Wie Banken Geld machen
Einblicke in ein Schneeballsystem

Die hier dargstellten Mechanismen des Geldsystems sollen nicht die bekannten Probleme des Kapitalismus negieren. Eine Geldsystemanalyse ist nicht als „Verkürzte Kapitalismuskritik“ zu verstehen, sondern vielmehr als Erweiterung eben dieser Kapitalismuskritik.

Foto: Mathias / flickr / CC BY 2.0

Von Tobias Tulinius und Florian Hauschild

Auch ist mit den dargestellen mathematisch-logischen Fakten des Geldsystems keine Kritik an bestimmten Berufsgruppen zu verwechseln. Ziel ist viel mehr aufzuzeigen, dass die Probleme im Geldsystem systemischer Natur sind, nicht akteursbezogener.

Im gesellschafts- politischen Diskurs sind derzeit aus fast allen politischen Richtungen systemkritische Stimmen zu hören. „Konservative“ erkennen dass „Linke“ oft Recht hatten, es wird gemahnt und gewarnt, und dass der real existierende Kapitalismus nicht funktioniert, scheint mittlerweile eine Binsenweisheit geworden zu sein.

Dennoch tut die immer breitere Kritik dem derzeitigen EU-Krisenmanagement keinen Abbruch. Die europäische Elite über Merkel bis Sarkozy droht mit dem umstrittenen ESM-Vertragsentwurf das europäische Demokratie- und Transparenzdefizit nicht nur zu zementieren, sondern auch nationalstaatliche Handlungsspielräume weiter einzuschränken, so die Kritiker des so genannten Rettungsschirms (Vertragsentwurf als PDF).

Auch wenn generell eine koordinierte Wirtschafts- und Finanzpolitik Teil einer Währungsunion sein sollte, stellt sich doch die Frage, unter welchen Voraussetzungen und Kriterien dieser Politikwechsel nun verwirklicht werden soll.

Die öffentliche Debatte über Geld wird derweil unermüdlich geführt, doch woher Geld überhaupt kommt und wie unser Geldsystem funktioniert, wird dabei kaum erörtert. Dass der im Geldsystem verankerte Zinseszins mathematisch bedingt zu einer immer stärkeren Vermögensumverteilung führt, ist unwiderlegt. Kritiker dieser These werden zwar vereinzelt noch laut,  lassen sich aber recht leicht widerlegen.

Ein weiterer bedeutender, aber viel seltener diskutierter Fehler im derzeitigen Geldsystem liegt jedoch in der gängigen Praxis der Geldschöpfung. Diese Praxis ist zutiefst ungerecht und undemokratisch. Da es ohne ein demokratisches Geldsystem auf Dauer auch keine funktionierende Demokratie geben kann, soll im Folgenden noch einmal detailliert diese Thematik vertieft werden. Aufbauend auf einem PDF der Bundesbank wird die gängige Giralgeldschöpfung umfangreich dargestellt:

Die Mindestreserve

Eine wichtige Funktion im derzeitigen Geldsystem nimmt die Festlegung einer Mindestreserve der Geschäftsbanken bei der Zentralbank ein. Diese Mindestreserve beträgt im Euroraum 2%. Die Mindestreserve muss von einer Geschäftsbank auf dem eigenen Zentralbankkonto hinterlegt werden – und zwar für das Buchgeld, das die Geschäftsbank auf den Girokonten ihrer Kunden gutgeschrieben hat.

Erzeugung von Buchgeld:

Da eine Bank also nur über 2% der von ihr gebuchten Gelder wirklich verfügen muss, ergibt sich daraus, dass die Bank Geld erzeugen oder auch „schöpfen“ kann. Um einen Kredit von 10.000 Euro zu vergeben benötigt die Bank 200 Euro anderweitig nicht benötigtes Guthaben auf ihrem Zentralbankkonto.

Verfügt die Bank über diese Rücklage bei der Zentralbank, kann der Kredit an den Kunden direkt vergeben werden: Dem Kunden der Bank werden also einfach 10.000 Euro auf seinem Girokonto gutgeschrieben. Geld das vorher niemand anderes besaß, es wurde durch die Kreditvergabe erst geschöpft, sprich die Information hierüber wird in die Computerdatei des Girokontos geschrieben.

Obwohl die Bank das geschöpfte Geld vor dem Kredit nicht besessen hatte, da es schlichtweg nicht existierte, ist sie nun berechtigt Zins für das neu geschöpfte und zugleich verliehene Geld zu kassieren.

Zu beachten ist auch: Analog zur Erzeugung des Buchgeldes durch Kreditvergabe wird das Buchgeld durch Kreditrückzahlung wieder vernichtet; d.h. würden (in einem theoretischen Moment) tatsächlich alle Kredite zurückgezahlt, gäbe es kein Buchgeld mehr.

Durchführung der Kreditvergabe:

Klassischerweise mussten Kreditnehmer vorweisen „kreditwürdig“ zu sein. De facto wurden diese Voraussetzungen jedoch längst außer Kraft gesetzt, da Banken natürlich ein Interesse daran haben immer mehr Schuldner zu erzeugen. Privathaushalte (bspw. im Zuge der Subprime-Kreditvergabe), Unternehmen und schließlich ganze Staaten gerieten und geraten so massenhaft in die Schuldenfalle.

Aber was genau geschieht nun bei der Kreditvergabe von 10.000 Euro an einen Bankkunden? Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Fall Eins: Die Geschäftsbank verfügt auf ihrem Zentralbankkonto noch über 200 Euro, als so genannte Überschussreserve. Mit 200 Euro freiem Guthaben auf ihrem Zentralbankkonto kann die Bank wie oben beschrieben 10.000 Euro Kredit vergeben.

Fall Zwei: Die Bank nimmt einen Kredit von der Zentralbank über die 200 Euro auf und vergibt dafür einen Kredit von 10.000 Euro. Dies ist laut dem oben genannten PDF der Bundesbank der Normalfall. Für die 200 Euro zahlt die Bank den Leitzins an die Zentralbank und kassiert den weit höheren Kreditzins über 10.000 Euro vom Kunden.

Fall Drei: Ein anderer Kunde zahlt 205 Euro in bar bei der Bank ein und die Bank bucht die 205 Euro auf ihrem Zentralbankkonto ein. In diesem Fall kann die Bank dann 200 Euro Bargeld als Absicherung für den 10.000-Euro-Kredit benutzen. Die verbliebenen 5 Euro Bargeld reichen als Reserve für bis zu 250 Euro Sichteinlage des Kunden, der die 205 Euro Bargeld eingezahlt hat, welches nun zu Buchgeld auf seinem Girokonto bei der Geschäftsbank geworden ist.  In diesem Fall spart die Bank die Zinsen für den 200-Euro-Kredit von der Zentralbank.

Fall Vier: Ein Kunde legt 10.000 Euro Sichteinlagen für mindestens 2 Jahre auf einem Sparbuch fest an. Dieses Geld wird dadurch zur Spareinlage und muss nicht mehr von der Mindestreserve der Bank abgedeckt werden.

Falls der Kunde das Geld allerdings bar abheben will, müsste sich die Bank 10.000 Euro Bargeld besorgen, sofern sie diese gerade nicht im Tresor hat. Das bedeutet, sie müsste im Extremfall weitere 10.000 Euro bei der Zentralbank als Kredit aufnehmen und sich in bar auszahlen lassen.

Wird nun nach der Kreditvergabe der Kredit in Höhe von 10.000 Euro als Bargeld ausgezahlt und bei einer anderen Bank wieder eingezahlt (siehe Fall Drei), könnte diese Bank dann diese Summe wieder bei der Zentralbank hinterlegen, diese 10.000 Euro, die dann wieder Buchgeld sind, mit 200 Euro Bargeld absichern, und die verbleibenden 9.800 Euro Bargeld nutzen, um 490.000 Euro Buchgeld zu schaffen.

Wie viel Geld Banken durch Kredit schöpfen können ist also auch vom Verhalten ihrer Kunden abhängig. Wenn eine Bank viele kleine Privatkunden hat, die relativ viel Bargeld abheben und wenig digitale Geschäfte tätigen wird sie relativ mehr Bargeld brauchen als eine sehr große Geschäftsbank, mit vielen Großkunden, die ihre Geschäfte meist digital abwickeln.

Verhältnis Bargeldmenge zu Buchgeldmenge:

Aus der aufgezeigten Kreditvergabepraxis ergibt sich, dass nur für einen Teil der Buchgeldmenge, Bargeld zum Auszahlen existiert. Dennoch wird von Seiten der Banken versucht, den Eindruck zu erwecken, jeder Kunde könnte jederzeit sein Geld abheben. Es liegt im Interesse der Banken Buchgeld als kongruent zu Bargeld erscheinen zu lassen. Allerdings ist nur Bargeld (also Zentralbankgeld) gesetzliches Zahlungsmittel.

Geschäftsbanken sind darauf angewiesen, dass möglichst viele Geschäfte digital getätigt werden ohne dass echtes Bargeld zum Einsatz kommt, denn eine Geschäftsbank kann nicht beliebig hohe Kredite von der Zentralbank aufnehmen. Diese müssen wiederum besichert sein. Die genauen Geschäftsgebaren zwischen Geschäftsbanken zu Zentralbanken sind jedoch sehr komplex.

Als Kunde kann man die Macht von Geschäftsbanken schmälern in dem man möglichst viel Bargeld vom eigenen Girokonto abhebt.

Tilgung des Kredits:

Da das von Beginn an tot geweihte Buchgeld durch Kreditrückzahlung wieder vernichtet wird, entsteht für die Banken ein Anreiz, die Tilgung zeitlich so weit zu verzögern wie möglich. Die von der Bank vorgeschlagene monatliche Tilgung (=Kreditrückzahlung) ist im Normalfall viel niedriger als der monatlich zu zahlende Zins. Sondertilgungen sind nicht immer möglich.  Durch diese vorherige Festlegung wird es dem Kunden unmöglich gemacht, vorzeitig das Kreditverhältnis zu beenden, auch wenn er theoretisch dazu in der Lage wäre. Ziel der Banken ist es, Kunden möglichst lange in der Zinszahlungspflicht zu halten.

Das Zinssystem als weiteres ungerechtes Element des Geldsystems:

Die Erlaubnis für einen “Rohstoff” (Buchgeld), der einfach als digitale Recheneinheit geschaffen wird einen Preis (Zins) kassieren zu dürfen, ist ein Alleinstellungsmerkmal der Banken am Markt.
Buchgeld zieht zudem weiteres Geld an. Wer viel hat, bekommt im bestehenden Geldsystem immer noch mehr: Geld das auf Konten oder Sparbüchern geparkt ist und verzinst wird, wird durch die Zinsen mehr und die Gesamtsumme wird dann wiederum verzinst, der so genannte Zinseszinseffekt.

Mathematisch gesehen handelt es sich hierbei um eine Exponentialfunktion: eine Kurve, die erst langsam ansteigt aber nach einigen Jahrzehnten regelrecht nach oben “explodiert“. Beispiele zur Berechnung von Zins und Zinseszins gibt es hier.

Wer hingegen verschuldet ist, muss nicht nur seine Schuld abtragen, sondern auch noch die Zinsen für seinen Kredit finanzieren. Zu beachten gilt dabei auch, dass die „vollen“ Konten der Einen das Rückzahlen der Schulden der Anderen erschweren bzw. unmöglich machen.

Wie oben aufgezeigt entsteht Buchgeld als Schuld. Wird Buchgeld auf einem Konto gespart und nicht mehr ausgegeben, muss die Buchgeldmenge also weiter erhöht werden, damit überhaupt an anderer Stelle die laufenden Kredite (=Schulden) bedient werden können. Dies führt zu immer neuen Schulden.

Auch die Tatsache, dass der Zins in der geschöpften Kreditbuchgeldmenge nie enthalten sein kann, führt zu immer neuen Schulden.

Der Zins muss entweder der bereits vorhandenen Geldmenge anderer Marktteilnehmer entnommen werden, oder aber wiederum durch neue Kredite finanziert werden (entweder vom Kreditnehmer selbst, oder von anderen Markteilnehmern, die ihrerseits im Wirtschaftsprozess den Beispielkreditnehmer bezahlen). Ein klassisches Schneeballsystem.

Sonderfall der Buchgeldschöpfung:

Es wird immer wieder behauptet, Banken könnten nicht einfach für sich selbst Buchgeld erschaffen. Die Bundesbank widerspricht dem eindeutig: Zitat Bundesbank-PDF Seite 72:

“Auch kann die Geschäftsbank den Ankauf eines Vermögenswerts durch Gutschrift des Kaufbetrags auf dem Konto des Verkäufers bezahlen. Sie ist dann Eigentümerin des Vermögenswerts. Das kann beispielsweise eine Immobilie sein, die sie selbst nutzt oder die laufend Mietertrag abwirft. Bezahlt bzw. finanziert hat sie diese Immobilie mit selbst geschaffenem Giralgeld.”

Fazit:

Die Buchgeldmengensteuerung über eine Mindestreserve von nur 2% (USA 10%, China 21%) bietet Banken den Ausgangspunkt zum Schaffen von neuem Geld.

Die Entstehung des Geldes als Schuld (also als laufender Kredit für den Zinsen zu entrichten sind) gepaart mit ungleicher Verteilung desselben, sorgt ebenfalls für immer neue Schulden. Hinzu kommt die Geldmenge der Zinsen, die als Preis der Buchgeldmenge nicht in ebendieser Buchgeldmenge enthalten sein kann, und somit wiederum nach Finanzierung über neue Schulden verlangt.

Mit einem solchen Blick auf die uns oft verborgenen Mechanismen im Geldsystem, lässt sich schließlich auch die Entstehung des modernen Finanzkapitalismus miterklären. Die riesigen Buchgeldmengen schreien nach Anlagemöglichkeiten. Dies ist, neben anderem, ein Grund für die Entwicklung von immer neuen Finanz”produkten”.

Die Kreditvergabe durch Buchgeld dreht die entstehenden Anreize, im Vergleich zu einer Kreditvergabe aus Bargeld zwischen zwei Privatpersonen, regelrecht um: Normalerweise hätte ein Kreditgeber Interesse daran, sein Geld möglichst schnell zurück zu bekommen, weil er tatsächlich in der Zeit des laufenden Kredites darauf verzichtet, mit seinem Geld zu wirtschaften. Da Buchgeld durch Rückzahlung vernichtet wird und die Rückzahlung einfach nur das Ende des Zinsgeschäftes bedeutet, ist es im Fall der Geschäftsbanken umgekehrt.

Aus demokratietheoretischer Sicht muss das bestehende System der Buchgeldschöpfung scharf verurteilt werden, denn es handelt sich hierbei um ein oligarchisches Herrschaftsverhältnis. Als eine erste Notfallmaßnahme soll hier vorgeschlagen werden, die Lizenz zum Erschaffen von Buchgeld den Geschäftsbanken zu entziehen und in die Hände des Staates – sprich einer demokratisch organisierten Gesellschaft – zu legen.

Ebenfalls ist es möglich, parallel zum jetzigen Geldsystem, neue, basisdemokratische, kommunale, öffentliche Geldsysteme zu etablieren. Zahlreiche funktionierende Regiogelder existieren bereits. Hier ein Beispiel aus Deutschland und eines aus Brasilien.

Nach demokratietheoretischen Gesichtspunkten ergeben sich hierbei folgende Fragen:

Wieso hat der Staat Privatbanken die Lizenz zur Geldschöpfung übertragen? Die direkte Vergabe von Krediten an die öffentliche Hand durch die Zentralbank ist im Euroraum seit der zweiten Stufe der Europäischen Währungsunion von 1994 verboten, d. h. der Staat muss sich Geld bei Geschäftsbanken bzw. am Rentenmarkt leihen.

Wieso verschuldet sich der Staat – also wir alle – bei Privatbanken in Geldeinheiten, die diese schöpfen?

Wieso wird das Bereitstellen eines funktionierenden Geldsystems als größtenteils private und nicht als öffentliche Aufgabe betrachtet?

Wieso gibt es keine kommunalen, öffentlichen Banken, die ebenfalls Geld schöpfen dürften?

Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen führen zu einer weiteren, entscheidenden Frage: Nämlich wie ohne ein demokratisches, gerechtes Geldsystem ein demokratisches politisches System und eine stabile Wirtschaftsordnung möglich sein soll. Die Frage, ob wir in einer Demokratie oder unter einer Diktatur der Finanzmärkte leben wollen, hängt zentral von der Art des Geldsystems ab, das wir nutzen.

