Henryk M. Broder
Die strukturelle Jagd auf “Antisemiten”

Für eine kleine, aber extrem laute Gruppe von Verschwörungstheoretikern stand auch 2012 ganz im Zeichen des “strukturellen Antisemitismus”. Dank Henryk M. Broder ist niemand mehr vor dieser Keule gefeit. Ein etwas anderer Jahresrückblick.

Foto: Sven Teschke / Henryk M. Broder / GFDL-Lizenz / Quelle: Wikimedia

Von Sebastian Müller

Henryk M. Broder hat im zu Ende gehenden Jahr allerhand zu tun gehabt. Wer außer dem omnipräsenten Antisemitenjäger hätte auch ahnen können, dass es derart viele Offenbarungseide der – latent in der deutschen Volksseele innewohnenden – Judenfeindlichkeit geben würde? All diese Outings, die sich natürlich allesamt “nur” in Form einer handfesten Kritik an der Politik Israels manifestieren, mussten sowohl in der Achse des Guten, als auch in der äußerst gehaltvollen Welt Online gebührend rezipiert werden.

Die Binsenweisheit, dass die Gleichsetzung von Judentum und Israel genauso problematisch wie der daraus resultierende Umkehrschluss falsch ist, dass Israelkritik per se Judenfeindlichkeit sei, hatte die Inquisition des ZdJ ohnehin noch nie interessiert. Allerdings muss der Zentralrat der Juden das Patent über das Bannwort “Antisemitismus” eben seit einer Weile mit dem Schaumschläger der Publizistik teilen. Die Frage ist freilich, ob das den ZdJ überhaupt freuen kann. Denn Broder sorgt mit seinem tollwütigen Rabulismus einerseits für eine Inflation, anderseits für eine Sinnentleerung des einst so schwerwiegenden Wortes. Natürlich, auch der ZdJ selbst hat in Sachen politischer Instrumentalisierung keine weiße Weste, Broder aber ist zweifelsohne eine andere Liga.

Kommen wir allein zu den Broderschen Preisträgern des so geschichtsträchtigen Jahres 2012. An erster Stelle wäre da Broders “Lieblingsantisemit” Jakob Augstein. Augstein dürfte sich vor allem deshalb ins Rampenlicht katapultiert haben, weil er das Brodersche Dilemma – ganz zum Ärger des selbigen – als Erster erkannte: Wortinflation bei gleichzeitiger Entwertung des Begriffes.

Was Augstein tatsächlich zum Antisemiten machen soll, das weiß natürlich nur Broder selbst. Dieses Geheimnis scheint es derart in sich zu haben, dass es für den ersten Platz in Broders persönlichen und somit willkürlichen Antisemitenranking reicht. Broders wahrlich paranoid anmutende Erklärungsversuche in der Welt Online helfen dem unbefangenen Leser dagegen kaum weiter.

Den Vogel aber schoß das Simon Wiesenthal Center (SWC) ab – und sorgte damit gegen Ende des Jahres noch einmal für ein richtiges Highlight. Das SWC listete Augstein nun ebenfalls neben Mahmud Ahmadinedschad unter die Top 10 der schlimmsten Antisemiten, mit Verweis auf Broder als ausgewiesenen “Experten”. Bei soviel “Expertise” kann die tragisch-komische Entwicklung einer Institution, die sich einst die Verfolgung hochrangiger Nazis auf die Fahnen schrieb, schwerlich verwundern. Sie ist aber symptomatisch für den Umgang jüdischer Lobbygruppen mit der Kritik an Israel.

Kaum überraschend wäre es wohl, wenn man auf dem zweiten Platz Broders imaginärer Liste den Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass finden würde, der in seinem Gedicht “Was gesagt werden muss” Israel am deutlichsten angeprangert hatte. Doch auch hier bleibt die Frage unbeantwortet, was denn der Hinweis auf das nukleare Bedrohungspotenzial des Militärstaates mit Antisemitismus zu tun haben soll. Vielmehr bestätigte die darauf folgende Anti-Grass-Kampagne – in der Broder selbstredend führend mitwirkte – einmal mehr die ewige Strategie, Israelkritik mit Antisemitismus gleichzusetzen.

Nichts anderes geschah mit der Linken, der aufgrund israelkritischer Stimmen innerhalb der Partei pauschal unterstellt wurde, eine antisemitische Partei zu sein, als auch im Vorfeld der Adorno-Preis-Verleihung mit der jüdischen Philosophin Judith Butler. Ebenso geriet Sigmar Gabriel in gefährliches Fahrwasser, als er sich durch die Eindrücke eines Besuches in Hebron dazu hinreißen ließ, Israel als ein Apartheitsregime zu bezeichnen.

Die in politischer Hinsicht gefährliche, weil affekthafte aber genau darum auch ehrliche Reaktion Gabriels kam aber nicht von ungefähr. Israels völkerrechtswidrige Politik lässt sich, erst recht seitdem die Hardliner Netanjahu und Liebermann an der Macht sind, moralisch nicht mehr legitimieren. Genau das erklärt auch das hysterische Gebell der proisraelischen Lobbyisten und Publizisten.

Broder nimmt in diesem Spiel deshalb eine repräsentative Rolle ein, weil man an seiner Polemik am deutlichsten erkennt, dass das Ziel die systematische Stigmatisierung und persönliche Diskreditierung von kritischen Intellektuellen ist. Broder ist der Apologet eines strategischen Diskurses, in dem es letztendlich allein darum geht, eine offene und öffentliche Debatte über die israelische Siedlungs- und Besatzungspolitik, ja gar eine adäquate Beschreibung des israelischen Regimes zu verhindern.

Natürlich handelt es sich weder bei Augstein, Butler, Grass oder Gabriel um Antisemiten, noch bei der Linken per se um eine antisemitische Partei. Aber die Methode zur Konditionierung der politischen Öffentlichkeit – das Zeigen die Fälle Grass, Augstein, Butler und Gabriel eben auch – funktioniert immer weniger.

Was also bleibt, sobald sich der Rauch der Nebelkerzen einmal lichtet? So sehr Broders Schmähtiraden auch an der Grenze zum Rufmord kratzen, so stumpf sind sie tatsächlich geworden. Es ist zu offensichtlich – vor allem nach den Attacken gegen Augstein – dass seine Antisemitismusvorwürfe meist haltlos sind. Längst produziert Broder mehr boulevardteske Polemik statt seriöse Anklagen. Bestenfalls bedient der aggressive und zynische Duktus – und die Frage, wer denn als nächstes wieder als Antisemit beschimpft werden darf – einen gewissen Voyeurismus. Ernst zu nehmen ist das Ganze jedenfalls nicht mehr.

Nein, das Stigma “Antisemit” – Augstein hat recht – ist kaum noch schwerwiegender als der Vorwurf, ein Filou zu sein. Und die Liste des SWC ist ein Fall für das Kuriositätenkabinett; Henryk M. Broder sei Dank.

Update: Selbst der Zentralrat der Juden hat sich heute (4.1.) von der Liste des SWC distanziert und Jakob Augstein verteidigt.

Artikelbild: Sven Teschke, “Henryk M. Broder” (GFDL-Lizenz). Quelle: Wikimedia

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124 Kommentare zu "Henryk M. Broder
Die strukturelle Jagd auf “Antisemiten”"

  1. Reyes Carrillo sagt:

    Ich hatte mal an anderer Stelle (deshalb das “Sie”) zu demselben Thema das Folgende geschrieben, das ich quasi 1:1 (mit ein paar Einschränkungen) für deinen Artikel übernehmen kann. Sich mit dieser Figur auseinanderzusetzen, ob ernsthaft oder als Voyeur auf der Couch mit Popcorn, kann ich freilich gut nachvollziehen, aber es ist meiner Meinung nach der völlig falsche Weg:

    “Um Himmels Willen, welche Bühne gönnen Sie Herrn Broder durch Ihren Artikel!?! Sich mit Herrn Broder überhaupt auseinanderzusetzen, finde ich schon ein ungeheuerliches Unterfangen und es vermittelt das beunruhigende Gefühl, dass Sie sich augenscheinlich tatsächlich mit dem gestörten Weltbild dieses armen Mannes beschäftigen. Mehr noch: Sie heben die Person Broder und seine Thesen auf eine diskussionsfähige Ebene. Ich kann das in keiner Weise nachvollziehen. Und ich meine das keineswegs undemokratisch à la ‘als Demokrat müsse man doch mit jedem oder zumindest über jeden reden können müssen’. Klares Nein! Es gibt nun einmal im Privaten wie im Öffentlichen und Politischen Menschen, mit denen man einfach nicht reden kann bzw. auch nicht über sie reden sollte. Weil es entweder keinen Mehrwert hat, nach hinten losgeht, es sich um jemanden Kranken oder anderweitig zu Schützenden usw. usw. handelt. Oder einfach auch nur aus hygienischen Gründen.

    Sie müssen doch wissen, dass vor allem Herr Broder in seinem unendlichen Narzissmus solche Artikel wie den Ihren mit größtem Lustgewinn goutiert und Sie ihm damit garantiert eine große Freude gemacht haben. Für einen solchen Narzissten ist allein Nichtbeachtung die Höchststrafe, aber jede noch so heftige Kritik ein Labsal. Broder gehört nun einmal zu jener Spezies, die erst aus der in der Psychologie so genannten “negativen Zuwendung” Lebensqualität und Selbstbewusstsein, also seine Identität schöpft. Jede Abarbeitung und vernichtende Kritik mehr lässt Herrn Broders Brust noch breiter anschwellen und bleibt schließlich als Bestätigung seines Weltbildes in ihm hängen. Muss man das wirklich unterstützen?”

    Oder von heute:

    “Es wird andererseits nicht verwundern, dass ich nach wie vor der Ansicht bin, dass jede, aber wirklich JEDE Nennung des Namens Bro… (egal in welchem Kontext) einmal zuviel ist! Ich sehe förmlich den eitlen Sack vor mir, wie er in der Silvesternacht bei Google nachgefragt hat, wie oft sein Name 2012 im deutschsprachigen Internet geschrieben worden ist – und wie er sich dann beim Lesen des Ergebnisses in den Hosenschlitz gefasst und wollüstig aufgestöhnt hat! Diesem narzisstischen Irren ist einzig und allein mit völliger Ignoranz beizukommen! Dabei bleibe ich.”

  2. Auf der einen Seite ist Dein Standpunkt natürlich völlig richtig. Auf der anderen Seite ist Broder aber nunmal nicht irgendein Troll, den man auf einer x-beliebigen Kommentarleiste einfach sperren kann, sondern leider einer der prominentesten und meistgehörten Kolumnisten in Deutschland. Damit, so tragisch das auch ist, besitzt Broder eine meinungsbildende Funktion in der Öffentlichkeit. Broder also zu ignorieren, derweil ihn sonst keiner ignoriert, und ihn somit eine gewisse Deutungshoheit kampflos zu überlassen, wäre aus dieser Perspektive also grob fahrlässig.

    • Helga Filz sagt:

      Guten Abend Herr Müller,
      ich kann ihrem Beitrag nur zustimmen, Broder ist nicht irgendein Troll, sondern ein begnadeter Polemiker, den man nicht einfach in die Wüste schicken kann. Ungeschickt von der SWC. gerade Broder, den intellektuellen Gegner Augsteins, zu präsentieren, war keine besonders gute Idee. Der Begriff “Antisemitismus” wird so oft missbraucht, dass der einfache Bürger überhaupt nicht mehr versteht, was damit überhaupt gemeint ist.

    • General-Investigation sagt:

      “…sondern leider einer der prominentesten und meistgehörten Kolumnisten in Deutschland. ”

      Weil man es zuläßt, nur deshalb. Broder gibt sich an Jäger, der jedoch einen sehr eingeschränkten Wortschatz sein Eigen nennen kann. Die Worte Nazis und alles aus dieser Ecke werden immer und gerne benutzt; das imponiert mir weder noch nehme ich Herrn Broder ernst. Für mich ist er wie andere auch, die sich zwischendurch mal wieder in der Welt profilieren müssen – er ist ein Schnacker, wie man bei uns so schön sagt; jemand der redet weil er sich gerne sprechen hört.

    • Eckart Christiansen sagt:

      Stimmt: Kaum nennt man die Broderisten in der Kommentarfunktion bei der “Zeit” beim Namen, ist man auch schon gesperrt, während jeder “Islamkritiker” dort posten kann, was die Tastatur hergibt, selten wird ein Beitrag gelöscht, noch seltener einer dieser Hasbara-Trolle gesperrt.

  3. Reyes Carrillo sagt:

    Na klar, weiß ich doch! :-)

    “Broder also zu ignorieren, derweil ihn sonst keiner ignoriert…” – das ist die Krux, logo!

    Andererseits glaube ich immer noch an die uralte Geschichte von “Einer muss ja mal anfangen! Auch wenn’s zunächst das Problem nicht beseitigt oder noch verschärft.”. Diese Naivität gönne ich mir.

  4. Gerd Weghorn sagt:

    Verwunderlich ist für mich nur, dass es Jakob Augstein auf den ersten Platz der Broderschen Antisemitenlist geschafft hat, wo doch dessen Erkenntnisse – im Vergleich mit den meinen: http://profiprofil.wordpress.com/tag/antisemitismus/ – geradezu als harmlos und absolut stubenrein zu bezeichnen sind; wie man Broder bekämpfen muss – und dass man ihn als Sprachrohr der FightForIsraelKarrieristenKameradschaft (FFIKK) bekämpfen muss, das ist ein pazifistisches Gebot Numero 1 – das habe ich ebenfalls schon einmal nachahmenswürdig vorgeführt gehabt: http://profiprofil.wordpress.com/2012/01/23/weghorn-gegen-broder/

    Nicht nachlassen, Sebastian Müller: der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!

  5. Wolf sagt:

    Broder vor einem Monat in der “Welt”: “…wenn ich mir heute die Aktionen der Friedensbewegung anschaue, die dem Massaker in Syrien ungerührt zuschaut, aber nicht müde wird, gegen den Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan zu demonstrieren, dann weiß ich, dass Pazifismus und Kretinismus nahe Verwandte sind.”
    (http://www.welt.de/debatte/article112157260/Die-EU-loest-keine-Probleme-sie-ist-das-Problem.html)

    Das ist so eine typische Brodersche Verdrehung. Nach seiner Logik sollte die NATO über Syrien herfallen- wahrscheinlich deshalb, um endlich das zum Abschluss zu bringen, was der Westen durch die Unterstützung syrischer “Rebellen” lange vorbereitet hat. Und was eigentlich die Mission deutscher Soldaten in Afghanistan sein soll, kann Broder nicht erklären.

