobei in der Regel die unmittelbaren Unterhaltskosten gar nicht den größten Teil des „wirtschaftlichen Schadens“ ausmachen, welchen Menschen erleiden, die Kinder in die Welt setzen, sondern es sind die sog. Opportunitätskosten.
    .
    Auch wenn diese ökonomischen Zusammenhänge nicht wirklich analysiert werden, so wird doch gerade von Frauen im Alltag wahrgenommen, dass Frauen als Mütter in dieser Gesellschaft benachteiligt werden. Deshalb fühlen sich viele Frauen aufgrund ihrer biologischen Andersartigkeit benachteiligt.
    .
    Hier müsste m. E. die Kritik an der Frauenquote ansetzen.
    .
    Die neoliberale Politik will die Lohnarbeiterexistenz und –karriere den Frauen „schmackhaft“ machen, indem sie die weibliche Erwerbsarbeit als „Frauenemanzipation“ verkauft. Mit Maßnahmen wie der Frauenquote wird der Schein erzeugt, als sei die Förderung der Emanzipation der Frauen ein Ziel der neoliberalen Politik. Tatsächlich will sie die Frauenarbeit und insbesondere auch die Arbeitskraft der Mütter der kapitalistischen Verwertung und Ausbeutung zuführen.
    .
    In Wirklichkeit ist eine Frauenquote bei privilegierten Positionen nicht mehr als eine Symbolpolitik. Und zwar eine, die 99% der Frauen keine Vorteile, aber vielen Frauen Nachteile bringt (vgl. Ch. Lash).
    .
    Die Frauenquote suggeriert einen Nachteilsausgleich durch die Gewährung von Vorteilen; dieses Prinzip kennen wir aus dem Behindertenbereich. Aber Frau zu sein, das ist keine Behinderung.
    .
    Im Gegensatz zur Frauenquote wären daher wirklich emanzipatorische Forderungen insbesondere jene nach bezahlter „Elternarbeit“ sowie die drastische Reduzierung von Zeit und Umfang der Lohnarbeit. Vor 50 Jahren reichten 40 Stunden Lohnarbeit pro Woche aus, um eine Familie zu reprozieren. Heute hat sich dies nahezu verdoppelt, trotz gewaltiger Steigerungen der Produktivität.
    So benötigte man damals – in den 60-er Jahren – 400 Arbeitsstunden, um einen VW Käfer zu produzieren, heute reichen 15 Stunden für ein ähnliches Auto aus.
    .
    Folglich würden heute aufgrund des Produktionsfortschrittes geschätzt 20 Stunden Lohnarbeit pro Woche und Familie ausreichen.
    .
    Aber dies ist eine Systemfrage. Im Kapitalismus wird es nichts mit der Frauenemanzipation werden. Im Gegenteil. Auch Mittelschichtsfrauen haben heute eine Arbeitsbelastung wie Proletarierinnen in der Ära des Frühkapitalismus.
    .
    Der „marktgerechte Feminismus“ ist nicht fortschrittlich, sondern reaktionär, und die „marktgerechten Feministinnen“ fallen auf die ideologischen Konstrukte der Oberfeministinnen hinein, die mit der Manipulation ihrer Geschlechtsgenossinnen Karriere und Geld machen und gerngesehene TV-Talkshowgäste sind.
    .
    Zur Frage der Bezahlung der elterlichen Pflege- und Erziehungsarbeit
    .
    Aus meiner Sicht ist dies nicht anders als bei der Bezahlung anderer vergleichbarer Tätigkeiten, die zur gesellschaftlichen Reproduktion notwendig sind, aber nicht Teil des unmittelbaren Produktionsprozesses sind. So wie bei staatlichen Lehrern und Hochschullehrern oder bei Polizei, Justiz, Feuerwehr, Sozialarbeit etc..
    Die Bezahlung erfolgt aus der Staatskasse.
    .
    Wie der Staat und mit welchen Steuern er seine Staatskasse füllt, ist eine Machtfrage im Verteilungskampf.
    .
    Reproduktionsökomisch betrachtet, geht es bei dieser Frage um die Verteilung des gesamtgesellschaftlichen Produkts, wobei alle Staatsausgaben das Mehrprodukt schmälern, aus dem – wie Marx ausführte – bekanntlich der Profit stammt. Daher die ewigen Forderungen von Liberalen nach einem „schlanken Staat“.
    .
    Deshalb ist die herrschende Klasse generell gegen Staatsausgaben, sofern diese nicht für die Aufrechterhaltung der Kapitalverwertung notwendig sind oder ihnen nicht selbst zugutekommen. Alle anderen Staatsausgaben, insbesondere Sozialausgaben, sind für die herrschende Klasse „faux frais“ (Marx), weil sie den Anteil ihres Profits aus dem Mehrprodukt schmälern.
    .
    Die herrschende Klasse will die Arbeitskraft der erwachsen gewordenen Kinder profitabel ausbeuten, aber die Pflege- und Erziehungsarbeit sowie die verbundenen Kosten auf die Eltern abwälzen.
    .
    Die „marktkonforme Feminismus“ spielt dabei den Herrschenden in die Hände.
    .
    Mein Eindruck ist jedoch, dass dieser marktkonforme, neoliberale Feminismus zwar noch als „Staatsfeminismus“ – danke an Leonard! – in der Politik und den Medien dominant ist, aber bei den Frauen insgesamt den Zenit schon überschritten hat.