Nachtrag:

Im Artikel wurden die Basel-Gesetze nicht erwähnt. Diese schreiben Banken eine so genannte Eigenkapitalhinterlegung zusätzlich zur Mindestreserve für alle vergebenen Kredite vor. Die Banken müssen also, um immer mehr Kredite vergeben zu können (wozu dieses Geldsystem zwangsläufig führt), immer mehr Eigenkapital ansammeln. Im Klartext: Sie müssen ihre Marktmacht in der sogenannten Realwirtschaft ständig erhöhen.

Inwiefern jedoch die Basel-Gesetze wirklich geeignet sind, die Kreditvergabe der Banken zu beschränken, ist umstritten. Im Zuge der “Finanzkrise” wurde den Banken erlaubt, Wertpapiere nach Einkaufspreis (nicht nach aktuellem Marktpreis) zu bewerten. Sie können somit ganz legal ihre Bilanzen aufhübschen/fälschen. Zum generellen Problem der Eigenkapitalbewertung hier ein Auszug aus dem Buch “Das Ende des Geldes” von Franz Hörmann und Otmar Pregetter:

“Nach den Regeln von Basel II und Basel III sollen Kredite sogar mit 8 Prozent Eigenkapital oder mehr gedeckt werden, je nach Risikogehalt dieser Kredite. Eigenkapital ist aber nichts anderes, als die rechnerische Differenz zwischen der Summe aller Posten der Aktivseite und den Schulden auf der Passivseite der Bilanz. Welche Zahlenbeträge für die Posten der Aktivseite in diese Rechnung wirklich eingesetzt werden, d.h. die Regeln ihrer Bewertung, erfährt die Öffentlichkeit aber nicht, und falls doch, dann ist sie entsetzt, und selbst Wirtschaftsprüfer sprechen dann offen von Betrug.” Seite 145/146

Artikelbild: Mathias / flickr / CC BY 2.0

Zum Thema:

– Die Logik des Geldsystems als tiefere Ursache von Armut und Krisen?

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178 Kommentare zu "Wie Banken Geld machen
Einblicke in ein Schneeballsystem"

  1. Joe sagt:

    Guter Artikel. Das eigentliche Problem ist nicht der Zins, sondern wie Geld geschaffen wird. Würde Geld nicht durch Kredite in Umlauf gebracht(Schneeballsystem), wäre der der Zins nur ein untergeordnetes Problem.

    Klar ist: Der Zins sorgt für eine Kapitalkonzentration, sprich Umverteilung von Geld dahin wo ohnehin schon viel Geld vorhanden ist. Ein starker Staat kann mittels Steuerpolitischer Umverteilung dem entgegenwirken.

    Das der Zins per Zineszins einen exponentiellen Geldanstieg bedeutet stimmt auch, ist aber egal solange es eine Inflation gibt die auf ähnlicher Höhe des Zines liegt.

    Stellen wir uns ein Geldsystem vor in dem das Geld nicht durch Kredite geschaffen wird. Z.B. bringt der Staat das Geld durch Investitionen(z.B. in Infrastruktur, Bildung etc.) in Umlauf(Die Höhe des jährlich benötigten zusätzlichen Geldes um eine Deflation zu verhindern und eine leichte, konsumanregende Inflation zu schaffen lässt sich leicht errechnen). Nun sind Kredite nichtmehr der Dreh- und Angelpunkt des Geldsystem, sie haben lediglich die Funktion Investitionen vorzuziehen. Der Zins der für Kredite gezahlt werden muss kann aus dem jährlich neu vom Staat geschaffenen Geld in etwa gedeckt werden. Was bleibt sind die oben beiden bereits genannten Komponenten des Zinses, die aber beide mittels geeigneter Steuer-(z.B. ~100% Steuer auf Kapitalgewinne) und Umverteilungspolitik neutralisiert werden können.

    • fakeraol sagt:

      “Das der Zins per Zineszins einen exponentiellen Geldanstieg bedeutet stimmt auch, ist aber egal solange es eine Inflation gibt die auf ähnlicher Höhe des Zines liegt.”

      Nein, es ist nicht egal.
      Die durch die exponentielle Geldmengenausweitung verursachte Inflation trifft ALLE, nicht nur den, der durch die Geldhortung und das Erpressen von Zins diese Geldmengenausweitung erst erzwingt und damit die Inflation verursacht. Wärend aber alle anderen durch den von ihm verursachten Schaden (Geldentwertung) mitbetroffen sind, kann er sogar durch den Zins für sich den von ihm verursachten Schaden sogar wieder ausgleichen.

  2. e-lena sagt:

    Aufgepasst!!! PROTESTschreiben gegen die Haftungsunion werden gesammelt vom Bund der Steuerzahler.
    http://www.steuerzahler.de/wcsite.php?wc_b=4179

    Hier das Schreiben:
    http://www.steuerzahler.de/files/37848/Protestbrief_Bundestagsabgeordnete.rtf
    Hier kürzer zusammengefassten Postkarten:
    http://www.steuerzahler.de/files/37848/Protestkarte.pdf

    An den Bund der Steuerzahlen schicken oder an die jew. Bundestagsabgeordneten (zu finden unter http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/index.jsp )

    Text: “Ich appelliere deshalb an Sie, dem Gesetzespaket zur Installation des ESM Ihre Zustimmung zu verweigern und sich für eine europaweite Schuldenbremse sowie eine stärkere Beteiligung privater Gläubiger einzusetzen.”

  3. e-lena sagt:

    Florian,
    bei wlcentral.org läuft bis zum 10.09 ein Wettbewerb, “Third Monthly WikiLeaks Central Essay Competition | The Global Economic Crisis”: http://wlcentral.org/node/2149
    Dein Beitrag wäre ein Volltreffer.
    Du kannst es ja auch in Deutsch einschicken, die Übersetzung – ins Piratepad! und die URL unter anderem bitte hier mitteilen?

  4. C.A. sagt:

    Tut mir leid, dass ich den Artikel nicht zur Gänze durchgelesen habe, auch das PDF der Bundesbank war mir zu mühsam.

    ABER:

    Wenn eine Bank 100.000,– verleihen möchte, dann kommen diese 100.000,– nicht aus der Luft, sondern von den Sparern (oder die Bank nimmt einen Kredit von einer anderen Bank oder der Bundesbank). Von dieser Spareinlage (und nicht vom Kredit) ist die Mindestreserve zu halten (also können nur mehr 99.800,– an Kredit vergeben werden). Außerdem sollte die Bank auch schon mal was verdient haben oder von ihren Eigentümern Eigenkapital eerhalten haben, denn so ein Kredit ist auch mit in der Regel 8 % Eigenkapital zu unterlegen.

    Ich würde daher raten vor dem Schreiben solcher Blogs sich mal mit der Erstellung einer Bilanz auseinanderzusetzen

    • hahaha Artikel nicht gelesen und dann mit Bankbilanzen argumentieren…dass die gefälscht sind weiss doch wirklich jeder. Übrigens: In in der EU sind kleine Banken durch einen Mindestreservefreibetrag von 100.000 Euro gestützt – was Sie offensichtlich nicht wissen!! Jetzt rechnen Sie mal: wenn ich einen Freibetrag von 100.000 Euro habe, wieviel Geld kann ich dann schöpfen ohne Mindestreserve?? 100.000 : 2 = x : 100 ?

      …aber mal noch ganz simpel gefragt: Wo sollen denn ihrer Meinung nach die von ihnen genannten 100.000 Euro denn bitte ihren Ursprung haben? Wie entsteht Geld ihrer Meinung nach denn? Die Wahrheit ist, es wird (in den meissten Fällen) von Geschäftsbanken geschöpft und zwar so wie hier beschrieben.

      • C.A. sagt:

        Ich habs geschrieben, die Mindestreserve ist nicht vom Kredit (der Aktivseite der Bilanz) sondern von der Einlage (Passivseite) zu halten. Und damit wir es noch komplizierter machen, die Banken müssen für diese Einlagen (die sie wie gesagt für die Vergabe der Kredite benötigen) auch noch liquide Mittel vorweisen können. Und ich habe mir in der Zwischenzeit auch die Seite 72 des PDF angeschaut – bitte alles lesen – dann sieht man auch hier das für eine Kreditvergabe eine Refinanzierung (vom Sparer, einer anderen Bank oder der Bundesbank) notwendig ist.

        • “sondern von der Einlage (Passivseite) zu halten.” …ähh doppelte Buchführung? Wenn ne Bank einen Kredit vergibt wird das Geld in diesem Momemt doch zur Einlage des Kunden auf seinem Konto… hier:
          http://youtu.be/bYsJw34bR4Y

          nochmal: Die Banken schöpfen das Geld erst durch Kreditvergabe, das sie da irgendwie als gottgegeben als “Passivseite” bezeichnen. Natürlich kann eine Bank das nicht alleine..deshalb gibt es ein Bankensystem in dem das alles schön herumgeschoben wird bis keiner mehr durchblickt…im Kern bleibt es ein Schneeballsystem. Hier nochmal eine Übersicht der versch. Geldmengen: http://de.wikipedia.org/wiki/Geldmenge

        • Lästerzunge sagt:

          Verwirr ihn doch nicht. Seine Thesen sind doch sooooo einfach und überzeugend ;-)

      • C.A. sagt:

        Und zum zweiten Absatz:

        Die Bundesbank schreibt, die Geschäftsbank kann ja dem Kunden einen Kredit über 100.000,– gewähren und dem Kunden das Geld auf sein Girokonto gutschreiben – der Kunde müsste schön blöd sein wenn er das Geld da liegen ließe. Also wird er sich mit dem Guthaben z.B. ein Haus kaufen. Wenn man jetzt der Einfachheit halber mal annehmen würde, der Verkäufer dieses Hauses wäre auch Kunde der selben Bank, dann könnte er es auf ein Sparbuch einlegen. Am Ende der Geschichte hätte also die Bank eine Forderung gegen den ersten und eine Schuld gegen den 2. Kunden, saldiert 0. Nur das Haus hat den Besitzer gewechselt. (Und die 2 % habe ich mal vernachlässigt).

        • Äh naja mit dem kleinen aber feinen Unterschied dass der Hauskäufer einen sehr hohen Kreditzins an die Bank zahlt, der Hausverkäufer für das angelegte selbe Geld aber nur sehr wenig Zinsen bekommt…es bleibt also eine Differenz, die die Bank einstreicht und diese muss irgendwo herkommen. Kunde 1 (Hauskäufer) muss also irgendwo das Geld für den Zins auftreiben (jemand anderem wegnehmen)…

          …so und nun wurden die 100.000 wie sie selbst sagen dem Kunden 1 einfach mal so gutgeschrieben. Die Bank selbst musste dafür also nur 2000 Euro haben (Mindestreserve). Mit Geld das es zuvor also nicht gab, verdient sie bei diesem Geschäft eine Zinsdifferenz und zwingt den Zinszahler sich die Zinslast irgendwo beschaffen zu müssen…

          Im Gesamtbild muss dies die Ausbeutung des Menschen durch seiner selbst zur Folge haben…was ist daran so schwer zu begreifen, dass dies ein betrügerisch-ausbeuterisches Schneeballsystem ist?

        • C.A. sagt:

          Jetzt sind wir also schon bei den Zinsen und da kann ich Ihren Ausführungen auch folgen. Allerdings hat eine Bank außer den Zinsen auch noch andere Kosten (und Erträge). Und die Finanzierung des Hauskaufs muss ja auch irgendwie gemanaged werden. Aber wie Sie richtig schreiben, die Zinsen muss sich der Hauskäufer besorgen – vielleicht durch Arbeit?. Aber dann schafft er ja auch was. Jetzt können wir noch darüber diskutieren ob die Banken oder die Banker vielleicht zuviel verdienen. Aber gratis können die es auch nicht machen (und bitte nicht mit Ackermann argumentieren).

        • fakeraol sagt:

          > C.A. “Aber wie Sie richtig schreiben, die Zinsen muss sich der Hauskäufer besorgen – vielleicht durch Arbeit?.”

          Arbeit erzeugt Sachwerte, kein Geld. Um diese Sachwerte in Geld tauschen zu können, bedarf es wiederum eines Schuldners, der mit seiner Unterschrift Geld (temporär bis zur Tilgung) erzeugt. Damit setzt sich die Schuldenkette durch die Verzinsung fort.

          Geld entsteht nicht durch Arbeit, sondern durch Verschuldung und die Forderung der Bank ist immer höher als das, was sie als “Kredit” ausgibt, und ist damit nie tilgbar. Es bleiben immer Schulden übrig, die nur mit neuen, noch höheren Schulden zu tilgen sind.

    • Tobias Tulinius sagt:

      Bitte verbreiten Sie hier keine Desinformation. Der Artikel wurde von einem Experten gecheckt.
      Es wird wirklich Buchgeld erzeugt. Das Geld kommt nicht von anderen Sparern.
      Eigenkapital braucht der Kunde, der den Kredit haben möchte…

      • naja er hat den Artikel ja nicht mal gelesen..:-P ..aber egal, die Diskussion ist dank dieser Falschaussagen ja nun recht interessant geworden…also wars letztendlich sinnvol so :-)

      • Tobias Tulinius sagt:

        Sorry C.A., shame on me, mit der Eigenkapitalhinterlegung der Banken haben sie Recht. Dazu gibt es die Baselgesetze.
        Allerdings ist fraglich inwiefern diese Gesetze in Zeiten der Finanz”krise” noch effektiv sind. Ich werde einen Experten bitten, sich hier im Forum dazu zu äussern.

  5. Tobias Tulinius sagt:

    @C.A. letzter Post:
    Seite 72 in dem PDF beschreibt, was bei einer Überweisung des Kredits des Kunden auf ein anderes Konto bei einer anderen Bank passiert: Dann möchte die andere Bank dieses Buchgeld von der überweisenden Bank finanziert haben.
    In der Praxis wird Buchgeld zwischen den Banken hin und her überwiesen und das Ganze dürfte sich mehr oder weniger wieder ausgleichen.
    @C.A. vorheriger Post:
    Es handelt sich tatsächlich um Giralgeld, also einfach so geschaffenes bzw. gebuchtes Geld, was vor Kreditvergabe nicht vorhanden ist. Die Darstellung in dem Artikel ist richtig.
    2% von 100000 sind 2000 und nicht 200 Euro. Eigenkapital sollte der Kunde haben, der den Kredit möchte.
    Die Banken müssen nur die Mindestreserve von 2% auf ihrem Zentralbankkonto halten. Darüberhinaus haben sie natürlich noch Bargeld (was ja Zentralbankgeld ist) im Tresor für den täglichen Kundengebrauch.

  6. Tobias Tulinius sagt:

    oh jetzt habt ihr noch mehr kommentare eingefügt, aber ich denke es ist klar worauf ich mich beziehe

  7. “Jetzt sind wir also schon bei den Zinsen und da kann ich Ihren Ausführungen auch folgen. Allerdings hat eine Bank außer den Zinsen auch noch andere Kosten (und Erträge). Und die Finanzierung des Hauskaufs muss ja auch irgendwie gemanaged werden. Aber wie Sie richtig schreiben, die Zinsen muss sich der Hauskäufer besorgen – vielleicht durch Arbeit?. Aber dann schafft er ja auch was. Jetzt können wir noch darüber diskutieren ob die Banken oder die Banker vielleicht zuviel verdienen. Aber gratis können die es auch nicht machen (und bitte nicht mit Ackermann argumentieren).”

    gute Punkte:…die Einkünfte der Banken sind natürlich höher als die Kosten die diese Hütchenspiele versuchen – trotz teils gigantischer Gehälter. Die Banken sind nämlich wie im Text beschrieben sehr interessiert daran massig Kredite zu vergeben um dann wie in meinem Kommentar davor beschrieben Zinsdifferenzen einzustreichen. Problematisch wird das Ganze natürlich wenn viele der Kredite platzen (bspw. SubprimeKrise)…aber dafür hat man ja eine Lösung gefunden indem man mittels verworrener Vertragswerke willfährige/korrupte Politiker dazu bringt die Kreditausfälle zu sozialisieren. Man sagt: Macht das mal bitte, sonst können wir dieses ach so tolle Banken/Geldsystem nicht weiter am laufen halten. Die politischen Entscheider folgen dem…ich hoffe es erstattet mal langsam jemand Anzeige..aber zurück zum Thema:

    “Aber wie Sie richtig schreiben, die Zinsen muss sich der Hauskäufer besorgen – vielleicht durch Arbeit?”

    äh nein, durch Arbeit wird Wert geschaffen nicht aber Geld geschöpft…das Zahlungsmittel muss irgendwo herkommen. Der Hauskäufer kann natürlich arbeiten um einen anderen Menschen dazu zu bringen ihm dafür Geldmittel zu überlassen. Auch der Arbeitgeber muss aber die Geldmittel irgendwo hernehmen und so wird das zum Kreislauf. Wie im Artikel beschrieben wird die Zinslast die im derzeitigen Geldsystem besteht nie mitgeschaffen. Die Geldeinheiten müssen also zwangsweise jemandem abgenommen bzw durch den nächsten Kredit wieder erst erschaffen werden: Schneeballsystem.

