Kölner Silvester-Übergriffe
Die Integrations-Debatten-Verweigerer

Die sexuellen Übergriffe in Köln seien “inszeniert”. Oder wären “nicht schlimmer als das Oktoberfest”. In weiten Teilen der politischen Landschaft zeigen sich die Auswüchse ideologisierten und realitätsfernen Denkens.

köln flüchtlinge

Bild: Rasande Tyskar / flickr / CC BY-NC 2.0

Die Dimensionen der Vorfälle in Köln und anderen deutschen und europäischen Großstädten erwiesen sich in den vergangenen Tagen als immer größer. Selbst die New York Times hat sich jetzt dem Thema angenommen. Das Versagen des Rechtsstaates, der Integrations- und der Flüchtlingspolitik lässt sich nicht länger vertuschen. Die Beispiellosigkeit der sexuellen Übergriffe machen eine Auseinandersetzung nunmehr unvermeidlich.

Doch an dieser Stelle soll es nicht um die Konsequenzen für die Flüchtlingsfrage oder die Integration gehen, sondern um eine Debattenkultur, die einen nüchternen und sachlichen Umgang mit genau dieser drängenden Thematik geradezu verhindert.

In den Sozialen Netzwerken und den Medien werden alle möglichen Details der Kölner Silvesternacht thematisiert, instrumentalisiert und auch relativiert. Der Diskurs ist teilweise völlig entartet. Bedenklich sind die wenig bis gar nicht differenzierten, nach dem Weltbild der jeweiligen Peergroup ausgerichteten Argumentationsmuster.

Dass zum Beispiel die Übergriffe in Köln und andernorts der ideale Nährboden für den Rechtsextremismus und rechtspopulistische Parteien sind, wird dieser Tage auf allen Kanälen digitaler Mitteilungsmöglichkeiten deutlich. So oder so würde man von dem Ungeist rechtsextremer Demonstrationen, den Angriffen auf den Straßen oder den aufgrund grassierender Hetze geschlossenen Foren der Zeitungen hören. Zwangsläufig. Sowohl von der Politik als auch von der rot-grünen Community wird geradezu übereifrig darauf hingewiesen. Geht es nach diesem Milieu, genauer dem linksalternativen Bürgertum, dann könnte man es dabei schon belassen.

Das ist nichts Neues. Lange, erst recht nach der Zunahme der Fremdenfeindlichkeit in den letzten Jahren, wollte kaum einer über die Integrationsprobleme sprechen. Probleme, von denen eigentlich jeder weiß, das es sie schon lange gibt. Wie etwa das in allen Städten zu beobachtende, aggressive Gruppenauftreten halbstarker Jungs mit nordafrikanischen, arabischen oder türkischen Migrationshintergrund – wenn auch bisher in kleineren Maßstäben.

Den linken Argumenten, basieren sie denn auf Fakten, kann man teilweise durchaus folgen. Die Menschen, die auf den 1. Januar 2016 für die sexuellen Nötigungen und Diebstähle verantwortlich waren, sind nicht repräsentativ für die Flüchtlinge als Ganzes. Selbst wenn es sich auf den Bahnhöfen ausschließlich um Flüchtlinge gehandelt haben sollte, gemessen an der Gesamtzahl von über eine Millionen in Deutschland Aufgenommenen hätte sich nur ein verschwindend geringer Prozentsatz strafbar gemacht. Auch wenn insgesamt rund zehn Prozent der Flüchtlinge straffällig werden, dürfte diese überdurchschnittlich hohe Zahl vor allem der Perspektivlosigkeit geschuldet sein.

Dennoch hat spätestens dieser 1. Januar – objektiv gesehen – gezeigt, dass wir vor Konfliktpotentialen bisher unbekannten Ausmaßes stehen. In der Negation, dass es sich hier ganz offenbar um Symptome einer von der Bundeskanzlerin initiierten Zuwanderungspolitik ohne Grenzen und Regeln handelt, wird jetzt von den Leugnern der Integrationsproblematik über das Ziel hinausgeschossen.

Der Umstand, dass es sich bei der über-tausendfachen Zusammenrottung und den im Schutz der Menge agierenden Tätern rund um den Kölner Hauptbahnhof mittlerweile nachweislich um Männer aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum handelte, drängt zur Verteidigung des brüchig gewordenen ideologischen Fundaments. Da wird alleine die Thematisierung als Islamophob tabuisiert. Da mündet die reflexhafte Amnestie für alles Ausländische und speziell Muslimische gar in der Leugnung des Täterprofils oder in abstrusen Verschwörungstheorien: Zum Beispiel, dass die Behörden diese Ansammlungen absichtlich zugelassen hätten, um der Stimmungsmache gegen Flüchtlinge Vorschub zu leisten. Zeugen der Übergriffe werden als ausländerfeindliche Schauspieler „entlarvt“.

Diese im Netz kursierenden Mutmaßungen und Behauptungen stellen den wahren Sachverhalt regelrecht auf den Kopf: Dass nämlich die Behörden Informationen über die Täter aufgrund ihrer politischen Brisanz zurückzuhalten versuchten. Für viele unvorstellbar zudem, das sich nun auch die Hinweise verdichtet haben, dass es zu einem großen Teil doch um Flüchtlinge handelte. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Mit den Stigmatisierungen und dem in “die rechte Ecke stellen”, trägt der linksgrüne Generalkonsens maßgeblich zum Erfolg des Rechtspopulismus bei. Denn wer in “die rechte Ecke gestellt” wird, kann mitunter auch von rechts abgeholt werden. Dass man sich zwar die Bekämpfung von Faschismus und Patriarchalismus auf die Fahnen schreibt, diesen aber nicht im Islamismus zu erkennen imstande oder willens ist, zeugt im Übrigen von einem blinden Fleck im linken Denken.

Der Generalkonsens macht sich auch in einer seit Jahrzehnten existierenden Praxis der etablierten Parteien bemerkbar. Probleme der Ausländer- und Einwanderungspolitik wurden verschwiegen oder schöngeredet. Bislang “warnte” man krampfhaft davor, die Vorkommnisse mit den Flüchtlingen in Verbindung zu setzen. Auch die Kölner Bürgermeisterin ließ voreilig verkünden, es gebe keine Hinweise, dass es sich bei den Tätern um eben solche handelte. Was aber jetzt, da es diese Verbindung allen Anschein nach doch gibt?

Natürlich ist diese Frage heikel, und das nicht ohne Grund. Die erste Gewalt gegenüber sechs Pakistanern und einem Syrer als unmittelbare Reaktion auf Köln gab es bereits. Das Bild von Straßenschlachten zwischen „Bürgerwehren“ und Ausländern ‒ oder solchen, die dafür gehalten werden ‒ ist längst nicht mehr abwegig. Gerade das zeigt aber, was passiert, wenn eine dringende Auseinandersetzung über eine unkontrollierte Einwanderung mit all ihrer Integrationsproblematik verweigert wird.

Der Debatte einen Bärendienst erweisen auch die absurden Umdeutungsversuche des mit dem rot-grünen Spektrum eng verbandelten Gender-Feminismus. Eigentlich hätten dessen Galionsfiguren um Anne Wizorek und Anna-Mareike Krause ‒ angesichts der auch vom Tahrir-Platz in Kairo und als “Taharrush Gamea” bekannten massiven Formen sexueller Gewalt ‒ endlich wieder ernstzunehmenden Gesprächsstoff. Wenn sie sich denn – anstatt mit Frauenquote und Herrenwitzen ‒ einmal näher mit dem von Hamed Abdel-Samad beschriebenen Frauenbild des Islam beschäftigen würden.

Stattdessen relativieren sie: Das alles sei allen Ernstes kein Problem von spezifisch muslimischen Männern, sondern auf das männliche Rollenbild in Deutschland insgesamt zurückzuführen. Solche Formen der Rape Culture wären Teil eines schon immer existierenden Problems und auf jedem Oktoberfest zu beobachten. Dieses Narrativ reicht bis zu Renate Künast. In Windeseile wurde so eine argumentative Umgehungstrasse eingerichtet, die zur Sippenhaft des stereotypen „angry white man“ führt. Allerdings ist es eher unwahrscheinlich, dass 95 Prozent aller deutschen Frauen von alltäglichen Erfahrungen mit sexueller Belästigung und Nötigung berichten könnten, wie es in Ägypten der Fall ist.

Alleine der nun überall rezitierte Vergleich mit dem Münchner Oktoberfest ist abenteuerlich. Die laut Spiegel mittlerweile über fünfhundert in Köln eingegangen Anzeigen beziehen sich auf Täter aus einer Gruppe von rund tausend Männern. Auf dem Oktoberfest gab es letztes Jahr zwanzig Anzeigen zu Sexualstraftaten auf 5,9 Millionen Besucher. Umso befremdlicher ist der Versuch, den Vorkommnissen eine verallgemeinerte Sexismus-Debatte a là Brüderle überzustülpen.

Oder anders aufgezogen: Wenn das Männer-Problem der westlichen Welt denn nur annähernd so gravierend wäre, wie der Vergleich nahelegen soll, dann muss es über Jahre ein Schweigekartell dezidiert „chauvinistischer“ Medien von der taz über den Freitag bis zur Emma gegeben haben. Dann wären Anzeigen solchen Ausmaßes in einer Nacht an einem Ort von männlichen Chefredakteuren bislang gezielt vertuscht worden. Womit man dann bei der potentiell nächsten Verschwörungstheorie angelangt wäre. Eine solche Agitation zeigt, das der aktuelle Feminismus nicht mehr Ernst zu nehmen ist.

Vielleicht sind die fragmentierten, kaum an Fakten interessierten Argumentationsmuster von rechts bis links aber auch Symptom einer Gesellschaft, der die Bindekräfte abhanden kommen. Das wohlgemerkt war schon lange vor der Flüchtlingskrise wahrzunehmen. Uns drohen Weimarer Verhältnisse, wenn dem Konfliktpotenzial kultureller und sozialer Gegensätze nicht präventiv begegnet wird.

Das aber erfordert die Aufgabe mindestens zweier Glaubenssätze. Der eine, dass allein der freie Markt über Erfolgs- und Wohlstandsversprechen integrative Wirkung entfalten könne, hat sich unter neoliberaler Rezeptur ins Gegenteil gekehrt. Der andere, dass es nur einer Willkommenskultur, nicht aber der Kontrolle und Regulierung bedürfe, ist spätestens mit Silvester gestorben. Wer mit Luftballons und grenzenloser Naivität an den Bahnhöfen der Republik offene Grenzen fordert, leugnet die elementare Rolle eines souveränen Rechtsstaates als Garant des gesellschaftlichen Friedens.

Um Missverständnissen vorzubeugen, sei nochmals darauf hingewiesen: Natürlich hat die Tatsache, dass uns ähnliche Verhältnisse wie in den französischen Banlieues drohen, nicht nur mit muslimischen Integrationsverweigeren zu tun. Sie ist ebenso Ausdruck einer sozialen Frage, der Gentrifizierung in den deutschen Innenstädten nebst einer abnehmenden sozialen Mobilität zwischen den gesellschaftlichen Schichten. Man geht davon aus, dass nur jeder zehnte Flüchtling eine ausreichende Qualifikation besitzt, um direkt in den Arbeitsmarkt integriert werden zu können. In Schweden zieht sich dieses Problem bis zu sieben Jahren. Zur Realität geworden sind zunehmende Vereinsamung, Verrohung und Perspektivlosigkeit, die längst nicht nur Migranten betrifft. Doch das alles sind keine Argumente für, sondern erst recht gegen eine Schweigemauer.

