Antideutsches Denken
Pseudo-linke Ideologie

Teil 3 Neue PR-Strategien für den Kampf der Neocons

Denunziationsstrategien jenseits des Antisemitismusvorwurfs

Die Konzepte strategischen Handelns gegen Kriegsgegner und Kritiker am Wirtschaftssystem beschränken sich inzwischen nicht mehr nur aufs Verbale und nicht mehr nur auf Linke, sondern man geht gegen alle vor, die gesellschaftskritische und friedenspolitische Positionen vertreten. Neben Denunziationsblogs gegen angeblich „antiemanzipatorische Personen“ im Internet, direkten Angriffen und Pöbeleien, gibt es mindestens noch eine weitere Strategie, um unliebsame Personen und Äußerungen zu diskreditieren. Am Rande sei zur Klarstellung noch erwähnt, dass das Sammeln persönlicher Daten und deren Veröffentlichung im Internet mitsamt übelster Verleumdungen und Diffamierungen in der rechten Szene üblich ist – ein weiterer Hinweis dafür, dass es sich im Grunde um rechte Agitateure handelt.

Nun aber noch eine Beobachtung zu weiteren Verunglimpfungsstrategien, die unter anderem zeigt, dass die Angegriffenen nicht unbedingt Linke sein müssen: Ich besuchte im Frühjahr letzten Jahres eine Montagsmahnwache in Berlin, nachdem Jutta Ditfurth in 3sat Kulturzeit die gesamte Bewegung als „antisemitisch“ und „verschwörungstheoretisch“ ausgemacht hatte – übrigens genau im Duktus antideutscher „Argumentation“. Und der Begriff „Querfront“ kursiert spätestens seitdem in aller Munde, ganz so als würden sich unsere Medien Sorgen um eine Unterwanderung der Friedensbewegung machen. Die Warnung vor einer solchen „Querfront“, die hier eine Unterwanderung der Linken unterstellen soll, kommt nicht von ungefähr aus der neurechten Szene der Linken, der antideutschen eben.

Um mir nun ein eigenes Bild zu machen, hielt ich mich am Rande der Versammlung am Brandenburger Tor auf und konnte dort einige junge Leute beobachten, die mehrere Israelfahnen schwenkten. Vom Veranstalter darauf aufmerksam gemacht, dass keinerlei nationale oder auch parteipolitische Fahnen gewünscht seien, packten sie die Flaggen ein. Kurze Zeit später sprach der Journalist Ken Jebsen, den Jutta Ditfurth ganz in antideutscher Manier scharf angegriffen hatte. Die bereits zuvor beobachteten jungen Leute gingen nach vorne und legten sich mitgebrachte Alufolie auf den Kopf. Mit diesen „Aluhüten“ gingen sie ans Podest und jubelten Jebsen lautstark zu. So konnten bestimmte medienwirksame Bilder entstehen, die Jebsen umringt von Aluhutträgern zeigen. Ähnliches wird aus Dresden berichtet.

Was hat das zu bedeuten? Waren das Antideutsche, denen jedes Mittel recht ist, zur Diffamierung dessen, was sie verhindern wollen? Frieden in der Ukraine? Oder waren es Agenten, die genau wussten, wie man einen unliebsamen Redner in die esoterische Ecke stellen konnte? Nicht zuletzt Ditfurth hat die Diffamierungskampagne „Aluhut für Ken“ unterstützt, die unterstellt, dass Jebsen mit Strahlengegnern und anderen Irrationalen gemeinsame Sache machen würde. Natürlich fehlt es auch an Antisemitismusvorwürfen ihm gegenüber nicht. Als günstige Vorlage diente ein eMail-Wechsel und eine Kampagne Henryk Broders gegen den Radio-Moderator. Die Angriffe zielten auf die Existenz des Formats Radio-Fritz beim RBB und die Existenzgrundlagen Jebsens. Obwohl letzterer nachweislich nicht aus diesem Grund vom RBB entlassen worden war, haftet ihm seither das Label an – und kann ganz im Sinne antideutscher Agiation ausgeschlachtet werden.