    Leicht verständlicher Film zum Thema noch:

    • 7nic sagt:

      Tut mir leid, aber der Film wird bei mir leider nicht angezeigt.

      In jedem Fall ein interessanter Artikel, gleich wie die Diskussion danach.
      Ich selber bin der Meinung, dass das Bankensystem, sowie die Börse stärker kontrolliert/reguliert werden muss. Dennoch darf man nicht vergessen, dass die Bank ein Unternehmen ist und damit gewinnstrebend orientiert ist. Es ist daher auch Aufgabe des Bürgers sich um seine Geldanlage zu kümmern. Allerdings fällt es sehr schwer bei dieser Komplexität den Überblick zu behalten, bzw. ist es als Laie teilweise unmöglich.

      Eine Verständnisfrage an den Autor: Ich bin mir des Systems bewust. Aber angesichts der Krise, haben die Banken ja enorme Verluste gemacht, nicht umsonst mussten sie gestützt oder privatisiert werden. In den USA bleiben vielen Banken auf ihren Krediten sitzen, die Bürger genommen haben, um sich ein Eigenheim zu kaufen.Wenn der Staat den Banken also nicht helfen würde/geholfen hätte, dann ist doch folglich das System der Bank gescheitert und sie selbst als Unternehmen hat versagt (Natürlich tragen Kreditnehmer und Anleger der Bank die Schuld mit), oder?.

      • 7nic sagt:

        Edit: Video funktioniert doch.

      • Ja es ist ein Schneeballsystem und muss als solches im Zeitverlauf einstürzen..politische Maßnahmen können den Einsturz nur aufhalten, nicht aber verhindern. Beim Einsturz sind – wenn es keine Aufklärung über diese Zusammenhänge gibt – Unruhen zu erwarten. Folglich versuchen Regierungen möglichst repressive Maßnahmen umzusetzen bevor es zum Zusammenbruch kommt. Diese Maßnahmen bedingen letztendlich den Weg in die Diktatur.

        Alternativweg: Die Bevölkerung schließt sich basisdemokratisch zusammen und schafft neue, bessere Insitutionen (Revolution)…das wiederum versuchen die Regierungen zu verhindern (Bsp.: https://le-bohemien.net/2011/08/26/mythos-demokratie/ ), schaffen es auf Dauer aber nicht…(meine Prognose)..Begründung: Der Drang des Menschen nach Freiheit lässt sich nicht dauerhaft unterdrücken!

        • 7nic sagt:

          Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung.
          Aber zu meiner Frage dann genauer: Wer profitiert dann von diesem Schnellballsystem, wenn die Banken sich “verkreditiert” haben? Meinen Sie die Banken profitieren in dem Sinne, dass sie Schulden machen können, aber im Notfall vor der Pleite gerettet werden. Schließlich also nur Gewinn machen können(?).

        • Na am Ende gewinnen halt die Bonzen…aber so wirklich glücklich sind die dabei halt auch nicht….letztendlich ist das System doch für alle scheisse…

        • Serge Danilow sagt:

  8. C.A. sagt:

    Ja den kannte ich schon. Und wie die Vergangenheit zeigt gab es immer wieder Krisen, die die Auswüchse des Geldkreislaufes verursacht haben und diese dann wieder bereinigten. In letzter Zeit waren es halt irgendwelche “Blasen” die sich aus der Überbewertung der geleisteten Arbeit gebildet haben. Und es ist meiner Meinung (jetzt bin ich schon bei Meinung) nicht der Geldkreislauf an sich das Problem, sondern dass dieser Kreislauf durch z.B. Kreditverbriefungen (sub prime) so kompliziert wird, dass man die Ursache des Problems (die Überbewertung der amerikanischen Wellblechgaragen) nicht erkennt und damit die Blase entsteht. Und das bei beim Platzen dieser Blasen viel Geld verloren wird ist allegemeine Meinung. Ich meine das Geld ist gar nicht weg, es hat halt nur ein anderer. Und das ist dann das Gegenteil zur Zinsausbeutungstheorie.

    • aber was geschieht denn vorher: Solange das Geldsystem besteht, existiert auch die daraus resultierende Schuld…nun haben wir mal wieder den Fall, dass aufgrund der aufgezeigten Spirale ganze Staaten in der Schuldenfalle stecken…Die Kredite etwa durch Subprime sind eben nicht geplatzt sondern sie wurden an die Gesamtgesellschaft weitergereicht….und wenn sie “ihre” Kredite nicht mehr bedienen können werden sie enteignet (“Privatisierungen”). Das Geldsystem ist doch kein Selbszweck, es ist Herrschafts- und Ausbeutungsinstrument.

      Ein Zusammenbruch dieses Systems wäre zunächst einmal eine Befreiung..natürlich müsste man dann schauen wie man demokratische, gerechte Alternativbezahlsysteme etabliert (bzw. sollte man das längst machen). Aber was machen “unsere” Regierungen? Sie versuchen mit allen Mitteln dieses Betrugssystem am Laufen zu halten. Stichwort: ESM-Vertrag….Wer diesem Vertrag zustimmt, macht sich zu direkten Mittätern dieses Betrugssystems. Ich kann nur nochmal sagen: Ich hoffe, dass da einige Leute langsam mal juristisch aktiv werden!

      • fakeraol sagt:

        Ein wesentlicher Faktor für die Durchsetzbarkeit des Fiat-geldsystems dürften auch die Eigentumsverhältnisse sein. Der größte Teil der Menschen sind “doppelt freie Lohnarbeiter”, d.h. sie besitzen keine Produktionsmittel, kein Land, von dem sie leben könnten, sie sind vollständig anhängig davon, ihre Arbeitskraft zu verkaufen.
        Das konkurrenzlose Monopol eines Geldsystems ließe sich gegen Menschen, die nicht davon abhängig sind, ihre Arbeitskraft zu verkaufen, nicht so leicht durchsetzen.
        Überhaupt dürfte ein Geldsystem nicht per Gesetz vor Konkurrenz geschützt sein. Wenn die Menschen jderzeit ein alternatives Gerldsystem initiieren könnten, wenn sie mit dem bestehenden unzufrieden sind, wäre der Gier der Betreiber (z.B. Banken) ein Riegel vorgeschoben, weil ihnen die “Kunden” verloren gehen würden, wenn sie mehr als einen angemessenen Lebensunterhalt aus ihrer Dienstleitung herausschlagen wollten.

  9. alex sagt:

    Ich z.T denke ähnlich wie Joe, dass der Zins nicht das Problem ist, denn der Zins ist der Preis des Geldes und wer leiht einem anderen schon Geld für lau. Richtig ist, das die Art der Geldschöpfung ein Teil des Problems darstellt, aber viel problematischer ist, dass es egal ob im privaten FED-System oder im “halbprivaten” EZB-System es immer Staat UND Banken (als Symbiose) sind, die auf Grund irgendeiner Gesetzgebung von billigem Buchgeld provitieren (die einen kassieren die Zinsen für etwas aus Luft geschaffenes, die anderen machen dem Volk aus heißer Luft (also Kredit-bezahlte) Versprechungen und werden dafür auf Ihre gut bezahlten Posten wiedergewählt. Welche Regierung dieser Welt kann schon diesem schönen “Geld aus dem Nichts löst alle Probleme” widerstehen ? (außer vielleicht die Regierung damals unter Kennedy). Ich widerspreche Joe wenn er sagt Inflation sei kein Problem… es kommt auf die Sicht an,Joe. Für jemand der Guthaben in Form von “gesetzlichem Zahlungsmittel” (von Geld kann man ja in diesem Falle nicht sprechen, denn echtes Geld hat immer auch eine Wertaufbewahrungsfunktion, oder sollte es nach meiner Meinung haben) hat, ist Inflation schlecht, denn er bekommt für sein “gesetzliches Zahlungsmittel” weniger Ware. Ebenso leiden alle Renten und Versicherungsansprüche unter einer Inflation, aber darüber spricht man ja heute lieber immer nicht, wenn wir mal wieder unsere Währung “a bischen” entwerten, damit unsere Produkte wettbewerbsfähig bleiben, wir also unsere Arbeitsplätze behalten dürfen…. Tolle Propaganda.
    Das Grundproblem ist also “Staat+Bank” ! Diese Symbiose machts möglich, dass Kredit-Irrtümer insbesondere der Banken, die ja doch (wie o.g.) öfter Kredite an “Nicht Kreditwürdige” vergeben, konsequenzlos bleiben, denn die werden meist immer gerettet, ob nun über Bad Bank, EFSF, ESM oder volks- bzw. Nationen verhetzend als Griechenland-Hilfe getarnt. Und wieder…. der Staat isses, der machts möglich für die Banken ! Es gibt keine noch so linke oder auch liberale, den Haushalt konsolidieren wollende Partei, die wiedergewählt würde, wenn der jeweilige Konkurrent die (vorerst) schmerzlose Lösung des anstehenden Problems (natürlich) auf Kredit !! verspricht.
    Deshalb, es ist normal, dass einige Unternehmungen nicht funktionieren und pleite gehen, denn nur durch das ständige Retten nichtsolventer Kreditnehmer bzw. von Banken die bei der Kreditvergabe geschlampt, betrogen oder beides haben, kann aus einem schlechten faulen Kredit ein ganzes Ponzi-Schema (Schneeballsystem) entstehen, an deren Ende immer die Halter von “gesetzlichem Zahlungsmittel” drunter leiden, also alle die eine Rente bekommen. Es gibt immer noch so ein paar BWL-Idioten, die glauben dass Sparen schlecht sei für die Wirtschaft, dabei ist Sparen ja nichts weiter als eine Ausgabe in die Zukunft zu verlagern, oder spart hier jemand aus Lust am Sparen?

    Die Lösung ist aus meiner Sicht ein nicht korrumpierbares weil nicht beliebig vermehrbares GELD (also Zahlungsmittel MIT Wertaufbewahrungsfunktion!) – und eben KEIN “gesetzliches Zahlungsmittel”, und eben kein Kredit (der Unterschied zwischn den letzten beiden ist, falls vorhanden, marginal) ! Ein solches Geld ist weg, wenn die Bank den Kreditnehmer überschätzt hat. Die Bank wird sich also 3 x überlegen, wem sie Geld leiht und bestimmt nicht für Zinsen von 0-1% (ohne Sicherheiten) , denn wenns Geld weg ist, isses weg, gell. Und wer sich keinen Kredit leisten kann, der versuchts dann halt zur Abwechslung mal wieder mit ………………richtig sparen.

    • C.A. sagt:

      Nur zur “Griechenlandhilfe” ein paar Bemerkungen:

      Banken haben griechische Staatsanleihen gekauft (also Griechenland Kredit gewährt). Weil man (und auch eine Bank) einen Staat nicht so einfach analysieren kann wie einen Gehaltsempfänger oder ein Unternehmen, hat man sich auf Ratingagenturen verlassen. Und jetzt kann Griechenland nicht zahlen! Und manche Bank nicht mehr bilanzieren! Sollte man jetzt die Banken Pleite machen lassen und in weiterer Konsequenz die Sparer nicht mehr zur Gänze auszahlen? Kann man machen, aber dann werden Sparer auch zu Banken rennen die Griechenland gar keinen Kredit gaben, und wenn das dann zuviele sind ist die Bank vielleicht nicht Pleite aber illiquid – und das kann auf dasselbe rauskommen. Und ich glaube auch Deutschland (der Staat) könnte morgen seine Schulden nicht sofort zurückzahlen wenn seine Gläubiger den cash gleich haben wollten – aber natürlich leichter als Griechenland, schon klar. Deshalb kann man meiner Meinung nach auch gleich Griechenland helfen.

      • Sie blenden mit diesem Post alles – aber auch wirklich alles – aus was im Text und in der gesamten Diksussion unter dem Text steht.

        • C.A. sagt:

          tut mir leid, habe aber extra geschrieben “Nur zur Griechenlandhilfe”. Es ist halt alles etwas komplex und nur mit der Abschaffung der Zinsen oder der Banken ist es nicht getan. Und weil in einem anderen Post etwas von gerechten Geldsystemen steht – ich bleibe dabei – nichts in dieser Welt ist gerecht. Und ein anderes System würde eben andere Spiele und andere Ungerechtigkeiten verursachen.

  10. Tobias Tulinius sagt:

    Also in dem Artikel kann man sehen, dass schon die normale Kreditversorgung für die Realwirtschaft und Konsumenten systembedingte Probleme aufwirft:
    Das Hauptproblem ist die Erzeugung des Geldes als Schuld.
    Die Zinsen wirken praktisch als Verstärker dieses Grundproblems.
    Aus demokratietheoretischer Sicht ist das ganze System ein Skandal.

    Die Erfindung des Finanzmarktcasions macht das ganze so richtig irre. Im Grunde beschleunigt sie den Zusammenbruch des Systems, der auch sonst kommen würde.
    Die Buchgeldmenge im Finanzcasino ist absurd hoch. Das letzte, was ich gehört habe war, dass es ein Verhältnis von 95% Casino zu 5% Realwirtschaft ist.

    • C.A. sagt:

      Und auch im Casino (also jetzt in einem realen) wird nur Geld getauscht und nicht vernichtet. Aber im Ernst, es ist doch nicht das Geld oder die Schuld das Problem, sondern die Verteilung. Wenn die Schulden nicht mehr bezahlt werden können bekommen die Sparer ihr Geld nicht mehr wieder. Man kann das mit einem Schlag machen indem wir das Geld abschaffen oder eben durch Inflation.

      Und mit oder ohne Geld, die Welt wird nie gerecht sein

      • es gibt eben auch Konzepte für gerechte Geldsysteme, die Umsetzung dessen wird lediglich blockiert!

      • Tobias Tulinius sagt:

        Klar ist die Verteilung das Problem. Aber in einem Schuldgeldsystem wirkt sie sich noch krasser aus, weil die gesamte Buchgeldmenge gleichzeitig eine Schuld ist.
        Was der Eine spart und sich verzinsen lässt, bräuchte ein Anderer (bzw. viele Andere) zum Schulden zurückzahlen. Das benötigte Buchgeld ist aber durch ungleiche Verteilung blockiert und somit muss neues Geld in das System, was wieder als Schuld geschaffen wird. Die Zinsen verstärken diesen Mechanismus.

  11. alex sagt:

    Kreditgeschöpftes Geld ist unsparbar !

  12. alex sagt:

    So gehts immer los, angebliches wollen die Banken wenn sie sich bail-outen lassen Ihre Sparer retten, Blödsinn. Für die Sparer gibst ein Einlagensicherungsfond und für die Fahrlässigkeit der Bankenkreditvergabe bei der Überprüfung der Kreditvergabe (also für ein nicht aufgegangenes Unternehmenskonzept) gibts eine Insolvenz, und das, genau das gibts es für eben jeden, der sich in seinem Unternehmenskonszept verkalkuliert hat und auch heute noch immer dafür insolvenz geht !!!!!, außer eben die großen, die angeblich zu gross zum umfallen sind – wer entscheidet demokratisch wann diese Größe beginnt. Gleiches recht für ALLE ! auch das gleiche Insolvenzrecht für ALLE !
    Auch ein Sparar der sich in seinem Sparmodell geirrt hat – sollte NICHT gerettet werden – er muss sich vorher informieren, zu welchen Konditionen jemand(eine Bank) sein Geld aufbewahren darf.
    Auch der Sparer muss wissen was er tut. Es gibt keinen risikolosen Kredit, weder für den Nehmer noch für den Geber. Wenn eine Bank die Kreditvergabe nicht beurteilen kann vergibt sie keinen Kredit, klaro Gutmensch ! Von etwas was man nicht kann, lässt man seine Finger !

    • C.A. sagt:

      Nur zum Einlagensicherungsfonds: Den speisen die Banken – und wenns nicht reicht der Staat. Und wie machen die das, mit Eigenkapital oder Schulden, wobei ich bei einem Bankenrun das Verhältnis mal mit 1:10 schätzen würde. Die Sparer zahlen sich über den Staat also ihr Geld selber. Das Casino ist eröffnet.

  13. alex sagt:

    In Zukunft wird man, wenn man wünscht, sein Geld sicher (vor Raub und Inflation) in einer Bank aufbewahrt zu bekommen, der Bank Geld zahlen müssen. (siehe Schließfach). Nur für das Geld, mit dem die Bank arbeiten darf (Kunde erlaubt explizit den Anteil seines Ersparten, den die Bank für Zinsen ausleihen darf) wird er Zinsen bekommen, weil dieses Geld über die Kreditvergabe dem Kreditrisiko des “Nichtwiederbekommens” (Kreditnehmer stirbt, Geschäftsmodell geht nicht auf…etc.) ausgesetzt ist – diese Zinsen teilen sich die Kreditgeber (=Bank+Sparer).