    Eigenartig bei dem hier zu besprechendem Beitrag ist der eingangs erwähnte Begriff “Verschwörungstheoretiker”. Dieser wird bisher hauptsächlich aus der eher konservativen Ecke verwandt und ist ebenso abgenutzt wie “Antisemit”. Es gibt Verschwörungen- jeder Krieg beginnt damit- und es gibt Semiten. Meist wissen diejeingen, welche diese Begriffe ge- und missbrauchen, gar nicht, was sie bedeuten. Im Übrigen ist der Beitrag über Broder recht dünn. Broder schreibt dichter, amüsanter- leider auch hasserfüllter. Ein paar Beispiele seiner Entgleisungen, die nicht in jedem Mainstream- Medium verwendet werden, täten not. Und Verweise auf Journalisten, die Broder längst zerlegt haben. Etwa Ken Jebsen, der Erfinder des Wortes “Broderline- Syndrom”. Jebsen zitiert Broder z. B. so: “Es wird keinen Frieden in Israel geben, so lange dieses parasitäre Pack- die Palästinenser- auf seinem Rückkehr- Recht besteht”. Es gibt unzählige Beispiele für Broders Selbst- Denunziation, sein Eingeständnis eigener Dummheit. “Bohemian” ist sich doch nicht zu fein, um dieses Potential zu nutzen?
    Ken Jebsen über Broder: http://www.youtube.com/watch?v=1-3AazH_fwI

  6. libertaer sagt:

    Broder setzt sich inhaltlich mit seinen Themen auseinander. Das vermisse ich bei ihnen völlig. Ausser, dass sie gegen Broder wettern und blumig ihre Meinung über diesen ihn äussern, kommt nichts. Schwacher Vortag sorry. Ich bin froh dass es Menschen wie Broder gibt, die sich trauen Klartext zu reden und nicht nur das Linke-Rechte-Schubladenspielchen betreiben.

  7. maschkom sagt:

    Ich finde den Artikel sehr gelungen.
    Ein Broder bekommt die Bühne, die ihm die Menschen geben. Das heißt, die Menschen holen sich die Informationen, die ihre Meinungen bestätigen. Insofern ist die Meinung, die sich mit Broder verbreitet, auch in der Gesellschaft sehr verbreitet. Das muss nicht bedeuten, dass sie richtig ist, aber relevant.
    Medien bringen das, was die Menschen hören, sehen, lesen wollen, was ihre Vorurteile bestätigt. Da Menschen zu Schwarz-Weiß-Vorurteilen neigen übernimmt man leicht polemische Aussagen, die einem die Welt vermeintlich vereinfacht erklären.
    Wie ein Kabarettist verkürzt Broder die Fragen in den Köpfen der Menschen zu kurz und knapp formulierten Thesen.
    Der Sinn dahinter ist weitere Fragen abzuwürgen. Er hat ja die Antwort geliefert. Damit erklärt Broder seine Thesen als die einzig richtige und wahre Wahrheit. Wer weitere Fragen stellt, stellt seine Wahrheit in Frage, ist somit gegen ihn und damit ein Antisemit.
    Wer will in Deutschland schon gern als Antisemit bezeichnet werden? Das kann hierzulande schon zu einem kräftigen Karriereknick führen. So behält dieser Mann seine Bühne.

  8. Gerd Weghorn sagt:

    Ihre Verteidigung von Henryk M. Broder gegen seine Kritiker bedient sich der Masche Ihres Vorbildes: auch Sie verzichten auf die Definition dessen, was sie als Schlag-Wort benutzen. Und warum: eben darum, eignet sich der Antisemitismus-Vorwurf heutzutage nur noch dazu, die Argumente seiner Kritiker ignorieren und den Kritiker dämonisieren zu können.

    Wie Sie wissen, habe ich den Nachweis geführt, dass es einen Antisemitismus nicht mehr geben kann http://profiprofil.wordpress.com/2011/06/25/kampfkompetenz-antisemitismuskeule/ einen Nachweis, der unwiderleglich ist.

    Wie ich weiß, kann das Simon-Wiesenthal-Zentrum mit seiner Antisemitismus-Keule nur deshalb Aufmerksamkeit erregen, weil der moderne Antisemitismus-Begriff mit Auschwitz konnotiert ist, wobei jeder weiß, dass es eine Wiederholung von Auschwitz schon aus strukturellen Gründen nicht geben kann, ist doch kein Volk der Welt so allseitig geschützt wie das jüdische und gibt es keine staatliche Macht der Welt, die aus einer – Auschwitz begründenden – Endlösung der Judenfrage irgendeinen Nutzen ziehen könnte.

    Von daher gesehen ist der Antisemitismus-Begriff objektiv verbrannt – doch dank seiner “gibkost” (“universellen Wendigkeit”) kann er im Ozean der systematischen publizistischen und pädagogischen Verdummung immer noch als schreckenerregender fliegender Holländer seinen miesen Job machen, der darin gipfelt, die Wahrheit über das zionistische Besatzungsregime in Israel und Palästina http://weltnetz.tv/video/438 durch die Dämonisierung seiner Kritiker nicht ins öffentliche Bewusstsein kommen zu lassen.

    Im Falle der Dämonisierung von Jakob Augstein haben sich allerdings diejenigen, “die ihr Jüdischsein wie eine Fahne vor sich hertragen” (H. M. Broder gegenüber Maxim Biller) handelt, wie man so sagt: ins Bein geschnitten, ist doch Augstein diesbezüglich nichts anderes als der nette Junge von nebenan: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/zentralrats-vize-korn-verteidigt-jakob-augstein-gegen-antisemitismus-vorwurf-a-875756.htm

    • Reyes Carrillo sagt:

      Sie wärmen meine wunde Seele, lieber Gerd Weghorn! Danke.

    • Monika Sielmann sagt:

      Lieber Herr Weghorn,

      was wollen Sie denn mit der Formulierung “ist doch kein Volk der Welt so allseitig geschützt wie das jüdische und gibt es keine staatliche Macht der Welt, die aus einer – Auschwitz begründenden – Endlösung der Judenfrage irgendeinen Nutzen ziehen könnte” aussagen?

      Was meinen Sie mit “Endlösung der Judenfrage”? Wie sind denn Sie drauf?

      M. Sielmann

  9. Reyes Carrillo sagt:

    Auch wenn dein Text so wohlfeil formuliert daher kommt, von mir gibt’s nur die “Straßenversion” als Antwort:

    Da hast du aber fleißig gelernt, wie man’s macht! Geht’s bitte noch billiger?!? Leut’, wenn’s euch Schwurbelheinis nicht gäbe, müsste man euch glatt erfinden!

    Und: Ich wundere mich als Argentinierin bloß, wie dieses Spiel eurer Parnoia bei vielen Deutschen immer noch verfängt. Na ja, das Drama-Dreieck der Transaktionsanalyse Täter>Opfer>Retter bringt dann schon etwas Licht in die Sache – nichts weiter als ein wirklich billiges und nicht so schwer durchschaubares Psychospielchen. Viel Spaß beim Spielen!

    Das Einzige, was dir wirklich übel zu nehmen ist: Dass du den großartigen Tucholsky in einem Atemzug mit deinem Lehrmeister zu nennen wagst! Das ist wirklich unerträglich! Pfui Deibel!

    • Esra Yildiz sagt:

      Ich als “psychoverspielte” Türkin stelle klar: Die Traditionslinie deutsch-jüdischer Provokation sah ich nicht auf der qualitativen Ebene – sondern allein auf der der zeitgenössischen Gegenwut, die die genannten Namen mit ihrer ausgemacht provozierenden Publizistik erzeugt haben. Denken sie allein an Tuchos Diktum vom grundsätzlichen Mördertum eines jeden Soldaten, das in der späten Weimarer Republik einen Sturm der Entrüstung losgetreten hat, der alsbald auch antisemitische Untertöne hatte. – Kurz: Dass also die wohlfeil formulierte Provokation sehr schnell mit einer ausfälligen “Straßenversion” beantwortet wurde …

      • Reyes Carrillo sagt:

        Oh, der “Tucho”; so nah steht ihr zwei euch? Ich schätze ihn zwar auch sehr, aber zu dieser kosenden Nähe hab’ ich’s noch nicht gebracht.

        Es geht aber selbst bei mir auch ohne Polemik: Der Rest deiner Replik, Esra, ist mir einfach zu groß angelegt, das sind mir zu große Zeiträume, das sind mir zu große Namen, das sind mir vor allem viel zu bemüht große Kontexte im weiten Rund deiner Wahrnehmungen! Das alles passt so ganz und gar nicht zu dem Herrn, der deinen Bücherschrank bereichert. Und in der Tat, deine Nennung von Namen wie Kurt Tucholsky und Karl Krauss in derselben Linie wie deinen Bücherschrankautoren zeigt mir sehr deutlich, dass du an entscheidenden Stellen drastischen Ausblendungen unterliegst. Doch auch auf wesentlich banalerer Ebene ist diese Linie unhaltbar: Wer wollte ernsthaft einen Ein-Thema-Polemiker, einen agent provocateur mit dem Schaffen von “Tucho” und Krauss vergleichen?!? Wer wird in zwanzig, dreißig, vierzig Jahren noch von diesem Polemiker sprechen außer ein paar Sektierern? Wo bitte ist der Mehrwert, wo die heutig stets geforderte “Nahhaltigkeit”?
        Die Provokation in deinem ersten Kommentar, von der du sprichst, habe ich nicht erkennen können, dafür ist dann meine Wahrnehmungsspektrum zu begrenzt.

        • Esra Y. sagt:

          Zu Abi-Zeiten waren Tucho und ich very, very close. War und bin damit wohl nicht alleine … was schon ein bisschen eifersüchtig macht auf all die anderen Tucho-Witwen: http://j.mp/tucho4ever – Legendär ist Erich Kästners Liebeserklärung “Begegnung mit Tucho” von 1946. Und den Soundtrack dazu lieferte mir im Jugendzimmer die Chanson-Platte “Tucho, Tiger, Panter & Co.” von 1964.

          Mit Tucho lässt sich keiner vergleichen, da haben Sie vollkommen recht. Und bei Broder dachte ich vor allen Dingen an seine klassischen, noch wohltemperierten Antisemitismus-Entlarvungen – die bei mir im Bücherregal stehen. Als ich die gelesen habe, hatte ich den Mann nicht vor Augen, was bei einem Polemiker immer von Vorteil ist. Das Fernsehen und die Springer-Glossen stehen ihm gar nicht gut. (Wobei ich andererseits sicher bin, dass Tucho und Krauss und besonders Kerr und Kuh ganz grausig als im Bild gesendete lebendige Replik rübergekommen wären.)

          Nicht zu vergessen ist auch, dass die genannten großen Namen für uns so groß sind, weil sie in dunklen Zeiten verboten, verbrannt und verfolgt wurden. Nach der Befreiung fanden sie Eingang in einen umgekehrten Kanon, der dann auch meine Generation politisch sozialisierte. Das ist gut so, aber es gibt auch ein Deutschland jenseits von Weimar und NS-Zeit, das seine eigenen Polemiker braucht. Und so impertinent Tucho & Co. den ihrigen Zeitgenossen daherkamen, so selten polarisierend erscheint mir zuweilen Broder heute. Bei den historischen Polemikern mit dem spitzen Stift ist die Hitze der unmittelbaren Empörung notgedrungen verdampft. “Alle Soldaten sind Mörder” (=Alle sind ganz, ganz schlimm) regte ein Volk von WK-I-Veteranen noch auf, heute allerdings keinen mehr; “A_stein ist ein Antisemit” (=Ein Einzelner ist spezifisch schlimm) hingegen doch.

          Einem von Broders älteren Antisemitismus-Büchern ist Anton Kuhs Motto vorangestellt: “Warum denn sachlich, wenn es auch persönlich geht?” …

        • Reyes Carrillo sagt:

          Nun, wenn das so ist, dann will ich mal nicht so sein und die Polemik wegen des “Tuchos” zurückziehen. Ich bin weder in Deutschland sozialisiert worden noch war ich in D Abiturientin oder Studentin und konnte damit nicht zwingend etwas von dem sexy Verhältnis der Deutschen in jenen Jahren zu Tucholsky mitbekommen. Und Kästner habe ich nie gelesen. Doch das verzeihe ich mir.

          Was will ich aber weiters antworten? Du siehst den Protagonisten dieses Artikels konsequent in einer Reihe der von dir zitierten Namen. Das ist einfach skandalös! Es fällt mir vor allem zunehmend schwerer, mit Leuten zu diskutieren, die es nicht fertig bringen, ganz klar Stellung zu beziehen zu jemandem, dessen islamophoben, verbalen Aggressionen und die immer auf Diffamierung, Polarisierung und Spaltung ausgerichteten Rundumschläge unerträglich verharmlosen, so wie dir dazu nur ein seichtes Wischiwaschi wie “Das Fernsehen und die Springer-Glossen stehen ihm gar nicht gut” einfällt und du auf die früheren Werke des Protagonisten verweist. Das, liebe Esra, ist ganz klares und bewusstes Wegsehen wollen! Aber das kennt man ja. Die Verteidigungslinie für alle Irren, alle gefährlichen Zündler, alle Fundamentalisten ist stets dieselbe: “Nee, nee, der war früher ganz anders, der redet halt Tacheles, der meint das eigentlich gar nicht so, der wird oft auch nur missverstanden, der sagt endlich das, was alle denken, der ist genial, der ist begnadet, der sieht nur im Fernsehen und in den Springer-Glossen so schlecht aus usw. usw….”. So und ähnlich wird jeder islamistische Hass-Prediger verharmlost, wird Sarrazin verharmlost (dessen Werk ja unser Protagonist ausdrücklich goutiert), wird jeder rechtsextreme Vordenker verharmlost usw.
          Und vor allem als Frau kann ich überhaupt nicht verstehen, wie du diese sexistisch -vulgären Anspielungen dieses Mannes erträgst, die er kontinuierlich seinen Diffamierungen beimischt, vor allem wenn sie Frauen betreffen? Wie kann das möglich sein?
          Hierbei und an vielen anderen Punkten zeigt sich zudem eindeutig, dass der Patient, äh Protagonist eine klassische sexuelle Minderwertigkeitsstörung aufweist. Diese erklärt dann auch seine mit den Jahren gewachsenen faschistoiden Tendenzen. Was bei den meisten Männern nur zum bloßen Altherrenwitz gerinnt, das sucht sich bei der passiv-aggressiven Natur des Protagonisten solche Wege. Wilhelm Reich würde dir hier wunderbar weiterhelfen können, die Augen wenigstens ein wenig zu öffnen! Und du wirst feststellen, dass eine solche Aussage wie die meine keine küchenpsychologische Diffamierung bedeutet, sondern eine von vielen bedeutenden Vertretern vor allem der humanistischen Psychologie und nicht nur von Wilhelm Reich seriös erforschte Verknüpfung darstellt. Und ebenso bloße Psychologie übrigens ist dieser besonders innige Hass gegenüber allem “Linken”, wenn man selbst ein Konvertierter ist und früher mal rötlich war. Solche neurotischen Re-Aktionen kennt jeder aus seinem eigenen Alltag, wenn freilich auch ungleich unauffälliger.
          Würdest du die innere Freiheit besitzen, meinetwegen frühere Werke des Protagonisten zu verteidigen UND auf der anderen Seite eine klare, eindeutige Grenze auch deiner Toleranz zu formulieren und nicht dieses laue Wischiwaschi, dann sähe die Sache ganz anders aus.