Abdel-Samad spricht von Auflösungserscheinungen in der arabischen Welt, die zu mehr Individualisierung führen würden. Weder der Staat noch die Familie könnten weiter die Versprechen gegenüber den eigenen Mitgliedern erfüllen. Man kann sich Fragen, inwieweit das auch zunehmend auf die Verhältnisse in der westlichen Welt zutreffend ist.

Artikelbild: Rasande Tyskar / flickr / CC BY-NC 2.0

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86 Kommentare zu "Kölner Silvester-Übergriffe
Die Integrations-Debatten-Verweigerer"

  1. Vig Sonne sagt:

    hierzu gibt es bei Heise einen Artikel, der in eine sehr ähnliche Richtung geht http://www.heise.de/tp/druck/mb/artikel/47/47066/1.html

  2. Kathma sagt:

    das Thema Köln beschäftigt mich insofern sehr, dass ich mit dem Ganzen, was nun daraus geworden ist, mich nicht anschliessen kann. Ich kann es drehen und wenden wie ich will, ich glaube nicht, dass Köln so gelaufen ist, wie es inzwischen dargestellt wird. Ich glaube, dass da wirklich nichts absonderliches ablief. Es gibt kein Bild, keine Kamara vom Bahnhof, die dies bestätigen könnte. Bis dato hab ich keinen vernünftigen Beweis gehört, kein vernünftiges Bild gesehen, daran ich erkennen könnte, da ist was dran. Für die Frauen, denen wirklich was passiert ist, möchte ich sagen, dies tut mir sehr leid! Euch meine ich nicht!!! Wenn ich mich so getäuscht haben sollte, insgesamt, dann möchte ich mich auch entschuldigen!!! Ich möchte auch keinen Vergleich mit dem Oktoberfest anstellen, und doch, wenn Alkohol fliesst, wird´s oft anders als man wollte, oder auch nicht, auch bei den Deutschen im ALLGEMEINEN. Mir kommt es so vor, wie der 11. Sept. Die, die nicht der offiziellen Version glaubten, als Hetzer, Verschwörer usw. galten, oder plötzlich verschwunden waren. Ich bin mir bewusst, dass ich mich in die Hölle des Löwen wage, begebe. aber ich glaube, dahinter steht eine Agenda, die genau so gezielt darauf hin gearbeitet hat, um das zu erreichen, was nun passiert. Die Flüchtlinge werden vorgeschoben, denen geht es hier bald schlechter, wie aus dem Land, das gerade zerbombt wird, von uns!, oder noch werden, woher sie ursprünglich kamen. Aber dieses Kriegsthema braucht eine grosse Plattform. Schöne Willkommenskultur!! Alles Lug und Trug!!! Ich kann mir vorstellen, wie der Grossteil der Mainstream darüber denkt, sollen sie doch wieder in ihr Land zurück! Da passt Köln ja gut, oder? Das ganze Früchtlingsthema ist ein extrem heikles und hochkomplexes Thema, um diesem gerecht zu werden, braucht man viel Weitsicht vorallem politische Weitsicht und innere Distanz. Dass Menschen aus einem fremden Kulturkreis andere Gepflogenheiten haben, die uns unbekannt sind, und auch umgekehrt, wird jeder erkennen können, dass dies so ist. Dass Flüchtlinge sich zum grossen Teil unseren Richtlinien anpassen müssen, setze ich vorraus.
    Wie die Mainstream und auch, oder gerade vorallem die sogenannten alternativen Medien auf diesen Zug abfahren, was jetzt aus Köln passiert ist, und wie die Welt darauf reagiert, ist ungeheuerlich. Ist uns eigentlich klar, was wir da gerade lostreten? Die im Hintergrund freuen sich. Sie können dies für ihre Agenda benützen, was ja beabsichtigt ist. Bin ja mal gespannt, wie schnell das neue System Polen (richtig gelesen) sich bei uns auch etabliert. Hat eigentlich noch keiner kapiert, dass solche Wirrnisse, immer vor grossen Kriegen insziniert wurden? Halt immer mit verschiedenen Inhalten, passend für die jeweilige Epoche! Ich meine, vor dem hoffentlich nicht eintretenden 4. Reich, gab´s ja mal in DE ein 3. Reich! So lange Frieden in DE, wann gab´s das schon mal. Ich bin sehr besorgt! Gabriel sagte doch während des WEF “die Deutschen sind reich und hysterisch, diese Kombination ist manchmal schwierig”
    Ich hoffe und wünsche mir sehr, dass die Menschen, die noch können, und nicht schon voll auf diesem Verblendungszug abgefahren sind, ihren Sachverstand walten lassen. Es geht mir nicht darum, Flüchtlinge in Schutz zu nehmen, da gibt es einiges, was ich von ihnen mehr erwarten würde, als Selbstverständlichkeit, wie Verhalten in einer anderen Kultur, Alkohol, Drogen, Ordnung, Religion, Geld , Sex ect. Wenn´s jemand nicht passt, wie es bei uns läuft, bekommt ein one way Ticket zurück!!! (Ich weiss, das geht nicht gerade so einfach) Es müssen Leute dafür bereitgestellt werden. Sozialarbeiter, Helfer, die die gleiche Nationalität haben. und, und, und. Aber warum dies nicht passiert, gehört auch in diese Agenda. Aber schon von Anfang an wurde ihnen DE als Schlaraffenland gepriesen, was voll gelogen ist. Und Lügen ist immer bewusst, gemacht. Aber auch dies gehört in diese Agenda!
    Ich sehe nichts Gutes auf uns zu kommen! Darum mein Statement!
    Ich hoffe nur, dass es noch wache, klare Geister gibt hier bei uns, um diese Hysterie nicht vollends ausarten zu lassen. Das Volk schreit ja jetzt nach verstärkter Überwachung, akzeptiert sogar die Bundeswehr im Innern. Das muss man sich mal vorstellen, was daraus passiert ist? Die haben das ganz clever angestellt! Und jetzt haben sie von dem meisten Alternativen noch ihre Zustimmung! Ein hervorragendes Schachspiel. Hat sich schon mal jemand ernsthaft überlegt, warum das Buch “mein Kampf” in die Schullektüre eingespeist werden soll? Zwar mit kritischem Hintergrund(?), aber wer bestimmt diesen Hintergrund?

  3. Eurotanic sagt:

    Ich höre immer von “Beweise” und “nachweislich”. Wissen die Blogger mehr als die Ermittlungsbehörden? Sind die Täter schon rechtskräftig verurteilt? Woher habt ihr Allwissenden dieses Allwissen um Tathergänge, Tatgründe und Täteridentitäten?
    Ich kenne keine Beweise. Wo denn?

  4. Jan sagt:

    @Kathma

    Sie glauben also auch keinen Zeugenaussagen? Aber Videos vom Tat-Hergang würden Sie überzeugen? Und wenn welche auftauchen, wären Sie doch der erste, der die Echtheit anzweifelt. Nein, ich glaube da hilft nur ein Aluhut…

    @Sebastian Müller

    Ein sehr guter Artikel, der meine Kritik an der gesamten Flüchtlingspolitik der Bundesregierung widerspiegelt. Von Anfang an stand ich der sogenannten Willkommenskultur sehr skeptisch gegenüber und war eher erschrocken über die chaotischen Zustände an den Grenzen. Und es stimmt, auch leise Zweifel, die in Foren sachlich geäußert wurden, wurden mittels Stichworten wie Besorgter Bürger, AfD, Nazikeule etc. beiseite gewischt. Mittlerweile ist es mir egal, wenn mich jemand in irgendeine Ecke stellen will.

    Der Mangel an wählbaren politischen Alternativen ärgert mich zusätzlich.
    Es wurde schon geschrieben, Große Koalitionen schaden der Demokratie – dem kann ich inzwischen nur zustimmen.
    Wenn nächste Woche Wahlen wären, wen sollte ich noch wählen? Da ich die gesamte obergrenzenlose Flüchtlingspolitik anlehne, bliebe mir nur noch (hätte nicht gedacht, dass ich das noch mal sagen würde) die CSU. Geht aber nicht, da ich nicht in Bayern wohne. Obwohl: Eine “Alternative” gibt es ja, aber die AfD finde ich irgendwie “gruselig”. Doch vielen wird das bei den nächsten Landtagswahlen egal sein.

    Dann wird bei mir wohl doch wieder DIE PARTEI, denn ernst nehmen kann man das alles nicht mehr.

  5. PeWi sagt:

    Danke für den Artikel. Ich als Frau lese mit Bestürzung über diese Verniedlichung gewisser Kreise zu den kriminellen Übergriffen. Ich bin aufgewühlt, diese Verniedlichungen von Menschen hören oder lesen zu müssen, die ich eigentlich immer geschätzt habe. Es ist eine Ohrfeige für diese Frauen, die das haben erleben müssen. Es bringt überhaupt nichts, etwas zu verleugnen, weil es zufälligerweise Rechtsradikale (die oft gar keine sind, sondern nur in diese Ecke gestellt werden) dies für ihre Argumentation gebrauchen könnten. Verschweigen und Abwiegeln ist viel schlimmer und ist in der Nähe der Lüge angesiedelt. Wir brauchen aber Wahrheiten, um gerade die Migranten zu entlasten, die wirklich Frieden hier suchen.

    Übrigens zu @eurotanic: Es wird kaum Verurteilungen geben können, da in diesem Jagdkreis auf Frauen überall Hände an die Frauen gelegt wurde. Bekanntlich kann nur verurteilt werden, wenn Frau genau sagen kann, welcher Mann, welche Hand wohin gelegt hat. Das wird so nicht möglich sein – logischerweise. Sich auf solch einen Standpunkt zurückzuziehen und so zu tun, als ob man sachlich wäre, obwohl man die Gesetze in D kennt, beleidigt Frauen, die das erdulden mussten und nicht nur in Köln sondern quer durch die Republik. Polizeiberichte sind dazu zu lesen, wenn man denn lesen will. Oder gelten die ebenfalls nicht als Beweise, obwohl auch sie kaum durch Urteile untersetzt werden können.

    @kathma: Lächerlich, als ob Bilder nicht lügen könnten. Ich empfehle Ihnen Polizeiberichte zu lesen. Ohne Mühe kann man diese im Netz finden. Ach ja, die Polizei könnte ihr Berichte ja auch gefälscht haben. Ach ja, es gab gar keine sexuelle Belästigunge. Ach ja, die Frauen, die das angezeigt haben, haben nur geträumt oder waren es gar keine echten Frauen. Waren es die üblichen Rassisten, die nur so getan haben, als ob sie Frauen wären und als ob sie angetatscht worden seien? Ach ja, die Frauen in zig anderen Städten wollten wohl bloß auf sich aufmerksam machen … Bitte in der Wirklichkeit ankommen. Ein Stuhl ist eben manchmal wirklich nur ein Stuhl.