    • C.A. sagt:

      Sie können auch heute schon ihr Geld in ein Schließfach legen, und auch so wie der Rest beschrieben funktioniert (halt nur viel viel komplizierter) so. Und die Zinsen dieses Modells müssen auch wieder irgenwoher kommen.

  14. Tom sagt:

    Achtung Satire: hier irren alle. In wirklich gibts gar kein Geld, sondern nur bedrucktes Papier = 0-Wert, also Geistergeld, denn sonst würde eine solche Schöpfung gar nicht funktionieren. Und wie das mit Geistern eben so ist, gibt es welche die uns gar furchtbar erschrecken, siehe auch einschlägige Fachliteratur (z.B. Bram Stokers Dracula) und Dokumentationen (z.B. Shining, Friedhof der Kuscheltiere, etc.). Die Lösung ist in den meisten Fällen recht simpel: machen Sie das Licht an und suchen Sie sich einen fähigen Therapeuten oder, in diesem speziellen Fall, da es sich um Geistergeld handelt – alle und ich meine alle, bekommen einfach alle Schulden erlassen, alles wird auf das eigentliche Maß zurückgeschrumpft, jeder hat plötzlich wieder Plus in der Kasse und wir können wieder von vorn anfangen – denn – Verlierer gibts ja keine, da es auch kein Geld gibt. :-)

  15. alex sagt:

    Das Sparen mit Geld = Wertaufbewahrungsmittel ist risikoloser als das Sparen mit gesetzlichem Zahlungsmittel. Und nochmal : richtig ! Niemand nimmt dem Sparer den Irrtum “beim falsch gespart haben” ab und sei es auch so, dass eine Bank dem Sparer schriftlich garantiert hat, das Sparen bei unsere Bank sicher sei. Jeder haftet für sein Geld und seine Fehlentscheidungen !

  16. alex sagt:

    Hi Tom – nur damit du den Einstieg findest, es gibt “gesetzliches Zahlungsmittel”(ist wohl eher ein schwaches bzw. irgendwann kein Geld (mehr), es gibt Geld (mit der Eigenschaft – es kann Wert aufbewahren), Syn.: Naturgeld =Geld ohne Gesetz = freies Marktgeld, es gibt andere Wertaufbewahrungsmittel (z.B. Diamanten, Glasmurmeln, Kaffee, Reis, Gemälde….) …

    Wie Du siehst, wird es also auch dann, wenn das sog. “gesetzliche Zahlungsmittel” verschwindet, immernoch Menschen geben, die Geld und andere Wertaufbewahrungsmittel haben. Deren Wert bestimmt sich nach Angebot/Nachfrage ! klar soweit ?

  17. Tom sagt:

    Hallo Alex, danke für den Hinweis :-) Beachte bitte die ersten beiden Wörter in meinem Beitrag!!!

  18. C.A. sagt:

    Weiter oben ist ein Post “tolle Einstellung …” auf den ich leider direkt nicht antworten kann. Daher an dieser Stelle:

    So kann man die Diskussion auch beenden. Ich wünsche allen ein schönes Wochende und möge der Bankomat für die nötige Liquidität sorgen ;-),

    • “So kann man die Diskussion auch beenden.” ja denn wenn man im Kern sagt: “Wir müssen uns nun mal gegenseitig bescheissen, was regt ihr euch also warum regt ihr euch dann bitte über Betrugssysteme auf…” entlarvt das dermaßen die Geldsystemkritik-Kritik, dass wir in der Tat dann wirklich am Endpunkt der Debatte angekommen sind…ENDLICH!

  19. e-lena sagt:

    Die Übersetzung ins Englische ist gestartet: http://typewith.me/2E8CPdZsoL

    Wer interesse hat, bitte mitmachen! Die Übersetzer können ihre Namen notieren. Florian wird sie sicherlich auch nicht vergessen, zu erwähnen. Bitte macht mit!

  20. VforVend sagt:

    Hier ein Vorschlag von Oliver Janich (den ich sehr schätze) wie man das Geldsystem gerecht machen könnte, Denn nur eines ist gerecht, die Freiheit zu wählen. http://www.youtube.com/watch?v=-lHGOeFOtc4

  21. Systemfrager sagt:

    Zum kotzen kommen wird noch, zuerst die fröhliche Nachricht:
    Die Autoren kommen zur Schlussfolgerung, die man nur uneingeschränkt begrüßen und loben kann:

    Nach demokratietheoretischen Gesichtspunkten [besser: wenn man darüber fachlich und logisch nachdenkt] ergeben sich hierbei folgende Fragen:

    Wieso hat der Staat Privatbanken die Lizenz zur Geldschöpfung übertragen? Die direkte Vergabe von Krediten an die öffentliche Hand durch die Zentralbank ist im Euroraum seit der zweiten Stufe der Europäischen Währungsunion von 1994 verboten, d. h. der Staat muss sich Geld bei Geschäftsbanken bzw. am Rentenmarkt leihen.

    Wieso verschuldet sich der Staat – also wir alle – bei Privatbanken in Geldeinheiten, die diese schöpfen?
    Wieso wird das Bereitstellen eines funktionierenden Geldsystems als größtenteils private und nicht als öffentliche Aufgabe betrachtet?

    Wieso gibt es keine kommunalen, öffentlichen Banken, die ebenfalls Geld schöpfen dürften?

    Ich weiß nicht, ob man dies besser und klarer formulieren könnte. (Ich würde es nicht schaffen.)

    PS
    Naja gut. Warum es so ist und nicht anders, wissen wir, die Autoren wissen es (bestimmt) auch, weil das System die Reichen noch reichen machen soll.

  22. Systemfrager sagt:

    Jetzt zum Zinseszins und den anderen Idiotien der Gesellianer und Debitisten:

    >>> Kritiker dieser These werden zwar vereinzelt noch laut, lassen sich aber recht leicht widerlegen.

    Es ist nicht so, dass J. Berger viel von der WiWi versteht, seine Kritik der Gesellianer und Debitisten ist dermaßen vollständig, klar und gut formuliert, dass man es fast nicht fassen kann … fast würde man ihm dafür gratulieren

    Wer das nicht verstanden hat, was dort steht, dem ist nicht zu helfen

    • fakeraol sagt:

      Es ist so, das Berger garnichts von Wirtschaft versteht. Und Du den Unterschied zwischen Volkswirtschafts-Wissenschaft und BWL-Esotherik nicht erklären kannst.

      ES ist ein intelektuelles “No Go”, wie Berger es tut, die Begriffe “empirisch” und “Beweis” in ein und demselben Satz zu gebrauchen. Und es ist ein “No, Never, (I mean realy NEVER!!!) GO”, die beiden Begriffe auch noch direkt miteinander zu kombinieren.

      Berger behauptet, der Zins müsse nicht geschöpft werden, der sei schon im Markt vorhanden? Seit wann? Schon immer? Seit dem Urknall?
      Und wie ist er da hingekommen? Hat ihn jemand gespendet? Und wie wird sichergestellt, das jede Person, die diesen Zins auf ihre Bankeinlage erhält, ihn brav und vollständig wieder dem Realgütermarkt in Form von Realgüterkonsum zur Verfügung stellt?
      Und wie passt das alles zur ständig weiter anwachsenen Geldmenge, woher kommt der dafür zusätzlich nötige Zins in den Markt, wenn nicht über Neuschöpfung durch Verschuldung?
      Und wie passt das alles dazu, das 95% dieser Geldmenge inzwischen garkeine Realgüter mehr nachfragen, sondern zum Zocken an der Börse verwendet werden?

      Berger ist nicht in der Lage, eine mathematisch korrekte Beweisführung zu liefern mit “gegeben:”, “gesucht:”, Lösungsweg, und “w.z.b.w.” am Ende darunter UND DAS WEIS ER! und hat deshalb seitdem auch die Registrierung für sein Blog deaktiviert, weil ihm die Leute sonst in den Kommentaren sein Pamphlet zerreissen und um die Ohren hauen würden.
      Dumm ist er nicht. Er verweigert die Auseinandersetzung da, wo er nur verlieren kann.

  23. Systemfrager sagt:

    Und jetzt zu den „traurigen“ – um nett zu sein – Aussagen des Textes. C.A. hat schon einiges gesagt, ich vervollständige es:

    … entsteht Buchgeld als Schuld. Wird Buchgeld auf einem Konto gespart und nicht mehr ausgegeben, muss die Buchgeldmenge also weiter erhöht werden, damit überhaupt an anderer Stelle die laufenden Kredite (=Schulden) bedient werden können. Dies führt zu immer neuen Schulden.

    Was für ein Quatsch! Ich leihe mir 100.000 bei der Bank, und ich sage der Bank: Jetz mache ich daraus Festgeld? In DE gibts 80 Mio., kennt jemand einen solchen Idioten?

    Auch die Tatsache, dass der Zins in der geschöpften Kreditbuchgeldmenge nie enthalten sein kann, führt zu immer neuen Schulden.
    Der Zins muss entweder der bereits vorhandenen Geldmenge anderer Marktteilnehmer entnommen werden, oder aber wiederum durch neue Kredite finanziert werden (entweder vom Kreditnehmer selbst, oder von anderen Markteilnehmern, die ihrerseits im Wirtschaftsprozess den Beispielkreditnehmer bezahlen). Ein klassisches Schneeballsystem.

    Es gibt in der Wirtschaft auch Wertschöpfung. Daraus wird Zins bezahlt. Es gibt keinen Betriebswirt, der das nicht versteht. Geht eine Firma nicht davon aus, dass sie mit dem Kredit von zB 100.000 Waren von 120.000 produzieren kann, wird sie nicht investieren.

    • Tobias Tulinius aka Tobi Sinus sagt:

      Hallo Systemfrager,

      Zu Punkt eins:
      Das ist vermutlich verkürzt formuliert. Es ist nicht die selbe Person die das tut. Wenn aber Einzelne besonders viel Buchgeld parken bzw. sparen, ist dieses Geld nicht mehr im Umlauf. Es ist aber als Kredit entstanden, der ja weiterläuft. Irgendjemand muss also Kredite bedienen, die an diesem geparkten Buchgeld hängen. Dazu bräuchte es dann weiteres Buchgeld.
      Zu Punkt zwei:
      Das hatten wir schon mal. Es geht wieder nur um die Buchgeldmenge…

      Keine Ahnung, ob wir in diesen Punkten jemals Konsens erreichen werden. Es freut mich aber sehr, dass auch Du öffnetliche Geldschöpfung forderst ( oder gleich ein neues System?)

      mfG :-)

    • fakeraol sagt:

      “Es gibt in der Wirtschaft auch Wertschöpfung. Daraus wird Zins bezahlt. Es gibt keinen Betriebswirt, der das nicht versteht. Geht eine Firma nicht davon aus, dass sie mit dem Kredit von zB 100.000 Waren von 120.000 produzieren kann, wird sie nicht investieren.”

      Du schreibst immer von “WiWi”. Kannst Du den Unterschied zwischen BWL und Volkswirtschaftslehre erklären? Oder warum der VWLer 100% Beschäftigung als das Optimum einer funktionierenden Wirtschaft ansieht, der BWLer hingegen im Idealfall alle Arbeiter wegrationalisieren würde?

      Deine getätigte Wertschöpfung bewirkt eben keineswegs ein automatisches Anwachsen der Geldmenge um 20.000 als Deckung für den realen Wertzuwachs.
      Die Geldmenge erhöht sich UNABHÄNGIG von Zuwachs oder Schwund des Realgüterwertes dann, wenn eine verschuldungswillige Person von der Bank auch als verschuldungsfähig beurteilt wird. Findet sich keine Person mit ausreichender Bonität, erhöht sich die Geldmenge nicht und der Preis Deiner Waren bestimmt sich nach Angebot und Nachfrage des vorhandenen Geldes, ergo: der Preis sinkt, weil mehr Ware um die gleiche Geldmenge konkurriert.

      Deine Annahme, das das zusätzliche Geld für den zusätzlich geschaffenen Realwert auch automatisch am Markt neu zur Verfügung stehen würde, ist FALSCH.

  24. Systemfrager sagt:

    Ich erkläre mit einem Beispiel was Gesellianer und Debitisten nicht verstehen:

    Akteure: Kreditnehmer A, Bank Alpha, Warenproduzent B, Bank Beta

    Die Bank Alpha schreibt eine Zahl (100.000) auf, auf dem Konto des Kreditnehmers A
    (Solange der Kreditnehmer nichts tut, ist diese Zahl de facto nicht existent. Aber das ist nur ein rein abstrakter Fall.)

    Der Kreditnehmer A kauft von dem Warenproduzent B für 100.000 ein. Ergebnis:

    Auf dem Konto von A steht ein Minus 100.000, auf dem Konto von B steht ein Plus von 100.000.

    Schlussfolgerung:
    Die Geldschöpfung des Finanzsystems in Toto ist gleich NULL.

    • Tobias Tulinius aka Tobi Sinus sagt:

      Genau gleich NULL. Steht aber auch in dem Artikel, bloss anders formuliert…

    • fakeraol sagt:

      Na das ist mal ein “Beweis” …

      Der Hügel ist 10 Meter hoch und der See ist 10 Meter tief.

      Schlussfolgerung:
      Die Höhe des Geländes in Toto ist gleich NULL.

      Trotzdem ist die Kuh ersoffen :-O

  25. Systemfrager sagt:

    @ Tobias Tulinius aka Tobi Sinus
    >>> Das ist vermutlich verkürzt formuliert. Es ist nicht die selbe Person die das tut. Wenn aber Einzelne besonders viel Buchgeld parken bzw. sparen, ist dieses Geld nicht mehr im Umlauf.

    Falsch! Das BUCHGELD wird nie geparkt. Eine Bank kann sich dies nicht leisten. Sie wäre dumm, das BUCHGELD oder BARGELD zu parken.

    Ja, Du und ich können das BARGELD im Garten begragen, aber das ist dann was anderes. Wir sprechen momentan vom BUCHGELD, weil wir uns einig sind, dass die privaten Banken BARGELD nicht schaffen können – nehme ich an ;-)

    • Tobias Tulinius aka Tobi Sinus sagt:

      Aber ein Kunde könnte das tun. Es gibt schliesslich Leute, die einfach volle Konten haben, auch wenn es dumm ist. Es gibt Leute, die so etwas tun auch wenn man Geld natürlich besser anlegen könnte, anstatt es einfach gegen niedrige Zinsen auf einem Konto zu lassen. Aber so etwas passiert…

    • fakeraol sagt:

      Falsch. Buchgeld wird auch garnicht “geparkt”, es heißt nämlich “Buchgeld”, weil es durch Einbuchung entsteht und bei Rückzahlung durch Ausbuchung wieder verschwindet.
      Mit der Rückzahlung werden Soll und Haben, Schuld=Forderung und Buchgeld miteinander verrechnet, sie heben sich gegenseitig auf, und übrig bleibt auf der Soll-Seite die Zinsforderung, die nur “aus dem Markt”, d.h. aus den dort gerade umlaufenen, ebenfalls forderungsbelasteten Geldern anderer Schuldner gedeckt werden können, was zur Folge hat, das die Geldmenge ständig weiter ausgeweitet werden muss (bei Strafe des Systemzusammenbruchs, wenn das nicht gelingt), um die nötigen Gelder für die Rückzahlung für diese Schuldner zur Verfügung zu stellen.

      Buch geld liegt nie auf einem Konto, es entsteht mit der Ausgabe gegen Verschuldung, und verschwindet wieder mit Begleichung dieser Schuld.

  26. Joe sagt:

    Systemfrager, sie wollen es wohl nicht verstehen? Haben sie absichtlich in ihrem Beispiel den Zins vergessen?

    Der Herr B muss nämlich die 100.000 zurückzahlen(kein Problem) plus den Zins dazu(ein ungleich gößeres Problem da der Zins nicht mitgeschöpft wurde). Damit er den Zins bezahlen kann muss er selbst(unwahrscheinlich) oder jemand anderes an anderer Stelle im System einen Kredit aufnehmen welcher wieder Zins hat usw. usw.

    Das steht alles im obigen Artikel.

    Zu weiter oben wo ich angesprochen werde. ich habe nicht gesagt das Inflation kein Problem sei. Ich habe gesagt das die exponentielle Geldsteigerung durch Zinseszins kein Problem ist aufgrund von Inflation. Ich meine ob man jetzt mit einem Geldschein wo 10 Euo draufstehen oder 100000000 Euro sein Brot bezahlt ist erstmal irrelevant. Wer sein Geld auf der Bank hat wird mit seinem Zins den Verlust durch Inflation ohnehin immer ausgleichen. Nur wer sein Geld unter der Matraze spart hat ein Problem durch Inflation.