        • Esra Yildiz sagt:

          Broders “islamkritisch” getarnter plumper Antiislamismus, seine Wampe und seinen Sexismus finde ich unerträglich – da muss ich ihnen beisteuern. Ein Jünger oder Anhänger Broders braucht man auch nicht sein. Ich glaube allerdings auch, dass eine als unerträglich empfundene, impertinente Polemik in Sachen Antisemitismus erst dann zum Problem wird, wenn man sie nicht mehr aushalten und einordnen will – und eine ungeheure Aversion gegen der Träger der Polemik entwickelt.

        • Reyes Carrillo sagt:

          Ich finde vor allem seine roten Schuhe am Schlimmsten! Das musste endlich mal gesagt werden!
          Ich verstehe leider nicht, wo das Problem sein soll, wenn ich unseren Protagonisten nur schlecht ertrage und deshalb eine in der Tat respektable Aversion gegen ihn hege? Abgesehen davon, dass ich solche Reaktionen für ausgesprochen menschlich halte, müsstest du mir erst einmal erklären, wo genau du das Problem siehst.
          Und falls es dir nicht zu mühsam ist, lies doch mal meinen Eingangskommentar. Da habe ich ja einige Gründe genannt dafür, warum ich es für angebracht halte, unseren Protagonisten gänzlich zu ignorieren. Was ich selbst ja auch diese lange Kommentarliste betrachtend vorexerziere… :-)

          Unter folgendem Link kannst du übrigens, sofern geneigt, auch nachlesen, wie ich auf tatsächlichen links kaschierten Antisemitismus reagiere:

          http://pakhtunkhwa911.wordpress.com/2013/01/02/hier-antisemitismus-dort-antisemitismus/

        • Esra Y. sagt:

          Antisemitismus ist … wenn einem bei der Thematik “Antisemitismus” immer gleich ein, zwei Namen (Broder, Friedman – und nicht mehr zum Thema) einfallen, die man gar nicht abkann, obwohl sie ja nicht Vertreter der eigentlichen Problematik sind – sondern lediglich unbequeme und impertinente Benenner (mit zugegebenermaßen stilistischen Problemen) derselben.

          So wie Chauviniusmus die Faust des Mannes ist, die er in der Hosentasche ballt, wenn eine Frau daherkommt und sagt, alle Männer seien Schweine. Anstatt zu sehen, dass die billige Pauschalisierung zwar falsch ist, dass es aber trotzdem ein ausgewachsenes Problem des Mannes als Schwein gibt.

        • Reyes Carrillo sagt:

          Da bist du ja wieder, ich hatte dich schon schmerzlich vermisst…

          Ich kann einmal mehr deine Wahrnehmungswelt nicht verstehen: Was in aller Welt ist daran falsch, problematisch oder gar entlarvend, wenn einem in Deutschland zum Thema Antisemitismus AUCH, aber NACHRANGIG die von dir genannten Herren einfallen, von denen einer, also “Paolo Pinkas” “nur” laut, schrecklich eitel und ein bisschen halbseiden ist, der andere aber (steht bei dir im Bücherschrank) ein gnadenloser Hetzer, Lügner und Rassist? Das finde ich völlig normal – und schlimm, wenn es anders wäre! Zudem wäre man taub, wenn man die nicht hören würde.
          Deshalb: Antisemitismus (in Deutschland) ist… Wenn einem zuallererst nicht Paolo Pinkas oder dein Bücherschrankautor einfallen, sondern die NSU, die NPD, alle diese pathologischen Rechtshetzer und die “normalen” Bürger, in deren brutwarmer Nähe dies nur gedeihen kann. Und einem vor allem der unglaublich skandalöse rechtsblinde Umgang seitens Regierung und Behörden einfällt, mit dieser unsäglichen Entwicklung umzugehen! Aber gleich danach sollten einem dann ganz schnell wieder Er und der wesentlich harmlosere andere einfallen!

        • Esra Y. sagt:

          Chauvinismus ist … wenn man es dann doch für erwähnenswert hält, dass es Männer gibt, die Schweine sind, dass aber – und das kann man sich nicht verkneifen – der blöden Schlampe, die das immer wieder keifend vorbringt, die Fresse poliert gehört.

        • Reyes Carrillo sagt:

          Ok, ich akzeptiere doch gern, wenn du nicht diskutieren willst. Dann schreib’s aber auch oder ignoriere mich. Aber bitte keine so bemühte – und offenbar kopierte – Metaphernsprache! Sieh, in meiner ersten Replik hatte ich dir doch unterstellt, vom Meister prima gelernt zu haben. Und nun bedienst du dich exakt dessen doofer blumiger, metaphernangereicherter Sprache, die sein Markenzeichen ist. Was soll man davon halten – sooooo unrecht hatte ich ja denn nicht, gell? Bleib doch einfach du selbst.

        • Esra Y. sagt:

          Sorry, ist alles von mir … halte mich tatsächlich für besonders schlau. Die Chauvi-Analogie habe ich erfunden – und bin sogar im Freundeskreis als blumige Metapher-Tussi verschrien. Dass meine Analogie sitzt, merke ich immer daran, wenn mir das Analogisieren verboten wird … ;-)

          Und du hältst Broder tatsächlich für erträglicher als Friedman? Broder als problematischer Polemiker mit – in meinen Augen – unmöglicher Doppelagenda (notwendiger Benennung des Antisemitismus und fieseste Islam-Hetze) stellt mich immer vor die intellektuelle Aufgabe, einen Menschen nicht pauschal ekelhaft zu finden – sondern seine ganz unterschiedlichen Aussagen im Einzelfall gelten zu lassen. Friedman ist da doch viel ausgewogener und sachlicher, ein wichtiger Opponent gegen Rassismus im Allgemeinen.

        • Fabian Buschtrommel sagt:

          Wir sollten hier lieber über ethnochauvinismus reden, mit seiner “doppelagenda” hat broder (und nicht nur der) es jedenfalls geschafft das nazi stigma vom deutschen ethnochauvinismus zu lösen, man darf wieder rechts sein in deutschland man muss nur wissen wie man die welt in gut und böse auf zu teilen hat (vgl. Achse des Bösen).
          Ich finde das ist ein beängstigender wiederspruch.

        • Reyes Carrillo sagt:

          Gut getrommelt, oh Buschtrommel!

        • Esra Y. sagt:

          “Ethnochauvinismus” – ? Ist Chauvinismus nicht immer ethno, wenn er nicht sexo ist?
          ★ ★ ★ ★ ★
          Und: Man sollte das Judentum mit seiner Geschichte nicht darauf reduzieren, dass es fest als “linkes” Lehrstück gebucht wird. Ein rechter Jude ist ein Rechter – und nicht der Drahtzieher einer von Ihnen unterstellten untergrabenen Nazi-Konnotation rechter Positionen.

        • Fabian Buschtrommel sagt:

          “Und: Man sollte das Judentum mit seiner Geschichte nicht darauf reduzieren, dass es fest als “linkes” Lehrstück gebucht wird.”

          -im umkehrschluss muss es auch möglich sein, zu adressieren, wenn jemand der jude ist irgentwo irgentwann mal (!)versucht(!) planvollen einfluss auf eine öffentlichkeit zu nehmen, ohne das antisemitismus im spiel ist.

          “Ein rechter Jude ist ein Rechter – und nicht der Drahtzieher einer von Ihnen unterstellten untergrabenen Nazi-Konnotation rechter Positionen.”

          -zum antisemitismus wird der vorwurf wenndas “drahtziehertum” als exklusiv jüdisches attribut bzw mit der jüdischkeit des drahtziehers an sich ursächlich verknüpft wird

          unabhängig ob ich recht habe oder nicht, jedenfalls liegen mir keine empirischen beweise vor, ich habe doch den verdacht das broder seine jüdischkeit bewusst ausnutzt wenn er völkische ressentiments ausnutzt um bspw. gegen südländer zu hetzen (wie etwas hier: http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article108470738/Nordeuropa-arbeitet-und-zahlt-fuer-den-Sueden.html )

          und ich bin mir auch absolut sicher das der effekt den ich behauptet habe darurch defakto auch eintritt, also legitimation rechter deutscher, nach der absolution durch broders “jüdische” hand.
          Ob broder sich dessen bewusst ist, ob er das in kauf nimmt oder ob er das sogar als ziel verfolgt das sind alles andere fragen, seine jüdischkeit hat damit jedenfalls nichts zu tun (bzw steht in keinen ursächlichen zusammenhang)
          Das übergeordnete strukturelle problem liegt imho eher in der richtung der übergeordneten allianz aus rechten “nordamerikanern”- (!)rechten juden- und rechten europäern die mit der islamophobie und der dazugehörigen kulturkampf ideologie einen gemeinsamen nenner haben und sich gegenseitig arrangieren nach dem motto “du hilfst mir das mein europa nich islamisiert wird dafür helf ich dir das dir dein israel nich kritisiert wird”

          broder ist nur symptomatisch für die publizistik neokonservativer ideologie in europa und auch die instumentalisierung des antisemitismusvorwurfs ist nur symptomatisch, es geht nicht nur um israel aber israel und der themennexus um juden-deutsche-holocaust-israel-palästina wird zum dreh und angelpunkt sämtlicher weltanschaulicher verortung gemacht.

          das im linksrechts spektrum sich an den extremen enden wieder merwürdige schnittmengen ergeben ist nichts neues, auf der einen seite gibt es die querfront aus neonazis und “linken” gegen juden, auf der anderen seite gibt es diese unsägliche allianz aus sogenannten “antideutschen komunisten” und neokonservativen rechtspolulisten die sich die selbe kulturkampfideologische weltanschauung teilen aus der sich auch der extreme antiislamismus ableitet.
          Der qualitative unterschied zwischen diesen beiden oxymoronen ist jedoch das die antideutschen mit ihren ideen durchaus mal als “nahostexperten” im tv zu sehen sind oder an universitäten lehren oder öffentliche veranstalltungen organisieren ohne sanktioniert zu werden.

          Es hat mich immer irritiert das leute die sich als linke bezeichnen diesen broder abfeiern, für mich als “linken” “deutschen” war es jedenfalls immer natürlich mich mit linken israelis und amerikanern zu solidarisieren und mir war immer bewusst das meine politische sozialisierung zu gutem teil auf jüdischen füssen steht, von manchen linken würde ich dafür heute des antisemitismus beschuldigt.
          Anfangs fand ich das thema nicht interessant weil ich der meinung war dieser innerlinke konflikt nur eine randnotiz zwischen exotischen splittergruppen, ich musste meine meinung leider ändern.

        • Fabian Buschtrommel sagt:

          p.s. naja ich will mich nicht als opfer darstellen oderso, im verhältniss ist mein weltanschaulicher frust nichts gegen das menschlich elend das in diesem ganzen disput überhaupt zu ideologischen belagerungstürmen aufgehäuft wird.

        • Reyes Carrillo sagt:

          Is’ aber so – und das ist auch gut so! Ohne den Gegner klar zu benennen, ohne seine Methoden und Ziele zu kennen und ohne den dafür nötigen Kampf, der besseren, weil ALLES, alle Menschen und die Natur im Blick habenden Alternative einer gerechteren Welt zum Durchbruch zu verhelfen – selbstverständlich auch innerhalb ideologischer Gefechte – wird sich auf diesem Globus nichts ändern! Und als Pazifistin präzisiere ich: im gewaltlosen Kampf.

        • Fabian Buschtrommel sagt:

          Ja am ende weiß ich dass sie recht haben, ich muss einfach schlauer werden!

          Am ende hat, wenn man mal ausblendet das sich die ideologischen grabenkämpfe der republik sich weiter verhärtet haben und ein teil der linken presse nicht mit übersicht glänzen konnte, sich der broder & co spätestens dann ins eigene bein geschossen als der Korn den augstein in schutz nahm und wahrscheinlich das erstemal in der D_nachkriegsgeschichte ein so schallend vorgetragender antisemitismusvorwurf dazu geführt hat das die person danach nur halb und nicht ganz geächtet wurde. Ein zweifelhafter triumpf mit noch zweifelhafteren nutzniessern.
          Mal sehen wie sich die sache weiter entwickelt…

          hier nochmal zwei nachrufe, die gestern nachgezügelt kamen:

          http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/antisemitismus-debatte-israel-gehoert-nicht-seiner-regierung-12016138.html

          http://www.hintergrund.de/201301072403/feuilleton/zeitfragen/moshe-zuckermann-die-vorwuerfe-gegen-augstein-sind-idiotisch.html

        • Fabian Buschtrommel sagt:

          p.s. eine editierfunktion und eine chronologische sortierung würden dieser kommentarleiste gut stehen ;)

        • @ Fabian Buschtrommel
          In der Tat. Danke für die Anregung, ich habe nun eine Editorfunktion für Leser eingefügt.
          Die chronologische Sortierung mit verschachtelten Antworten war ursprünglich auch gegeben, ich weiß momentan noch nicht, warum das derzeit nicht entsprechend dargestellt wird.

        • Fabian Buschtrommel sagt:

          Gut damit kann ich meine schreibschwäche dann nachträglich kaschieren!

          p.s. wer jetzt noch nicht genug von dem thema hat, nochmal was aufschlussreiches aus der vergangenheit. :}

          http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-22702455.html

          :

        • Reyes Carrillo sagt:

          Ach ja, der Matussek, seit einiger Zeit der katholische Konkurrent der Hauptfigur von Sebastians Artikel. Ja, der hatte früher mal einige lichte Momente, das ist wahr. Aber das ist schon lange her. Die Finsternis eines Mittelalter-Katholizismus hat den Mann eingehüllt und jede klare Durchsicht komplett vernebelt.

        • Ich hoffe 5 min. Zeitlimit für die Editorfunktion sind für Dich annehmbar ;-)

        • Reyes Carrillo sagt:

          Hallo Fabian, du – ich duze dich mal mit deinem Einverständnis – bist schon auf dem richtigen Dampfer. Aber: Welche “linke Presse” in Deutschland meinst du eigentlich? FR (noch), taz? Links? ND?
          Danke vor allem für den Zuckermann-Link!

        • Fabian Buschtrommel sagt:

          Gerne Duzen wir uns :)

          also naja die TAZ hat sowohl als auch über die affäre berichtet, jedenfalls war die erste reaktion von cigdem akyol alles andere als proaugstein, die authorin hat lediglich INFRAGE gestellt ob augstein ein antisemit sei… sie wurde dafür von der broder fraktion geschmäht und zu den augstein verteidigern gezählt.

          die titanic hat wie gesagt, durch Stefan Gärtner, an adornos authorität appeliert und in seinem namen mit dem antiquierten psychoanalytischem rüstzeug, auf das man zurückgreifen kann, wenn man brav ein paar absätze adorno auswendig lernt, augsteins antisemitische motivationen offen gelegt. Dafür gab es überschwänglichen applaus für “einen der besten beiträge” seitens vieler linker.

          Die malwieder mit kompetenz glänzende “konkret” wusste zu erklären das augstein ein “verschwörungsideologe” ist.