Der gesamte Umgang mit den sog. Montagsmahnwachen deutet auf das Muster einer antideutschen Kampagne hin, denn man sucht nicht das Gespräch, um mit Rednern zu klären, was genau etwa mit dem Hinweis auf die private Federal Reserve Bank in den USA im Rahmen von Wirtschaftskrise und Krieg gemeint sein könnte. Sondern man verknüpft selber solche Äußerungen mit einer Anspielung auf jüdische Banker, um dem Redner Antisemitismus unterstellen zu können. Auch das ist antiaufklärerisch. Statt das zu erkennen, ist es den angeblich um die linke Friedensbewegung Besorgten gelungen, diese damit zu beschäftigungstherapieren.

Nun gibt es durchaus Versuche von rechts, die Kriegs- und Krisenängste der Bevölkerung zu instrumentalisieren und für eigene Zwecke zu missbrauchen. Ihnen darum alle neu auf die Straße Gegangenen zuzuschanzen, reiht sich jedoch genau in die antilinken Strategien sog. Antideutscher ein. Die Spaltung und Schwächung der kapitalismuskritischen Friedensbewegung scheint auf diesem Wege zu gelingen. Auch hier könnte man meinen, dass es sich um einen Agentenstreich und nicht um Zufall handelt.

Antilinke Unterwanderung

Die Tabuisierungsversuche von Kritik an Wirtschaft, Krieg und Entdemokratisierung, die einhergehen mit der Ausweitung von Überwachung und Redeverboten, beschränken sich also nicht auf Linke. Dennoch steht die Partei Die Linke als noch einzig verbliebene Antikriegspartei besonders im Fokus antilinker Agitation. In dem Kontext verwundern die regelmäßig aufscheinenden Kampagnen zur Denunziation angeblicher Antisemiten in der Partei Die Linke nicht und sie kommen jeweils aus den eigenen Reihen – vom sog. Reformflügel.

Um eine angebliche „Regierungsfähigkeit“ à la SPD und Grüne zu erreichen, muss zunächst der kriegsfeindliche Kurs der Parteilinken abgeschafft werden. Dass aber die Wähler bei Vereinheitlichung der Parteiprofile lieber das Original als die Kopie wählen, lässt sich am Schicksal von SPD und Grünen gut ablesen. Eine weitere dem Neoliberalismus verpflichtete
Partei brauchen wir nicht. Die Aufgabe der letzten und zentralen unterscheidenden politischen Position würde Die Linke überflüssig machen und damit auch nicht „regierungsfähig“. Es ist davon auszugehen, dass „Reformer“ innerhalb der Partei wie etwa MdB Stefan Liebich – um nur einen profilierten Namen zu nennen – dies wissen.

Man will nicht unterstellen, dass antilinke Agitatoren in der Partei bezahlte oder einfach nur überzeugte Agenten für diesen Zweck sind, obwohl es im Falle Liebichs – einem Mitglied des transatlantischen Think-Tanks „Atlantik-Brücke“ – durchaus Hinweise dafür zu geben scheint. So könnte man etwa die Äußerungen des Gedenkstättendirektors von Berlin-Hohenschönhausen, Dr. Hubertus Knabe, werten, der in der FAZ vom 1. Dezember 2014 schrieb: „Bei Claus und Dehm liegen zahlreiche Indizien für eine IM-Tätigkeit vor. Beide bestreiten jedoch als IM für die Stasi tätig gewesen zu sein. Hinzurechnen müsste man eigentlich noch Stephan Liebig der als Jugendlicher mit der Stasi kooperierte (weshalb über ihn keine Akten herausgegeben werden).“

Wer die Veröffentlichungspraxis der Gauck-Folgebehörde in Sachen Stasi-Akten kennt, weiß, dass die in Klammern formulierte Begründung nicht ausreichen würde. Demnach sollte man vielleicht dem Hinweis nachgehen, warum genau keine Einsicht in Liebichs Akte möglich ist – allein um auszuschließen, dass darin ein Hinweis zu finden ist, wie er möglicherweise von einer anderen Behörde oder Organisation nach dem Zusammenbruch der DDR angeworben wurde.

Ob bezahlter Agent, antilinker Neocon oder einfach nur dummer Mitläufer einer vermeintlich fortschrittlichen „Reform“-Bewegung in der Linken, das Ergebnis ist das gleiche: Linke Positionen mit einer sozialen und friedenpolitischen Agenda stehen nicht auf der Liste der Gruppierungen, die geduldet werden – in der sich verschärfenden Wirtschaftskrise, die man mit Mehr vom Gleichen ja nicht bekämpfen kann.