  27. Simplicissimus sagt:

    Wirklich eine sehr interessante Diskussion. Ich habe überhaupt keine Ahnung von dem Thema. Gut, den Film oben habe ich auch gesehen und weiß in etwa worum es geht. Ich bin 46 J. alt und war fast mein ganzes Leben arbeitslos, so dass ich nie in die Lage kam mich überhaupt mit Geldfragen zu beschäftigen zu müssen. Seit geraumer Zeit versuche ich mich aber so ein bisschen damit auseinander zu setzen. Einfach der Allgemeinbildung zur Liebe…. . Ich denke das Hauptproblem ist der Zinseszins, auf den wurde oben rel. wenig eingegangen. Und das der Staat kein Geld schöpfen darf(aus welchen Gründen genau?). Sehe ich das soweit richtig? Und das unser Geld nicht mehr “Goldgedeckt” ist.

    • Jap…wobei ich auch denke, das was Joe in seinem ersten Kommentar sagt triffts ganz gut…Zins ist halt vor allem in Verbindung mit ungerechter Geldschöpfungspraxis ein Problem…erst durch massenhafte Weiteranhäufung von Zinseinkünften entsteht dann ja sozusagen der Zinseszins in seiner verheerenden Form

    • Tobias Tulinius sagt:

      Meine Meinung zur Goldbindung:
      Sicher sind die Entwicklungen auch durch die Abschaffung der Goldbindung möglich geworden.
      Die Goldbingung wurde allerdings erst dann aufgegeben, als schon zuviel Geld von der FED gedruckt worden war und man feststellte, dass man die Goldbindung einfach nicht mehr aufrechterhalten konnte.
      Eine Rückkehr zur Goldbindung ist aus demokratischer Sicht eine sehr schlechte Idee. Dies würde die Machtverhältnisse zementieren. Dann hätten wieder die jetzigen Goldbesitzer die Macht. Das Gold ist ja nicht gleichmässig über die Staaten verteilt. Ausserdem möchte ich sagen, das Gold blutig ist.
      Das Problem in diesem System ist, dass Geld als Schuld entsteht. Jeder möchte ja vermutlich schuldenfrei sein, nur in diesem von den Einzelnen angestrebten Moment gäbe es gar kein Buchgeld mehr.
      Moderne Alternativsysteme (die bisher nur theoretisch ausgearbeitet sind) emittieren Geld nicht mehr als Schuld.
      Demokratisch gesehen, müssen wir solch ein neues System in die Praxis umsetzen, das basisdemokratisch kontrolliert wird; natürlich ohne Goldbindung.

  28. Systemfrager sagt:

    @ Joe
    Ist in Ordnung. Sprechen wir über den Zins.

    Die Akteure sind gleich: Kreditnehmer A, Bank Alpha, Warenproduzent B, Bank Beta … der Rest steht oben …

    Was macht der Kreditnehmer A mit den Waren bzw. Produktionsgütern (Investitionen)? Er beschäftigt X Arbeiter, mit denen er dann Waren im Wert von 120.000 herstellt. Nehmen wir an, es sind Konsumgüter. Das ganze System ist um 20.000 gewachsen. Das Konsumangebot ist um 20.000 gewachsen. Jawohl.

    Bemerkung:
    Wir nehmen stillschweigend an (bitte: jetz keine Sonderfälle), der Kreditnehmer A (= Unternehmer A) hat etwas produziert, was sich verkaufen lässt – was die Menschen wirklich brauchen.

    Was wird jetzt geschen?

    Gäbe es das Unternehmen A nicht, die Einkommenempfänger der Wirtschaft würden die “alten” Konsumgüter kaufen können. Nun es gibt ihn, das Unternehmen A. Die “anderern” können jetzt die Güter von A kaufen, in Wert von 120.000, A wqird dann von ihnen in Wert von 120.000 kaufen … alles klappt.

    Nicht ganz. Wenn A verkauft hat, kann er nicht für 120.000 bzw. für 20.000 Konsumgüter kaufen. ZB die Arbeiter haben 10.000 bekommen, für den Zins zahlt er 5.000, er kann also nur für 5.000 kaufen. (Natürlich, 100.000 benutzt er um wieder die Güter von B zu kaufen – nach wie vor.)

    • auf facebook hab ich folgendes gepostet:

      Es gibt immer noch so ein paar Blindschleichen, die nicht verstehen was diese Geldsystemdebatte eigentlich soll…ich versuchs nochmal so rum: Die Kernaussage der Geldsystemkritik lautet: Das bestehende Geldsystem ist undemokratisch und ungerecht. Als Gründe werden die gängige Praxis der Geldschöpfung IN VERBINDUNG mit dem Zinseszins angeführt…die Mechanismen sind aber nicht nur ungerecht sondern sie entsprechen auch dem Tatbestend des Schneeballsystems. Ein Schneeballsystem muss kollabieren wenn von unten kein Futter mehr nachkommt…füttern die Idioten (ihr!) das Schneeballsystem nicht mehr freiweilig, installiert sich quasi automatisch eine Diktatur, die das sicherstellt. Sinnvoll deshalb: Geldsystem ändern, demokratisch und gerecht machen, Konzepte dafür gibts..(was aber nicht heisst, dass nicht auch weiterhin andere Probleme in der Gesellschaft gelöst werden müssten…es bleibt also spannend)…

      zum Systemfragerbeispiel: Es macht keinen Sinn nur Zinsrechnungen anzustellen und die Logik der Geldschöpfung ausser Acht zu lassen…man muss in der Geldsystemkritik immer beides zusammen denken: Zinsmechanismus im Umfeld der bestehenden ungerechten und undemokratischen Geldschöpfungspraktik!

    • Tobias Tulinius aka Tobi Sinus sagt:

      Zur Sicherheit wird die Betrachtung der Geldmenge mal wieder aussen vor gelassen…
      Aber die benötigte zusätzliche Geldmenge von 20.000 ist nach der herrschenden Wirtschaftslehre bereits vorhanden…
      In der DDR gab es auch tolle Wirtschaftsbücher in denen das theoretisch auch Alles toll geklappt hat…

  29. Systemfrager sagt:

    @ Florian Hauschild
    >>> man muss in der Geldsystemkritik immer beides zusammen denken

    Nein, man kann nicht “zusammen denken”, was nicht zusammen gehört.

    Zins und Zinseszins sind an sich nicht das geringste Problem, oder besser gesagt, sie sind nicht die Ursachen des Problems unserer Zeit. Wie schon erwähnt, J. Berger hat dies ausführlich und klar beschrieben

    PS
    Ups! Haben die Autoren irgendwelche Vorschläge gemacht, um Zins zu verbieten oder so was ??? … Heute nicht, aber morgen werde ich mir das noch einmal anschauen
    ;-)

    • wtf…in einem System gehören die grundlegenden systemischen Faktoren per se zusammen..sonst wäre es kein System….manmanman

      …es sagt auch keiner dass Zins die Ursache aller Probleme sei…das interpretieren SIE höchstens in das Gesagte rein. Die Aussage lautet wie gesagt, das bestehende Geldsystem ist ungerecht und undemokratisch und führt deshalb zu weiteren Ungerechtigkeiten.

      Ein gerechtes Geldsystem ist eine notwendige aber eben auch keine hinreichende (hier treffen wir uns wieder) Bedingung für eine gerechte Gesellschaftsordnung…es bedarf auch anderer Maßnahmen aber ohne gerechtes Geldsystem geht´s nun mal auch nicht…Berger hat was Gerechtigkeitsfragen des bestehenden Geldsystems angeht rein gar nichts zu bieten….NICHTS!

  30. anon sagt:

    Schade das der Autor in seiner Studienzeit keine VWL Kurse besucht hat, so ist die Mindestreserve irrelevant für die Kreditvergabe von Banken. Sie wird erst am Ende eines Geschäftstages über die nationale Zentralbank ex post sichergestellt, hat damit keine Auswirkungen auf die Kreditvergabe während des Geschäftstages. Eigenkapitalvorschriften (Basel etc.) als auch die vom Kreditnehmer angebotenen Sicherheiten spielen die entscheidende Rolle für die Kreditvergabe und -konditionen. Aus diesem Grund finden sich auch keine Banken die den theoretischen Hebel von 1:50 bei 2% Mindestreserveverpflichtung erreichen.

    Bei der Kreditvergabe der Zentralbank an Banken wird zudem unterschlagen, dass es sich dabei um Wertpapierpensionsgeschäfte handelt, genauere Informationen liefert die Zentralbank selbst:
    http://www.ecb.int/pub/pdf/other/gendoc2011en.pdf

    Die Frage des Autors nach kommunalen öffentlichen Banken die ebenfalls Geld schöpfen können, kann nur mit einem Verweiß auf Landesbanken, KfW sowie den Sparkassen beantwortet werden.

    • “Aus diesem Grund finden sich auch keine Banken die den theoretischen Hebel von 1:50” …tolles Argument..1:30 oder ähnliches soll dann also fair sein oder was? Jegliches Recht zur Geldschöpfung, das nicht demokratisch ist also NICHT allen Mitgliedern einer Gesellschaft gleichermaßen zugesprochen wird ist ungerecht und ein Vorteil für die privaten Geschäftsbanken gegenüber dem Rest der Gesellschaft…die genaue Höhe des faktischen Hebels spielt dabei eine untergeordenete Rolle. Es ist und bleibt ungerecht und undemokratisch.

      Es ist dabei auch egal mit welcher Art von Wertpapieren diese Rechtsvorteile der Geschäftsbanken letztendlich verschleiert werden.

      und genau: Die Landesbanken und die KfW…klassischerweise mag da vielleicht ein wenig was dran sein an dem Hinweis (also in Bezug darauf dass es öffentliche Banken gibt, nicht auf das Geldsystem). Sie unterschlagen aber, dass diese Banken in den letzten Jahrzehnten bewusst zu extrem schlecht gemanageten Investmentbanken umgebaut wurden…in der Folge dessen sammeln sich dort besonders viele der faulen Kredite an….ganz tolles System!

      • anon sagt:

        Dabei geht es doch nicht um die Frage nach Fairness oder Demokratie, die Geldmengenaggregate müssen variable mit der Gütermenge wachsen können, sonst erlebt die Wirtschaft Inflation-/Deflationsbewegungen die sie vernichten kann. Dies war doch schon öfter das Ende der Demokratie, haben sie die Weimarer Republik und folgende rechte Diktatur schon wieder vergessen?
        Die politische Unabhängigkeit der Zentralbank ist von fundamentaler Bedeutung für den Fortbestand der Demokratie.
        Jede Bank schöpft Geld in der gleichen Art und Weise, das ist doch kein “Rechtsvorteil” der Privaten, die öffentlich-rechtlichen Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind Marktführer im Privatkundenbereich.

        Wenn sie den Umbau der Landesbanken zu “schlecht gemanageten Investmentbanken” kritisieren, dann ist dass doch Folge einer demokratisch legitimierten Entscheidung gewesen. Wer sonst soll den verantwortlich dafür sein, dass ein Erwin Huber Verwaltungsratsvorsitzender der BayernLB wurde, als der CSU Wähler selbst? Das ist doch nicht Schuld des Geldsystems wenn gewählte Politiker selbst mal Banker spielen wollen.

        • Die Zentralbank war in öffentlicher Hand korrumpierbar, also hat man sie in private Hände gegeben (USA) oder als möglichst eigenständige Instituion etabliert und redet sich ein sie wäre fortan nicht mehr korrumpierbar. Das ist ein Trugschluss, den sie da leider übersehen…zum Satz “…ist von fundamentaler Bedeutung für den Fortbestand der Demokratie.” kann ich nur müde lächeln.

          Wir leben nicht in einer Demokratie sondern in einer Finanzoligarchie/diktatur. Unser politisches System ist weitestgehend korrupt, Entscheidungen werden zugunster derer getroffen die sich am besten Zugang zu diesem System verschaffen können…bezeichnenderweise gelingt das der Finanz- und Bankenlobby besonders gut…zu sagen Landesbanken wären unter diesen Umständen demokratisch geleitet ist gelinde gesagt bullshit.

          Die Korrumpierung des politischen Systems und die Absurditäten im Wirtschaftssystem und vielerlei mehr wird doch erst durch ein völlig aus dem Ruder gelaufenen Geldsystem ermöglicht. Geld sollte eigentlich ein Subsystem in der Gesellschaft sein und dem Handel der Menschen untereinander dienen…und nun zählen sie mir doch mal gesellschaftliche Subsysteme auf die nicht völlig vom Geldsystem dominiert werden? Na? …da wirds eng, was?

          ….es bleibt dabei: Das bestehende Geldsystem ist – wie im Artikel und in fast allen der Kommentare beschrieben – undemokratisch und ungerecht und führt damit zwangsweise zu weiteren Ungerechtigkeiten im Gesellschaftssystem.

          Weltkriegs- und Weimarparanoia zu verbreiten bringt uns da nicht weiter! Wir benötigen ein gerechtes, demokratisches Geldsystem. PUNKT!

        • ZYK sagt:

          Florian…
          Klasse…weitersuchen und weiterschreiben..
          Ganz sicher werden Sie finden Weltkriege und Weimar… sind auch nur mit dieser verbrecherischen Geldschöpfung möglich gewesen, um diese geführt worden?….die gesamte Meschheitsgeschichte dreht sich um die Geldschöpfung, leider ist die Menscheit Subsystem der Geldschöpfung und nur , wenn wir, die das Ausmaß der Ungerechtigkeit und deren Folgen kennen ,verinnerlichen ,welcher Machtkonzentration es zu begenen gilt, wird es möglich werden den Piraten zu 40 Prozent zu verhelfen oder eben wieder Krieg führen zu
          müssen

  31. Wieder mal ein sehr guter Artikel und ja, das Geldschöpfen uns Verzinsen erscheint mir inzwischen auch hochgradig undemokratisch. Und da darf man mal wieder die Frage stellen, wem nutzt es und wer hat es eingeführt:
    http://faszinationmensch.wordpress.com/2011/09/05/musste-john-f-kennedy-sterben-weil-er-das-geldschopfen-wieder-in-die-hande-des-staates-brachte/

  32. Gunter sagt:

    Der krasseste Artikel, den ich seit langer Zeit gelesen habe. Ich kann es kaum glauben.

  33. Systemfrager sagt:

    @ anon
    >>> Die politische Unabhängigkeit der Zentralbank ist von fundamentaler Bedeutung

    Ja, von den fundamentalen Bedeutung für die Herrschaft der Banker und Kapitalisten über die Gesellschaft, für die Ausplünderung und die Versklavung des Volkes. Das ist der wahre Sinn und der wahre Zweck der politische Unabhängigkeit der Zentralbank. Und jezt konkret:

    Die neoliberale Strategie, das Volk auszuplündern und zu entrechten, die vor drei Jahrzehnten erfolgreich realisiert wurde:

    1) Man versprach für niedrigere Steuern mehr Arbeitsplätze
    (Man wusste von Anfang an, dass dies eine dreiste Lüge ist.)
    2) Man versprach für niedrigere Steuern mehr Steuerneinkünfte (Laffer-Kurve)
    (Man wusste von Anfang an, dass dies eine dreiste Lüge ist.)
    3) Man konnte wissen, dass sich die Staatsausgaben politisch nicht durchsetzen lassen. Die Reichen konnten sich also sicher sein, dass sich der Staat ihre Steuerersparnisse mit fetten Zinsen ausleihen wird. Wie vorgesehen, es sollte nichts für die realen Investitionen ausgegeben werden, weil sonst die Löhne steigen würden.
    4) So hat jede Steuersenkung die Staatsschulden erhöht und es fehlte immer mehr an realen Investitionen.

    Und jetzt die Alternative, beim nationalisiertem Geld. Lassen wir sogar die ersten 2 Punkte unverändert.
    1) …
    2) …
    3) Der Staat will vom Geld der Reichen nichts wissen, sondern er schafft sich das Geld aus dem Nichts. (Haargenau gleich, wie es die privaten Banken tun.) Ob wir dieses Geld als demokratisches Geld nennen wollen – ist egal
    Folgen:
    a) Es gäbe keine Staatsschulden oder genauer gesagt: Der Staat würde keinem was schulden.
    b) Die Reichen könnten ihr Geld zB im Garten begraben. Oder die würden dann nolens-volens die Steuersenkungen investieren – sonst wird das Geld für sie “nciht arbeiten”, es würden neue Arbeitsplätze entstehen …

    • anon sagt:

      Die politische Unabhängigkeit der EZB erlaubt es ihr derzeit den Regierungen der Eurozone entgegenzuwirken. Diese Regierungen haben sich einem selbstauferlegtem Spardiktat verschrieben, welches höhst deflationär damit zerstörerisch auf des gesamte Wirtschafts- und Gesellschaftssystem wirkt. Derzeit herrscht 45% Jugendarbeitslosigkeit in Spanien, da muss man froh sein das rechte Rattenfänger keinen Einfluss auf die jungen Leute haben.
      Das zentrale Ziel einer Zentralbank ist Preisstabilität, wenn Regierungen die Wirtschaft in eine Deflation sparen wollen, muss sie dem entgegentreten. Unter heutigen Gegebenheiten gehört damit der Aufkauf von Staatsanleihen am Sekundärmarkt zum Marktpreis zu den wirksamsten Instrumenten.