    • Alexander Ulfig sagt:

      @HAM

      Eine Frage an Sie: Ich bin ein Single und lebe in einer Stadt, in der seit über 20 Jahren über 50% der Haushalte Single-Haushalte sind. Großstädtische Bevölkerung besteht in Deutschland vorwiegend aus Singles. Wie würden Sie die Arbeit in einem Single-Haushalt einordnen? Als “Eigenarbeit”? Soll diese Arbeit unentgeltlich verrichtet werden, nur weil sich die Singles der Pflege und Erziehung der Kinder entziehen?

      • HAM sagt:

        @A. Ulfig

        Was heißt „nur“?

        Singles sind nicht reproduktionsfähig. Eine Gesellschaft – bestehend aus Singles – ist zum Aussterben verurteilt. Die Singles würden im Alter im Müll ersticken, wenn sie nicht schon vorher verdurstet oder verhungert sind.
        Eben weil sie keinen Nachwuchs in die Welt gesetzt haben, der im Alter für sie arbeitet.

  41. Günter Buchholz sagt:

    @ HAm
    Ich kann dem weitestgehend zustimmen. –
    Allerdings sollte die rechtliche und institutionelle Verankerung des “Staatsfeminismus” nicht unterschätzt werden. –
    Eltenarbeit ist zwar gesellschaftlich notwendige Arbeit, aber sie wird (letztlich falsch) als rein private behandelt. Teil der Wertbewegung ist sie nicht. Allerdings gibt es bereits Ansätze, die die Interpretation erlauben, dass eine gewisse begrenzte Anerkennung bereits stattgefunden hat (Ehegattensplitting, Kindergeld). Das könnte ausgeweitet werden.

    Durch eine drastische Arbeitszeitverkürzung würden neue gesellschaftliche Organisationsspielräume eröffnet, die es erlaubten, die gesellschaftliche Arbeitsteilung zu verändern und an den erreichten Stand der Arbeitsproduktivität anzupassen. Es würde sich auf dieser Grundlage ein ganz neuer Lebensstil herausbilden können. Innerhalb der jetzigen gesellschaftlichen Verhältnisse ist das allerdings kaum oder gar nicht durchsetzbar.