          Der beliebte und preisgekrönte blog “publikative.org” (es geht um fußball und gegen nazis oderso), des tageschau.de redakteurs patrick gensing stimmte ebenfalls in den kanon der psychoanalytiker mit ein und lies auch den Achsedesguten(achgut) authoren und antisemitismus experten samuel salzborn zu wort kommen der den neuen antisemitismus ala augstein und grass wissenschaftlich herleitete.

          von jungle world etc fange ich ganicht erst an, wer sowas noch zu linker presse zählt hat ein informationsdefizit das erklärungsversuche eh schwierig machen würde.

          Ich glaub diese leute haben keinen blassen schimmer wovon sie reden.

          Naja auch wenn die deutsche linke sich nicht einig wird um augstein und wohl zu großen teilen überzeugt ist das broder recht hat, Augstein kann die amerikansiche und israelische linke schon auf seiner seite wissen denke ich(soweit es dorthin vordingt).
          wie man sieht hat die amerikanische linke wesentlich weniger berührungsängste mit dem thema:

          http://mondoweiss.net/2013/01/wiesenthal-journalist-criticizing.html

          aus den kommentaren:

          “The notion that discussion about the role of the Jewish lobby in American and Mideast politics should be forbidden is, frankly, crazy. Those who try to forbid that discussion should be laughed off the stage…”

          amerika hat offensichtlich ein schlimmes naziproblem. :)

        • Fabian Buschtrommel sagt:

          p.s. noch ein paar ältere beiträge uA von zuckermann falls es interessiert

          zuckermann:

          http://www.jungewelt.de/2012/10-10/001.php

          http://www.hintergrund.de/201109301757/feuilleton/zeitfragen/linker-antisemitismus-im-visier.html

          über broder 2008 (und täglich grüßt das murmeltier):
          http://www.j-zeit.de/archiv/artikel.1469.html

          und nochmal vergangenes durch mondoweiss perspektive:
          http://mondoweiss.net/2012/04/israels-policy-endangers-world-peace-jakob-augstein-and-gideon-levy-have-gunter-grasss-back.html

        • Reyes Carrillo sagt:

          Ach Mist, verdammt, ich vergesse immer wieder, diesen sch… Antwortknopf zu drücken. Also auch dich muss ich bitten, weiter oben nach meiner Antwort zu suchen. Fängt mit “Danke dir für…” an, damit du sie per Strg+F finden kannst.
          Im Übrigen hast du völlig Recht: Eine Editierfunktion wäre zauberhaft, aber die habe ich noch in keinem Blog gesehen. Auch eine chronologische Sortierung wäre traumhaft. Aber man kann eben nicht alles haben.

        • Reyes Carrillo sagt:

          Du hast mich in verschiedener Hinsicht missverstanden oder ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Ich habe selbstverständlich keinen Augenblick bezweifelt, dass du das © für diese tolle Metapher besitzt! Ich meinte nur, dass du dich desselben Stilmittels wie der Meister bedienst und dass mir das aufgefallen ist. Ich liebe nämlich andererseits diese Sprache in der Literatur sehr und vor Gibrans – leider zur Popkultur verkommenen – “Der Prophet” als Beispiel knie ich regelrecht aus Ehrfurcht vor seinen Bildern hin. Aber ich halte dieses Stilmittel in einer Diskussion immer für sehr problematisch! Ein Grund unter vielen anderen dafür ist, dass es dann hinterher solche – sorry – wirklich billigen Repliken gibt wie die deine: “Dass meine Analogie sitzt, merke ich immer daran, wenn mir das Analogisieren verboten wird … ;-)”. Selbst mit Augenzwinkern. So wie ich weiß, wie billig viele meiner Polemiken sind, so wirst du genauso wissen, wo’s bei dir billig wird.
          Mit Friedmann nun hast du mich völlig missverstanden! Selbstverständlich ist Friedmann eine vollkommen andere Kategorie als dein Bücherschrankautor!!! Drei Ausrufezeichen. Man sollte beide eigentlich auch nicht in einem Atemzug nennen. (Aber das kam ja von dir.) Im Gegenteil, ich mag den Typen als bloße Figur streckenweise sogar, weil er irgendwie auch ein eleganter Stenz ist, der aus seinem Sonnenstudiogesicht ständig unnachahmlich überheblich frech lächelt. Aber ich mag neben seiner politischen Verortung vor allem den Stil seiner Iterrogatorien nicht. Als Jude oder als Israel-Verteidiger ist er mir ziemlich egal, da er vergleichsweise gemäßigt ist. Und ja, er ist oft auch ein couragierter Mann, wenn es gegen Rassismus und die Verteidigung demokratischer Errungenschaften geht.
          Deine “intellektuelle Aufgabe”, die du dir stellst (ich formuliere das jetzt mal genereller), Menschen nicht pauschal zu verurteilen, sondern ihre Worte und/oder Taten im Einzelnen zu bewerten, ist natürlich wunderbar und nur zu begrüßen. Im Falle unseres Artikel-Protagonisten ist dies aber in der Summe seiner Entwicklung und seines Auftretens im geschriebenen Wort, im gesprochenen Wort und im Bild mit Ton in der immer jeweiligen Jetztzeit des Diskurses schier nicht möglich. Diese Erkenntnis muss dein Intellekt ja bitte auch bejahen, oder? Oder am Vorzüglichsten ignorieren, wie ich nach wie vor meine.

        • Esra Y. sagt:

          Sie meinen also, das Schriftum des Publizisten Broder sollte man gänzlich neutralisieren, boykottieren, totschweigen? Weil man nicht mehr gewillt ist, seine Polemik intellektuell zu bewältigen, zu kontrekarieren, zu verarbeiten? Na, wohin verfrachten wir ihn da am Besten? Ins intellektuelle Nirwana? Als Austreibung des unbequemen Juden aus der Pressewelt gewissermaßen. Damit wir uns nicht mehr aufzuregen haben …
          Darf er – mein Vorschlag zur Güte – nicht wenigstens seine amüsanten Island-Reiseberichte noch veröffentlichen?

        • Esra Y. sagt:

          … zum Broder-Boykottaufruf hätte ich noch eine Detailfrage:
          ★ ★ ★ ★ ★
          Was geschieht mit dem gedruckten Schrifttum des inkriminierten Autors, das bereits unter die Leute gebracht wurde, das in den Häusern und Stuben steht, hier auf dem Bücherbrett? Wird dieses eingesammelt – oder hat jeder Einzelne für die Verbringung zu sorgen? Und: Darf ich Broders “Der ewige Antisemit” von 1986, den ich gerade wieder in die Hand genommen hatte, noch zuende lesen?

        • Reyes Carrillo sagt:

          @Esra

          Ich habe auch hier vergessen, auf die “Antwort”-Taste zu drücken, deshalb ist mein Kommentar an dich leider auch weiter nach oben gerückt. Sorry.

        • Esra Y. sagt:

          Wie man darauf kommen kann, A_steins wiederholte Rede von der globalen jüdischen Lobby, die Krieg wolle, und einer gleichgeschalteten globalen Presse, die dies verleugne und nicht vermelde, für antisemitisch zu halten: In dem NS-Klassiker “Alljuda als Kriegstreiber” wird eingangs die Frage gestellt “Wer will den Krieg?” … und die Antwort ist dann durchgehend, dass jüdische Interessen hinter den Kriegen der Welt ständen, dass aber die Presse jüdisch dominiert sei und so für diese Wahrheit die Augen verschließe. Dabei, so weiter, haben diese postulierten jüdischen Kräfte die Welt mal wieder an den Rand eines Weltenbrandes gebracht. (Hans Gracht, Alljuda als Kriegstreiber, Vorkriegs-1939) Siehe: http://j.mp/alljudakriegstreiber

        • Fabian Buschtrommel sagt:

          Also tut mir leid,
          ich habe die letzten tage zu viele schlussfolgerungen gelesen die auf verdrehten zitaten und willkürlichen assoziationen dazu gründeten.
          erstmal würden sie nachweisen müssen das augstein von der “globalen jüdischen Lobby” gesprochen hat, das dürfte ihnen aber schwerfallen, der begriff hat eine andere qualität als “israel lobby” der perse noch lange keine antisemitische konotation hat. Wenn sie der meinung sind der begriff “Israel Lobby” hätte bei Augstein eine andere qualität als wenn er von der “Dänemark Lobby” sprechen würde dann müssten sie das ersteinmal nachweisen ansonsten entspräche das der umkehr der beweislast und die begründung die sie anführen beschränkt sich auf eine waage assoziation mit Nazipropaganda. Nun ist es einmal so das sowohl in den USA als auch in Israel seit jahren angeregt über die “israel lobby” debatiert wird, und die frage lautet wie gesagt nicht ob es eine solche gibt sondern würde wenn lauten welche qualität so ein mehr oder minder heterogene (mitlerweile haben sich zu AIPAC & Co eben noch liberale progressive vereine ala J-Street dazugesellt).
          Über all das könnte man jetzt diskutieren wenn sie nicht meinen würden sachargumente/sachkenntnisse durch willkürliche assoziationen zu naziparanoia ersetzen zu müssen.

          Allein das ich hier mit dem versuch aufwarte das etwas differenziert zu adressieren würde mir nach der jüngst wieder aufgebrodelten “antideutschen” argumentationslinie einen antisemitismus vorwurf einheimsen. T_T

          Ich habe schon ein paar beiträge von ihnen gelesen und sie sind doch sonst nicht so einfältig? Wenn man mal annimmt antisemitismus der marke “protokolle der weisen…” auf fehlgeleiteter mustererkennung beruht, dann beruht ihr vorwurf auf fehlgeleiteter mustererkennung von fehlgeleiteten mustern. Zu vermerken das vereine wie AIPAC auch als geopolitische akteure auftreten ist nicht gleichbedeutend damit an Alljuda zu glauben und eine institutionelle analyse ist nicht das selbe wie eine verschwörungstheorie, das problem ist nur leider das 99% die sich sicher sind in augstein den dämon erkannt zu haben keinen funken von der materie verstehen aber auf die moralische überlegenheit ihres standpunktes pochen indem sie unentwegt die vulgärpsychologische mär von der israelkritik als schuldumkehr als urkundenbeweis anführen. Das ist nicht nur monokaulsal es ist ignorant, narzisstisch und dumm.

          So tut mir leid wenn ich unverständlich formuliert habe aber ich nim eigentlich auch schon viel zu müde ;)

          Alljuda oder einfach nur Israel Lobby?
          http://www.youtube.com/watch?v=q2BmPv_gZII

          Eine debatte über eine wahnvorstellung?

        • Esra Y. sagt:

          Es ist nicht meine Einfalt, um die es geht. Wenn ich darauf verweise, wie es sein kann, dass man auf der Liste der zehn schlimmsten antisemitischen oder antiisraelischen Ausfälle für 2012 landen kann, dann ist der Verweis auf unsägliche Analogien, die weit hergeholt sind, die sich als direkter Vergleich verbieten – die aber bei wild galoppierender Assozierung durchaus am geschichtlichen Horizont auftauchen.

          Augsteins “Freitag” hat in der Aufarbeitung der Affäre selbst darauf verwiesen, dass Augstein streckenweise von einer jüdischen Lobby spricht, anstatt auf parteipolitische amerikanische oder israelische Interessenvertretungen zu verweisen: http://www.freitag.de/autoren/freiheitsliebender/israelkritik-wird-zum-antisemitismus-gemacht … Mich persönlich hat Augsteins Talkshowauftritt am meisten verstört, als er von einer “gleichgeschalteten Presse” sprach.

        • Reyes Carrillo sagt:

          Wie bitte?!? Du erkennst KEINE gleichgeschaltete Presse? Oh, verstörtes Menschenkind, wo lebst du? Die Konzerne/Personen, die hinter der deutschen Presselandschaft stehen, Bertelsmann und Liz Mohn vor allem üben also keine Meinungshoheit aus? Mein Gott, bist du naiv! Wahnsinn.

        • Esra Yildiz sagt:

          Das Wort von der “Gleichschaltung” ist nichtsdestotrotz ein böses Wort: http://de.wikipedia.org/wiki/Gleichschaltung

        • Reyes Carrillo sagt:

          Jetzt muss ich aber wirklich lachen, liebe Esra, Verzeihung!

          “Das Wort von der “Gleichschaltung” ist nichtsdestotrotz ein böses Wort.”

          Wunderbar! Diese respektable Genauigkeit gegenüber der Wortwahl eines anderen würde ich mir sehnslichst bei dir wünschen, was unseren Protagonisten angeht! Haha! Du merkst hoffentlich selber, dass dieser Satz von dir als reine Satire durchgehen muss, so wie du unseren Protagonisten auf der anderen Seite rezipierst.

        • Ich kann oft nicht begreifen, wie eigentlich gebildete, politisch interessierte und informierte Menschen nicht wahrhaben wolllen, das Beides existent und empirisch nachweisbar ist: Sowohl eine weitestgehend (bis auf marginale Differenzen) gleichgeschaltete (oder homogene) Medienlandschaft, als auch eine äußerst einflussreiche Israellobby (ADL, AIPAC in den USA, Zentralrat der Juden in der BRD).

          Man müsste so etwas eigentlich wahrnehmen können, wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht; und nein, diese Feststellung ist keineswegs antisemtisch, wie Fabian Buschtrommel oben schon korrekt darstellte.

          Zum Thema Medien empfehle ich diesen Text von Chomsky: https://le-bohemien.net/2011/02/12/der-mythos-der-freien-presse/

          Zum Thema Antisemitismus und Israellobby ist diese Dokumentation sehr erhellend:

        • Fabian Buschtrommel sagt:

          auch ein klassiker:

        • Reyes Carrillo sagt:

          Da gibt’s auch wenig zu begreifen, Sebastian. Der Mensch generiert Identität und Gruppenzugehörigkeit durch eine bestimmte Art der Ausblendung und Fixierung. Blöderweise tut das jeder auf seine Weise. Auch die Guten. Also auch wir. :-)

        • Gerd Weghorn sagt:

          Sie suchen wirklich nach einer Antwort auf die Frage, von wem – von welcher Interessentengruppe – und warum der Antisemitismus-Vorwurf als Waffe – und nur das ist auch in der causa Augstein das Thema! – missbraucht wird, dann hätte ich auch für Sie die Lösung Ihres Problems, nämlich die unwiderlegliche Antwort:http://profiprofil.wordpress.com/2012/11/24/pazifismus-judentum-usw/ ?!
          Ihre Kritik meiner Beantwortung dieses Politikums würde mich interessieren.

        • Reyes Carrillo sagt:

          Sie schreiben hier zum zweiten Male von der “Unwiderleglichkeit” Ihrer Analysen und/oder Thesen. Das erste Mal dachte ich noch, dass Sie erfrischenderweise auch zur Selbstironie fähig sind. Nun, beim zweiten Mal, so ganz ohne Kennzeichnung oder auch Smiley, da beschleicht mich der Verdacht, Sie meinten das wirklich ernst. Meinen Sie nicht, dass Sie Ihre sicher mühsame Arbeit mit solch peinlicher Selbstbewertung nicht entwerten und es dem geneigten Leser nicht gerade schmackhaft machen, sich Ihrer Arbeit vorurteilsfrei zu widmen? Zu einer solchen Apotheose seiner Selbst lässt sich ja nicht einmal der Protagonist dieses Artikels hinreißen!
          Sollte sie dennoch selbstironisch gemeint sein, dann betrachten Sie diesen Kommentar bitte als gegenstandslos. Und bitte: Seien Sie so lieb und kennzeichnen Ihre Ironie das nächste Mal – irgenwie!