      Wie Sie selbst schon feststellten, liegen die Ursachen der heutigen Probleme im Steuersystem, eben nicht im Geldsystem. Die politische Unabhängigkeit der EZB bedeutet auch nicht, dass sie eine private Institution ist. Sie ist eine staatliche, ihre Gewinne fliesen anteilig über die Bundesbank in dem deutsche Staatshaushalt.

      Buchgeld wird auch nicht aus dem Nichts geschöpft, sondern immer gegen Hinterlegung von Sicherheiten. Keine Bank der Welt wird jemanden einen Kredit geben der weder Eigentum noch Einkommen besitzt. Fragen sie doch mal in einer Bank nach, ob sie einen Kredit bekommen ohne Eigenkapital oder gesicherte zukünftige Einkommen. Da müssen sie sich schon an die unseriösen Kleinanzeigen “Kredite ohne Schufa Auskunft” wenden.

      Auch möchte ich noch einmal erwähnen, dass die Buchgeldschöpfung kein Privileg der privaten Banken ist, die öffentlich-rechtlichen Sparkassen und Genossenschaftsbanken sowie Staatsbanken u.a. EIB/KfW/Landesbanken, alle schöpfen gleich.

  34. Systemfrager sagt:

    Was ich eben beschrieben habe, ist vermutlich ziemlich das Problem, das die Autoren im Sinne haben. Natürlich gibt es auch andere Probleme. Der Finanzsektor kann in den heute geltenden gesetzlichen Rahmen ganz legal kriminell funktionieren. Das habe ich in den drei Aufsätzen schon hier (le-bohemien.net) beschrieben:

    Kleine Geschichte des Kapitalismus
    Das spekulative Sparen als staatlich legalisierte Plünderung der Bürger
    Teil 1 >>>
    Teil 2 >>>
    Teil 3 >>>

    Vor allem Teil 2 erklärt das Wesentliche dieser kriminellen Machenschaften

    Man muss aber trennen:
    – Eine Sache ist die Kriminalität, die durch private, also politisch unabhängigke Zentralbanken möglich ist
    – Die andere ist Privatisierung der Sozial- und Rentensysteme, wo man den Bürger ins offene Messer der Finanzspekulanten laufen lässt, oder noch genauer, man zwingt den Bürger ins offene Messer

  35. Wenn man das System irgendwann verstanden hat, ist es ganz leicht, aber vorher braucht es wenig um die vorhandenen Denkmuster zu korregieren. Also, ähnlich wie dem Vorposter C.A. ging es mir auch, dass ich dachte, die Bank muss eine Mindestreserve von den bei ihnen getätigten EInlagen halten und kann den Rest als Kredit wieder ausgeben. Ich habe verstanden das dem nicht so nicht, würde mich aber freuen, wenn ich nochmal einige Begriffe erklärt bekommen würde:

    Was genau bezeichnet das Buchgeld?

    Ist eine Bank bestrebt oder ist es auch die Praxis, alle (oder fast alle) bei ihr getätgigten Einlagen (Sichteinlagen auf Girokonten, Spareinlagen) bei der Bunesbank bzw. Zentralbank als sogenannten Mindestreserve (2%) zu hinterlegen, um dann dass Vielfache (98%) als Kredit neu zu schöpfen?

    Fall Vier im Artikel hab ich nicht verstanden. Warum muss eine Spareinlage nicht mehr von der Mindestreserve abgedeckt werden? Und kann eine Spareinlage als Mindesreserve genutzt werden?

    Zu guter Letzt, bitte den unten beschrieben Fall aus dem Artikel nochmal genau erklären. Warum müssen von den 10.000 Euro 200 Euro abgezogen werden und nur 9.8000 Euro gelten als Mindestreserve?

    “Wird nun nach der Kreditvergabe der Kredit in Höhe von 10.000 Euro als Bargeld ausgezahlt und bei einer anderen Bank wieder eingezahlt (siehe Fall Drei), könnte diese Bank dann diese Summe wieder bei der Zentralbank hinterlegen, diese 10.000 Euro, die dann wieder Buchgeld sind, mit 200 Euro Bargeld absichern, und die verbleibenden 9.800 Euro Bargeld nutzen, um 490.000 Euro Buchgeld zu schaffen.”

    Vielen Danke für Mühe, falls sich jmd bereiterklärt darauf zu antworten!

    • Tobias Tulinius sagt:

      – Also die Bank MUSS ALLES Giralgeld (Buchgeld) was bei ihr auf Konten vorhanden ist mit 2% Mindestreserve absichern.
      – Ein Kredit der einfach gebucht wird (geschöpftes Buchgeld) ist auch eine Sichteinlage.
      – Der Multiplikator beträgt 50, soll heissen wenn 2% Mindestreserve gehalten werden, können 100% geschöpft werden (nicht 98%).
      – Die Zentralbankreserve ist KEIN normales Buchgeld, es ist Zentralbankgeld, was auf dem Konto der Zentralbank natürlich auch als Buchgeld auftritt aber das ist Zentralbankbuchgeld. Eine Bank kann NICHT mit normalem Buchgeld ihr Zentralbankkonto aufstocken. Sie muss entweder Bargeld (Zentralbankgeld) einzahlen oder der Zentralbank Werte wie Gold verkaufen oder spezielle Wertpapiergeschäfte mit der Zentralbank tätigen.
      – Zu der auf mindestens zwei Jahre festgelegten Spareinlage gibt es einfach ein Gesetz. Sie kann NICHT als Mindestreserve benutzt werden. Es wird nur das Geld auf dem Zentralbankkonto frei, das vorher die Sichteinlage abgesichert hat, die nun zur festgelegten Spareinlage geworden ist.
      – Zu Fall drei: Wenn man Bargeld einzahlt (also Zentralbankgeld) tritt dieses auf dem Kundenkonto wieder als Buchgeld auf. Um 10000 Buchgeld abzusichern braucht die Bank aber 200 Euro Zentralbankgeld. Das heisst 200 Euro von den10000 Euro Bareinzahlung würden gebraucht, um eben diese Einzahlung (die nun Buchgeld ist) wieder abzusichern. Bleiben noch 9800 Euro Bargeld übrig die THEORETISCH benutzt werden könnten um wieder das 50fache an Buchgeld zu schaffen, falls die Bank sie auf ihr Zentralbankkonto einzahlt.
      – Buchgeld ist einfach virtuelles Geld (welches kein gesetzliches Zahlungsmittel ist; nur Zentralbankgeld = Bargeld ist gesetzliches Zahlungsmittel)
      – Die oben beschriebenen Fälle sind eine theoretische Betrachtung. In der Praxis kommt noch der Freibetrag der Banken auf ihrem Zentralbankkonto dazu. Dieser beträgt 100000 Euro. Die Mindestreserve darf um bis zu 100000 Euro unter den Kontostand fallen, der 2% Mindestreserve entspricht. Die Geschäftsbank braucht sich also in der Praxis keine Gedanken um ihre Mindestreserve zu machen, um unseren Beispielkredit zu vergeben.
      Die einfachen und ziemlich niedrigen Beträge habe ich gewählt, damit man die Rechnungen leicht nachvollziehen kann.

      Ich hoffe, diese Erklärungen helfen weiter (und sind richtig; ich bin kein Fachmann habe unseren Artikel aber einem Fachmann vorgelegt; diese Erklärungen müssten so stimmen)

  36. alex sagt:

    An Systemfrager, Ihre 3 Geschichten habe ich gelesen! Professionell ! Was mir aber immernoch fehlt, ist ein Lösungsvorschlag oder wenigstens ein Gedanke zur hier besprochenen Thematik “Geldsystem” – zumal wir ja aktuell das erste Mal im real existierenden Kapitalismus einen globalen Zusamenbruch eines gesetzlichen Schein- oder Schwarzgeldsystems erleben. Bei allen Zusammenbrüchen vorher war ja Geld zumnindest teilweise auch noch ein Wertaufbewahrungsmittel also meistens irgendwie mit Gold in Verbindung stehend – nur die letzten 40-50 Jahre war dat anders. Ich würde mal sagen Ausdruck und Form: Note 1 ansonsten aber Thema ver… naja eben nicht ganz getroffen, Herr Simek

  37. alex sagt:

    Jeder aber auch jeder der in die Lage versetzt wird, Geld zu Schöpfen (also bedrucktem Papier einen Wert zu geben) egal ob nun Paule, Peter, eine Zentralbank oder eine Regierung oder beide zusammen sind, wird durch diesen Vorgang korrumpiert, weil dieser Vorgang es dem “Gelddrucker” ermöglicht, Dinge, Gegenstände oder Einfluss ohne Gegenleistung zu erlangen. Zurück zum Naturgeld, zu freiem Marktgeld.

  38. Systemfrager sagt:

    @ alex
    Naturgeld – gibts nicht
    freies Marktgeld – gibts nicht
    Übrigens, nichts ist so korrumpiert (und kriminell) als ein freies XYZ*
    —–
    * kannst du reinschreiben, was du willst

  39. Systemfrager sagt:

    @ alex
    >>> versteh ich nicht

    Was sonst konnte ich dir antworten. Ich nehme an – gut, ganz sicher bin ich mir es nicht – du willst das Geldsystem reformieren, dann würde die freie Marktwirtschaft perfekt funktionieren

    NEIN! Die kriminelle Praxis des Finanzsektors ist eine Sache, dass die freie Marktwirtschaft NICHT funktioniert ist eine andere. Ein Bild:
    Wenn ein Aids-Kranker eine Lungenentzündung hat, muss diese geheilt werden, aber danach ich der Kranke immer noch krank

  40. Systemfrager sagt:

    Serge Danilow !!!!

    Es war anstrengend, es ist mir aber gelungen, diesen Quatsch auszuhalten.

    Jawohl, alle Papierwährungen sind zusammengebrochen, es folgten Kriege oder im besten Fall das Finanzsystem wurde neu gebootet. Das ist korrekt

    Aber genauso brachen die Finanzsysteme im 19. Jahrhundert zusammen, in der Zeit des Goldstandards – als Marx seine Abrechnung mit dem Kapitalismus verfasste.

    Es geht darum: Die Finanzsysteme sind nicht die Ursache der zyklischen Krisen des Kapitalismus.

    Der Kapitalismus funktioniert nicht, die Finanzkrisen sind nur das Fieber des Kapitalismus. Wenn der Kapitalismus wackelt, dann verlässt der Staat den Goldstandard, dann bricht alles zusammen, und die Deppen des Goldstandards (Mises, Hayek, …) behaupten, die Papierwährung wäre an allem schuld. Man hätte angeblich nur noch ein bischen warten müssen, der freie Mark würde ganz von allein bestimmt alle Probleme lösen … Alles darf Schuld sein, nur der Kapitalismus an sich nicht.

  41. kotev1000 sagt:

    Perfect blog with interesting content and ideas!

  42. Tamás Mágel sagt:

    „Verfügt die Bank über diese Rücklage bei der Zentralbank, kann der Kredit an den Kunden direkt vergeben werden: Dem Kunden der Bank werden also einfach 10.000 Euro auf seinem Girokonto gutgeschrieben. Geld das vorher niemand anderes besaß, es wurde durch die Kreditvergabe erst geschöpft, sprich die Information hierüber wird in die Computerdatei des Girokontos geschrieben.“

    Mit dieser Aussage kann man aus technischer Sicht nur bedingt zustimmen. Die Bank kann vorerst die 10.000 Euro zwar tatsächlich dem Kreditnehmer ohne Deckung gutschreiben. Sobald aber der Kunde über die 10.000- Euro verfügen will (wieso sollte er nicht wenn er schon einen Kredit aufnimmt), sprich das Geld a) bar beheben oder b) überweisen möchte, muss die Bank spätestens dann über die entsprechende Refinanzierung (und zwar die volle 10.000 Euro) verfügen. Die Zeitdifferenz zwischen Gutschrift des Kredites und tatsächliche Verfügung ist in der Praxis sehr minimal, da der Kunde idR. die Möglichkeit hat den Kredit erst mit jenem Valutatag abzurufen an dem er über die geliehene Summe tatsächlich verfügen will.

    Die Deckung der Refinanzierung kann die Bank technisch mit Bargeld bzw. mit Kontoguthaben bei anderen Banken oder direkt bei der Notenbank aufbringen. Verfügt die Bank nicht über die entsprechende Bargelddeckung oder ein Kontoguthaben bei anderen (Noten)Banken, muss sie selbst die Summe am Geld- oder Kapitalmarkt ausleihen. Gibt der Geld- und Kapitalmarkt nichts mehr her, muss die Bank direkt von der Notenbank gegen Hinterlegung entsprechender Wertpapiersicherheiten oder gegen Einlieferung von Kreditforderungen (etwa die obige 10.000 Euro) die Refinanzierung aufnehmen.

    „Geldschöpfung“ findet letztlich AUSSCHLIEßLICH in der Notenbank statt, da einzig und allein die Notenbank Geld (egal ob Buchgeld oder Bargeld) ohne Deckung in Umlauf bringen kann. Die Geschäftsbanken fördern bzw. vermitteln die Tätigkeit der Notenbank durch Kreditvergabe solange auch Kredite nachgefragt werden oder aber solange die Notenbank mitspielt. Freilich kann man über die Existenzberechtigung der Notenbank sehr lange diskutieren.

    • Tobias Tulinius sagt:

      … es steht in dem Artikel, dass die Bank das Bargeld vorrätig haben sollte oder sich eben bei der Zentralbank besorgen muss. Aber längst nicht alle Kunden werden den Kredit in bar abheben. Viele Geschäfte werden digital getätigt. Vor Allem grosse Summen werden nur Wenige in bar abheben wollen…
      Giralgeldschöpfung findet in den Geschäftsbanken statt.

  43. Tamás Mágel sagt:

    Tobias, “digital tätigen” heißt für mich Variante b) also überweisen. Um aber die Kundenüberweisung seitens der Bank durchführen zu können, muss die Bank auf ihren externen Nostrokonten (also Konten bei anderen Geschäftsbanken oder der Notenbank selbst) entsprechende Deckung (Kontoguthaben) vorweisen können, sonst kann keine Überweisung durchgeführt werden. Eine Überweisung heißt nicht einfach nur dass Bank A an Bank B überweist, sondern dass Bank A eine dritte Bank C – die sowohl für Bank A und Bank B ein Konto führt – beauftragt das Kontoguthaben von Bank A bei Bank C zu belasten und gleichzeitig das Konto von Bank B bei Bank C gutzuschreiben. Für diese Belastung braucht Bank A bei Bank C ein Guthaben oder mangels Guthaben eine Kreditlinie, ansonsten wird Bank C die Überweisung (also eigentlich Kontenübertrag) nicht durchführen. Bank C ist idealerweise die Notenbank selbst (muss nicht sein) da sie für jede große Geschäftsbank im gleichen Währungsraum ein Konto führt. Gibt es keine Bank, die für beiden Banken (A und B) ein Konto führt, so müssen sogenannte Korrespondenzbanken zwischengeschaltet werden die diese Überweisung indirekt abwickeln. (z.B. Bank A führt bei Bank C ein Konto, aber Bank B führt ein Konto bei Bank D, Bank C und Bank D führen beide jeweils ein Konto bei Bank E, somit kann die Überweisung zwischen Bank A und Bank B nur über Bank E (wobei Bank C bzw. D zwischengeschaltet werden) abgewickelt werden. Diese Kette endet aber IMMER bei der Notenbank, somit ist die Überweisung von Buchgeld zwischen zwei Banken immer nur ein Passivtausch bei der Notenbank. Giralgeldschöpfung findet daher NUR in der Notenbank statt.