    • kathma sagt:

      Ich kann Ihre Kritik von Ihrem Blickwinkel aus, an mir verstehen. Die ganze Sache in Köln hat mich sehr verwirrt. Und was daraus geworden ist und weiter wird, meines Erachtens, noch verwirrter. Dass ich mit meiner Meinung zerrissen werde, dessen bin ich mir bewusst. Ich habe in meinem Beruf lange mit Straftäter gearbeitet. Ich weiss um die Verurteilung, wenn Fakten nicht nachgewiesen werden können, und trotzdem benützt werden. Köln ist ein Selbstläufer geworden. Darum finde ich ehrliches Beweismaterial notwendig. In Köln im Bahnhof gibt es doch etliche Kameras. Jedenfalls gehe ich davon aus, und diese müssen ausgewertet werden und dann mit allen rechtlichen Mitteln geahndet werden, wenn möglich. Gestern habe ich gelesen, ob das stimmt weiss ich nicht, dass Frauen von Pegida Leuten angesprochen werden, dass sie doch eine Anzeige machen sollen. Dies hat eine Frau berichtet, die wie sie sagt, angesprochen wurde. Das Flüchtlingsthema insgesamt, von Anfang an, war zum Scheitern verurteilt. Dass dies von Merkel so reingedrückt wurde, ohne Menschenverstand, da steckt doch ein Plan dahinter! Dass die Bevölkerung sich dermaßen spaltet, war doch abzusehen. Und dies wird erst der Anfang sein. Die soziale Not von immer mehr deutschen Bürgern ist inzwischen unübersehbar. Dass da zerstörerischer Brennstoff vorhanden ist, liegt auf der Hand. Auf allen Ebenen fängt es an zu krachen, in ganz Europa und wie schon gesagt, was Köln betrifft, braucht es eine klare, ehrliche Aufklärung, mit allen Konsequenzen. Und ich finde, gerade zum Schutz von betroffen Frauen aus Köln und nicht nur Köln und auch Flüchtlingen, die aus Not nach DE, Europa, gekommen sind. Trittbrettfahrer genauso in die rechtliche Pflicht zu nehmen, ist für mich unabdingbar. Die schlimmste Konsequenz wäre, dass ein autoritärer Staat in DE installiert würde.

      Allerdings hätte ich mir von Ihnen gewünscht, Sie hätten mein Statement ernsthaft gelesen, dann hätten Sie mir wohl nicht so abschätzig geantwortet.

      • Henning sagt:

        Vielleicht überzeugt sie ja diese Amerikanerin, die von Syrern geschützt durch den Mob durchgeleitet wurde, dass es wirklich passiert ist.
        http://www.welt.de/politik/deutschland/article151121952/Syrer-retten-Amerikanerin-vor-Mob-in-Koeln.html

        Wenn sie sich die Örtlichkeit (Köln) anschauen, dann sehen sie, dass alles nach der Beschiessung der Domplatte passiert ist (die meisten Normalen hatten zu dem Zeitpunkt das Weite gesucht). Im Bereich des Eingangs des Bahnhofs und dahinter gibt es Überwachungskameras.
        Hätten die nichts gezeigt, dann wären diese Bilder veröffentlicht worden.
        Wir werden diese Bilder sehr wahrscheinlich nie zu sehen bekommen – jetzt ist es Material zur Strafaufklärung.

        Das hier ist ein Syrer zur deutschen bedingungslosen Massenmigration.
        http://www.welt.de/debatte/kommentare/article151140315/Ich-will-auf-keinen-Fall-ein-Fluechtling-sein.html
        Sind sie schon mal abseits der Touristenplätze in dicht bevölkerten muslimischen Ländern alleine gereist ?
        Mein Eindruck ist, dass all die links-wählenden Menschen in meinem Umfeld absolut keine Ahnung haben, was sie da tun. Völlig entrückte Naive, die ihrem eigenen Kultbild folgen.
        Mitglieder meiner Familie haben als Lehrer an der deutschen Schule in Kairo, Als Ingenieure in VAR (Abu Dhabi) und im Auftrag der deutschen Regierung beim Wiederaufbau der deutschen Schule in Kabul (Bundesverdienstkreuz, können sie glauben oder nicht) im muslimisch/arabischen Raum lange Jahre gelebt/gearbeitet.
        Was hier in deutschen Medien/Parteien alles verbreitet wurde bzgl. Bildungsstruktur, Integrationsabsicht/etc. ist eine Farce.

        • Henning sagt:

          bzw. all das hätte richtig sein können, aber eben nur wenn man auswählt *wen* man reinlässt.

          Sie können bei Auswertungen der verschiedenen Handelskammern nachlesen was als einer der Hauptgründe genannt wurde für die Abbrecherquote von 70%: sie wollen Geld verdienen (nach Hause schicken) oder Schleperschulden bedienen.
          Auch der Begriff ‘Flüchtling’ ist nicht passend für alle.
          Nur weil jemand auf einem Schlauchboot sein Leben riskiert, ist er noch lange nicht Flüchtling. Wer mehrere Tausend Euros investiert hat, der hat extrem große Probleme jemals wieder umkehren zu können ohne Gewinn gemacht zu haben.
          Er wird hier nie gebraucht, er war nicht verfolgt, aber ‘wir’ nennen alles querbeet ‘Flüchtling’. *Das* gehört zu den Lebenslügen der Ewiggestrigen.
          Sie sind hier, sie müssen Geld besorgen. Sie werden es mehrheitlich nicht können und wir diskutieren über Islam/Integration/Gesinnung von ‘Flüchtlingen.
          Für einen Teil der Leute, die hierher gekommen sind, geht das völlig am Thema vorbei. Daran gemesen ist es teilweise eine Phantomdiskussion.

    • Hans sagt:

      Ich stimme Ihnen 100pro zu!
      Eine sehr treffende Antwort.

  6. BRCS sagt:

    Ihr Bericht ist gut, aber etwas unübersichtlich. Es ist doch ganz klar, wer Verursacher dieser Situation ist, nämlich die Politik und vor allem auch die öffentlich rechtlichen Medien. Und es geht weiter mit der Agitation und Propaganda, genauso wie zu DDR-Zeiten. Ich stelle hier mal einige Überlegungen in den Raum, die gleichzeitig mein Anspruch an die Politik (-er) und Medienverantwortlichen sind.

    1. Die Pegidabewegung ist nicht rechsextrem, wie häufig dargestellt wird, sondern eine Volksbewegung. Dass sich da auch Rechtsextreme tummeln, ist genau dasselbe wie die Linksextremen , die jedermann unübersehbar bei den Linken findet. Oder die Hooligans, die sich unter friedliche Sportinteressierte mischen, wie z.B. beim Fussball. Jede Art von Extremismus gehört bestraft, aber bitte keine pauschale Verurteilung!

    2. Die AFD ist zur Notwendigkeit geworden, da die CDU ihrem Wählerauftrag nicht mehr nachkommt. Frau Merkel, der Bundesprädident und Konsorten sollten sich überlegen, die Partei zu wechseln, zu den Grünen würden sie eher passen, aber bitte nicht eine Partei kaputtspielen, wie sie es jetzt gerade tun!

    3. Wer glaubt, dass wir mit den Flüchtlingen nicht überfordert sein werden, der irrt gewaltig! Wir schaffen das nicht! Jedenfalls nicht, wenn nicht SOFORT rigorose Massnahmen ergriffen werden wie konsequente Grenzkontrollen, Einreise nur mit gültigem Dokument und/oder sofortiger Fingerabdrucknahme bzw. Irisfeststellung, Quote ala Seehofer, Integrationszwang, konsequente Ausweisung eines jeden Straftäters, EGAL, woher dieser kommt und ob er wieder zurück in ein Bürgerkriegsgebiet muss. Das wusste dieser auch vor der Straftat und hat es in Kauf genommen!

    4. Die Medien haben sich auf ihren Auftrag zur reinen Information zu besinnen, jeder “gefärbte”Kommentar ist zu unterlassen, die Menschen können sich ihre eigene Meinung selbst bilden und müssen diese nicht von den Medien präsentiert bekommen. Desweiteren erwarte ich von den Medien exakte Recherche, keine Mutmassungen, Falschinformationen mit nachfolgenden peinlichen Dementis.

    5. Religiöse Vereine, Kirchen und dergleichen sind keine politischen Vereine, ich fordere eine klare Trennung zwischen Staat und Kirche. Es reicht schon, dass die Kirchensteuer auf Steuerzahlerkosten direkt vom Finanzamt eingezogen wird. Ich habe nichts gegen Religiösität, aber sehr wohl etwas gegen die öffentlichen Äusserungen der Kirchenvertreter momentan zur Flüchtlingssituation!

    6. Ich fordere den sofortigen Waffenlieferungsstop, egal wohin. Jedwede militärische Einmischung in Angelegenheiten eines anderen Staates sollte im Grundgesetz verankert untersagt werden.

    7. Zum gemeinsamen Europa muss, glaube ich, nichts mehr gesagt werden, das hat sich erledigt. Die Folgen allerdings der verfehlten Europapolitik werden wir noch noch lange spüren! Nicht nur die Griechenlandhilfen sind verloren!

    Es gäbe noch ein paar Punkte, aber das wären eigentlich Unterpunkte zu den einzelnen Darstellungen meiner Meinung (und der meiner Familie und Freunde). Was meinen Sie, wie kann man das schaffen???

  7. Ute Plass sagt:

    “Der Debatte einen Bärendienst erweisen auch die absurden Umdeutungsversuche des mit dem rot-grünen Spektrum eng verbandelten Gender-Feminismus. Eigentlich hätten dessen Galionsfiguren um Anne Wizorek und Anna-Mareike Krause ‒ angesichts der auch vom Tahrir-Platz in Kairo und als “Taharrush Gamea” bekannten massiven Formen sexueller Gewalt ‒ endlich wieder ernstzunehmenden Gesprächsstoff. Wenn sie sich denn – anstatt mit Frauenquote und Herrenwitzen ‒ einmal näher mit dem von Hamed Abdel-Samad beschriebenen Frauenbild des Islam beschäftigen würden.”

    Die hier betitelte “Gallionsfigur um Anne Wizorek” schreibt u.a.:

    #aufschrei war dabei keine Reaktion auf den Stern-Artikel „Der Herrenwitz”. #aufschrei war erst recht kein Shitstorm gegen Rainer Brüderle. #aufschrei war eine Ad-Hoc-Kampagne, bei der Betroffene ihre Erfahrungen mit Alltagssexismus und sexualisierter Gewalt schilderten. Ein Befreiungsschlag, um endlich über all die Dinge zu sprechen, die sonst tabuisiert oder gar normalisiert werden. Die Belege aus erster Hand hierfür sind nicht zuletzt im Netz schon lange frei zugänglich. Wer heute also immer noch behauptet, #aufschrei sei ein bloßer Angriff auf Brüderle gewesen, ist mindestens uninformiert und möchte feministischen Aktivismus lediglich in das Narrativ der hysterischen Empör-Emanzen pressen, die sich zwar über „doofe Sprüche an der Bar” aufregen können, aber eben nicht über massive Übergriffe. Die Sache ist nur: Feminist_innen kritisieren das ganze Jahr, dass wir nicht genügend über Sexismus sprechen, dass sexualisierte Gewalt tagtäglich passiert und wir ein so großes gesamtgesellschaftliches Problem trotzdem kaum öffentlich diskutieren, geschweige denn Lösungen thematisieren.”

    http://www.vice.com/de/read/die-rape-culture-wurde-nicht-nach-deutschland-importiert-sie-war-schon-immer-da-aufschrei-118

  8. Ute Plass sagt:

    Wieso Feministinnen, die sich gegen jegliche sexuelle Gewalt wenden,
    vom Verfasser dieses Beitrages mit als Integrations-Debatten-VerweigerInnen gescholten werden, kann ich nicht nachvollziehen. Gerade dem Engagement von Aktivistinnen aus der Frauenbewegung ist es doch zu verdanken, dass patriarchale Herrschaftsstrukturen und sexuelle Übergriffe und Gewalt überhaupt zum Thema wurden und aufgrund dessen hier in unseren Breitengraden sich so etwas wie Unrechtsbewusstsein herausgebildet hat. Die “Kölner Silvesterereignisse” verdeutlichen die Notwendigkeit von anhaltender gesamtgesellschaftlicher Aufklärung und den sich daraus ergebenden Konsequenzen.

    http://ausnahmslos.org/

  9. Karl K. sagt:

    Der Beitrag ist grundvernünftig.
    Leider ist die Polarisierung, Realitätsverweigerung und Hetze gegen nicht-schwarz-weisse Meinungen heute so ausgeprägt, dass keine Diskussion mehr möglich scheint.