Mehr vom Gleichen führt zu einer Verschlimmerung der Krise, denn man hat nichts an den Strukturen verändert, die dazu geführt haben. Sowohl in der EU, als auch global, führten weder die Finanz-, noch die Banken-, noch die Eurokrise zu einer grundlegenden Veränderung oder auch nur Korrekturen an den Mechanismen, die offensichtlich in die Krise steuern. Kapitalakkumulation ist weiterhin möglich, ja nötig (Stichwort: Wachstumszwang), die Prekarisierung von Arbeit schreitet ebenso fort – wenn auch die Auswirkungen in Deutschland bisher nur ansatzweise zu spüren sind. Das vielfach beschworene Ende der Krise gibt es nicht, wir stehen immer noch am Anfang – und bisher wurde nichts unternommen, den Krisenmechanismus an sich zu bekämpfen.

Und die geschilderten Instrumente der antilinken Antideutschen sollen dafür sorgen, dass darüber auch keine ernsthafte und möglicherweise konstruktive Debatte in Gang kommt.

Dr. Sabine Schiffer ist Sprachwissenschaftlerin und Medienpädagogin. Sie beschäftigt sich unter anderem mit dem Islambild in deutschen Medien und „Hate Speech“ in islamfeindlichen Blogs. Zudem ist sie Beiratsmitglied des Deutschen Freidenker-Verbandes, wo auch dieser Beitrag erschien.

Artikelbild: Israel Defense Forces / flickr / CC BY-NC 2.0 / bearbeitet

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24 Kommentare zu "Antideutsches Denken
Pseudo-linke Ideologie"

  1. kaufi sagt:

    In Schulnoten ausgedrückt, eine glatte Eins für den Artikel.

    Herzliche Grüße,
    http://www.fogy-wirbelwind.de/images/himmlisches-24.11.2013–40_579.jpg
    kaufi

  2. Pique Dame sagt:

    Herzlichen Dank für diesen aufschlussreichen Text!

  3. Herzlichen Dank!
    Ich werde zur Verbreitung dieser Fakten meinSchärflein beitragen.

  4. Großherzog & Kapitän sagt:

    Liebe Frau Schiffer,

    vielen Dank für Ihren wirklich sehr aufschlüsselnden Artikel. Ich beobachte dieses Phänomen seit einiger Zeit, meist eher am Rande des Geschehens, bin jedoch zunehmend davon überrascht, an welchen Stellen, medial oder im sozialen Raum, diese neuen Definitionen (insbes. verkürzte Kapitalismuskritik wie auch Antisemitismus, -amerikanismusvorwürfe innerhalb wirtschafts- und kapitalismuskritischer Diskussionen und Debatten) mit steter Zunahme aufkeimen. Selbst auf Veranstaltungen der Antifa selbst sind derlei Trends zu bemerken. Meines Erachtens hat die Linke oder die Linken, Antifaschisten, Marx- und/oder Leninisten w.a.i. dieses Problem noch nicht oder noch nicht in seinem vollen Umfang erfasst und verstanden. Die potentielle Gefahr, die es besonders für die politische Debatte der eigentlichen Themen und der Verteidigung linker und humanistischer Positionen und Friedensbemühungen hat, wird stillschweigend hingenommen, als gäbe es sie nicht. Dieser Teufelskreis ergibt sich jedoch m.E. zum einen aus einer, wie sie richtig beschreiben, Begründungsstrategie, deren Eckpunkte unhaltbar sind, sich jedoch gegenseitig stützen und damit eine Diskussion ohne tiefergehendes Wissen im Keim ersticken und zweitens das Unverständnis über eben diese Systematik. Ihr Artikel setzt hier einen wunderbaren aufklärerischen Meilenstein in dieser Debatte, die endlich eine werden soll, damit wir endlich wieder zu dem Punkt politischer Diskussion kommen können, in der es um des Kaisers Kleider geht und nicht der Zersetzung einer humanistischen, friedlichen und aufgeklärten Gesellschaft. Die Linken sollten sich der Schlagwortkampagne so rasch wie möglich entledigen. Aufklärung ist hier der Schlüssel und Ihr Artikel zeigt, wie dumm und ideologisch verblendet diese Kampagne geführt und wie einfach sie doch zu durchschauen ist. Ich werde Sie weiter empfehlen! Meinen ergebensten Dank.