    • Tobias Tulinius sagt:

      Also ein Fachmann hat den Artikel für gut befunden. Die Geldschöpfung bedeutet das Bank A auf einem Kundenkonto bei Bank A einfach einen Betrag einträgt.
      Wird jetzt von diesem Konto zu einer anderen Bank B überwiesen, geht allerdings das Refinanzierungsspiel los.
      Laut Bundesbank PDF (Seite 69) ist es Usus, dass die Banken sich untereinander Kredite einräumen. Also Bank B verlangt von Bank A direkt die Finanzierung. Da aber in der Praxis viele Überweisungen zwischen den Banken stattfinden, heben sich die Kosten, die sich die Banken in Rechnung stellen teils gegenseitig wieder auf.
      Auf Seite 70 des PDFs heisst es noch: “Wie kann das Eurosystem sicherstellen, dass die Geschäftsbanken nicht übermäßig viel Giralgeld schaffen… ?”
      Auf jeden Fall danke für den Hinweis, ich werde mal den Fachmann dazu befragen. Im Bundesbank PDF taucht Bank C, soweit ich das gesehen habe, in dem Zusammenhang nicht auf. Konstruktive Kritik ist immer willkommen . Danke

  44. Oliver sagt:

    Tamas, da muss ich Dir leider widersprechen. Es gibt zwei Arten von Geldschöpfung, Zentralbankgeldschöpfung und Giralgeldschöpfung. Dazu nachzulesen auf den Seiten der Österreichischen Nationalbank:

    Geldschöpfung

    Vermehrung der Geldmenge durch das Bankensystem, d. h. Schaffung zusätzlichen Geldes. Träger der Geldschöpfung sind Zentralbanken (Zentralbankgeldschöpfung) und Geschäftsbanken (Giralgeldschöpfung). Im Rahmen des bargeldlosen Zahlungsverkehrs im Bankensystem – konkret durch die Gewährung von Krediten auf Basis der hereingenommenen Einlagen – findet Geldschöpfung statt, indem Banken den jeweils vereinbarten Kreditbetrag auf dem Girokonto des Kreditnehmers gutschreiben, wird dieser Kreditbetrag zu Buchgeld und zur Ausgangsbasis für weitere Kredite.

  45. Tamás Mágel sagt:

    @Tobias

    „Geldschöpfung bedeutet dass Bank A auf einem Kundenkonto bei Bank A einfach einen Betrag einträgt.“

    Das mag zwar aus buchhalterischer Sicht stimmen, sobald aber der Kunde tatsächlich über das „gebuchte“ Geld verfügen d.h. überweisen will, kommt Bank A nicht um eine Refinanzierung bei Bank B herum (auch laut Beispiel des Bundesbank-PDF). Nun macht Bank B nichts anderes als Bank A, nur dass diesmal Kreditkunde von Bank B nicht Kunde A (K1 im Beispiel der Bundesbank) ist sondern Bank A. Vergibt aber Bank B der Bank A eine Refinanzierung, braucht Bank B sobald K2 das Geld an Bank B retourüberweist eine Refinanzierung bei Bank A. Somit sind wir wieder bei der Ausgangslage, nur dass diesmal Bank A eine Überweisung für K2 wieder nur mit Hilfe einer externen Refinanzierung durchführen könnte.

    Die Konsequenz daraus ist für mich, dass eine Geschäftsbank eigenständig kein ungedecktes Buchgeld „schöpfen“ kann, sie braucht immer eine zweite Bank dazu, hat aber auch die zweite Bank keine Deckung für die Refinanzierung, braucht die zweite Bank wiederum eine andere Bank und schließlich stößt diese Kette an die Notenbank (während einer Interbankenkriese bekommen die Banken zudem ausschließlich von der Notenbank Refinanzierung, da die Geschäftsbanken die gegenseitige Kreditlinien streichen). Denn die Notenbank die einzige Bank ist, die ungedecktes Geld „schöpfen“ kann.

    „Fall Zwei: Die Bank nimmt einen Kredit von der Zentralbank über die 200 Euro auf und vergibt dafür einen Kredit von 10.000 Euro. Dies ist laut dem oben genannten PDF der Bundesbank der Normalfall. Für die 200 Euro zahlt die Bank den Leitzins an die Zentralbank und kassiert den weit höheren Kreditzins über 10.000 Euro vom Kunden.“

    Bei dieser Aussage habe ich auch Bedenken, denn sobald der Kreditkunde über die 10.000,- EUR verfügen will, braucht die Bank eine Refinanzierung in Höhe von 10.000,- und zahlt dann für die 10.000,- EUR die Refinanzierungszinsen.

  46. Tamás Mágel sagt:

    “braucht Bank B sobald K2 das Geld an Bank B retourüberweist eine Refinanzierung bei Bank A.” Sorry, retourüberwiesen wird natürlich an Bank A.

    • Tobias Tulinius sagt:

      @Tamas: Habe den Fachmann gefragt; kurz und schmerzlos:
      Geschäftsbanken können Geld schöpfen.
      Man muss keine dritte Bank bei Überweisungen im Euro-Raum dazwischen schalten.
      Zentralbanken erzeugen Zentralbankgeld.
      Geschäftsbanken erzeugen Giralgeld und zwar ohne eine zweite Bank!
      Also die Aussagen in dem Artikel stimmen!
      Was wir bzw. ich leider vergessen habe sind die Basel-3 Gesetze zur Eigenkapitalhinterlegung. Allerdings wurde den Geschäftsbanken im Zuge der Finanzkrise erlaubt bestimmte Wertpapiere zum Einkaufspreis zu bewerten und nicht zum Marktwert. Sprich: Grosse Banken können ganz legal ihre Bilanzen frisieren! Was die Basel-3 Gesetze teils Makulatur werden lässt.

  47. Tobias Tulinius sagt:

    Noch ein Wort zu den Refinanzierungen:
    In der Praxis laufen sehr viele Überweisungen von neu geschöpften Krediten zwischen den Banken ab, bzw. überhaupt viele Überweisungen. Diese Refinanzierungskosten heben sich in der Praxis zwischen den Banken grösstenteils wieder auf!
    Worauf eine Bank achten muss, ist ihr Bargeldbestand. Sie muss in der Lage sein das Geld auch auszuzahlen, wenn damit zu rechnen ist, dass der Kunde es auch abheben wird. Dies könnte im Extremfall eine volle Finanzierung eines Kredites über die Zentralbank erfordern. Im Extremfall!
    Das Bargeld (Zentralbankgeld) verliert jedoch nicht seine Fähigkeit Mindestreserve zu sein und später doch noch zur Geldschöpfung zu dienen.

  48. Tamás Mágel sagt:

    “Geschäftsbanken erzeugen Giralgeld und zwar ohne eine zweite Bank!”

    Beim ersten Teil des Satzes sind wir uns einig, allerdings füge ich auch noch das Wort “ungedeckt” hinzu.

    Beim zweiten Teil stimmen wir nicht überein, allerdings sieht das Ihr Co-autor Herr Hauschild laut Kommentar vom 9. September 2011 um 13:53 offensichtlich ähnlich wie ich.

    “nochmal: Die Banken schöpfen das Geld erst durch Kreditvergabe, das sie da irgendwie als gottgegeben als „Passivseite“ bezeichnen. Natürlich kann eine Bank das nicht alleine..deshalb gibt es ein Bankensystem in dem das alles schön herumgeschoben wird bis keiner mehr durchblickt…”

    Tobias, Sie kennen bereits meine Argumente anhand des konkreten Beispiels im Budesbank-PdF, ich will damit natürlich auch nicht den Sachkenntnis des Fachmannes in Frage stellen, bestimmt können Sie mir aber seine Kontaktadressen privat zukommen lassen, falls er einwilligt.

  49. Tamás Mágel sagt:

    Gemeint ist mit “ungedeckt”, dass Geschäftsbanken kein Geld “schöfpen” können ohne Refinanzierung im Hintergrund.

    • Tobias Tulinius sagt:

      Das stimmt so nicht. Erstmal muss man alle möglichen Fälle betrachten. Es kann ja sein, dass ein Kunde von Bank A das Geld zu einem anderen Kunden bei Bank A überweist. Und ansonsten gleichen sich die meisten Forderungen der Banken untereinander wieder aus. Da wird im Endeffekt also oft nichts refinanziert, über einen längeren Zeitraum betrachtet…

      Es kann sein, dass wir diesen Artikel nochmals überarbeiten müssen, weil einige Dinge noch schlimmer sein könnten als gedacht! Die Macht der Geschäftsbanken scheint noch grösser zu sein, und das gesamte System quasi kriminell. Aber ich hole gerade erst Erkundungen ein…

      Ich kann Dir dieses Buch empfehlen. Die Autoren untersuchen darin das Bankensystem:

      http://www.das-ende-des-geldes.at/wp-content/uploads/Pressetext_Kurzfassung.pdf

      Ansonsten kann ich noch diese Facebook-Gruppe empfehlen. Dort diskutieren wir die genaue Funktionsweise des jetzigen Systems, sowie Alternativen:

      https://www.facebook.com/groups/monetative/

      Ich bitte jetzt hier von weiteren Kommentaren zu dieser Frage abzusehen. Ich kann dazu zur Zeit nicht mehr sagen. Aber danke für die Nachfragen auf jeden Fall.

  50. Böser Neoliberaler ,-) sagt:

    Der Artikel stimmt zum großen Teil, und das schreibe ich als ganz böser Neoliberaler. :-)

    Was ich aber niemals tun würde, ist die Buchgeldschöpfung in staatliche Hände zu legen. Weil dann hätte der Staat quasi einen legalen Gelddrucker und an Haushaltsdisziplin wäre gar nicht mehr zu denken. Bei jedem Haushaltsloch würde man sich paar Milliarden aus dem Nichts erzeugen und fertig.

    Grüße

  51. Ein anderes Geldsystem wäre möglich. Und es könnte auch so aufgebaut werden, dass es zu keiner Kapitalkonzentration kommt und eine weltweit gerechtere Welt erzeugt. Es müsste nur den natürlichen Gesetzen folgen, diese besagen nämlich, dass die Natur jedem was zur Verfügung stellt, aber wer es aufheben will, dem fault und modert es langsam unter den Fingern weg.
    http://hoeberth.blogspot.com/2011/08/der-terra-als-weltwahrung-und-ein.html

  52. Giuseppe sagt:

    Hallo Herr Florian Hauschild,

    sehr guter ARTIKEL!!! Die Leute fangen an mitzudenken! jetzt muss mannur versuchen unser WISSEn auf die Strasse zu bringen!
    Am 1 Oktober , gibt es ein ROM eine Demonstartion, gegen dises System den Sie hier gerade geschildert haben!
    Es geht nicht merh um Dutschland, Italien, Frankreich, oder England……wie Sie richtig sagen geht es hir um BANKEN!
    Aber die Geschichte zeigt, dass Franzosen , ohne Internet, 2 REVOLUTIONEN erfolgreich durchgezogen haben!
    Ausserdem höre ich immer wieder: “Krieg wir dheute nicht mehr mit waffen gekämpft, sondern an WALL STREET oder mit finanziellen Produkten! –> Wenn das was ist, dann können wir diesen 3° Weltkrieg alle KEMPFEN. Alle die ein bischen verstand haben. Ohne Waffen Natürlich, mit Köpfchen!”
    The Lion is not sleeping anymore!
    Kommen Sie doch nach Rom! Je mehr wir sind desdo Stärker sind wir!
    Wieso soll eine BANK, ein Land im guten oder im schlechten beinflussen??? Ich meine, es gibt Länder die sind weit weg von “WENIG ARBEITEN”….Im sinne dass sie NIX REDUZIEREN! Und sind trotzdem nicht in der KRISE!!! Wie kann das möglich sein?? Wie kann es sein, dass Italien heute herabgestuft wird, morgen ein Paar Miliarden zurück zahlt, und dann wieder aus der Krise raus ist? Ich meine da stimmt doch was nicht?
    Nun kennen wir alle das Problem!
    Wie würden Sie das Problem lösen? Demonstartionen? Europaweit? Gruppen bilden?
    Wie würden Sie hier heran gehen? Ich habe mich mit Italienern und Spaniern unterhalten, mittlerweile diesen Forum in Deutshc gefunden: ES SIEHT SO AUS AL SWÜRDEN SEHR VIELE LEUTE WISSEN!
    Was schlagen Sie vor?

    Viele Grüsse
    Giuseppe

    • Giuseppe sagt:

      Sorry 15 Oktober in ROM!!!

    • Tobias Tulinius sagt:

      Hallo Guiseppe,
      das Problem kann nur gelöst werden, indem möglichst viele Leute aufgeklärt werden.
      Man kann die Forderung nach öffentlicher Geldschöpfung (durch neu gegründete kommunale Banken) nutzen, um die Leute überhaupt erst auf das Problem aufmerksam zu machen. Wir schlagen dieses ja als Notmassnahme vor.
      Der Hauptknackpunkt ist aber, dass Geld aus Schuld entsteht und durch Rückzahlung wieder vernichtet wird. Wenn man den Leuten klarmacht, dass Wohlstand für Alle im System nicht vorgesehen ist, bzw. mathematisch nie erreicht werden kann, sollte das Wirkung zeigen.
      Viel Erfolg in Italien!

  53. Giuseppe sagt:

    Sorry 15 Oktober in ROM!!!

  54. Joey Inside sagt:

    Der Autor und die anderen selbsternannten Finazexperten machen sich selbst etwas vor, wenn sie glauben, mit den oben angeführten Banalitäten schon irgendetwas über Geld zu wissen.

    Etwas mehr Bescheidenheit bitte.

  55. Name (erforderlich) sagt:

    Die alleinige Kritik am Geldsystem wird einer Kritik am Kapitalismus nicht gerecht. Funktion des Geldsystem und die Gründe für dessen Entwicklung werden nicht mit dem Kapitalismus la Ganzes in Zusammenhang bebracht. Anstatt die Prodktionsverhältnisse und das Marktprinzip mit einzubeziehen, verbleibt die Kritik oberflächlich am “Finanzkapital”.
    Mir kommt die reduzierte Kritik und der vorgeschlagene Lösungsansatz allzu sehr nach Gesells Freiwirtschaft bekannt vor. Eine lesenswerte Kritik daran gibt es hier:
    http://www.krisis.org/2005/bye-bye-zinskritik

    • Zu: http://www.krisis.org/2005/bye-bye-zinskritik

      Offenbar verwechselt man hier mal wieder Geldsystemkritik mit Zinskritik…ein weit verbreiteter Irrtum…denn in der Geldsystemkritik geht es gerade darum den Zinseszinsmechanismus unter den gegebenen Bedingungen der Geldschöpfung (Schöpfung vor allem auch durch private Geschäftsbanken) zu kritisiern…erst in Verbindung mit dieser Praxis der Gelschöpfung entfaltet der Zinseszins seine zerstörerische Wirkung…Texte wie dieser hier ignorieren das Thema Geldschöpfung leider …ausserdem tut der Text so als würden alle Geldsystemkritiker die selben Alkternativlösungen vertreten, das ist aber nicht der Fall…es gibt versch. Konzepte alternativer, gerechter Geldsysteme…

      Der Verweis auf Marx ist natürlich legitim, befreit aber nicht davor dass die Implementierung eines gerechten Geldsystems notwendig ist…Marx können sie dann da noch drauf packen…mit einem undemokratischen Geldsystem wird die gerechteste Wirtschaftsordnung im Zeitverlauf aber automatisch ungerecht….Ein gerechtes Geldsystem ist somit eine notwendige – wenn auch keine hinreichende – Bedingung für ein gerechtes Gesellschaftssystem! http://de.wikipedia.org/wiki/Notwendige_und_hinreichende_Bedingung

      • Jean Rauch sagt:

        Ich sehe in dem Beitrag und einigen Kommentaren hier ein paar grundlegende Probleme:
        1) Was ist gerecht? Wenn jeder dasselbe bekommt? Wenn Schuldner zinsfrei Geld leihen können? Das ist mir völlig unklar! Über den Zins wurde lange gestritten, aber grundsätzlich gilt die begründende Argumentation bis heute: Wenn ich statt Geldes einen Gegenstand – beispielsweise einen Sack Saatgut bekäme, brächte seine Nutzung mir einen Ertrag, den sonst der Geber hätte. Und auch der Ertrag stiftet einen Ertrag, wenn ich ihn wieder einsetze => Der Zins entschädigt für entgangene Erträge – der Zinseszins auch.
        2) zum Geld! Geld ist ein Tauschmittel ein Wertaufbewahrungsmittel und eine Recheneinheit – im wesentlichen aber ist der Schein, den die Bundesbank ausgibt nichts anderes, als eine auf Papier verbriefte Schuld ohne (nennenswerten) Substanzwert. Giralgeld ist hingegen eine verbriefte Schuld der schöpfenden Bank. In beiden Fällen vertraue ich darauf, dass ich den Gegenwert zurück bekomme. Vertrauen futsch – Geld futsch!
        3a) Zum Giralgeldschöpfungspontential und der Geldmenge – dieses ist (wie fast jeder weiß) bei der Geldmengenberechnung berücksichtigt. Die Zentralbank kann es sich dadurch sparen, Billionen Euro in kleinen Schuldscheinen auszugeben – spart Papier und Toner! Zudem, würde das Giralgeld nicht existieren und bliebe die Bargeldmenge konstant, bekäme ich für einen Euro keinen Hamburger bei McDoof sondern einen Audi R8 und müsste eine Metallfeile mit zum Einkaufen nehmen.
        3b) Jeder kann Geld schöpfen, wenn ihm die anderen vertrauen. Wenn jeder darauf vertraut, dass meine Schulden immer beglichen werden, kann ich statt eines Bündels Banknoten auch eine Wechsel unterschreiben. Der Empfänger kann den Wechsel weitergeben. In manchen Fällen reicht sogar ein Handschlag, der aber so leider nicht übertragbar ist. Auch das ist kein gesetzliches Zahlungsmittel, aber wenn ich Quandt heiße ist das völlig egal. Wenn nicht und lauter Naivlinge mit grenzenlosem Vertrauen auf meine Bonität hoffen, haben wir tatsächlich ein Schneeballsystem im klassischen Sinne. Um das zu vermeiden unterliegen Banken einer Auflage eine Mindesteinlage zu leisten, sich von der Bankaufsicht überwachen zu lassen, in Sicherungsfonds zu investieren, zu bilanzieren und ihre Bilanz offen zu legen etc. Zu solchen Pauschalaussagen wie “Bilanzen sind gefälscht” kann ich nur sagen, dass kein menschengemachtes Regelwerk perfekt ist, aber im Regelfall übersteigt der zu erwartende Schaden einer gefälschten(!!!) Bilanz den Nutzen.
        4) Was bitte ist eigentlich ein demokratisches Geldsystem? Der vorangegangenen Argumentation folgend wohl eines, in dem nur der demokratische Staat das Recht hat, verbriefte Schuldscheine herauszugeben? Dann werden die meisten von uns wohl auf ein Eigenheim verzichten müssen, bis die Matratze von 80x200x30 auf 80x200x60 angewachsen ist oder der Sparstrumpf den ganzen Kleiderschrank füllt.
        5) Zu den bösen Banken: Gesagt wurde auch, dass die Bank ein Interesse hat Geld zu verleihen. Hallo? Das ist ihr Geschäftsmodell! Ein Autoverkäufer verkauft Autos. Wenn ich so dämlich bin zu glauben, dass mir der Autoverkäufer nur so viele Autos verkauft, wie ich brauche, bin ich naiv! Wenn ich glaube, dass mir die Bank nur soviel Geld leiht, wie ich benötige bin ich das ebenfalls!