    Wenn die Wagenknecht einfach Selbstverständlichkeiten (wer Gastpflichten veletzt, der hat kein Gastrecht mehr und gehört hinausgeworfen) ausspricht und deswegen von den besonders dummen Gutmenschen in ihrer Fraktion dafür massiv kritisiert wird, dann wird ein pathologischer Sumpf offenbar, der völlig kranke Menschen zeigt, nicht anders als bei den rechten Brandstiftern und Brandlegern.

    Grüße,
    Karl

  10. Grilleau sagt:

    Ein guter Beitrag, der den Blickwinkel aus der Vogelperspektive erweitert – danke dafür!

  11. seyinphyin sagt:

    Ich würde gerne Beweise sehen. Suche seit Tagen danach.

    Was ich bisher habe sind.
    1) Tatsächlich VIdeos von dem Szenario, die halt das normale Silvesterchaos zeigen.
    2) Videos aus anderen Teilen der Welt von vor 2-3 Jahren, mit falscher Überschrift, wodurch suggeriert wird, es handle sich um Köln
    3) Hunderte von Augenzeugenberichten, die sich teils selbst widersprechen, vor allem aber im Zusammenhang mit
    4) 650 Anzeigen die Frage aufwerfen, wie viel Platz da überhaupt noch für die Täter bleibt, nachdem wir da allein schon weit über 1000 Opfer und Augenzeugen haben…
    5) Irgendwelche anonymen Aussagen, die angeblich von der Polizei stammen solle, nicht überprüfbar
    6) Aussagen der Polizei, die sich aber auch nur auf die Anzeigen stützen, während man gerne Videos usw hätte, die das auch beweisen (siehe oben)

    Gleichzeit hab ich weitaus glaubwürdigere Aussagen von z.B. einer Dame die im Bahnhof war (der, was selten erwähnt wird, zeitweise fast gesperrt war, so dass nur noch wenige Züge davon wegfuhren, wodurch die Leute dort in großer Zahl festsaßen – man glaube es kaum) oder von Leuten aus der Umgebung, die zwar Chaos sahen, aber halt wie üblich.

    Nunja…

  12. André sagt:

    Ein längst überfälliger Artikel, der kritisch die eigene Blindheit aufzeigt.

    Die Frage sollte aber auch lauten, warum tun wir linke/grüne das? Ich vermute mal ganz stark, dass die meisten einfach aus dem Motiv, der latenten Ausländerfeindlichkeit bloß keine Vorwände liefern zu wollen, heraus agieren. Das sich die Grünen/Linken damit selbst unglaubwürdig machen, indem sie in einem praktizierten vorauseilenden Gehorsam die Debatte über Fehltritte und Fehlverhalten quasi negieren, fällt Ihnen nicht auf.

    Was ich aber auch sehe ist eine häßliche Doppelmoral, die insbesondere in schwarzgrünen und SPD-Kreisen existiert.
    Sie verteidigen vehemennt die Flüchtlinge, ja fast bis zur Selbstaufgabe, verachten aber im glecihen Atemzug das hiesige Prekariat, zu desser Ershcaffung sie maßgeblich beitrugen. Und das wider des besseren Wissens, dass die Flüchtlinge mit dem Prekariat alles gemein haben (werden), außer der Hautfarbe.
    Perspektivlosigkeit, Armut und das Leben in Ghettos.

    Ein idealer Nährboden für rechte Rattenfänger.

    Freiheit, GLEICHHEIT, BRÜDERLICHKEIT, das waren mal linke Werte. In der aktuellen Flüchtlingsdebatte, die eigentlich eine Steilvorlage wäre, um die längst überfällige Diskussion zur Ausrichtung unseres Arbeits- und Sozialsystems anzustoßen, kommen Sie gar nicht mehr vor.

    Wir haben uns daran gewöhnt, dass manche Menschen gleicher sind als andere. Bei der CDU die Unternehmer und der Geldadel, bei den Linken die Migranten.

    • Ute Plass sagt:

      Die Frage ” warum tun wir linke/grüne das?”, gehört um die Frage ergänzt, wer ist “wir”?

      ‘Die Linken’ – ‘die Grünen’ – ‘die FeministInnen’ …….. gibt es als homogen denkende und handelnde Gruppe nicht.

      • Diesen Eindruck bekommt man leider manchesmal ;-) Es gibt gewisse, immer wiederkehrende Glaubensätze bzw. ideologische Bausteine quer durch das Diskursgeflecht der genannten Gruppen, die offenbar nicht in Frage gestellt werden können.

        • Ute Plass sagt:

          Stimmt, “diesen Eindruck bekommt man leider manchesmal”.
          Umso wichtiger die Differenzierung. ;-)

      • André sagt:

        Frau Plass, ich gebe Ihnen recht, dass das eine unzulässige Verallgemeinerung meinerseits darstellen würde, wenn es sich hierbei nicht um Parteien handeln würde.
        Mitglieder einer Partei/Gruppierung werden immer als Stellvertreter für das Ganze dahinter wahrgenommen (und das ja im Normalfall auch wollen). Ich trete Partei xy bei, weil ich mich mit den Werten/Glaubenssätzen/Programmen identifiziere und leite daraus den Anspruch ab, im Namen eben dieser Gruppierung zu sprechen.

        Wenn dem so ist, dass es sich hierbei um nicht relevante Einzelmeinungen handeln soll, müssen sich die Parteien/Gruppierungen die Frage stellen, inwiefern es bereits intern eine manegelnde Debattenkultur gibt, die derlei Auswüsche erst zulässt.
        Der Sinn einer Partei/Gruppe besteht ja gerade im solidarischen Miteinander beim Kampf um ein gemeinsames Ziel, das vorab in der Gruppe/Partei festgezurrt wird.

        • Ute Plass sagt:

          Danke für die Erläuterung, die ich gut nachvollziehen kann, u.a. wenn Sie sagen:
          “Der Sinn einer Partei/Gruppe besteht ja gerade im solidarischen Miteinander beim Kampf um ein gemeinsames Ziel, das vorab in der Gruppe/Partei festgezurrt wird.”

          Dazu gehört für mich, dass beim “Kampf um ein gemeinsames Ziel” die unterschiedlichen (Denk)Wege, die zu diesem Ziel führen sollen,
          offen debattiert gehören. Dabei auftretende ‘Meinungsverschiedenheiten’ werden leider oft genug dem ‘vermeintlich übergeordneten Ziel’ (das nicht immer das Wohl aller Menschen, sondern das Wohl der Partei… meint) geopfert. ;-)

  13. Ute Plass sagt:

    “Ob das Agieren der staatlichen Organe in der Silvesternacht und die anschließende Informationspolitik auf einer Verkettung von Fehleinschätzungen beruht, oder einem möglichen politischen Kalkül geschuldet ist, macht in einer Hinsicht keinen Unterschied: Die Verunsicherung von Bevölkerungsteilen wurde in jedem Fall erreicht.”

    http://www.hintergrund.de/201601143817/politik/inland/silvesternacht-in-koeln-das-versagen-der-staatsorgane.html

  14. Leonard sagt:

    Ein ausführlicher und lesenswerter Kommentar stammt von Dr. Konrad Kustos, der schreibt: “Deutschland unter dem Schleier” – siehe:

    http://www.freiewelt.net/blog/deutschland-unter-dem-schleier-10065094/

    Aus meiner Sicht ist das Kernproblem die Verkennung des Islams, der dank vollständiger Ahnungslosigkeit willkommen geheißen wird.

    Dieser Grundirrtum hat sich jetzt, zwar nicht in Europa, aber in Deutschland, zum ersten Mal öffentlich wahrgenommen, gerächt.

    Es wird das letzte Mal nicht gewesen sein.

    Und wie reagieren die Irrenden? Mit VERLEUGNUNG und mit UMDEUTUNG. Sie lernen daher: nichts. Sie werden von der Spinnerei in ihren Köpfen beherrscht, und sie können sich nicht der Realität stellen. Sie sind daher allesamt nicht urteilsfähig.

  15. fakeraol sagt:

    Nicht nur “die Linken” haben die Integration verpasst, auch Bürgerliche, Konservative, und nahezu alle anderen hat es nicht interessiert, wenn Menschen teils jahrelang in Massenunterkünften mit Residenzpflicht von jeder sinnvollen Betätigung ausgeschlossen wurden. Auch Menschen aus ärmlichsten Verhältnissen nehmen den hier bestehenden relativen Wohglstand wahr und möchten daran teilhaben, und wie diverse Berichte Belegen, durchaus nicht auf der Basis von Almosen. Es wird ihnen aber trotz Entscheidungsspielraum der Behörden in der Regel verboten, irgendwo eine Beschäftigung aufzunehmen, oder sich zu bilden, z.B. ihr Studium hier fortzusetzen, bevor ihr Verfahren abgeschlossen ist.
    Als Bürger eines “sicheren Herkunftslandes” hast Du beste Chancen, abgeschoben zu werden, wenn Du Papiere hast, wobei gleichzeitig das Auswärtige Amt Reisewarnungen für deutsche Touristen für diese Länder ausgibt. Ohne Papiere widerum hast Du Null Perspektive, und weil alle Menschen gleich, und die Menschenwürde unantastbar sind, noch weniger Geld, als der Hartz4-Satz -wohlbemerkt, diese Menschen WOLLEN in der Regel arbeiten, aber sie dürfen nicht- .

    Das Ganze folgt bei den verantwortlichen Politikern dem gleichen Denkschema, wie die Unterstützung von Extremisten, wenn man sie gegen seine Feinde/Konkurrenten lenken will: da werden Armeen von “Freiheitskämpfern” aufgerüstet, und angenommen, wenn die Mohren ihre Schuldigkeit getan haben, würden die wieder nachhause gehen.
    Symptomatisch:
    Der CSU-Pressesprecher Scheuer gibt allen Ernstes von sich, daß das doch kein seriöser Politiker hätte ahnen können, daß Kriege und Hungersnöte zu Massenfluchten führen können.
    Daß das hässliche Folgen hat, Aggression gegen sich selbst, oder gegen andere, Drogenhandel und Schwarzarbeit, wenn man Menschen jahrerlang von menschlichen Grundbedürfnissen ausschließt, von einer sinngebenden Tätigkeit, Teilhabe am Leben, das DARF einem Politiker garnicht bewusst werden, weil es in der Konsequenz seine gesamte bisherige Tätigkeit infrage stellen würde.
    Sich über Juni 1953 in der DDR echaufieren, aber den Saudis Panzer zur Aufstandbekämpfung liefern wollen, die mit Abstand der weltweit größte Finanzierer von Terrorismus sind. dazu braucht es brachiale kognitive Dissonanz.
    Ja, die Terroristen sind Irre Spinner, aber deren Hass fällt auch nicht vom Himmel. die lehnen nicht “unsere freiheitlichen Werte” ab, sondern die sind sauer über unsere Verlogenheit, sie im Namen dieser “Werte” mit dem Gegenteil davon beglücken, mit Tod, Elend, Schmerz, und Unterdrückung zu beglücken.
    Die islamistischen saudischen Inquisitoren, der irre Mullah von Ankara, und geistigen Brüder Hitlers, Pinochet und Konsorten, sind/waren unsere besten “Partner” auf der Welt.
    Es hat Konsequenzen, wenn man mit den Schweinen spielt: man wird dreckig.
    Überall wird Gewalt gefördert, um sie gegen andere zu lenken, aber wenn die sich dann irgendwann gegen uns wendet, ist man ganz erstaunt: “das konnte ja keiner ahnen!”.