        • Gerd Weghorn sagt:

          Wenn ich nähere Ausführungen zu den Intentionen Ihrer Beiträgen machen würde, dann wären auch die “unwiderleglich”, doch ich denke, dass ich Ihnen damit nicht weitehelfen würde/könnte, weshalb ich mir Ihren pseudo-psychologisierenden Ansatz versage.

          Für alle diejenigen, die nicht im Geiste meiner Großmutter erzogen worden sind – “Eigenlob stinkt, loben dürfen Dich nur Deine Dir Vorgesetzten” – empfehle ich das für jeden Naheliegenste: mich zu widerlegen, statt sich psychologisierend als Gouvernante oder Großmutter aufzuspieln.

          Sie jedenfalls sind zu einer Kritik, die die Bezeichnung verdient, nicht in der Lage, was ich bedauere, weil ich – im Unterschied zu Ihnen – den WIDERSPRUCH nicht nur loben, sondern sogar lieben gelernt habe.

          Versuchen Sie es doch versuchshalber einfach einmal mit meinen wissenschaftlichen und kundenorientierten Umgangsformen darin, meine Aussagen zu widerlegen: ich würde mich darüber sehr freuen.

        • Reyes Carrillo sagt:

          Ich habe Ihnen geantwortet, aber leider vergessen, auf “Antwort” zu klicken. Deshalb mögen Sie bitte weiter oben danach suchen. Herzlichen Dank!

        • Fabian Buschtrommel sagt:

          Es stimmt gleichschaltung beschreibt nicht den zustand der medien und es ist auch eine hässlige formulierung und bestenfalls ein kommunikationsstrategischer fehlgriff, aber man muss trotzdem die relationen wahren, es ist eben auch oft nicht viel mehr als eine polemisierung. Und auch wenn man vieleicht nicht davon sprechen kann das “die medien” gleichgeschaltet sind, das ist nicht das gleiche wie fest zu stellen das es gleichgeschaltete medien gibt.

        • Fabian Buschtrommel sagt:

          Erstmal sorry für den krummen ton!
          Man sollte halt in zuständen geistiger umnachtung und mit schaum vor dem mund keine kommentare schreiben ;)
          desshalb erstmal danke das Sie trotz streckenweise wirrem satzbau und einfältigen verunglimpfungen meinerseits, auf das kommentar überhaupt geantwortet haben.

          Wenn ich sie richtig verstanden habe dann muss eine kritik die an dem staat israel gerichtet ist insbesondere, im deutschen kontext dem umstand gerecht werden das
          jede formulierung auf (ggf)ungewollte historische implikationen hin abgekopft werden wird/sollte. Da wäre ich sehr mit Ihnen einer meinung.
          Augstein ist in anbetracht seines bewusstseins über den dauereskalierten zustand der debatte, offensichtlich nicht immer dem umstand gerecht geworden und hat formulierungen gewählt von denen er hätte wissen können das diese eine “worst-case-interpretation” erhalten werden. Ich weiss nicht ob er vieleicht aus vorauseilendem trotz heraus provozieren wollte, das wäre eine mutmaßung über seine unausgesprochenen motive und psychologisierung will ich in diesem fall den internationalen antisemitismus korifeen von der welt, der achse des guten und den kampferprobten adornitischen meisterdenkern von der sogenannten antideutschen und mit jenen ideologisch verschwägerten journalisten überlassen.

          Am ende führt es dazu das sich nurnoch die freiwillig oder unfreiwillig beteiligten in der debatte hervorgehoben sehen und überhaupt nicht mehr über den eigentlichen streitgegenstand diskutiert wird.

          Haben sie vieleicht nochmal den namen der talkshow in dem der begriff “gleicheschaltete presse” fiel? Abgesehen davon das es ja selbstverständlich ist das man positive aussagen, anstatt sie mit einem richtig oder falsch zu beurteilen, mit der erstbesten naziassoziation gleichsetzt die einem in den sinn kommt möchte ich mal darauf hinweisen das auch augsteins versessenste kritiker wie clemens wergin jüngst nicht immer dem goldwaagentest standhalten, wie man hier schon in der einleitung lesen kann:

          http://flatworld.welt.de/2013/01/02/ist-jakob-augstein-ein-linker-antisemit/

          “jüdische lobby”! ist aus dem broder vertrauten und kulturkampfideologischen ober gesinnungsjournalisten der sogar bei Netanjahu privataudienzen erhält plötzlich ein kleiner Ludendorf geworden? Hat Clemens “the international jew” auf seinem nachttisch liegen? Sind esotheriknazis für die welt länger tragbar?
          :P

          Naja alles kein einfaches thema und in jedemfall ein moralischer drahtseilakt, mit etwas vernunft und einem hauch akademischer mindeststandards in der debattenführung kann man zumindest dafür sorgen das man nach einem fehltritt im netz landet und nicht im abgrund.

          p.s. wieder keine zeit für korrekturlesung sorry im voraus

        • Gerd Weghorn sagt:

          Zum Thema “Israel Lobby” in den USA empfehle ich das Studium des israelischen Films “Bewährungsprobe für Obama”, die Anfang Februar, also nach Obamas Vereidigung, schon eingefordert werden könnte; hier die ARD-Präsentation:

          “Bewährungsprobe für Obama
          Das amerikanisch-israelische Bündnis (Israel, 2010, 59mn) BR
          Regie: Richard C. Schneider
          http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/bewaehrungsprobe-fuer-obama-die-amerikanisch-israelischen?documentId=5793484
          Zu seinen wichtigsten politischen Zielen zählt US-Präsident Barack Obama die Aussöhnung Amerikas mit der arabischen Welt und eine Lösung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern. Dafür verlangt er von Israel die Bereitschaft zu ernsthaften Verhandlungen. Die Dokumentation untersucht das gegenwärtige Verhältnis der USA zu Israel und fragt auch nach der Zukunft der Beziehungen zwischen den beiden Verbündeten.
          Seit Beginn seiner Amtszeit als 44. Präsident der USA hat Barack Obama versucht, in der amerikanischen Nahostpolitik neue Akzente zu setzen. Ihm liegt vor allem an einer Aussöhnung mit der islamischen Welt sowie einer möglichst schnellen Lösung des palästinensisch-israelischen Konflikts. Obama glaubt, dass dadurch dem islamistischen Terror und dem nuklear aufrüstenden Iran die Zustimmung der sogenannten “arabischen Straße” entzogen wird. Zahlreiche Israelis sehen in dem amerikanischen Präsidenten wegen seiner Aussöhnungsversuche mit der arabischen Welt einen “Feind Israels”, einen Politiker, der die ganz besondere Beziehung zwischen den beiden Verbündeten verändern will.
          Seit einem Jahr ringen nun US-Präsident Barack Obama und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu miteinander. Wird Israel diesen Kampf verlieren? Und wie sieht die Zukunft der amerikanisch-israelischen Beziehungen aus? Diesen Fragen geht die Dokumentation von Richard C. Schneider auf den Grund.”

  10. Reyes Carrillo sagt:

    :-)

  11. Fabian Buschtrommel sagt:

    *mehr oder minder heterogene ansammlung von netzwerken

  12. Esra Y. sagt:

    Damit man nicht falsch versteht: Ich halte Augsteins Platzierung auf der Liste der diesjährigen antisemitischen und antiisraelischen Ausfälle für unpassend, weil man damit Kreisliga mit Champions Liga vermischt. Da hilft wenig, dass man in der Betitelung der Rankings ausdrücklich zwischen antisemitischen und antiisraelischen Ausfällen differenziert. Interessant ist ja, dass bei der Wahrnehmung der Affäre gerade die Aufhebung der Differenzierung unterstellt wird. Augstein wird von uns allen zu einem Top-Antisemiten gemacht, dabei stand er auf einer ausdrücklich ganz anders betitelten Liste.

  13. Fabian Buschtrommel sagt:

    die sind scheinen sich alle wirklich sicher zu sein, das jakob augstein ein “verschwörungsideologischer” protokolle anhänger ist…
    Man ist ja schnell geneigt abweichende meinungen die die eigenne grundüberzeugungen irritieren auf unehrlichkeit oder irrationalität des gegenübers zurück zu führen aber ist es wirklich möglich das ein großteil der linken presse so
    aus überzeugung herraus, abgeklärt und leichtfertig das dieses urteil fällt?
    Ich glaube die leute haben sich selbst noch nichtmal von völkischen denkkategorien und dem glauben an erbschuld getrennt.

    http://www.taz.de/Jakob-Augstein/!108179/

    http://www.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/333.html

    http://www.publikative.org/2012/12/31/augsteins-israelkritik-eine-frage-der-obsession/

    http://www.titanic-magazin.de/essay-augstein.html

    http://lizaswelt.net/2013/01/05/freispruch-fuer-deutschland/

    (und spätestens ab hier wird der übergang zu den neokonservativen kulturkampf ideologen von der achse des guten fliessend, was auch sehr bezeichnend ist aber die die “neokonservativkomunistischen” oxymorone der antideutschen haben andere leute schon gut beschrieben denke ich)

    ich frag mich wie die das alles ernst meinen können, es ist nicht nur die sache mit dem assoziations fehlschluss und der psychologisierung, den ad hominem angriffen, den “reductio ad hitlerum” argumenten, den falschen dichotomien, den verdrehten ebenen etc etc

    ist das wirklich alles was der linke mainstream zu bieten hat?
    muss die titanic dafür extra ihre satirische maske ablegen?

    Vieleicht sollte man das thema weiter eskalieren und eine TVdebatte im ard anleiern oderso, Zeev Maoz, Mosche Zuckermann und ein sachkundiger psychologe der sich mit schuldkomplexen auskennt VS Broder und komme wer wolle, klären die frage ob
    wir es bei augstein mit einem nazi zu tun haben… ;)

    p.s.
    http://www.jungewelt.de/2012/10-10/001.php

  14. Reyes Carrillo sagt:

    Ach, lieber Gerd, immer schön geschmeidig und vor allem immer hübsch höflich bleiben – vor allem einer Dame gegenüber. Besonders zu Ihnen würde mir in der Tat eine Menge mehr an Störungen einfallen, die sich zusätzlich um Ihre inzwischen nicht mehr nur vermutete, sondern faktische profilneurotische Störung hinzu addieren! Da haben Sie sicher Recht. Und freilich: Das tut schon ein bisschen weh und zerrt an der Eitelkeit, wenn man als schlichter Wichtigtuer mit dick aufgeblasenen Backen wie Sie den Spiegel vorgehalten bekommt. Kann ich schon verstehen und dahingehend haben Sie auch mein vollstes Mitgefühl! Wirklich.
    Schauen Sie, die Psychologie ist nun einmal der Job, dem ich seit über 32 Jahren in verschiedensten Konstellationen mit viel Freude nachgehe. Und, lieber Freund: Sie werden doch nicht behaupten wollen, Herrn B…, dem Antisemitismus, ja, Politik generell ohne Psychologie erfassen zu können. Dieser Baustein gehört zwingend dazu. Und nachdem dies mein hauseigenes Terrain ist, spreche ich gelegentlich davon. So einfach. So wie der Politologe den anderen Fokus, der Soziologe usw. wieder andere Fokusse haben. Dass Sie oder andere das mögen müssen, das ist doch eine völlig andere Ebene.
    Ich wünsche Ihnen jetzt, dass Sie sich wieder abgeregt haben und gelassener in die Welt und auf sich blicken können! Vor allem wünsche ich Ihnen aber, dass Sie diesen wirklich unsympathischen Wichtigtuer in Ihnen irgendwann nicht mehr brauchen!

  15. Gerd Weghorn sagt:

    Sorry, Frau Carillo, dass ich mich Ihnen gegenüber als “einer Dame” noch einmal mit Kritik zu Wort melde, haben Sie doch – im Gegensatz zu Ihrer Behauptung
    https://le-bohemien.net/2013/01/03/2012-die-radikalisierung-des-henryk-m-broder/#comment-42787 – mir nicht “geantwortet”, sondern sich (auch) mir gegenüber lediglich wieder einmal selbstgefällig arrogant entäußert.

    Da Sie sich mit rabulistischem und pseudo-psychologischem Geschwurbel weigern, sachlich zu werden und endlich mal meine Artikel zu studieren, hier also einige meiner dort begründeten Behauptungen in Thesenform, verbunden mit der Bitte um Widerlegung, also mit einer Herausforderung, der Sie ebenfalls nicht gewachsen sein werden, wie sie es gleich selbst belegen werden:

    1. Der Antisemitismusvorwurf wird als Waffe in der politischen Debatte ausschließlich von Zionisten und ihren Informellen Mitarbeitern verwandt; das bekam auch Jakob Augstein zu spüren.

    2. Dass der Antisemitismus-Vorwurf überhaupt als Waffe gebraucht werden kann, steht und fällt mit seiner Auschwitz-Konnotation, also der Assoziation des zweiten Holocausts; anders gesagt: niemand interessiert sich mehr für den Antisemitismusbegriff seines Erfinders Marr.

    3. Die “Endlösung der Judenfrage” ist aber nicht beliebig wiederholbar, weil die Bedingungen von 1942 nie mehr eintreten werden und dies nicht zuletzt deshalb, weil die Juden das am effektivsten geschützte Volk der Welt sind und weil (nicht nur deshalb) aus einer Shoah kein Staat der Welt einen Nutzen ziehen könnte.

    4. Zum Antisemitismus brauchte es keinen Judenhass, und auch der einzelne Jude wird mit dem Judenhass so leben müssen wie der Araber mit dem Araberhass des Juden et al., ist doch Hass eine psychologische Erscheinungsform allgemein menschlicher Unzulänglichkeit, genauer gesagt: ein Menschenrecht.

    5. Nicht nur Antisemitismus, sondern auch der Zionismus, auf den der Antisemitismus sich bezogen hatte, ist eine rassistische Weltanschauung – Beispiel: „jüdischer“ Staat Israel – woraus folgt, dass auch Sie sich – wie ich das vormache – für die Transformation des Zionismus zu einer toleranten Weltanschauung stark machen sollten.

    Keine dieser fünf Thesen werden Sie widerlegen können, was auch Sie zähneknirschend dazu bewegen wird, meine Feststellung zu akzeptieren, dass auch diese Thesen „unwiderleglich“ sind.