  5. manuel sagt:

    dieser peinlich artikel macht vorallem folgendes deutlich:
    die eigene israelfeindliche und regressiv kapitalismus-kritische position wird versucht gegenüber der treffenden kritik zu verteidigen und zu rehabilitieren und die kritik an strukturell antisemitischen positionen (bzgl israel und “kapitalismuskritik”) wird auch trotz lektüre der “antideutschen”-texte nicht verstanden. peinlich peinlich

  6. manuel sagt:

    “Pseudo-Antifaschisten wie etwa „Antideutsche“ nennen sich oft genug weiterhin „Antifa“, obwohl sie im Grunde für den Erhalt der kapitalistischen Verhältnisse kämpfen – sie sind getarnte Neocons oder Neurechte.”

    haha. dass die sogenannten “antideutschen” eine radikale kommunistische position vertreten lasst ihr einfach mal fallen. würdet ihr euch wirklich mit den “antideutschen” beschäftigen, wüsstet ihr, dass hier die marx-lektüre und die kapitalismus-kritik besonders ernst genommen wird. woher auch die kritik an verkürzten kapitalismuskritiken herrührt.

    “Wie militant die Vertreter dieser anti-Antifa auftreten, erfuhr Herausgeberin Witt-Stahl bei einer Lesung während der Leipziger Buchmesse. Antideutsche begnügten sich nicht mehr nur mit Stören und Pöbeleien, sondern gingen physisch aggressiv gegen anwesende Araber im Publikum vor.”

    Glatte Lüge. Die “Araber” haben nachweislich kritische Anwesende angegriffen und verletzt. Dreister Scheiß der hier verbreitet wird. Antisemitische Schläger zu Opfer umdeuten ist halt deutsche Tradition.

    • Idahoe sagt:

      Antideutsche vertreten nur EXTREM WIDERSPRÜCHLICHE Positionen.

      Um etwas verstehen zu könne, muß ein Mensch einen Text auch nachvollziehen können, wenn dieser voller Widersprüche steckt, ist es gerade nicht möglich diesen zu verstehen.

      An eurer Logik solltet ihr endlich mal arbeiten. Obwohl…

      …einem Gläubigen die eigenen Widersprüche gar nicht erst auffallen, denn er ist ja bereits im Besitz der einzig wahren Wahrheit, da wäre, nach Franz Arwee, Wissen nur eine Behinderung.

      • Oops, I bombed them again sagt:

        Um antideutsche Kritik kapieren zu können, müsste man sich halt mal mit kritischer Theorie beschäftigen. Wer das tun würde, der wüsste dann eventuell auch, dass dies allein schon kaum mit einem Anspruch auf den “Besitz der einzigen Wahrheit” einhergehen kann. Aber gut …

        All jene, die hier so vehement gegen böse “Antideutsche” wettern:
        Warum macht ihr Euch nicht die Mühe und lest mal antideutsche Texte / Bücher? Setzt Euch doch mal tatsächlich inhaltlich damit auseinander, statt die ewiggleichen Ressentiments widerzukäuen.
        Aber gut, das kann man wohl nicht erwarten … identitätsstärkendes Gemaule, dass einen mit der Masse versöhnt, ist vermutlich einfach bequemer und “gewinnbringender”!?

  7. nejtysk sagt:

    Hier scheinen mir beide Seiten in “linken” Sektendenken verheddert zu sein in denen bestimmte Begriffe verehrt werden. Begriffe wie Anti-Faschismus oder Anti-Imperialismus sind komplett unzureichend um irgendetwas heute zu erklären oder gar zu lösen. Faschismus war eine italienische Ideologie bestehend aus Nationalismus, Kult des alten Roms und einigen nicht-marxistischen Sozialismus Ideen. Durch Stalin hat sich später der Begriff auf im Prinzip alle anderen Ideologien übertragen, egal ob nun Christlich-Konservative (“Klerikalfaschisten”) oder Sozialdemokraten (“Sozialfaschisten”). Der Begriff “Faschismus” sagt ausserhalb Italiens und kleinerer Bewegungen in z.B. Spanien (die dort aber nie dominierend waren und von Franco mit ein paar symbolischen Brotkrumen versorgt wurden) ist also vollkommen hohl und nichts sagend.