    Die Integrationsverweigerer, die Brandstifter, und Terrorunterstützer sitzen im BUNDESTAG.
    Das war schon bei den ersten türkischen Gastarbeitern so, die sollten garnicht integriert werden, die sollten hier die Drecksarbeit machen, und dann irgendwann wieder zurückgehen in ihre Dörfer. Heute lamentieren Politiker, daß die erste Gemeration oft wenig Deutsch spricht, WAS FÜR EIN VERLOGENES PACK!

  16. Ute Plass sagt:

    @fakeraol –

    ” Der CSU-Pressesprecher Scheuer gibt allen Ernstes von sich, daß das doch kein seriöser Politiker hätte ahnen können, daß Kriege und Hungersnöte zu Massenfluchten führen können.”

    Welche Borniertheit, die einem hier von der “Politik-Elite” entgegenschlägt.

    Sollte mit dem Beitrag über “Die Integrations-Debatten-Verweigerer” darauf hingewiesen werden, dass aus Angst vor Vereinnahmung bzw. Beifall von der falschen Seite, reale Vorkommnisse verleugnet, verschleiert oder relativiert werden, dann sollte genau über diese Angst debattiert werden.

  17. O. sagt:

    Warum eine Debatte über das Verhältnis von Religion und Sexualität überfällig ist

    Sexuelle Zwangsneurosen

    Anlässlich der anhaltenden Diskussionen um die Ereignisse in Köln, bei
    denen in der Silvesternacht zahlreiche Frauen zu Opfern sexueller
    Belästigungen und sexueller Gewalt wurden, hält die Giordano-Bruno-Stiftung
    eine Debatte über das Verhältnis von Religion und Sexualität für dringend
    erforderlich.

    http://hpd.de/artikel/12626

  18. Ute Plass sagt:

    „Es geht um Armut, nicht um Religion“
    https://le-bohemien.net/2015/03/31/islamischer-staat-es-geht-um-armut-nicht-um-religion/

    und es geht um problematische Zuschreibungen von Männer-und Frauenbildern
    in allen Gesellschaften.

    “Der nützliche Feind
    by Jens Berger
    Imad MustafaStrebt „der Islam“ wirklich nach der Weltherrschaft? Und sind eigentlich alle Muslime – qua Sozialisation, wie uns die moderne Rechte gern glauben machen will – gewaltbereit, Frauenunterdrücker und potentielle Terroristen? Diese Fragen wären ob ihrer menschenverachtenden Pauschalierungen eigentlich der Beachtung nicht wert, würden nicht immer mehr Menschen im Lande glauben, sie seien berechtigt und da sei „etwas dran“. Zur uns seit Jahren massenmedial dargebotenen Inszenierung einer „Bedrohung“ durch Muslime, die soziale und ökonomische Probleme als religiöse fehldiagnostiziert und viel größere Probleme und Bedrohungen, die es dringend zu besprechen gölte, dabei unsichtbar macht, sprach Jens Wernicke mit dem Politologen Imad Mustafa, dessen letzte Studie zum Kontext viel Beachtung fand.”
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=30456

  19. Günter Buchholz sagt:

    Inwieweit es nicht um Armut, sondern um Religion geht, das lehrt ein Blick z. B. nach Saudi-Arabien, das zwar gern bereit ist, in Europa für die Immigranten in Europa Moscheen zu bauen, nicht aber, auch nur einen von ihnen selbst aufzunehmen.

    Der Islam ist definiert durch den Koran, Scharia etc., unbeschadet seiner internen Spaltungen. Der Koran ist bisher nicht historisiert worden, und es es schwerlich zu erwarten, dass er jemals historisiert und relativiert werden wird, denn das hätte längst geschehen können und geschehen sollen:

    http://gutenberg.spiegel.de/buch/der-koran-5228/1

    Die zugehörige, konstitutive Sozialdoktrin ist konzeptionell eine islamisch-klerikalfaschistischen Konzeption. Sie wird in der islamischen Welt in verschiedenen – härteren oder weicheren – Varianten praktiziert.

    Islamophilie bedeutet daher, diese Konzeption und ihre Praxis zu tolerieren, zu befürworten und so zu fördern.

    Islamophilie ist Profaschismus, also eine rechte, sogar eine rechtsradikale, nicht etwa eine linke politsche Haltung. Mit unserem Grundgesetz ist sie m. E. unvereinbar.

    Karl Marx war sich anscheinend klar über den Charakter des Islam:
    http://frankfurter-erklaerung.de/2016/01/merkelismus-islamismus-extremismus-und-karl-marx-ueber-den-islam/
    und die dort angegebene MEW-Quelle.

    Es geht hier und heute vor allem darum, die fast vollständige Ahnungslosigkeit über den Islam zu überwinden. Es gibt doch einschlägige, sehr gute Literatur, z. B.:
    Tilman Nagel: Angst vor Allah? Auseindersetzungen mit dem Islam, Berlin 2014

    Wie wäre es denn mit einer Buchbesprechung, Frau Plaß?

    • fakeraol sagt:

      Herr Buchholz,
      Ihnen fällt in Ihren missionarischen Eifer warscheinlich garnicht auf, daß man die selbe Argumentation auch auf die marxistisch-kommunistische Ideologie, das Cristentum und jede andere Religion, und auch auf das Dogma von der angeblich so sozialen Marktwirtschaft anwenden kann.
      Daß ausgerechnet ein BWLer https://www.youtube.com/watch?v=e05oEabNZAY sich auf Marx beruft, zeugt schon von einer deutlichen kognitiven Dissonanz.

  20. O. sagt:

    Alle haben ein Recht, von Charlie beleidigt zu werden

    Muslimische Extremisten werden nicht durch Karikaturen provoziert, es ist der
    Hass auf die freie Gesellschaft, der sie zu ihren Taten treibt

    http://derstandard.at/2000029590943/Alle-haben-ein-Recht-von-Charlie-beleidigt-zu-werden

  21. Phil sagt:

    Auch hier werden wieder die “Linken” für naive Gutmenschen erklärt, die sich vor der Angelegenheit, dass x Verdächtigte von y in dem Fall die Augen zuhalten, und als jemand, der das tendenziell zumindest auch tut, muss ich sagen, ihr Leute habt in dem Fall Recht.

    Nur wird oft nicht formuliert, dass zumindest die Möglichkeit besteht, dass “die Linken” an der “gutmenschlichen” Diskursverengung à la 1984 (Josef Joffe), die sie anderen angeblich aufoktroyieren wollen, selbst leiden, und selbst paralysiert sind ob des Stroms voller Vermutungen und “Beweise”, bevor irgendein gerichtliches Ergebnis zu einem dieser Fälle vorzuliegen scheint, das die verhandelten Umstände rechtsstaatlich als Fakten hätte hinstellen können, oder eben widerlegen.
    Ich will nicht, dass von diesen Menschen, die verdächtigt werden, auf die Flüchtlinge geschlossen wird, noch nicht mal auf die im “Nordafrikanischen Raum”; und das schränkt meine Fähigkeiten ein, mich zu äußern, weil ich ständig befürchten muss, dass ich, sobald ich unwissend und arglos etwas zu sehr verallgemeinere, konfrontiert werde mit etwas wie “Jetzt hast du’s selbst zugegeben!”. Vielleicht erwischt mich jemand bei der Verallgemeinerung, der mehr Fakten kennt, dessen “Argumente” ich ad hoc nicht entkräften kann.

    Möglicherweise geht es da nicht nur mir so und möglicherweise hat das Auswirkungen darauf, dass man sich allgemein von links sehr viel langsamer vortastet, dafür aber in der Debatte über Obergrenzen umso standfester wird, weil man im linken Bereich des Spektrums eher die Bedeutung des Individualcharakters des Asylrechts verstanden hat.

    Entweder mir geht es nur allein so, oder nicht, und dann werden die Linken aus ihrer selbstgewählten “Ecke” einfach nicht ausreichend abgeholt, bzw. noch weiter hineingedrängt. Will man aber die Flüchtlings-Causa mit dem “humanitären Imperativ” (Merkel) behandeln, kann man kaum auf linken Intellekt verzichten.

  22. Ute Plass sagt:

    “Die Linken sind auch Rassisten

    Wie im Internet ein altes Schauer-Märchen als echt neu auftaucht”

    http://www.rationalgalerie.de/kritik/die-linken-sind-auch-rassisten.html

    Zitiere daraus:

    “Sebastian Müller ergänzt jedenfalls kongenial in seinem Blog „Le Bohémien“: “Mit den Stigmatisierungen und dem in “die rechte Ecke stellen”, trägt der linksgrüne Generalkonsens maßgeblich zum Erfolg des Rechtspopulismus bei. Denn wer in “die rechte Ecke gestellt” wird, kann mitunter auch von rechts abgeholt werden.“ Was für eine grandiose Ausblendung der Realitäten! Er blubbert weiter: „Dass man sich zwar die Bekämpfung von Faschismus und Patriarchalismus auf die Fahnen schreibt, diesen aber nicht im Islamismus zu erkennen imstande oder willens ist, zeugt im Übrigen von einem blinden Fleck im linken Denken.“ Mit der Frage nach dem „blinden Fleck“ wäre ich an der Stelle von Sebastian Müller angesichts solcher Gesichte ganz zurückhaltend. Wie kann man als doch halbwegs kluger politischer Beobachter zu solch einer völlig verzerrten Wahrnehmung kommen? Unglaublich.”

    Was soll damit erreicht werden, dass jedeR über jedeN sich in Feststellungen, Behauptungen, Vermutungen und Verdächtigungen ergeht, anstatt das direkte Gespräch miteinander zu suchen?

    Wie wäre es, Sebastian Müller, wenn Sie dazu eine Einladung an den Autor
    Reyes Carrillo ergehen lassen, dessen o.g. Beitrag mit folgenden Worten schließt:
    “Selbstverständlich ist unbedingt darauf hinzuweisen, dass die hier Genannten und auch nicht Genannten überwiegend eine sehr gute und wichtige aufklärerische Arbeit leisten, der Dank gebührt. Sakrosankt ist sie deshalb nicht.”

    Diese Empfehlung geht natürlich auch an Reyes Carrillo.

  23. Ute Plass sagt:

    @Günter Buchholz – “Der Koran ist bisher nicht historisiert worden, und es es schwerlich zu erwarten, dass er jemals historisiert und relativiert werden wird, denn das hätte längst geschehen können und geschehen sollen:”

    Das geschieht doch bereits. GeisteswissenschaftlerInnen wíe Navid Kermani, Mouhanad Khorchide, Khola Maryam Hübsch und viele andere betreiben eine historisch-kritische Koranexegese.
    Der Deutschlandfunk bringt z.B. eine Aufklärungsreihe über den Koran.
    http://www.deutschlandfunk.de/sendereihe-koran-erklaert-das-ist-kein.886.de.html?dram:article_id=313445

    Zur Erinnerung: Die historisch-kritische Bibelauslegung ist seinerzeit gegen den Widerstand der herrschenden Religions- u. Kirchenführer entwickelt worden, und es gibt auch heute noch viele fundamentalistische, christliche und andere Religionsgruppen, die sie bekämpfen.

    Dass Religionen zur Herrschaftszwecken und Unterdrückung instrumentalisiert werden
    ist nun wahrlich kein “islamisches Alleinstellungsmerkmal”.