    Mehr: http://profiprofil.wordpress.com/tag/antisemitismus/

    • Reyes Carrillo sagt:

      Ja klar, Sie dürfen mich als Dame selbstverständlich auch weiterhin von Ihrer Unfehlbarkeit überzeugen wollen.
      Mann, wirklich im Ernst, warum müssen Sie bloß so einen Zirkus um sich selbst machen? Ihre Thesen sind doch prinzipiell vernünftig – nur leider in wirklich NICHTS neu, innovativ oder besonders originell! Aber sie sind gut und wichtig! Natürlich. Deshalb auch hatte ich Ihnen ja, vielleicht haben Sie’s übersehen, meine Aufwartung mit einem “warmen” Dank von mir gemacht gehabt.
      Die Punkte drei und vier Ihrer Thesen würde ich so nicht formulieren bzw. stellen sie mir keinen Mehrwert zur Verfügung. Aber: so what. Und wenn Sie nun Ihrerseits über “psychologische Erscheinungsformen” nachdenken und den Hass zum “Menschenrecht” erklären, dann ist eine solche Plattitüde meinetwegen wohlfeil, aber doch bitte kein Beleg für knallharte, “unwiderlegliche” Thesen. Woher Sie diese Selbsteinschätzung nehmen bleibt mir einfach schleierhaft. Dass Sie nicht merken, wie Sie sich mit dieser neurotischen Selbstsicht ohne Not zur Karikatur machen – und das absolut freiwillig. Kopfschüttel.
      Und dann muss man sich von Ihnen noch belehren lassen, dass man sich “für die Transformation des Zionismus zu einer toleranten Weltanschauung stark machen sollte”. Unglaublich. In meinem ganzen Umfeld, mich inbegriffen, kenne ich niemanden, der sich dafür nicht stark machen würde! Und unser Autor Sebastian Müller genauso und mit ihm 1001 andere Blogger und weltweit Millionen…
      Schauen Sie, und dann schreiben Sie zum Schluss einen solchen wirklich fast pubertären, bildlich richtig dick mit Akne übersäten Satz: “Keine dieser fünf Thesen werden Sie widerlegen können, was auch Sie zähneknirschend dazu bewegen wird, meine Feststellung zu akzeptieren, dass auch diese Thesen „unwiderleglich“ sind.”
      Ich kann mir überhaupt nur schwer vorstellen, dass ein selbstbewusster, erwachsener Mann, der im Leben und bei Frauen seinen Mann steht zu solchen Formulierungen greifen muss. Da sehen Sie allen Ernstes am anderen Ende des virtuellen Raums eine Frau (oder wen auch immer vor sich), die “zähneknirschend” Ihre Thesen als dicken Brocken herunterschlingen muss, würg!, weil sie bang und am ganzen Leibe zitternd ehrfürchtig vor Ihrer/ihrer Unwiderleglichkeit kapituliert? Wie bitte? Es ist wirklich kaum vorstellbar, was Sie da von sich geben. Ich warte die ganze Zeit schon irgendwie auf ein “Ätsch, reingefallen! War alles nur Spa-has!!!”. Aber da kommt nix. Einfach nur traurig.

      • Gerd Weghorn sagt:

        Ich habe Sie nicht als jemand kennenlernen dürfen, der daran interessiert ist, den Zionismus zu einer toleranten Weltanschauung zu transformieren, weshalb es Ihnen auch nicht zusteht , mich für diese Aufforderung zu kritisieren, genau so wenig, wie ich es Ihnen publizistisch durchgehen lasse, dass Sie Sebastian Müller als Ihren Kronzeugen instrumentalisieren.
        Mein Urteil über Ihre Persönlichkeit ist kurz gesagt: Sie sind eine geltungssüchtige Person und entsprechen dem, was ich in meinem Buch als OPFERMENTALITÄTER definiert habe: http://www.dialogbuch.de
        Wie ich es erwartet habe, sprechen Sie, wenn Sie mich benennen, in Wirklichkeit von sich selbst, ist doch Hass auf Dritte immer Selbsthass und die Verachtung, die Sie meinen mir zukommen lassen zu dürfen, immer ein Ausdruck von Selbstverachtung.
        Sie müssen eingestehen, dass Sie meiner Argumentation nicht gewachsen sind, und dass Sie einzi Ihre Arroganz gegen mich ins Feld führen können, wobei Sie selbstredend ahnen, dass der Stein, den Sie gegen mich erhoben, auf Sie fallen wird.
        Es wäre mir ein Leichtes, jeden Ihrer Sätze als Ausdruck Ihres Selbsthasses und ihrer Selbstverachtung darzustellen, doch ich brauche das allein deshalb nicht zu tun, weil Sie die Unwiderlegbarkeit meiner Argumentation zumindest erahnen, weil aber – und dies ist die einzige Legitimation dafür, sich überhaupt mit Ihnen auf die von Ihnen immer wieder beschrittene Bahn der persönlichen Anmache einzulassen – weil jeder andere außer Ihnen die die Präzision und Unwiderleglichkeit meiner Argumentation nicht nur erahnt, sondern auch erkennt.
        Wenn Sie der Auffassung sind, dass ich mich nicht selbst beurteilen dürfte – das war der Ausgangspunkt Ihrer Aggression gewesen – und Sie genau dies aber wie selbstverständlich als Ihr Recht in Anspruch nehmen, dann werden auch Gehirnpygmänen diesen Widerspruch zwischen Ihrem Anspruchsdenken und Ihrem Handeln erkennen können – und mir nicht widersprechen, von einem OPFERMENTALITÄTER natürlich abgesehen.
        Sie müssen sich im Übrigen von mir nicht belehren lassen, sondern ich schreibe das nur für mich und die amüsierte Leserschaft, möchte aber nicht unterlassen, noch einmal zu betonen, dass ich mich gerne belehren lasse, verspreche ich mir davon doch die mich auszeichnende Professionalisierung meiner Beziehungs-, Führungs- und Kampfkompetenz – die Ihnen zu demonstrieren ich mir gerade herausgenommen habe.
        In der Gewissheit, von Ihnen weitere Zeugnisse von geltungssüchtigem Verhalten serviert zu erhalten und mit dem Versprechen, Sie bei jedem Angriff auf meine Person – ein Gütekriterium Ihrer selbstischen Beziehungskompetenz – als OPFERMENTALITÄTER, der Sie sind, nicht zu enttäuschen, darf ich hier einfach mal mit dem Wunsch schließen, dass Sie vielleicht ein weißer Ritter aus Ihrer verfahrenen Lage erlöst. Gentlemen: rettet “die Dame” vor dem bösen großen Wolf! Oder lasst es sein!

        • Reyes Carrillo sagt:

          Ihre Persönlichkeitsstörung ist leider doch weit schwerer als angenommen. Aber: Sie dürfen gern zu mir kommen und sich bei mir auf die Couch legen. Es würde angesichts Ihrer massiven Störung zwar etwas dauern, aber ich würde Ihnen bestimmt helfen können! Doch dieses Blog hier, das werden Sie sicher einsehen, ist natürlich nicht der geeignete Ort, mit der Behandlung zu beginnen. Bleiben Sie tapfer!

  16. Fabian Buschtrommel sagt:

    ich habe mich jetzt wie gesagt die ganze zeit darüber geärgert das die anti-augstein fraktion in dieser geschichte nicht ohne begriffe wie schuldumkehr, projektion, obzession etc auskam um antisemitismus zu identifizieren und muss sagen es wird einem auch nicht gerade einfacher gemacht gegen “psychologisierung” zu argumentieren wenn einem ständig irgentwo jemand mit einem pathologischem verhältnis zu diesem thema begegnet. Wenn ich recht überlege, mein eifer diese debatte zu verfolgen ist im grunde darauf zurueck zu führen nicht für meine klausuren lernen zu müssen…
    Broder hat recht, alles spinner die ihm wiedersprechen. (er muss nurnoch “prokrastination” in ein diagnostisches register aufnehmen) :/

    • Reyes Carrillo sagt:

      Klasse: “Wenn ich recht überlege, mein eifer diese debatte zu verfolgen ist im grunde darauf zurueck zu führen nicht für meine klausuren lernen zu müssen…”.
      Das ist wahrscheinlich der ehrlichste Satz in diesem ganzen Thread! Zumindest aber der beste! ;-)
      “…(er muss nurnoch “prokrastination” in ein diagnostisches register aufnehmen)”
      Und um noch meine mir attestierte Geltungssucht zu unterstreichen, hier der Fachkommentar dazu:
      Die Prokrastination wird zwar nicht in der ICD-10 gelistet (Inernational Classification of Deseases), ist also (kommt sicher noch) keine Störung nach DSM-IV (Diagnostic and Statistic Manual of Mental Disorders), aber als “pathologisches Aufschiebeverhalten”, also als Verhaltensstörung längst anerkannt. Die Behandlungsmöglichkeiten sind übrigens hervorragend wie auch der Erfolg derselben.

  17. Fabian Buschtrommel sagt:

    Wir sollten hier lieber über ethnochauvinismus reden, mit seiner “doppelagenda” hat broder (und nicht nur der) es jedenfalls geschafft das nazi stigma vom deutschen ethnochauvinismus zu lösen, man darf wieder rechts sein in deutschland man muss nur wissen wie man die welt in gut und böse auf zu teilen hat (vgl. Achse des Bösen).
    Ich finde das ist ein beängstigender wiederspruch.

  18. Esra Y. sagt:

    “Ethnochauvinismus” – ? Ist Chauvinismus nicht immer ethno, wenn er nicht sexo ist?
    ★ ★ ★ ★ ★
    Und: Man sollte das Judentum mit seiner Geschichte nicht darauf reduzieren, dass es fest als “linkes” Lehrstück gebucht wird. Ein rechter Jude ist ein Rechter – und nicht der Drahtzieher einer von Ihnen unterstellten untergrabenen Nazi-Konnotation rechter Positionen.

  19. Reyes Carrillo sagt:

    PS. @Esra

    Mit “ignorieren” meine ich natürlich den Meister.

  20. Esra Y. sagt:

    SPIEGEL ONLINE macht (kurzzeitig) mit einem Bericht über die erstarkten rechten Kräfte in Israel auf – sehe ich eben. (http://www.spiegel.de/politik/ausland/naftali-bennett-ein-multi-millionaer-macht-netanjahu-konkurrenz-a-876211.html)
    ★ ★ ★
    Danke lieber Spiegel, so wird die Charakteristik der wirklich problematischen Rechten in Israel benannt – und nebenbei wird auch noch das wirre Statement des Anteilhabers Jakob Augstein korrigiert, die frommen Kaftanjuden, die nicht militärdienstpflichtigen Haredim seien die weltfriedengefährdenden Fundamentalisten in Israel.

  21. Reyes Carrillo sagt:

    Hahaha, wunderbar! Gegen die Polemik, die du mir jetzt auftischst, bin ich ja ein polemisches Waisenmädchen! Ich sagte ja: Du lernst schnell! Und weit mehr, als ich dachte! Dummerweise aber habe ich in meinem letzten Kommentar auf Polemik gänzlich verzichtet und dir absolut offen und normal geantwortet – und fange mir dafür deinen wirklich nur noch saublöden Kleinkatalog an genau derselben Art von Fragen ein, für die dein Meister berüchtigt ist. Denn so wie er: An einer wirklichen Antwort bist du ja eh nicht interessiert. Auf dieses bewusste Missverstehen und dieses alte Frage-als-Statement-Spielchen inkl. Suggestivleckerli lasse ich mich natürlich nicht ein. Setzen, sechs!

    • Esra Y. sagt:

      Oh, schade!
      ★ ★ ★
      Zu unserem Abgang, unserem gemeinsamen, nur soviel: Mein großer Meister, den Sie immer beschwören, mein Held ist – festhalten – Tucho! Tucholsky war mit gleich vier Trollen am Start (Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel), die er neben dem Klarnamen ins Feld führte – und damit zum Teil ganz unterschiedliche Töne anschlug: Mal hochgradig sarkastisch, mal aufgesetzt versöhnlich, ja entlarvend konservativ. Aber das weißt Du ja sicher. Er brachte damit ganze Kreise der Weimarer Republik gegen sich auf; man wollte sein närrisches Kapriolenspiel verboten sehen; sein Herausgeber Ossietzky wanderte noch zu Republikzeiten wegen Tuchos Texten ins Gefängnis; Tucho selbst war ja nicht ohne Grund schon beizeiten außer Lande geflüchtet. Ich kann mich da nur anschließen.
      ★ ★ ★
      BEI WIKIPEDIA LESE ICH: Aus der Sicht der Konservativen und Rechtsextremen – auch der deutschnationalen Juden – stellte Tucholsky indes das geradezu perfekte Feindbild vom „zersetzenden, jüdischen Literaten“ dar. Dass Tucholsky aus dem Judentum ausgetreten war und sich protestantisch hatte taufen lassen, spielte für diese Kritiker keine Rolle. Auch das heute noch gegen Juden vorgebrachte Argument, dass sie mit ihren Äußerungen selbst den Antisemitismus provozierten, wurde schon gegen Tucholsky ins Feld geführt. In seiner Literaturgeschichte des deutschen Volkes brachte Josef Nadler 1941 den Hass der Nationalsozialisten gegen den bereits Verstorbenen aufs Deutlichste zum Ausdruck: „Kein Volk dieser Erde ist jemals in seiner eigenen Sprache so geschmäht worden wie das deutsche durch Tucholsky.“

      • Reyes Carrillo sagt:

        Ist ja armselig: Statt, dass du dich wegen deiner ätzenden Polemik in die Ecke stellst, dich schämst und dich um Verzeihung bettelnd vor mir im Kotau auf die Knie wirfst, kommst du aufgeplustert bis unter die Perücke daher und kippst – schrecklich selbstverliebt – einen weiteren Eimer mit den Beweisen deiner humanistischen (Wikipedia-)Bildung über mir aus.
        “Unser gemeinsamer Abgang”? Wo hast du denn das gelesen? Ich meinerseits habe gar nicht vor, irgendwohin abzugehen. Dir aber wünsche ich nur Bestes! War nett. Echt. :-)

        • Reyes Carrillo sagt:

          @Esra

          Nachtrag:
          Natürlich sollte auch der erste Abschnitt meiner Replik mit einem Zeichen-Smiley versehen sein! :-)

        • Esra Y. sagt:

          “Unser beider Abgang” wollte sagen: Einvernehmliche Trennung. Ich sah mich von Dir verabschiedet, habe mich daraufhin dem Schlussstrich unterworfen.
          ///
          Aufplustern ist bei mir übrigens voll die Pose; das habe ich echt gut drauf; im Unterschied zum Weghorn kenne ich Ironie, Selbstzweifel und ein Augenzwinkern; tut übrigens richtig gut, wenn die Polemikopfer unter meiner hingerotzten Unverschämtheit kollabieren. Aporpos: ich bin Wikipedia! ;-)

        • Esra Y. sagt:

          Ein nachträglicher Smiley gildet nich’! ;-)

        • Reyes Carrillo sagt:

          Ich breche doch die Kommunikation mit einer so belesenen, klugen Mitstreiterin für das Gute nicht ab, von der ich schon bisher so vie lernen konnte! Schließlich bist du Wikipedia.
          Bist du mir eigentlich böse, wenn ich unter deinen “hingerotzten Unverschämtheiten” nicht kollabiere?
          Ja, ja, mein Freund Gerd Weghorn… Ich habe in meinem dieses Jahr dann sechs Dekaden überblickenden Leben weder beruflich noch privat jeweils einen Menschen mit dieser sehr speziell ausgeprägten pathologischen Profilneurose erlebt – und ich habe wirklich schon Vieles erlebt/gesehen! Deshalb wollte und konnte ich das am Anfang gar nicht glauben. Aber lassen wir dieses Thema.
          Übrigens: Nachträgliche Beurteilungen über nachträgliche Smileys gelten ebenfalls nicht!