  42. HAM sagt:

    @G.Buchholz

    Kritisches Denken sollte in der Lage sein, über das herrschende ökonomische Paradigma hinauszudenken.
    .
    Sie schreiben:
    Elternarbeit ist zwar gesellschaftlich notwendige Arbeit, aber sie wird (letztlich falsch) als rein private behandelt. Teil der Wertbewegung ist sie nicht.
    .
    „Teil der Wertbewegung“ ist die Elternarbeit in diesem System deshalb nicht, weil sie nicht geldvermittelt ist. Für das im kapitalistischen System herrschende Ökonomieverständnis besitzt eine Tätigkeit nur einen Wert, wenn sie Tauschwert besitzt, also zur Ware wird.
    .
    Eine post-kapitalistische Ökonomie wird ein anderes, nämlich am Gemeinwohl orientiertes, gebrauchswertorientiertes Wertverständnis aufweisen.
    .
    Dieses herrschende, tauschwertorientierte Wertverständnis führt zum Resultat, dass Tätigkeiten nicht nach ihrem gesellschaftlichen Gebrauchswert (= gesellschaftlicher Nützlichkeit) bezahlt werden. So gehört es inzwischen zur kapitalistischen Normalität, dass prosoziale Tätigkeiten, wie z.B. Krankenpflege, viel schlechter bezahlt werden als völlig unproduktive Tätigkeiten im Bereich massenmedialer Unterhaltung. Höchstbezahlte Tätigkeiten, wie jene von Sportlern, haben für die Gesellschaft keinerlei produktiven Nutzen.
    .
    Das kapitalistische System ist so konstruiert, dass jene, die den gesellschaftlichen Reichtum mit ihrer Arbeitskraft produzieren, immer ärmer werden, während – genau deshalb(!) – das arbeitslose Einkommen der Vermögensbesitzer immer größer wird.
    .
    In der Tauschwertökonomie wird – gegen jegliche ökologische Vernunft – durch Obsolenzproduktion der Gebrauchswert von Dingen künstlich gemindert.
    .
    Gibt es im Winter viele Unfälle und in Folge dessen viel Reparaturtätigkeit, dann steigt das Bruttoinlandsprodukt und damit der scheinbare gesellschaftliche Reichtum. Das geht dann genau in die Richtung: „Sozial ist, was Arbeit schafft!“
    .
    Im Prinzip ist die Aussage, dass Elternarbeit nicht Teil der Wertbewegung ist, eine Tautologie. Sie ist nicht Teil der Wertbewegung, weil sie nicht bezahlt wird. Würde sie bezahlt werden, wäre sie Teil der Wertbewegung.
    .
    Denn wollen sich Eltern von dieser Arbeit befreien, dann müssen sie zahlen. Und dann wird diese Arbeit Teil der Wertbewegung. Wenn man nur reich genug ist, kann man „Elternarbeit“ als Dienstleistung auf dem Markt kaufen. Selbst Leihmütter kann man heute mieten, sofern dies erlaubt ist.
    .
    Früher gehörte es zur Normalität in der „besseren Gesellschaft“, dass Ammen die Kinder von Oberschichtsfrauen stillten. Hauspersonal, Kindfrauen und private Erzieher erledigten sämtliche elterliche Pflege- und Erziehungsarbeit. So erzählt der Psychiater Erich Wulff in seiner Biographie, dass er seine Mutter in seiner Kindheit meist nur abends gesehen hat, wenn er zu Bett gebracht wurde. Ansonsten übernahm eine Kindfrau alle Mutterfunktionen.
    .
    Weiter schreiben Sie:
    Durch eine drastische Arbeitszeitverkürzung würden neue gesellschaftliche Organisationsspielräume eröffnet, die es erlaubten, die gesellschaftliche Arbeitsteilung zu verändern und an den erreichten Stand der Arbeitsproduktivität anzupassen. Es würde sich auf dieser Grundlage ein ganz neuer Lebensstil herausbilden können. Innerhalb der jetzigen gesellschaftlichen Verhältnisse ist das allerdings kaum oder gar nicht durchsetzbar.
    .
    Völlige Zustimmung!