    • Günter Buchholz sagt:

      http://frankfurter-erklaerung.de/2016/01/alle-haben-ein-recht-von-charlie-beleidigt-zu-werden/

      Ich habe dort wie folgt kommentiert:

      “Es ist, genauer gesagt, der Haß von islamischen Klerikalfaschisten auf alle Gesellschaften, die ihren normativen Vorgaben aus Koran, Scharia etc. nicht entsprechen, einerlei, was oder wie diese sonst im einzelnen sein mögen.

      Das ist der Punkt. Integration würde bedeuten, dass diese normativ-dogmatische Annahme, über die richtigen Normen zu verfügen, vollständig aufgegeben wird. Aber dann wäre ein Muslim kein Muslim mehr, weil dem Koran etc. der Gültigkeitsanspruch entzogen worden wäre.

      Das könnte, abstrakt betrachtet, zwar ein Ergebnis einer selbstkritischen religionsphilosophischen Reflexion sein, aber konkret ist diese nicht erwarten. Zu erwarten – und tatsächlich zu beobachten, auch in diesem Artikel hier – sind verschiedene Taktiken der Verteidigung und der Bestätigung des Islam, nicht seine Kritik. Um diese aber ginge es gerade, wollte man geistige Fortschritte erzielen.

      Der Islam gehört nicht zu Europa, sondern er gehört zu Arabien.

      Zu Europa gehört die widersprüchliche Einheit von christlicher Tradition und philosophischer Kritik dieser Tradition in Gestalt der Philosophie der Aufklärung, sowie, hieraus entspringend, Wissenschaft und Technik.

      Das ist das kulturgeschichtliche Erbe Europas, nicht der Islam.”

      Und, Frau Plaß, ich empfehle nochmals das Buch von Tilman Nagel, der ein kritischer Wissenschaftler ist.

      • fakeraol sagt:

        Ersetzen Sie die Begriffe “Muslim, Islam, etc” durch “Christ, Christentum, etc.”, “Marxist, Marxismus/Kommunismus, etc.” oder z.B. “BWLer, ….” und sie werden sehen, daß Ihre Argumentation in jeden fall genauso funktioniert.
        Was Sie hier treiben ist, mit Verlaub, Pauschalisierung, und Leugnung, je nach persönlichen Bias mal in die eine, mal in die andere Richtung. Es ist die gleiche Argumentationsweise, wie sie auch Rechtsradikale und auch deren Idol Hitler betreiben, es ist widerlich und es ist falsch.
        Das Christentum, die Marxistische Ideologie und auch die Vertreter des Kapitalismus kennen die gleichen fundamentalistischen Ausprägungen.
        Sie klingen nach besorgter Wutbürger.

  24. Ute Plass sagt:

    Bitte um Beachtung u. Korrektur: Bei Reyes Carrillo handelt es sich um eine Autorin (nicht um einen Autor, wie ich fälschlicherweise geschrieben habe).

  25. Ute Plass sagt:

    @Günter Buchholz – Eine sachlich fundierte Rezension des von Ihnen empfohlenen Buches des Wissenschaftlers Nagel lässt mich doch zögern, mich dieser Lektüre zu widmen. U.a. heißt es da:

    “Karl-Heinz Ohlig stellt die Vorgehensweise Nagels in seiner Rezension zu einem früheren Buch des Verfassers („Mohammed“) wie folgt dar: Nagel interpretiere seine Quellen durchaus „islam-kritisch“. Leider aber gehe er nicht historisch-kritisch vor: Er stelle niemals die Frage nach der Zuverlässigkeit und damit auch Verwertbarkeit der außerordentlich vielfältigen arabisch-islamischen Quellen (vgl. Karl-Heinz Ohlig: Tilman Nagel, Mohammed. Leben und Legende, R. Oldenbourg Verlag: München 2008; in: imprimatur 41, 2008, S. 319-322). Dieser unkritische und einseitig-selektive Umgang mit Quellen zieht sich auch durch das hier zu besprechende Werk. Wie aber interpretiere ich „richtig“?

    In einem lesenswerten Artikel der Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur (Universität Hamburg) aus der Neuen Zürcher Zeitung vom 12.01.2014 wird die Frage adressiert, was die islamische Theologie zu Gewalt und Terror zu sagen hat. Dabei wird folgende Vorgehensweise bei der Auslegung des Islam vorgeschlagen: „Alles, was zu einer bestimmten Fragestellung offenbart wurde, muss in seiner Gesamtheit betrachtet werden. Der Fokus darf nicht auf einzelnen Fragmenten liegen“… „Wenn alle relevanten Textstellen zusammengebracht sind, muss das „Allgemeine“ vom „Spezifischen“ und das „Bedingte“ vom „Absoluten“ unterschieden werden. So müssen auch die eindeutigen Verse gesondert werden von den mehrdeutigen“. Amirpur fasst zusammen: Es ist also, kurz gesagt, nicht gestattet, einen Vers zu zitieren, ohne den gesamten Koran und alle Überlieferungen zu beachten. Wenn es also Verse im Koran gibt, die Gewalt scheinbar legitimieren (z.B. Sure 22,39), muss gesehen werden, dass dieser Vers eine konkrete politische Aktion im Jahre 630 erklärt (der Prophet marschierte nach Mekka ein, um die heidnischen Mekkaner zu bekämpfen). Eine allgemeine Anweisung zu gewalttätigem Handeln für alle Muslime lasse sich aus dem Vers folglich nicht ableiten. Und: Die islamische Theologie besitze genügend argumentative Ressourcen, um dem sog. Islamischen Staat entgegenzutreten (Amirpur 2014).

    Zwar betont auch Nagel eine solche Vorgehensweise, wenn er schreibt: „Koran und Prophetenüberlieferung sind keine Blaupause; ihr Inhalt ist durch die Zeitumstände ihrer Entstehung geprägt; die Verwirklichung dieses Inhalts unter gänzlich veränderten Zeitumständen kommt einer Vergewaltigung des Gegenwärtigen gleich“ (S. 326). Aber er kommt zu ganz anderen Schlussfolgerungen als Amirpur, weil er sich nicht an seine eigenen Worte hält. Im Register seines Buches findet man z.B. unter dem Stichwort „Gewalt“ Verweise auf die Seiten 242, 308, 357, 363 und 369. Auf diesen Seiten interessieren ihn „die zahlreichen Koranstellen und Prophetenworte, die zur Gewaltanwendung gegen Andersgläubige auffordern (z.B. Sure 9, Vers 5 und 29) und den absoluten Geltungsanspruch des Islam verfechten…“ (S. 242).

    Fazit

    Wir sollten aufpassen, wenn von der „Deutschen Kultur“ und „Deutschen Werten“ gesprochen wird, die in Reinform bewahrt werden sollen. Was anderes verbirgt sich hinter solchen Phrasen als pure Ideologie?

    Wir sollten aufpassen, wenn von „den“ Muslimen gesprochen wird. In seinem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 29. März 2015 zeigt Wolfgang Günter Lerch sehr deutlich die Spaltung der islamischen Welt auf. Im Jemen, so Lerch, stehen sich derzeit die beiden wichtigsten Führungsmächte der islamischen Welt gegenüber: Saudi-Arabien für die Sunniten, der Iran für die Schiiten: „Sie streiten nicht nur über die Vorherrschaft im Islam, sondern auch in ihrer Region, in der ein großer Teil des Erdöls der Welt gefördert wird“ (Lerch 2015). Hier von einer einheitlichen islamischen Kultur auszugehen, ist wiederum eine grobe Verallgemeinerung.

    Nagel führt seine Argumentation sehr eng und reduktionistisch. Er schafft Sündenböcke in einem Ausmaß, welches es so in der Realität nicht gibt. Er führt keine rationale, wissenschaftlich fundierte, sondern vor allem eine ideologische Debatte. Diese ist unauflöslich verbunden mit Fragen der Armut, des Nationalismus und des Rassismus. ” –
    https://www.socialnet.de/rezensionen/17891.php

    Einen mich überzeugenden Beitrag zu dieser Debatte leistet Katajun Amirpur, Professorin für Islamische Studien und Islamische Theologie an der Universität Hamburg. In der SWR2 Aula zeigt sie, wie der Koran ausgeplündert und zum Feindbild verzerrt wird:

    http://www.swr.de/-/id=14672484/property=download/nid=660374/1uh91qr/swr2-wissen-20150118.pdf

    • O. sagt:

      “Wenn eWenn es also Verse im Koran gibt, die Gewalt scheinbar legitimieren (z.B. Sure 22,39), muss gesehen werden, dass dieser Vers eine konkrete politische Aktion im Jahre 630 erklärt (der Prophet marschierte nach Mekka ein, um die heidnischen Mekkaner zu bekämpfen).s also Verse im Koran gibt, die Gewalt scheinbar legitimieren (z.B. Sure 22,39), muss gesehen werden, dass dieser Vers eine konkrete politische Aktion im Jahre 630 erklärt (der Prophet marschierte nach Mekka ein, um die heidnischen Mekkaner zu bekämpfen).”

      Aha, “der Prophet marschierte nach Mekka ein, um die heidnischen Mekkaner zu bekämpfen”, na, das klingt ja richtig friedfertig…

      • Ute Plass sagt:

        @O. – “Aha, “der Prophet marschierte nach Mekka ein, um die heidnischen Mekkaner zu bekämpfen”, na, das klingt ja richtig friedfertig…
        Ich bin mir nicht sicher, ob Sie verstanden haben, was eine
        historisch-kritische Koran-Exegese sein sollte?

      • Ute Plass sagt:

        @O. – “Aha, “der Prophet marschierte nach Mekka ein, um die heidnischen Mekkaner zu bekämpfen”, na, das klingt ja richtig friedfertig…
        Ich bin mir nicht sicher, ob Sie verstanden haben, was eine
        historisch-kritische Koran-Exegese sein sollte?

    • Günter Buchholz sagt:

      Ich empfehle zum dritten Mal Nagel zu lesen.

      Von einer Professorin für islamische Theologie erwarten Sie kritische Aufklärung? Oder das, was Sie gerne hören oder lesen möchten?
      Die Romantisierung des Orients verkennt den Islam!

      Es gibt noch andere kritische Autoren, z. B. Hans-Peter Raddatz:
      https://www.youtube.com/watch?v=IdVfwDQUk-o

      Und ergänzend: Gudrun Eussner
      http://eussner.blogspot.fr/2016/01/deutschland-im-widerstand.html

  26. Günter Buchholz sagt:

    Zum von Senora Reyes Carillo behandelten Thema: “Köln etc.” siehe:

    http://cuncti.net/gesellschaft/906-koeln-neufeministische-opferverhoehnung

    • Ute Plass sagt:

      Keine Ahnung, wen und was Herr Amendt unter “Neufeminismus”
      einordnet. Ob die Schriftstellerin Daniela Dahn auch unter diese Kategorie fällt, die u.a. im Gespräch mit Jens Wernicke äußert: “Ja, die Geschichte von den potenten arabischen Sextätern und den impotenten Polizei-Nichtstuern kam mächtigen und ohnmächtigen Kreisen, die möglichst viele Flüchtlinge abschieben und an der Einreise hindern wollen, wie gerufen. Wie hier mit dem Leid der betroffenen Frauen Stimmung gemacht wurde, hat für mich eine neue Qualität von Einflussnahme auf politische Debatten.

      Nachdem die Polizei für ihre verbale und praktische Zurückhaltung kritisiert wurde und es zu schnellen Entlassungen kam, war nur noch satisfaktionsfähig, wer nachträglich voll zuschlug. Die Schlagzeilen sprachen von barbarischer Silvesternacht, von Horror, Albtraum, Gewaltexzessen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Besonders in den sogenannten sozialen Medien war mehrheitlich Schluss mit Willkommenskultur.