  22. Reyes Carrillo sagt:

    Danke dir für diesen interessanten Presserundblick! Ich lese ja das ganze Zeugs nicht. Wenn das so stimmt, und davon gehe ich natürlich aus, wenn du das schreibst, dann sind da schon ein paar echte Hämmer dabei!
    In jedem anderen Land außer Deutschland kann man unbelästigter die israelische Politik kritisieren! Vor allem Noam Chomsky liebt ja seine ansonsten gnadenlos von ihm kritisierten USA für ihre Kultur der “freedom of speech”, die in der Tat kaum Grenzen kennt und bei uns schon längst der Staatsanwalt anklopfen würde.

  23. Gerd Weghorn sagt:

    Sehr lesenswert ist auch dieser Kommentar von KenFM:

    “Huhu H&M!

    Muss ich mir Sorgen machen? Ich lese gerade, Sie arbeiten jetzt auch nicht mehr beim RBB, da Radio Eins es am ersten Freitag im Jahr 2013 vorzog, Sie „vorübergehend“ in die Pause zu schicken.”

    Mehr http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151171445576583&set=a.402486811582.184264.352426141582&type=1

    • Reyes Carrillo sagt:

      So sehr ich Herrn Jebsen generell in Vielem zustimme, so sehr nervt seine manische “H&M”-Obsession! Menschlich nachvollziehbar ist das natürlich, dass er sich irgendwie Erleichterung verschaffen muss. Aber ich frage mich, worin der Mehrwert dieses öffentlichen Auslebens einer solchen Obsession besteht? Und wo ist – nur von der Obsession her betrachtet – der Unterschied zum Subjekt seiner Begierde? Klar, ich bin streckenweise auch gerne Voyeur in dieser – einseitigen – öffentlichen Privatfehde, freue mich auch an Jebsens Polemik, freue mich an Wortschöpfungen wie “Familienjuwelen” als Synonym für die männl. Klöthen oder “Broderlinesyndrom” und bin dankbar für jeden gut ausgeteilten Hieb gegen den Verursacher von Jebsens Obsession. Aber das ist alles viel zu viel, viel zu lang, viel zu laut, viel zu schnell (Jebsen in Ton/Bild), viel zu emotional, viel zu aggressiv, viel zu betroffen, viel zu dick aufgetragen und vor allem viel zu offensichtlich, dass da einer ganz persönlich verletzt und gekränkt reagiert, als dass dies alles den Adressaten wirklich beunruhigen müsste. Im Gegenteil, dieser wird es wieder nur genießen, wie sich da jemand dermaßen leidenschaftlich an ihm abarbeitet und sein Weltbild wiederum bestätigt sehen. Wenn dieser auf Jebsens Face-to-Face-Angebot knapp entgegnete “Ich bin kein Therapeut”, dann ist doch eigentlich schon die Nummer durch und eine Bemerkung wie “Ich habe Sie auch immer als Patienten wahrgenommen” (oder so ähnlich) dann nur noch ein schlappes, verbranntes Aufjaulen. Wie gesagt, der Adressat wird sich dran ergötzen. “H&M” ist definitiv NICHT auf seinem eigenen Terrain zu schlagen, das geht immer nach hinten los.

  24. Fabian Buschtrommel sagt:

    wow wie die zeiten sich ändern… was für ein twist oO

    http://arendt-art.de/deutsch/Henryk_m_broder/Henryk%20M.%20Broder%20als%20Antizionist.htm

  25. Esra Y. sagt:

    Hat man denn so etwas schon gesehen? Eine unverschämte Parabel auf die ganze Angelegenheit: https://www.freitag.de/autoren/joneblomisaksen/das-mit-israel-hat-sich-irgendwie-nie-ergeben

    Der böse Broder wird hier, wenn ich das richtig deute, als grantiger polnischer Hausmeister charakterisiert, der allenthalben mit Chlor feucht auswischt.

    Aber auch Augstein kommt nicht gut dabei weg. (Unerklärlich ist dabei, dass der Freitag dieses Kuckucksei von Text hat stehen lassen.)

    Insgesamt trifft meines Erachtens die Parabel den Ton ganz gut … ;-)

  26. Arnold Voß sagt:

    Schön, dass sie alle hier ein Feindbild gefunden haben, an dem sie ihr äußerst beschränktes Weltbild abarbeiten können. Im Angesicht diese Art der freiwilligen Selbstgleichschaltung erscheint mir die sonstige deutsche Presselandschaft geradezu als ein Hort der Vielfalt und des kritischen Diskurses.

  27. Gerd Weghorn sagt:

    Was ich nicht verstehe, dass ist die Tatsache, dass weder der ZdJ noch das SWC den Augstein und nicht mich auf die Liste der 10 Antisemiten gesetzt hat, ist doch der Augstein im Vergleich zu mir ein Philosemit (alle Begriffe immer in der Denke der Zionisten gebraucht). Oder wo hat man schon einmal solche ein steile These gefunden und erklärt bekommen: ANTI- und SEMITISMUS: zwei Seiten einer Medaille
    http://profiprofil.wordpress.com/2013/01/30/anti-und-semitismus-zwei-seiten-einer-medaille/ ? Ich bitte um Informierung.

  28. Marie sagt:

    Ich halte den Herrn Broder für einen rechten Volksverhetzer und Linkenhasser- lachen kann ich über den nicht. Seine Ausfälligkeiten sind überwiegend einfach nur ekelerregend. Hier scheint es aber nicht mehr um das Thema Broder und Antisemitismusvorwürfe zu gehen, sondern um die eitle Selbstdarstellung des einen oder anderen “aufgeblähten” Schreibers mit “unwiderlegbaren” Thesen und so weiter und so fort.

    • Gerd Weghorn sagt:

      Erzähl mir mehr von Dir und Deinen Erscheinungen: Menschen, die nicht argumentieren, sondern nur entwerten können, haben mich immer schon interessiert, gehören sie doch zu den gefährlichsten Phänomen, so dass es dein Überlebenswille gebietet, sie genau zu kennen.

  29. Marie sagt:

    Ach weißte – ich rede lieber verständlichen Klartext -Geschwurbel ist nicht mein Fall. Und unter Argumenten verstehe ich etwas völlig anderes, als sich in Selbstüberschätzung für angeblich “unwiderlegbar” zu halten. Das Interesse ist also einseitig und von meiner Seite nicht vorhanden. Gefährlichste Phänomene, Überlebenswille – geht`s noch?

    • Reyes Carrillo sagt:

      Hallo Marie, das ist nur der Gerd. Dem geht’s seit einiger Zeit nicht so besonders gut. Deshalb bitte nicht alles auf die Goldwaage legen.
      Viele Grüße und Danke für Ihr Verständnis!
      Freundlichst,
      Ihre Reyes (Betreuerin)

      • Gerd Weghorn sagt:

        @Marie und @Reyes Carillo: woher rührt nur Eure Arroganz? Keine von Euch ist imstande (!), meine Thesen zu widerlegen, doch damit seid Ihr nicht alleine.

        Diese Aussage ist deshalb kein Ausdruck von Selbstüberschätzung, weil sie leider den Tatsachen entspricht; Euer Hass auf mich, der sich in Euren Entwertungen widerspiegelt, ist – das wisst Ihr selber – nichts anderes als eine Projektion – übrigens nach dem gleichen Muster verlaufend, wie ich sie in meinem denkwürdigen Beitrag ANTI- und SEMITISMUS: zwei Seiten einer Medaille
        http://profiprofil.wordpress.com/2013/01/30/anti-und-semitismus-zwei-seiten-einer-medaille/ dargestellt habe.

        Rührt vielleicht daher Eure Aversion, diesen Artikel kritisch zu würdigen: aus Eurer Angst davor, Euch wieder zu erkennen in diesem traurigen Geschäft der obsessiven Projektion des Selbsthasses auf das Objekt der Begierde, vertrete ich doch die These vom Konkurrenzkampf von Antisemitismus mit dem (bis heute tabuisierten) Semitismus?!

        Auch Eure Kritik dieser meiner originären Erkenntnis (soviel zur “Selbstüberschätzung”) würde mich sehr interessieren: Bitte schön!

  30. Marie sagt:

    Sehr geehrter Herr Weghorn –
    eine Diskussion mit einem Herrn, der seine Thesen für “unwiderlegbar” hält und sich im Besitz einer “originären” und “denkwürdigen” Erkenntnis wähnt, erscheint mir nicht sinnvoll, so dass ich davon aus gutem Grund absehe.

    Und wenn Sie hier von einem angeblichen “Hass” auf Ihre Person reden, entspringt das m:E. derselben Selbstüberschätzung. Mir jedenfalls sind Sie keinesfalls so wichtig, als dass ich mich veranlasst sähe, Sie zu hassen.

    • Gerd Weghorn sagt:

      Die Verweigerung der Diskussion, der Verhandlung, des Gesprächs ist eine Kriegserklärung, stellt sie doch als Nicht-Beachtung der Aussagen eine Nicht-Anerkennung des Sprechenden dar.

      Diese Taktik ist Bestandteil der israelischen Staatsräson im Umgang mit den Palästinensern, oder – exemplarisch – des Rabbi Cooper mit Herrn Augstein – das die vermeintlich Mächtigen in arroganter Manier die Bedingungen diktieren, unter denen sie bereit wären, mit einem Andersinteressierten zu diskutieren etc. Der Rabbi verlangt als Voraussetzung für ein Gespräch mit Jakob Augstein, dass dieser sich vorher für seinen Antisemitismus “entschuldigen” müsse: http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/der-rabbi-sah-am-donnerstag-rot

      Dies ist auch Ihre Taktik: Ihre Unfähigkeit, sich mit meinen absolut diskussionswürdigen Thesen auseinander zu setzen und sie kritisch zu würdigen kaschieren Sie mit einem Genörgel über mein Selbstverständnis sowie über die Tatsache, dass diese Thesen in der Tat unwiderleglich sind, weil sie eben niemand widerlegt hat.

      Für jeden, der wirklich denken kann, erschließt sich aus dieser Provokation natürlich die Herausforderung, es dann doch mal zu versuchen – eine Herausforderung, der auch Sie nicht gewachsen sind, denn Sie werden diese Erkenntnisse nicht widerlegen können.

      Sie sollten uns diese Ihre Unfähigkeit endlich eingestehen und hier nicht den arroganten Max herauskehren, der meint, dass seine Taktik, die eigene intellektuelle Unfähigkeit mit vorgeschobenen Benimmregeln vertuschen zu können nicht als Vertuschung einer intellektuellen Unfähigkeit augedeckt werden könne.

      Wenn Sie meinen, Ihre Bezeichnungen meines Essays als “Geschwurbel” und “aufgebläht” sei dem von mir betriebenen wissenschaftlichen Diskurs adäquat, dann muss ich Sie auch hier auf den Stock setzen: das sind unangemessene Umgangsformen, die ein schlechtes Licht auf Sie werfen, was ich prinzipiell schade finde.

      Ich darf Sie also bitten, mich zu kritisieren!

  31. Marie sagt:

    Ach, Herr Weghorn – mit wem ich diskutiere, welche Thesen ich für diskussionswürdig oder denkenswert erachte und wen ich kritisiere oder nicht kritisiere, das sollten Sie mir überlassen. Ich werde Ihrer Aufforderung nicht folgen und alles was ich dazu sagen wollte, steht bereits oben geschrieben. Sie dürfen Sich von mir aus gerne für allwissend und nicht widerlegbar halten, aber Sie gestatten, dass ich an derartigen Diskussionen, bei denen das “nicht widerlegbare” Ergebnis aus Ihrer Sicht schon von vornherein unverrückbar feststeht, keinerlei Interesse habe. Sie finden doch bestimmt einen anderen Diskussionspartner, bei der elementaren Bedeutung Ihrer Thesen wird Ihnen das bestimmt nicht schwer fallen.

    • Gerd Weghorn sagt:

      Es geht hier nicht um “Rechte”, selbstverständlich “überlasse” ich Ihnen Ihre “Entscheidung” nicht zu diskutieren – ich interpretiere sie nur als das, was sie wirklich ist: als Entwertung eines Beitrags und Verweigerung der Diskussion Ihrer Entwertungskriterien. Und dies aus Ihrer Unfähigkeit, gepaart mit Ihrer Überheblichkeit, wie sie kennzeichnend ist für die Vermeidung von sachlichen Argumenten und dem Ausweichen auf Nebenwidersprüche, das sich an dem Gemosere über rhetorische Stilmittel festkrallt.

      Mein Tipp: versuchen Sie´s zukünftig mit Kommunikation auf der Sachebene, dann brauche ich mich nicht mit der von Ihnen ins Spiel geschobenen Beziehungsebene von Kommunikation zu beschäftigen (obwohl mir das liegt!)

  32. Marie sagt:

    Sie dürfen es gerne unzutreffenderweise für “sachlich” halten, sich selbst als unwiderlegbar und allwissend und bedeutend darzustellen und Ihr Gegenüber als unfähig und überheblich. Mein Tipp: Denken Sie mal darüber nach, aus welchen Gründen sich die Neigung anderer Menschen, besonders auch in Ihrem eigenen Blog, mit Ihnen in der Sache diskutieren zu wollen, in mehr als äußerst bescheidenen Grenzen hält bzw. nicht vorhanden ist. Sofern Sie in Ihrer mit Verlaub eitlen Selbstüberhöhung dazu überhaupt in der Lage sein sollten.

    • Gerd Weghorn sagt:

      Ich bewundere Ihre Methode, sich um die Diskussion einer These herumzudrücken, indem Sie immer wieder neue Zugänge zu Ihrer Masche des Persönlichwerdens eröffnen.

      Dass Sie die Diskussion über “Anti- und Semitismus: zwei Seiten einer Medaille namens Rassismus” http://profiprofil.wordpress.com/2013/01/30/anti-und-semitismus-zwei-seiten-einer-medaille/ mit der arrogantenen Entwertung “Geschwurbel” und “aufgebläht” verweigert hatten, möchte ich hier doch noch einmal in Erinnerung rufen.

      Dass Ihr Stil “ach Weghorn” von jedem, der wirklich denken kann – und Sie gehören, für jeden offen sichtlich, nicht dazu – an Überheblichkeit und – damit verbunden – “Selbstüberschätzung” nicht zu toppen gewesen ist, das ist ebenfalls eine unwiderlegliche Tatsachenfeststellung.

      Interessant ist, dass Sie den Beitrag eines Menschen, der seine Arbeit – wie dargestellt: in herausfordernder Absicht (= didaktisches Moment) – als unwiderleglich beurteilt, allein deshalb nicht studieren wollen (dass Sie mal reingeschaut haben müssen, das darf man vermuten: “aufgebläht”).

      Ihr (vorerst) letzter Kleiderhaken, den Sie zur Rechtfertigung Ihrer schäbigen Masche der Entwertung eines diskussionswürdigen Essays zu greifen bekommen haben, ist nun der Verweis auf die Kommentarspalte in meinem Blog! Sie schließen daraus Desinteresse, ich biete Ihnen noch eine zweite Interpretation an: es erfolgen deshalb keine Kommentare, weil meine Leser erkannt haben, dass meine Thesen “unwiderleglich” sind?!