    Sonst geht es hier um zwei Phänomene der Antideutschen Ideologie:
    1. Die Instrumentalisierung von Antisemitismus Vorwürfen zur Schädigung von Kapitalismus Kritikern.
    2. Die Anbetung des Staates Israel als ultimativen Zweckes des Seins. Israel ist für die Antideutschen eine Art Gottheit, die sie aus einem Empfinden der eigenen nationalen Schuld verehren. Durch die ständige Bekämpfung der eigenen nationalen Identität (womit die Antideutschen auch im Nationen-Denken gefangen sind) wird das Gefühl von eigener moralischer Überlegenheit und das Gefühl der religiösen Erlösung hervorgerufen, oder zumindest ist dies die Hoffnung, die sich allerdings selten länger einstellt.

  8. Chris sagt:

    @manuel @nejtysk schön, wie die antideutsch indoktrinierten sich immer wieder selbst entblössen

  9. saywhat sagt:

    @Chris

    Gegenüber nejtysk ist der Vorwurf doch völlig unangebracht?

    Und lasst manuel doch besser erklären, was er damit meint, dass die antideutsche Bewegung antikapitalistisch eingestellt sein soll, wenn sie mit der USA und Israel lobbygeleitete Kapitalismusbefürworter blind und geradezu nationalistisch unterstützt (siehe “DROP-THE-BOMB” Aktion). Vielleicht kann er uns das genauer erläutern? Würde mich interessieren.

    • ernte23 sagt:

      Dialektik heißt – schätze ich – das Zauberwort zum Verständnis, denn, um antideutsch sein zu können, braucht es Deutschland, wie nejtysk schon richtig anmerkte. Der Widerspruch von antideutsch und deutsch soll dialektisch aufgehoben werden, d.h., Deutschland soll auf einer höheren Ebene überwunden werden, dürfte das Grundmuster sein, nach dem diese Geschmacksrichtung der Diaklektik funktioniert. Wie genau lässt sich daraus aber nicht klar folgern. Mein Eindruck ist nur, dass je widersprüchlicher politische Stellungnahmen sind, desto sicherer sind sich manche Dialektikfans, dass sie das richtige tun.

  10. saywhat sagt:

    srry ich meinte “STOP-THE-BOMB” (aka Iranisches Atomprogramm)

  11. Chris sagt:

    @saywhat ich fand dropp the bomb ganz passend, wenn man sich mal das programm durchließt

  12. chomskyy sagt:

    Zu den Antideutschen und dem Antisemitismus-Vorwurf lohnt sich die Lektüre von Moshe Zuckermann:

    2004: Was heißt: Solidarität mit Israel? In: Gerhard Hanloser (Hrsg.): „Sie waren die Antideutschesten der deutschen Linken. Zu Geschichte, Kritik und Zukunft antideutscher Politik.

    „Antisemit!“. Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument. Promedia, Wien 2010

    Und sonst: Heute gerade auf den Nachdenkseiten ein Beitrag erschienen:

    Die Antisemitismus-Kampagne gegen links

    Wolfgang Gehrcke
    Auf Erhebungen und Widerstand reagieren die Medien stets mit Spaltungs- und Diskreditierungsversuchen wider die politische Opposition. Da ist, so wird behauptet, die Friedensbewegung dann mal eben „Querfront“, besteht der Blockupy-Protest aus einem Haufen gefährlicher „Radikaler“ und „Extremisten“ und wird ein zu Gentrifizierung forschender Wissenschaftler zum „Terroristen“. Und da ist eine Anti-NATO-Position eben „antiamerikanisch“ und friedenspolitisches Engagement durch „Antisemitismus“ bestimmt. Und überhaupt sind viele linke Kritiken an den bestehenden Verhältnissen eigentlich antisemitisch konnotiert. Jens Wernicke sprach hierzu mit dem Bundestagsabgeordneten Wolfgang Gehrcke, der in einem aktuellen Buch eine Rufmordkampagne vermittels des Antisemitismus-Vorwurfes konstatiert.
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=25805

  13. Pistepirkko sagt:

    Ich bin nicht mehr links, sondern Mensch geworden.
    Warum? Nun, weil auch die Linken nur die Kehrseite der kapitalistischen Madallie sind und niemals wirkliche eine Alternative zum warenproduzierendem System waren.
    Rechts ist die Ausnutzung von Arbeitskraft um in einem warenproduzierendem System einen Mehrwert zu schaffen. Für andere zu schaffen = Kapitalismus.
    Wer nichts besitzt muss sich, seine Arbeitskraft, verkaufen. War auch im Ostblock so. Da war der Staat der Kapitalist.