      Die Hassbotschaften gingen nicht nur unter die Gürtellinie, sie waren derart unterirdisch, dass viele Portale geschlossen werden mussten. Ich muss sagen, mir hat das mehr Angst gemacht als die eigentlichen Vorkommnisse. Ein paar Dutzend, vielleicht ein paar hundert ausländische Täter wurden instrumentalisiert, um einen Schatten des Vorurteils über eine Million Flüchtende zu werfen. Vertreter ausnahmslos aller Parteien sorgten sich um ihre Wählerschaft und versprachen konsequenter zu strafen und abzuschieben.” ?

      http://www.nachdenkseiten.de/?p=30582

  27. Günter Buchholz sagt:

    Sehr hörenswert – über den Djihad und Eurabien:

    https://www.youtube.com/watch?v=oS8qyiIID4A

    Der Islam ist ein Irrationalismus und steht schon deshalb im Widerspruch zur linken Religionskritik, in deren Licht der Islam als totalitäre Ideologie mit einer klerikalfaschistischen Sozialdoktrin erscheint.

    Wer eine islamophile Haltung einnimmt, verhält sich objektiv profaschistisch und prototalitär, ob das nun bewußt ist oder nicht.

    • fakeraol sagt:

      Es wird immer deutlicher, mit jeden weiteren Beitrag, den ich hier von Ihnen lese; sie sind Bachmann-Anhänger und in Ihrem Eifer genauso radikal und fanatisch, wie Islamisten, die heilige römische Inquisition, das Wahrheitsministerium, und das Reichspropagandaministerium. Sie sind denen, die Sie kritisieren so nah, daß da kein Blatt Papier dazwischen passt.

  28. Ute Plass sagt:

    “Wer hat Angst vorm Orientalen?”

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=30606#more-30606

  29. Ute Plass sagt:

    Ob Viola Roggenkamp gegenüber Ruth Klüger auch
    ” Die Diktatur des Guten” behaupten würde, die heute im Bundestag die Holocaust-Gedenkrede hielt und u.a. sagte:

    “Verehrtes Publikum, ich habe jetzt eine ganze Weile über Versklavung als Zwangsarbeit in Nazi-Europa gesprochen und Beispiele aus dem Verdrängungsprozess nach 1945 zitiert. Aber eine neue Generation ist seither hier aufgewachsen, und dieses Land, das vor 80 Jahren für die schlimmsten Verbrechen verantwortlich war, hat heute den Beifall der Welt gewonnen, dank seiner geöffneten Grenzen und der Großzügigkeit, mit der Sie Flüchtlinge aufgenommen haben. Ich bin eine von den vielen Außenstehenden, die von Verwunderung zu Bewunderung übergegangen sind.

    Das war der Hauptgrund, warum ich die Gelegenheit wahrgenommen habe, in Ihrer Hauptstadt über die früheren Untaten sprechen zu dürfen, hier, wo ein gegensätzliches Vorbild entstanden ist und trotz Hindernissen, Ärgernissen und Aggressionen noch weiter entsteht, mit dem schlichten und heroischen Slogan: Wir schaffen das.”

    Ja, Herr Buchholz, auch Reisen kann bilden. Wichtig bei allem dürfte sein,
    Bildung von Ein-Bildung unterscheiden zu lernen. Sie dürften mir zustimmen, wenn ich davon ausgehe, dass uns dabei keine pauschalen Urteile, sondern differenzierte Betrachtungsweisen hilfreich sein können im Erfassen der Vielschichtigkeit von Mensch und Welt?

    In diesem Sinne hoffe ich auf weiterhin konstruktives Streiten. :-)

    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/132727/fluechtlingspolitik-loesungen-oder-ausweglosigkeit#more-132727

  30. Günter Buchholz sagt:

    “Wir schaffen das” ist ein Spruch, nichts weiter.

    Alle, die noch ein bißchen Realitätssinn haben, wissen, dass wir das nicht schaffen werden jedenfalls nicht ohne schwerwiegende wirtschaftlich, soziale, politische und kulturelle Folgen, die ohne politischen Beschluß oder Zustimmung eintreten.

    Inhaltlich habe ich weiter oben die nötigen Anmerkungen gemacht.
    Ich möchte hier nicht gegen eine Illusions-Windmühle reiten.
    Warten wir einige Zeit ab. Und lassen wir uns dann von der Realität belehren.

    • Günter Buchholz sagt:

      Das trifft genau den Punkt.
      Maaz spricht von einer normopathischen Störung, wie sie soeben hier dokumentiert worden ist:
      „Die normopathische Störung, die ich unserer Gegenwartsgesellschaft bescheinige, verstehe ich als Folge reaktiver Schuldabwehr aus den zu verantwortenden Verbrechen der Vergangenheit und dem Wissen vom neuen „falschen Leben“ in einer Gesellschaft mit Profitzwang und materieller Gier.“
      http://frankfurter-erklaerung.de/2016/01/nationale-egoismen-in-der-fluechtlingskrise-aufgeben/

    • Ute Plass sagt:

      Danke für den Hinweis zu diesem Beitrag. Werde den Artikel weiterempfehlen, der u.a. anmahnt:

      “Die Spaltung der Gesellschaft darf nicht durch Streit zwischen Pro und Contra gefährdet werden, sondern muss durch eine kritische Diskussion über unser „falsches Leben“ mit den notwendigen Veränderungen unserer Lebensform verringert werden.”

  31. O. sagt:

    Rechtsanwältin Seyran Ates:
    “Auf dem Schulhof werden religiöse Kriege weitergeführt”

    Mit sechs Jahren zog sie nach Berlin, 1984 wurde sie Opfer eines Anschlags.
    Heute ist Seyran Ates Rechtsanwältin und gläubige Muslimin. Im Interview
    erklärt sie, wie Migranten konkret integriert werden können.

    http://www.berliner-zeitung.de/berlin/rechtsanwaeltin-seyran-ates–auf-dem-schulhof-werden-religioese-kriege-weitergefuehrt-,10809148,33610480.html

    • Ute Plass sagt:

      Auch das ein wichtiger Beitrag, der zu differenzieren weiß. :-)

      Darüber hinaus macht er bewusst, dass auch in den sog. abendländischen Breitengraden das (auch sexuelle) Selbstbestimmungsrecht von Frauen aus den vorherrschenden patriarchalischen Verhältnissen/Strukturen erkämpft werden musste.
      Bis vor 9 Jahren war Vergewaltigung in der Ehe noch kein Straftatbestand.

      Vielleicht spiegeln die barbarischen IS-Kämpfe und Kriege so was wie die letzten Zuckungen eines ausgehenden Patriarchats?
      So besehen könnte auch die “Kölner Silvesternacht” verstanden werden, als eine Art von Vergewisserung von Männlichkeit in einer sich rasant verändernden Welt?

      Es gilt wohl weiterhin auf Aufklärung zu setzen, damit mensch sich von Zuschreibungen, was angeblich einen ‘echten Mann oder eine echte Frau’ ausmachen soll, befreien lernt.

      • Bodo sagt:

        Behauptung: “Bis vor 9 Jahren war Vergewaltigung in der Ehe noch kein Straftatbestand.”

        Ist falsch! Sowohl die 9 Jahre, als auch die angeblich fehlende Strafbewehrung.
        Da muss man nicht mal einen StGB-Kommentar haben, Wikipedia genügt:
        Vergewaltigung war bis 1997 als „außerehelich“ definiert, Vergewaltigung in der Ehe war somit “nur” gemäß § 240 StGB (Nötigung) strafbar.

        • Ute Plass sagt:

          Danke für den Hinweis auf meinen Vertipper. Vergewaltigung in der Ehe ist nicht seit 9 sondern 19 Jahren Straftatbestand.

          “Vergewaltigung war bis 1997 als „außerehelich“ definiert, Vergewaltigung in der Ehe war somit “nur” gemäß § 240 StGB (Nötigung) strafbar.”

          Verstehe nicht, was Sie damit zum Ausdruck bringen wollen?

          Dass Ehefrauen als “nicht vergewaltigbar” galten weil “innereheliche” Vergewaltigung als Privatsache und nicht als Verbrechen angesehen wurde?

  32. Ute Plass sagt:

    @Günter Buchholz – Henrik Broder, mit seinen Tiraden gegen “Gutmenschen”, ist für mich kein glaubwürdiger Kritiker gesellschaftlicher Verhältnisse.

    Abraham Melzer schreibt über Broder:

    “Keiner der ehrenwerten Journalistinnen und Journalisten in Deutschland hat bis heute begriffen, was in der Nacht vom 31.Dezember auf den 1. Januar in Köln passiert ist. Nur der erzkonservative, und nach eigenen Worten reaktionäre Mitarbeiter der Tageszeitung DIE WELT, Henryk M. Broder. Er schreibt: „Man muss nicht Historiker oder Antisemitismus-Experte sein, um Parallelen zu den antijüdischen Pogromen aus der Zeit vor dem Holocaust zu erkennen“. Man muss nur Henryk M. Broder sein, um eine solch absurde und widerliche Phantasie zu verbreiten, in der Gewissheit, dass man Jude ist und deshalb keiner ihn wegen eines solchen Unsinns kritisieren wird. Immerhin hat es die WELT veröffentlicht.”

    http://der-semit.de/holocaust-in-koeln/

    • Günter Buchholz sagt:

      @ Ute Plaß:

      “Henrik Broder, mit seinen Tiraden gegen “Gutmenschen”, ist für mich kein glaubwürdiger Kritiker gesellschaftlicher Verhältnisse.”

      Sie können eine solche subjektive Bewertung zwar vornehmen, Frau Plaß, das gestehe ich Ihnen zu, aber dann müssen Sie sich entgegen halten lassen, dass derselbe Einwand in derselben Weise gegen Sie und ihre Hinweise geltend gemacht werden kann.

      Und damit sind wir jetzt in einer Endlosschleife, die ich nicht weiter bedienen werde.

      • fakeraol sagt:

        Sie sind Nihilist?
        Warum beteiligen Sie sich dann überhaupt hier? Ist das nicht inkonsequent?

        • Ute Plass sagt:

          Gute Frage @fakeraol :-)

          Ich vermute, dass Herr Buchholz nicht ein Werteverweigerer per se ist und seine Ablehnung und Kritik vor allem einem monolithischen Islamverständnis gilt, dabei jedoch so weit geht, dass er selbst “den Islam” als unveränderbare Größe zementiert.

          Was ich in seiner Argumentation vermisse ist eine Differenzierung hinsichtlich der islamischen Religionen die, nicht anders als die christlichen, mit all ihren Schrecken wie Schönheiten angeschaut und reflektiert gehören.

          Es gibt “den Islam” genau so wenig wie “das Christentum”.

          Und überhaupt. Was wäre ein ‘abendländischer Goethe’ ohne
          seinen west östlichen Diwan!

        • fakeraol sagt:

          @ Ute Plass
          Wie Rizvan Khan’s Mutter in “My Name Is Khan” sagte: es gibt nur 2 Arten von Menschen: Menschen die Gutes tun, und Menschen die Böses tun. https://www.youtube.com/watch?v=3BUPGsFD4-U

          Ich denke, Herr Buchholz ist sehr unzufrieden mit seinem Leben und versucht sich Orientierung zu verschaffen, indem er Menschen in Schubläden steckt. Er führt einen Krieg um die Deutungshoheit, so wie die Religiösen sich streiten, wer den cooleren imaginären Freund hat.