      Von “allwissend” habe ich nicht gesprochen, das ist Ihre Unterstellung, sondern ich habe Sie mehrfach gebeten (!) mich zu kritisieren, und dies aus der einfachen Erkenntnis heraus, dass ich Kritik als Geschenk empfinde, weil mir Kritik zu der professionellen Beziehungs-, Führungs- und Kampfkompetenz http://www.dialogbuch.de verholfen hat, die Sie nicht nur in diesem DialogBuch, sondern eben auch in diesem meinem Umgang mit Ihren Projektion bewundern könnten, wenn Sie es könnten.

      Ich bitte Sie also erneut um Ihre Kritik meines Essays! Ruhig auf meinem Blog, aber gerne auch hier.

  33. Nebularis sagt:

    Es sollte nicht ausser Acht gelassen werden, dass die Begriffe “Verschwörungstheorie” und “Verschwörungstheoretiker” Werkzeuge zur Massensteuerung sind.

    Sie schaffen gesellschaftliche Tabuzonen, die aber bei jedem einzelnen Mitglied zur menthalen Selbstzensur führen. Die Zensur findet im Kopf statt, nicht durch Bücherverbrennung, Medienkontrolle und Eliminierung von Vordenkern.

    Sie sind religiöse Mechanismen einer “verdeckten Religion”. Eine Religion ob verdeckt oder offen ist grundsätzlich irrational und bedient sich nur rationaler Mittel.

    Leider wird ein Teil der Medien zur Schaffung einer virtuellen Realität durch Verbreitung der Propaganda der “verdeckten Religion” verwendet.

    Zum Verständnis der Zielsetzung dieser “verdeckten Religion” ist es erforderlich deren “Priester” bzw. Wortführer, gar Schöpfer zu erkennen.

    Auch eine “verdeckte Reiligion” hat Gebetzszentren, Versammlungsrituale, Finanzierungsquellen, ein Belohnungs- und Bestrafungssystem, Parolen und nicht zuletzt eine Führungshierarchie. Es gilt auch dies zu erkennen.

    Aber … dann bricht das Kartenhaus hoffentlich zusammen, denn dann erkennen auch die Mitläufer und denkfähigen Anhänger, dass dahinter nichts ist und eine Selbstverknechtung für diese “Sache” falsch ist.

    Leider dauern diese Prozesse i.d.R. sehr lange.

    PS: Mein Einwurf ist Allgemein und hat nichts mit Broder zu tun, und soll auch nichts im Zusammenhang mit ihm sugerieren. Ich habe noch nicht genau begriffen was seine Ziele sind und ob er ein Auftragsschreiber ist oder aus Überzeugung von was auch immer schreibt.

  34. Mentor54 sagt:

    Früher war ich mal ein echter Fan der sarkastischen Broder-Schreibe, aber seit dem 9/11 dreht er zunehmend durch. Außerdem hat er wohl entdeckt, dass sich billige Polemik auf dem sprichwörtlichen Stammtischniveau weitaus besser vermarkten lässt als eine differenziertere Betrachtungsweise, zu welcher er vermutlich durchaus fähig wäre.

    P.S. Dieser extremst überhebliche Gerd Weghorn hat aber mindestens genau so einen an der Waffel wie (mittlerweile) der Broder. Anscheinend gibt es nicht nur Altersweisheit, sondern auch so etwas wie Altersverbitterung, insbesondere, wenn man meint, dass der eigene Genius im Laufe seines (Berufs)Lebens nicht die gebührende Anerkennung erfahren hat.

    • Gerd Weghorn sagt:

      Sorry, aber was ist an dieser meiner Feststellung “extremst überheblich”, dass auch Sie nicht eine einzige meiner These widerlegen können, sondern dass auch Ihnen nichts anderes übrigbleibt, als Beschimpfungen zu verbreiten: das kann doch jeder, der wirklich denken kann, sofort erkennen?!

      Wenn ich Ihren Verriss meiner Arbeit recht verstehe, dann sind doch auch Sie von sich selbst “extremst” überzeugt, andere unwiderleglich kritisieren zu KÖNNEN?!

      Schon o. k.: auch das ist – objektiv gesehen – eine Selbsttäuschung, der Sie aufgesessen sind, denn Sie KÖNNEN – und dies im “extremsten” Unterschied zu mir, wie ich es Ihnen hier gerade vorbildlich vorführe – nicht wirklich “kritisieren”, sondern Sie müssen – als “echter” Ex-Fan des Rassisten Broder – Menschen persönlich entwerten.

      Wenn Sie mit “Altersverbitterung” auf meinen Beitrag “Der Erfolglose” http://profiprofil.wordpress.com/2013/03/01/der-ausenseiter/ anspielen sollten: das Stilmittel, das ich hier angewandt habe, nennt man in der Kommunikationstheorie “Ironie” – eine Info, die Sie bitte nicht schon wieder als “extremst überheblich”, sondern dieses mal als mein persönlich an Sie gerichtetes Geschenk bewerten sollten!?

      • blogwurst sagt:

        Zitat aus dem Artikel: “Liest man heute also den Broder, dann vor allem zur Belustigung oder Unterhaltung. Man nimmt sich eine Tüte Popkorn, lehnt sich zurück, amüsiert sich in voyeuristischer Manier über den agressiven und polemischen Duktus des alternden Schreiberlings und fragt sich gespannt, wer denn nun wieder als Antisemit beschimpft werden darf.”

        Ersetzt man “Broder” durch “Weghorn”, und “Antisemit” durch “Zionist”, dann sind damit auch Sie, Ihre persönliche Attitüde und wie man darauf reagieren sollte, sehr zutreffend beschrieben.

        • Gerd Weghorn sagt:

          Ach @bockwurst, Sie Scherzkeks und couch potatoe: Broder und seine Fight-For-Israel-Karrieristen-Kameradschaft (FFIKK) zu unterschätzen, das kann nur Leuten von Ihrem Erkenntnisstand passieren.

          Hier mein Angebot an Sie, Sie Wichtigtuer und Arrogantling: widerlegen Sie öffentlich meine Kernaussagen in meinem Beitrag SIEGORIENTIERTE KAMPFKOMPETENZ: WEGHORN GEGEN BRODER http://profiprofil.wordpress.com/2012/01/23/weghorn-gegen-broder/ und Sie erhalten von mir ein Preisgeld von 20 Euro, mit dem Sie sich mindestens 15 Flaschen Braunzuckerwasser kaufen können.

          Meine Prognose: nicht nur Broder, Winkler und Co, sondern auch Sie werden sang- und klanglos als das in der Versenkung verschwinden, was Sie mir gegenüber sind: ein Erfolgloser http://profiprofil.wordpress.com/2013/03/01/der-ausenseiter/

  35. Mentor54 sagt:

    @blogwurst: Der altersdemente Trottel springt doch wie ein Pawlowscher Hund über jedes Stöckchen, das man ihm hinhält. Wenn er wirklich souverän wäre, dann würde er das einfach ignorieren, aber das verbietet ihm sein narzisstisches Geltungsbedürfnis.

  36. Mentor54 sagt:

    @blogwurst: Der altersdemente Trottel springt doch reflexartig wie ein Pawlowscher Hund über jedes Stöckchen, das man ihm hinhält. Wenn er wirklich souverän wäre, dann würde er das einfach ignorieren, aber das verbietet ihm sein narzisstisches Geltungsbedürfnis.

  37. Bert Jundestein sagt:

    Vor einiger Zeit:

    Ich: »Herr Broder, ihre Krawatte hängt etwas schief.«
    Broder: »Sie antisemitische Dreckschleuder!«

  38. WachtamRheinbeiRhöndorf sagt:

    Broder konnte ich mit seinem Essay “Vergesst Ausschwitz” mit Bauchschmerzen zustimmen, weil er sich m.E. als humanistischer Freigeist und begabter Journalist etabliert hatte. Er mag Deutschland, aber er scheint von Zeit zu Zeit gewissen Kreisen- denen mit der machtpolitisch motivierten
    Dyskalkulie- Rechenschaft ablegen zu müssen. Ich kann mir NICHT vorstellen, daß er sich mit Gerad Menhuin nicht glänzend im Bürgerbräukeller kongenial austauschen würde.

  39. Eckart Christiansen sagt:

    Nicht von mir, aber trotzdem gut!
    Selbstironie beiseite: Im Netz irgendwann und -wo schnappte ich folgenden Satz auf: “There was a time when you needed to hate Jews to be called an anti-semite; now you are an anti-semite when Jews hate you.” Dem muss nichts zugefügt werden. Lassen wir in dieser traurigen Hinsicht auch den deutschen Hang zur ausschließlichen Befassung mit uns selbst beiseite- NS-Zeit hin, NS-Zeit her. Die Sucht bestimmter Leute, zu denen Broder auch nur gehört von denen er ein kleines Rädchen ist, von denen er sogar ganze Halbsätze, Bonmots ( besser wohl Malmots) oder gar komplette Ideologiemuster übernimmt ( zum Beispiel sind seine Angriffe gegen Verkünder der Klimaerwärmung direkte Übernahmen von Angriffen seiner amerikanischen Freunde gegen die angeblichen bösen Linken, die die “Klimalüge” erfunden haben sollen.) die Welt in Antisemiten und ihnen ergebene Personen einzuteilen, findet in aller Welt Verleumdungsopfer. Man muss sich nur einmal anschauen, mit welcher Wut sich diese Szene auf das kleine Norwegen stürzt, um es aus purer Rache für Oslos Haltung in der Palästinafrage kategorisch als das “most anti-semetic country of the west” abzutun, wie es in der “Times of Israel” zu lesen war. Über die Verleumdungskampagnen gegen Obama und vor ihm Clinton und Carter kann man ganze Bibliotheken vollschreiben. Und wenn diese Szene in den USA Verbündete sucht, so findet sie sie beim erzkonservativ-krawallchristlichen Potential und eben nicht bei der Handvoll Amerikaner mit jüdischen Wurzeln. Gleiches gilt für Deutschland und Europa; hier werden die Fühler zu den Angehörigen der “neuen Rechten” ausgestreckt. Broders Lobpreisung für Pegida ist nicht Entgleisung sondern Programm. Nur, sollten eines Tages die türkischen Gemüseläden und Teestuben massenhaft brennen, so wird sich der saubere Herr in seinen Sessel zurücklehen, die Beine übereinanderschlagen, den Kopf in den Nacken legen und mit halbgeschlossenen Augen so tun, als dächte er tief nach, bevor er alle Beteiligung abstreitet und im tiefsten Herzen über die Dummköpfe lacht, die er hat aufstacheln können.

  40. Catrin sagt:

    Es sagt im Grunde mehr über Denjenigen aus, der die Antisemitismuskeule pauschal zur schnellen und bequemen Denunzierung und Beseitigung von Kritikern gebraucht, als über den Denunzierten selbst.
    Wer Opfer und Leid missbraucht, um andere Denkweisen oder schlichte Tatsachen in ein schlechtes Licht zu rücken, stellt sich mit jedem Neonazi auf die gleiche Stufe.

  41. Der Artikel illustriert herrvorragend den Inhalt des Theaterstücks “Die Wolken” von Aristophanes.

    Nach Occam´s Razor reicht jedoch folgender Satz:

    Antisemitismus ist, wenn man Juden, Israel übelnimmt, was man anderen nicht übelnimmt.

    • HanzMeizer sagt:

      Klingt nach tiefer Einsicht… ich würde das als Doppelstandard bezeichnen, wobei ich nicht verstehe wer “Juden, Israel” sein soll, eher ein fall für Mengenlehre.

      Ich würde Antisemitismus noch einsilbiger definieren: als Feindseligkeit gegenüber jüdischen Menschen.

      Was die Frage angeht worin sich Antisemitismus so überall verbirgt, da rate ich nur jedem der meint man muss was auf die Meinung von dem Vogel Broder geben mal Raul Hilberg zu dem Thema zu lesen, um auch mal einen gewichtigen Namen zu droppen. :D

  42. fakeraol sagt:

    Broders achgut und die rechtspopulistische schweizer “Weltwoche”, inoffizielles Parteiorgan der ebenfalls nationalkonservativen, rechtspolulistischen SVP kooperieren, haben eine geradezu symbiotische Beziehung.
    Wenn es eine “Querfront” gibt, da ist sie zu finden.

  43. Peter Panther sagt:

    Ich finde Broder hat Humor und Selbstironie. Das ist schon viel wert. Er polarisiert, ist originell, manchmal auch nicht ganz widerspruchsfrei, witzig, übertreibt manchmal, überzeichnet gern und hatte sich bis vor einigen Jahren auch auf Maßlosigkeiten und Doppelstandards von Israelkritik spezialisiert und sie als neue Form von Antisemitismus gebrandmarkt. Viele Kommentare (vor allem die vom Leghorn lol) und der Artikel vibrieren regelrecht von Entrüstung. Das ist mir unverständlich. Aber da ich mir als Nichtjude die A-Keule nicht gestatte, lasse ich sie einfach mal stecken.

  44. Luca sagt:

    ich sehe Broder manchmal beim Einkaufen am Bahnhof Charlottenburg bei dem russischen Lebensmittelhändler, falls jemand Interesse hat und mal face to face argumentieren möchte, dem empfehle ich den Laden am Bhf Charlottenburg zu besuchen. In Real ist der auch nicht so fies, eben ein kleingewachsener Bursche der sich auch so fühlt. Ist doch klar, dass der dann mal beim Schreiben auf die Pauke haut, das ist bei Schupelius im Grunde genommen doch genau das Gleiche, kaum 1,60m groß aber beim publizieren und schreiben fühlen sich beide eben wie Riesen. Das ist psychologisch einfach zu erklären: es sind

  45. Luca sagt:

    ich sehe Broder manchmal beim Einkaufen am S-Bahnhof Charlottenburg bei dem russischen Lebensmittelhändler, falls jemand Interesse hat und mal face to face argumentieren möchte, dem empfehle ich den Laden am Bhf Charlottenburg zu besuchen. In Real ist Broder auch nicht so fies, eben ein kleingewachsener Bursche der sich auch so fühlt. Ist doch klar, dass der dann mal beim Schreiben auf die Pauke haut, das ist bei Schupelius im Grunde genommen doch genau das Gleiche, kaum 1,60m groß aber beim publizieren und schreiben fühlen sich beide eben wie Riesen. Das ist psychologisch einfach zu erklären: es sind gewöhnliche Minderwertigkeitskomplexe

  46. Luca sagt:

    a propos antisemitismus, ist es auch antisemitismus wenn ein staat andere semiten wie z.b. in gaza einpfercht? und wenn die dort eingesperrten semiten (böse semiten) sich gegen die einsperrenden semiten (gute semiten) wehren, dann ist es selbstverständlich auch antisemitismus völlig klar, und das ist sehr böööse (aber bei weitem nicht so böööse wie wenn man es wagt einfache fragen zu stellen). darüber regt sich niemand auf, ein schelm denkt böses

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