    Und was hat das mit links zu tun?
    Die linke Seite bietet keine Alternative. Die linke Seite will nur die Zumutungen der kapitalistischen Marktwirtschaft abmildern. Sie hat in keinem Falle auch nur annähernd daran gedacht die Möglichkeiten des Systems zum Wohle der Menschen einzusetzen. In den Kernländern der Marktwirtschaft hat sie schon immer mit der Rechten geheult. Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten. 1914 wie mit der Agenda 2010. In den Randgebieten der kapitalistischen Marktwirtschaft war sie nur ein Modernisierungsschub um eine Aufholjagd gegenüber den etablierten Ländern zu starten. Alles unter dem Mantel des Sozialismus um sich einen sozialen Anstrich zu geben. Dabei wir aber vergessen diese “Linken” die 300 Jahre an Zumutungen die schon im Kapitalismus herrschten, in die Jahren 1925 bis 1989 komprimierten.

    Dieses anerkennen kapitalistischer Hoheitsstruckturen bedingt den Konkurrenzkampf in sich, der sich bis auf die zwischenstaatlichen Beziehung auswirkt und zum ablenken der eigenen Unzulänglichkeit, in Bezug auf eine wirkliche Alternative zur Marktwirtschaft, instrumentalisieren lässt.
    Dies ist auch 2000 Jahre alte Gesellschaftspolitik. Teile und herrsche.

    Somit ist die logische Konsequenz nur diese das der Nahe Osten geteilt werden muss und Israel und die arabischen Stämme unter sich geteilt werden müssen. Denn nur dies garantiert das die Menschen geteilt und beherrschbar bleiben.
    Denn nur so bringt man die Leute dazu Angst zu haben, um das bisserl Besitz das sie haben. Obwohl alle Alles haben könnten in einer Überflussproduktion wie wir sie gerade erleben. Wir produzieren z.B. doppelt soviel Lebensmittel wie die Menschheit braucht und dennoch hungern Leute und die UN mildert die kapitalistische, wohlfahtssteigernde Zumutung Hunger nur ab mit dem World Food Program.

    Links ist nur die Kehrseite von rechts.

    Ich gehe soweit zu behaupten das sogar der IS dies ausnutzt.

    • Oops, I bombed them again sagt:

      “Links ist nur die Kehrseite von rechts.”

      Wer solchen Unsinn wirklich glaubt, der war einfach auch nie “links”, weil er offensichtlich nie kapiert hat was “linkes Denken” auszeichnet.

  14. adam christ sagt:

    ‘…es faellt immer wieder auf…’
    Es faellt immer wieder auf, wie weit entfernt von der Realitaet diese selbsternannten Gurus der Hochschulen, des Journalismus und die vielen Leserbriefschreiber sind.
    Mit den Gesetzen, dem Leben und Arbeiten und der Koexistenz Araber-Israeli in Israel haben sie sich wirklich nicht befasst… sie sind auch noch nie in Israel gewesen, haben keine israelischen Freunde und kennen trotzdem alles viel besser und koennen die gesamte politische und wirtschaftliche und menschliche Situation der Israelis und der Araber besser beurteilen als diejenigen welche in diesen Laendern leben… Aber was soll man schon erwarten von Kindern, deren Eltern und Grosseltern zweimal ‘ja’ gesagt haben zu Weltkriegen, die Moral und Menschenwuerde der ach so gerechten Deutschen getoetet und ihnen wohl einen irreparablen geistigen Schaden, der anscheinend vererbt wird, zugefuegt haben…

  15. Manfred H sagt:

    Danke für diesen treffenden Artikel.
    Die verkürzte Sichtweise der Antideutschen,die jeden Kritiker an der Siedlungspolitik des Staates Israel und an den rassistischen Äusserungen der israelischen Rechtsextremen zum Antisemiten stempelt ist eher ein Armutszeugnis. Zum Glück werden die Antideutschen eine laute aber unbedeutende Minderheit bleiben,mögen sie noch so toben und kreischen und noch so wirre Theorien entwickeln.Neocons und Antideutsche united,wer mir sowas früher mal erzählt hätte…..

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