  33. O. sagt:

    @fakeraol: Etwas anderes außer Schwarz-Weiß-Denken (Gutes/Böses) und Ad-Hominem-Attacken fällt Ihnen nicht ein?
    Und nachdem Sie letztens schon den Godwin gepullt haben, driftet das ohnehin immer mehr ab.

    Was die Exegese (Frau Plass) angeht: Frei nach Pipi Langstrumpf: ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt, ob mit Bibel-/Koran-Exegese oder auch Kaffeesatzleserei (alternativ Wünschelrutengang).
    Hauptsache, die Brillengläser sind danach rosa eingefärbt.

    • fakeraol sagt:

      Günter Buchholz

      https://le-bohemien.net/2016/01/12/koeln-integration-debatten/#comment-371296
      > “Islamophilie ist Profaschismus”

      Wer am Islam irgendetwas positiv findet, ist also Faschist. … sagt einer aus dem christlichen Abendland mit heiliger römischer Kirche und Inquisition und Kinder missbrauchenden Pfaffen.

      https://le-bohemien.net/2016/01/12/koeln-integration-debatten/#comment-371390
      > “Integration würde bedeuten, dass diese normativ-dogmatische Annahme, über die richtigen Normen zu verfügen, vollständig aufgegeben wird.”

      Auch ein Christ wäre kein Christ mehr, wenn das christliche Dogma fallen würde, und die sogenannt “christlichen” Parteien sind sowieso ein Oxymoron.

      > “Der Islam gehört nicht zu Europa, … Zu Europa gehört … christlicher Tradition”

      Ich möchte mir von Herrn Buchholz auch die Lehre vom christlichen imaginären Freund nicht überstülpen lassen, wie die vom islamischen oder von Scintology. Die gehört zu mir als Europäer genausowenig wie die anderen.

      https://le-bohemien.net/2016/01/12/koeln-integration-debatten/#comment-371574
      > “Wer hat Illusionen über den Orient? Und wer hört auf Orientalen? Dhimmis!”

      “Der Orientale” also, Differenzierung überflüssig, der Arab wird schon mit Hass im Herzen geboren und wir müssen alle sterben, wenn wir ihn nicht aufhalten. Neben “dem Juden” schwafelte schon Hitler von “dem Orientalen”.

      Daß “das Orientale” z.B. in Form der arabischen Zahlen, von Gewürzen, und naturwissenschaftlichen und medizinischem Wissen Europa längst “unterwandert” hat, müß uns Herrn Buchholz zufolge große Sorge bereiten.

      Von deutschen Männern in Deutschland genauso oft vergewaltigt, beklaut. betatscht und mit blösen Sprüchen bedacht zu werden, wie durchschnittlich von orientalen Flüchtlingen, ist anscheinend wesentlich weniger unangenehm.

      Und zuguterletzt, einen Broder zu pullen, der genauso fanatisch überall Antisemiten sieht, zeugt von geistiger Verwandschaft.

  34. Reyes Carrillo sagt:

    @Ute Plass

    Das Problem mit Buchholz ist prosaischer Natur: Er hat schlicht und einfach Probleme mit Frauen. Diese Störung (das meine ich ausdrücklich nicht pathologisierend) durchzieht alle mir bekannten Veröffentlichungen von Buchholz, die “die Frau” mittel- und unmittelbar zum Thema haben, sein Lieblingstopos. In der Argumentation ist ihm dann auch nichts zu eklig, um seine Positionen zu untermauern: Da wird eben gern auch mal auf die “Die Achse des Guten”, also Broders Rechtsblog verlinkt und eben so wie hier argumentiert.

    Wenn das Phobische, also angesiedelt im Vorrationalen auf eine singulär intellektuell ausgerichtete Sublimierung zielt, um es verarbeiten und in sich integrieren zu können, dann sind die Resultate immer dieselben: Die abgestandenen Winde des Dogmatismus pfeifen durch alle Ritzen der permanent einsturzgefährdeten Erklärungswelt. Ein besonders unter einer bestimmten Spezies von Marxisten verbreitetes wie unangenehmes Phänomen. Da die eigene Problematik innerhalb des hochsensiblen Geflechts des Zwischengeschlechtlichen von den jeweiligen Betroffenen freilich als intellektuelle Demütigung erlebt wird, wird sie sie so zum alles verengenden Fokus. Ein besonders unter dem männlichen Geschlecht zu beobachtender Versuch der “Lebenshilfe”.

  35. O. sagt:

    Bedrängte Christen in Flüchtlingsunterkunft
    “Die Zahl der Hilferufe erhöht sich”

    http://www.tagesschau.de/inland/bedraengte-christen-101.html

  36. O. sagt:

    Zu der Mär von “hat nichts mit Religon/Islam zu tun” hier noch zwei Videos…

    Eine schöne Bezeichnung in diesem Interview finde ich übrigens “regressive left”:

    Sarah Haider on Feminism, Atheism, and Homegrown Terrorism
    https://www.youtube.com/watch?v=cexvZ1UaCYg

    Nochmal Sarah Haider:

    Sarah Haider: Ex-Muslim
    https://www.youtube.com/watch?v=WG_N3QltrWY

  37. O. sagt:

    Sexualität in Ägypten: “Der Frauenkörper ist das Ziel eines Klassenkampfs”

    Sexuelle Gewalt ist ein Symbol der Krise, sagt Wissenschaftlerin
    Miral al-Tahawy. Die Übergriffe in der Kölner Silvesternacht und
    im arabischen Frühling waren kein Zufall – sondern Symptom einer kranken Gesellschaft.

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/frauenrechte-und-islam-sexuelle-gewalt-als-symbol-der-krise-a-1075021.html

    • Ute Plass sagt:

      Danke für den Hinweis zum Spiegel-Artikel.

      Mit dem Begriff “kranke Gesellschaft” habe ich ein Problem.
      Die Autorin kritisiert und verurteil zu recht die Verachtung, Unterdrückung und sexuelle Gewalt die viele Frauen in Ägypten
      erleiden, insbesondere dann, wenn sie gegen die Männerherrschaft aufbegehren und für Selbstbestimmung eintreten.

      Die sexuelle Gewalt, die Männer einsetzen um Frauen gefügig zu machen zeugt ja wahrlich nicht von sog. männlicher Stärke, sondern von Unterlegenheitsängsten, die sie im wahrsten Sinne des Wortes
      mit Gewalt ‘besiegen’ wollen.

      Stimme dem zu, dass sexuelle Gewalt als Symbol für die vorherrschenden Krisen angesehen werden kann.
      Dazu zitiere ich aus einem Text, der das Ergebnis eines Treffens italienischer Feministinnen zu den Ereignissen von Köln ist:

      “Es besteht eine generalisierte Krise des Patriarchats, das überall – in Ost und West, Nord und Süd – bei den Frauen Ansehen einbüßt. Im Einklang mit den Fantasien à la Houellebecq kann die Unterwerfung der Frau unter dem Banner des Islam, des Christentums oder einer jeglichen anderen Religion nicht länger garantiert werden. Und die Freiheit der Frau kommt auch nicht nur durch die herrlichen, progressiven Schritte laizistischer Demokratien voran.

      Global gesehen verliert das Gesetz des Vaters – das in der Moderne den politischen und staatlichen Ordnungen symbolische Unterstützung garantiert hat – die Kontrolle. Diese Unordnung eröffnet so manche Gelegenheit für nostalgische, reaktionäre Akte männlicher Gewalt, aber genauso viele Gelegenheiten, um praktische Anwendungen für die Freiheit der Frau und das Beziehungsnetz unter Frauen aufzubauen”.

      http://www.bzw-weiterdenken.de/2016/02/speculum-der-andere-mann-acht-punkte-zu-den-schreckgespenstern-von-koeln/

      • O. sagt:

        Frau Plass, ich habe den Artikel hier eingebracht, weil ich den passend zur Diskussion fand und interessant genug, ihn hier einzubringen. Das heisst nicht, daß ich auch jeden Satz oder Absatz gut gelungen finde.
        Die von Ihnen monierte Stelle mit der kranken Gesellschaft fand ich allerdings nicht so schlimm, sondern eher passend.

        Die ökonomisch-/sozialen Bedingungen dienen sicherlich als Erklärung, wieso es in Ägypten damals zu Diebstählen/Gewalttaten gekommen ist.
        Das erklärt allerdings keineswegs, wieso es ausgerechnet Frauen in besonderem Maße trifft.

        Ebenso ist es mit den Vorfällen Köln. Beklauen (Antanzerei) von Passanten liesse sich ja am ehesten noch mit Armut erklären, ist allerdings auch nicht hinreichend. Denn man kann mit Armut auf verschiedene Weise umgehen. Wie man damit umgeht, ist sozialisationsbedingt.
        Die Übergriffe auf die Frauen allerdings, weil die nicht monetär verwertet werden können (geklautes Handy kann man ja immerhin verkaufen), lassen sich nicht mit dem Armutsproblem (bzw. Klassenkampf) erklären.

        Eine religiös geprägte Kultur, in der Weibliches abgewertet wird, zusammen mit einem “sexuellen Notstand” (Selbstbefriedigung = Sünde) und Fehlinterpretation bzgl. der Bekleidung (kein Kopftuch = Schlampe) und Ungläubig = Rechtelos erklären dies allerdings sehr wohl.

        Die Übergriffe von Köln (und anderswo) rein auf einen Klassenkampf zu reduzieren ist der Teil, den ich für Quatsch halte. Die von Miral al-Tahawy genanten Studien wurden ja nicht namentlich erwähnt. “Studien haben gezeigt” klingt ein bischen nach Hörensagen, da die Quellenangabe fehlt.

        Wenn’s die Armut allein wäre, die die Männer zu Übergriffen wie zu Silvester in Köln bewegte, dann frage ich mich schon, wo die ganzen Horden von übergriffigen Hartz-IV-lern zu finden sind.
        Da Hartz-IV ja nun schon seit mehr als zehn Jahren existiert, hätten sich solche Übergriffe hier bereits etabliert haben müssen.

        Das Phänomen “Taharrush gamea” ist aber ein Direktimport aus Ländern/Kulturen wie Ägypten, wo es z.B. auf dem Tahrir-Platz beim sogenannten Arabischen Frühling zu Hauf auftrat.

        Die Videos aus Ägypten, die leider teils falsch betitelt wurden (Köln statt Kairo), können aber als Anschauungsmaterial dienen, die das Phänomen mal vor Augen führen. Ich fand diese Videos sehr beklemmend, um so weniger habe ich Verständnis dafür, wenn man solche Ausschreitungen klein redet (und das dann auch noch unter dem Label Feminismus – eine Bankrotterklärung des Feminsmus ist das; aber bitteschön, wenn’s denn so sein soll).

        • Ute Plass sagt:

          Sehe ich auch so, dass die Vorfälle der Kölner Silvesternacht nicht auf die Armutsproblematik reduziert werden kann.
          Wie der von mir verlinkte Text der italienischen Feministinnen verdeutlicht, ist sexuelle Gewalt an und Herrschaft über Frauen in allen sozialen Schichten von patriarchal geprägten Gesellschaften/Religionen/Ideologien zu finden.

          Der Frauenbewegung sei Dank, dass sich in den hiesigen Breitengraden ein Bewusstsein darüber entwickelt hat, dass die vermeintliche männliche Überlegenheit, und damit zusammen hängende Rollenzuschreibungen ein Unterdrückungskonzept für
          Frauen wie für Männer bedeutet-e. Das Freiwerden von Geschlechterklischees und Unterdrückung bleibt eine weiter bestehende Herausforderung und Aufgabe für Männer und Frauen
          im Prozess ihrer Emanzipation.

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