    Wenn die Eltern ein kostendeckendes Kindergeld erhalten und elterliche Pflege- und Erziehungsarbeit, von der Gesellschaft entsprechend bezahlt und wenn die Arbeitszeit „an den erreichten Stand der Arbeitsproduktivität“ angepasst wird, dann gibt es neue Möglichkeiten der Lebensgestaltung, welche bislang nur den Oberschichten vorbehalten waren. Auch würde in den Familien ein Großteil der Gründe des Streits ums Geld und um die Verteilung der Arbeit wegfallen.
    Zudem die Benachteiligung der Frauen als Mütter.
    .
    Wo sind die emanzipatorischen Kräfte, welche bewusst machen, dass durch den wissenschaftlich-technischen Fortschritt die Möglichkeit einer weitgehenden Befreiung vom Zwang der Arbeit schon längst Realität ist?
    Wo sind die fortschriftlichen Kräfte, welche verstanden haben, dass wirkliche Frauenemanzipation nur in einer postkapitalistischen Gesellschaft möglich ist.

    • Günter Buchholz sagt:

      @ HAM

      Ja. Zwischen dem, was jetzt ist, und dem, was unter veränderten Verhältnissen möglich wäre, und was sich historisch-konkret geradezu aufdrängt, muss unterschieden werden. Beides und insbesondere letzteres zu begreifen könnte in konkrete Zielvorstellungen übersetzt werden, wie z. B.: Arbeitszeitverkürzung.

      Zitat:

      “Wo sind die emanzipatorischen Kräfte, welche bewusst machen, dass durch den wissenschaftlich-technischen Fortschritt die Möglichkeit einer weitgehenden Befreiung vom Zwang der Arbeit schon längst Realität ist? Wo sind die fortschriftlichen Kräfte, welche verstanden haben, dass wirkliche Frauenemanzipation nur in einer postkapitalistischen Gesellschaft möglich ist.”

      Ich frage mich, welche emanzipatorischen Kräfte wir überhaupt haben. Jedenfalls wären im Hinblick auf das obige Zitat die Organisationen zu befragen, denen zu Recht oder zu Unrecht nachgesagt wird, zu den emanzipatorischen Kräften zu gehören. Aber mein diesbezüglicher Optimismus hält sich in engen Grenzen.

  43. Immanuel sagt:

    Danke für diesen fundierten, kritisch analytischen Lagebericht. – Wenn ich mir hingegen so einige Kommentar hier durchlese, frage ich mich: Was genau an “sapere aude” habt ihr denn nicht verstanden? (Verdammt nochmal)

  44. Jaga sagt:

    Natürlich setzen sich Männer immer alle im fairen Wettstreit durch und küren lediglich den besten.

    Wer von den hunderten Männern spricht, die von grottenschlechten Frauen völlig skandalös ihrer angestammten Stellungen beraubt wurden, kann hoffentlich genauso scharf stellen wenn ausserhalb der Academia hunderttausende Männer immer noch positiver gelesen und beachtet werden werden als Kollegin und Mitbewerberin. Ach…nein? Nur subjektives Erleben der Frau?

    Na dann…

    • Günter Buchholz sagt:

      Dürftig, sehr dürftig. Ironie ist ein rhetorisches Stilmittel, aber kein Argument. – Siehe hierzu:
      http://sciencefiles.org/2013/12/29/was-macht-unsinn-fur-manche-so-attraktiv/

      Und noch etwas: bloß “gefühlte Diskriminierung” ist keine Diskriminierung. Aber: was ist Diskriminierung?:

      “Diskriminierung ist ein Verhalten, das sich dadurch auszeichnet, dass das Objekt der Diskriminierung einen Nachteil, Achtung, jetzt kommt es: wegen der Diskriminierung hat. Es braucht also mehrere Zutaten, um eine Diskriminierung herzustellen. Wenn zum Beispiel Männer von Bewerbungen auf Universitätsstellen, die von Steuerzahlern finanziert werden, ausgeschlossen werden, dann ist das eine Diskriminierung, denn ihnen wird nicht nur Chancengleichheit aktiv verwehrt, ihre berufliche Laufbahn wird auch aktiv behindert. Insofern kann Diskriminierung nur vom Opfer aus gesehen werden. Erst wenn gezeigt werden kann, dass Person X wegen Äußerungen von Person Y, die sich auf Eigenschaften von X bezogen haben, die in keiner Weise relevant sind, (…), kann angenommen werden, dass eine Diskriminierung vorliegt.”

      http://sciencefiles.org/2013/12/28/gelebter-faschismus-blockempfehlung/

      Wie nun der Wettbewerb im akademischen Bereich derzeit aussieht, dazu hier:

      [http://frankfurter-erklaerung.de/2013/11/aufruf-zur-rettung-von-freiheit-von-forschung-und-lehre-offener-brief-an-die-bundesregierung/]

      Und zu der falschen Sichtweise, dass es überall auf das Geschlecht ankäme – was eine fixe Idee ist:

      “In der kapitalistischen Produktionsweise ist am Arbeitsmarkt die Nachfrageseite von maßgeblicher, meist dominierender Bedeutung.
      Das heißt, dominant ist eine abstrakte – und gegenüber der Geschlechtszugehörigkeit gleichgültige – betriebswirtschaftliche Nutzenkalkulation im Hinblick auf die sich anbietenden Arbeitskräfte. Die Nachfrager – und auch bei diesen spielt ihre Geschlechtszugehörigkeit keine Rolle – treffen die Auswahlentscheidung. Sie entscheiden darüber, wessen Arbeitskraft angekauft wird, d. h. “wer eine ausgeschriebene Stelle erhält” und damit auch, wer sie nicht erhält.
      Da in der kapitalistischen Produktionsweise dafür gesorgt ist, dass bei Arbeitskräften (fast) immer ein Angebotsüberschuß besteht, also auch Arbeitslosigkeit (“Reservearmee”), können die Nachfrager aus einem Überangebot heraus frei wählen, und das tun sie nach Maßgabe ihres Nutzenmaximierungsziels. Es gibt am Arbeitsmarkt in der Regel also eine strukturelle Asymmetrie zwischen den beiden Marktseiten.”

      Im einzelnen:

      [https://le-bohemien.net/2013/09/26/politische-linke-und-feminismus/]

      “Was ist der Arbeitsmarkt und wozu dient er?

      Auf dem Arbeitsmarkt werden Arbeitskräfte als eine besondere Form von Waren gekauft und verkauft. Es geht dabei um Personen mit dem Potenzial, Arbeit zu verausgaben, nicht um bereits realisierte Arbeitsleistungen.
      Es wird nur dann eine Arbeitskraft gekauft, wenn für den Käufer die Ungleichung „erwarteter Nutzen größer als erwartete Kosten“ erfüllt ist. Unter Konkurrenzbedingungen auf dem Arbeitsmarkt wird also diejenige Arbeitskraft gekauft werden, der seitens des Käufers der höchste erwartete Überschuss zugeordnet wird. Der Käufer erwartet folglich bei jedem Kauf einen Gewinn oder Nutzenüberschuss über seine Kosten. Nur falls er falsch kalkuliert hat oder die Randbedingungen sich unerwartet ungünstig verändern, kann das Geschäft für ihn negativ ausgehen.” – Weiterlesen:

      [https://le-bohemien.net/2013/07/13/die-bedeutung-der-neoliberalen-transformation-des-arbeitsmarktes-fur-das-hochschulstudium/]

Einen Kommentar hinterlassen

Kommentar abschicken

le-bohemien