        Und zu der allgemeinen Gesellschaftskritik auf dieser Seite:
        Ich lebe lieber in einer Gesellschaft wie dieser, in der ich täglich ein klein wenig von unterschiedlichen Leuten veräppelt werde, weil ich nicht alles wissen kann, als in einer der Visionen von Sahra Wagenknecht, wo eine Bande von Ideologen täglich durch den Äther plärrt, wir seien alle gleich und solidarisch, während sie in Jurmala 5-Sterne-Urlaub machen und ich im Zelt am Scharmützelsee.

        • Tobias Tulinius sagt:

          Danke für ihren ausführlichen Kommentar.

          Zu Punkt 1: Die Frage was gerecht ist, ist ja ein Klassiker der Philosophie und ich kann sie hier natürlich nicht beantworten. Die Argumentation vom entgangenen Ertrag gilt für Giralgeld sicher nicht. Es wird bei Kreditvergabe erst erschaffen! Der verleihenden Bank entgeht kein Ertrag durch das Geld, weil es ohne Kreditvergabe nicht existieren würde. Dies dreht die entstehenden Anreize um (siehe Artikel).

          Zu Punkt 2: Dazu möchte ich auf das Buch “Das Ende des Geldes” verweisen. Die Autoren zeigen darin auf, dass diese “klassischen” Vorstellungen über Geld nicht stimmen, bzw. dass Geld diese Eigenschaften gar nicht haben kann. http://www.das-ende-des-geldes.at

          Zu Punkt 3: Generell erscheint mir die Entstehung von Buchgeld auf Verlangen auch sehr zweckmässig zu sein.
          Ob die Zentralbank nun Papier und Toner spart, ist aber zur Beurteilung eines Geldsystems eher irrelevant.
          Sie haben Recht damit, dass im Prinzip Jeder Geld durch Schuld schöpfen könnte. Dazu kann ich wiederrum das erwähnte Buch empfehlen.
          Wir sind der Ansicht, dass dieses Geldsystem von vorneherein ein Schnellballsystem ist und etwaige Kontrollmechanismen daran nichts ändern. Das ist so, weil Geld als Schuld entsteht. Während die Kreditsumme durch Rückzahlung wieder vernichtet wird, fällt der Zins als Gewinn an. Der muss wiederrum aber auch als Schuld entstanden sein. Wenn er bei der Bank als Gewinn ankommt, fehlt er an anderer Stelle zu Rückzahlung der Schuld, durch die er entstanden ist. Also müssen schon aus diesem Grund wieder neue Schulden erzeugt werden… usw.
          Die Geldmengen scheinen tatsächlich exponentiell angestiegen zu sein, was dem Verhalten der Zinseszinsfunktion entspräche.

          Zu Punkt 4: “Demokratisches Geldsystem” kann eine nicht mehr privatisierte Geldschöpfung in u.a. kommunaler Hand meinen. So etwas liesse sich auch parallel zum jetztigen System implementieren. Es geht mir erstmal darum, überhaupt eine Diskussion über unser Geldsystem in der Öffentlichkeit zu bekommen. Was genau ein demokratisches Geldsystem in der Praxis wäre, könnte man wohl auch nur praktisch herausfinden. Es existieren aber bereits verschiedene Modelle dazu.
          Es gibt ausserdem verschiedene mögliche Ansätze, um das jetzige Geldsystem umzugestalten. Interessant ist es meiner Meinung nach in diesem Zusammenhang, die Begriffe “Vollgeld” bzw. “Monetative” und “Trennbankensystem” bzw. “Glass-Steagall-Act” zu googlen.

          Zu Punkt 5: Klingt logisch. Allerdings soll es auch Leute geben, denen Banken weniger leihen, als sie benötigen…

          Danke für Ihr Interesse. Wir halten unser jetziges Geldsystem und die derzeitigen politischen Entscheidungen nicht für “alternativlos”. mfG

        • Jean Rauch sagt:

          Vielen Dank für die Literaturempfehlungen,
          1) Sie gehen davon aus, dass durch das zur Verfügung stellen des Kapitals nichts entstünde. Genau das deutet aber die Begründung des Zinses an. Er ist ein Teil jenes Ertrags, den der Kreditnehmer durch seine Inanspruchnahme (hoffentlich) erzielt. Welchen Unterschied macht es, ob es sich dabei um Giralgeld oder Zentralbankgeld handelt? Solange es akzeptiert wird ist es möglich damit Erträge zu erwirtschaften.
          2) Das Ende des Geldes werde ich mir nun mal zur Gemüte führen ;)
          3) Das exponentielle Wachstum der Geldmenge ist sogar wünschenswert, solange es dem ebenfalls exponentiellen Wachstum der verfügbaren Waren- und Dienstleistungsmenge entspricht, denn dann bleibt der Wert des Geldes stabil. Genau das ist die Aufgabe der Notenbank. Allerdings haben Sie recht, wenn Notenbanken und Banken die Geldmengenpolitik unter der Geisel der Politik stellen. Diese braucht in einer demokratischen Gesellschaft immer mehr denn der begrenzten Verfügbarkeit von Ressourcen steht stets eine nahezu unbegrenzte gefühlte oder reale Bedürftigkeit gegenüber. Politik die den anschein erweckt, die Ressourcen seien im Übermaß vorhanden, ist also das eigentliche Übel. Das Problem ist wie in einer Familie. Kinder vergleichen bspw. gern das was sie haben mit den Geschwistern oder anderen Kindern. Dabei geht jedoch der Blick für die Begrenztheit der Gesamtsumme völlig verloren. Würden die Kinder darüber abstimmen wer was bekommt, hätten Sie jeden Monat Ausgaben, die die Einnahmen übersteigen
          4) Da wie ich ausführte jeder in der Lage ist, Geld zu schöpfen, müssten Sie sehr tief in die Freiheitsrechte der Einzelnen eingreifen, um diese Form der Geldschöpfung zu verhindern. Das würde den Grundfesten unserer Demokratie stark widersprechen – zumindest einer Demokratie, die sich individuelle Freiheitsrechte leistet.
          5) Auch die Banken sind nur Menschen und in einer freiheitlichen Gesellschaft können Sie niemanden dazu zwingen, einem anderen Vertrauen zu schenken. Wenn jeder soviel bekäme, wie er benötigt (wobei Benötigen zu definieren wäre) würden nicht nur Staaten sondern jeder einzelne weit über seine Verhältnisse leben und wir hätten ein noch größeres Schuldenproblem.

  56. Tobias Tulinius sagt:

    @ Jean Rauch:
    Hallo nochmal! Ich versuche mal eine kurze Antwort:

    zu 1) Wir gehen nicht davon aus, dass durch die Kreditgewährung nichts entstünde!!! Das Buchgeld entsteht erst durch Kreditgewährung, somit fällt die normale Begründung für Zinsen (Verzicht auf das Wirtschaften mit dem verliehenen Geld) weg…
    zu 2) Ich hoffe das Buch gefällt… ;-)
    zu 3) Richig ist: Solange die Geldmenge parallel zur Wirtschaftsleistung steigt bzw. fällt, sollte es passen. Meiner Meinung nach, ist die gesamte Leistung einer Volkswirtschaft das Einzige, was den Wert einer Währung abdeckt. Allerdings gibt es in der Realität diese Parallelität nicht. Die Geldmenge ist wesentlich stärker angewachsen als die Realwirtschaft.
    zu 4) Nein, man müsste nicht in die Freiheitsrechte der Menschen eingreifen. Es reicht völlig, juristische Personen (wie Banken und Grosskonzerne) soweit zu Räson zu bringen, dass die natürlichen Personen ihre Freiheitsrechte wieder wahrnehmen können.
    zu 5) Banken sind keine Menschen… sondern juristische Gebilde. Auch ansonsten kann ich hier gar nicht d`accord gehen. Wenn Jeder weltweit das bekäme, was er benötigt, dann wären eine Menge Probleme gelöst und das wäre weit “billiger” als der Ist-Zustand!
    Man beachte die Abstammung des Wortes “benötigt”! Aber dieses Wirtschaftssystem (Kapitalismus) ist unbrauchbar diese Probleme zu lösen; schon allein wegen dem eingebauten Wachstumszwang, der mit endlichen Resourcen nicht vereinbar ist.

    wünsche eine gute Zeit mit dem Buch! mfG

    • Tobias Tulinius sagt:

      Präzisierung zu 1) Natürlich ist es wahrscheinlich, dass man einen Ertrag erwirtschaftet, sonst würde der Kredit doch gar nicht aufgenommen. Der Punkt ist: Die Bank verleiht etwas, was (vorher) nicht existiert. Dafür sollte sie keine Zinsen nehmen dürfen. Man kann Kreditvergabe als öffentliche Aufgabe sehen (steuerfinanziert) oder besondere Regelungen für Private finden (z.B. niedrige Gebühren verlangen und dafür steuerfrei wirtschaften).

      Allgemeine Bemerkung:
      Im Prinzip geht es darum, sich erstmal gedanklich vom alten System zu lösen, um überhaupt frei denken zu können. Das jetzige System ist in meinen Augen ein “Worst Case Scenario”, aber wir wurden einfach glauben gemacht (praktisch Gehirnwäsche!), dieses System sei ganz natürlich und logisch. Das ist es natürlich nicht und so gibt es auch innerhalb der herrschenden Ideologie vom Kapitalismus logische Widersprüche.
      Hier ist einer als Frage formuliert:
      Wenn das hier eine Marktwirtschaft ist, in der die unsichtbare Hand alles regelt, wozu braucht es dann eine Superbehörde (Zentralbank), die einen Leitzins (also Geldpreis) festlegt?
      Dies entspricht nicht der Theorie des freien Marktes…

      • Jean Rauch sagt:

        @Tobias Tulinius

        Nun ich dachte es wäre klar geworden, dass von der Bank die einzige Substanz des Geldes – das Vertrauen – gegeben wird. Indem die Bank Buchgeld schafft und weitergibt überträgt sie Vertrauen, das in sie gesetzt wird, an einen Dritten. Eine Privatperson, eine Bank oder sogar ein ganzer Staat kann mit dem verbrieften Anspruch auf Rückerstattung der wertäquivalenten Leistung handeln. Nichts anderes ist Geld. Nur je mehr solche verbrieften Ansprüche (ob die nun Buchgeld, Giralgeld, Wechsel oder Schuldschein heißen) von demjenigen ausgegeben werden, desto mehr schwindet das Vertrauen in ihn. Die Ressource Vertrauen ist also ebenso begrenzt und sie ist wertvoll und kann Erträge bringen. Setze ich sie an einer Stelle ein, kann ich sie nicht an anderer Stelle nutzen. Mir entgeht also ein Ertrag. => Zins auf Buchgeld ist berechtigt!
        Wenn jeder bekäme was er benötigt, lebten wir entweder im Schlaraffenland oder schlechter als jetzt – je nachdem wie man benötigen definiert. De facto hat heute jeder Haushalt mehr Leistungen und Güter zur Verfügung als der Durchschnitt vor 100 Jahren und diese Leute haben auch gelebt. Streng benötigen tun wir also weniger als den Durchschnitt von vor 100 Jahren.
        Zur unsichtbaren Hand:
        Es können sich auch unabhängige Währungen entwickeln, so wie die Zigarettenwährung nach dem Krieg. Es gäbe auch die Möglichkeit verbriefte Ansprüche auf Zigaretten als Buchgeld zu installieren. Eine Zentralbank braucht es nicht zwingend. Zentralbanken und staatlich garantierte Zahlungsmittel vereinfachen die Sache, weil die Geldverfügbarkeit bspw. nicht von der Tabakernte abhängt – es geht also besser mit aber auch ohne sie.

        Der Kapitalismus hat keinen Wachstumszwang. Kapitalismus oder (ich mag keine marxistischen Kampfbegriffe) Marktwirtschaft ist ein dezentraler Allokationsmechanismus für knappe Ressourcen, der offenbar (historisch gesehen) besser und flexibler funktioniert, als die Allokation über Zuteilung (Zentralverwaltung).

        Den Wachstumszwang hat uns die Evolution verpasst und er wirkt sich auf alle Systeme, besonders aber auf demokratische aus. Den Menschen machen stationäre Zustände nicht zufrieden. Die Menschen in der DDR in Russland und jetzt in den arabischen Ländern sind und waren nicht unglücklich, weil sie nichts hatten. Absolut gesehen geht es ihnen besser als früheren Generationen. Sie waren und sind unglücklich weil es nicht voran ging. In Japan haben Shogune zeitweise das Rad verbieten lassen um Wachstum zu verhindern. Glauben sie das hätte in einer Demokratie funktioniert?
        Auch hinter Banken und Großkonzernen stehen Menschen, deren Recht es ist, im Rahmen der Gesetze frei zu handeln. Wenn ich Kleinaktionär von Siemens bin will ich dass Siemens Gewinne macht und meinen Wohlstand mehrt. Ich würde es Siemens nicht geben, wenn man mir nur verspräche, mir das gleiche wieder zurück zu geben.

  57. Mir gefällt Aufklärung zum komplexen Geldsystem ja durchaus gut, vergessen wurde jedoch m. E. n. wiederum, dass dieses “Schnellballsystem” durchaus durch Umverteilung geregelt werden kann, indem Kredite nämlich nicht aus dem laufenden Wirtschaftskreislauf heraus bedient werden, sondern durch die Kehrseite der Kredite, nämlich Geldvermögen, das man entsprechend bei den Leuten abschöpfen müsste, die es unproduktiv angelegt haben und keinerlei Bedürfnisse mit den Unsummen mehr befriedigen. Damit würde sich der Kreislauf des Kreditgeldes als Mittel zum Austausch von Waren und Dienstleistungen wieder schließen.
    Was den Bund der Steuerzahler angeht, mahne ich vor dem Wolf im Schafspelz, was dessen Interessen und dessen personellen Hintergrund betrifft: http://www.nachdenkseiten.de/?p=8073

    • Tobias Tulinius sagt:

      Dieser Herr sieht das ähnlich: meudalismus.dr-wo.de/html/geldmitsystem_org.htm
      Er sieht das Problem wohl ausschliesslich in der Verteilung. Ich persönlich denke, dass beide Sichtweisen ihre Berechtigung haben und sich die Kritikpunkte gut gegenseitig ergänzen.

      • sagt:

        Wahrscheinlich wird man nicht darum herumkommen gewisse Vermögen sinnvoll rückzuverteilen….das heisst aber nicht dass auch die Vermögenskonzentrationsmechanismen abgebaut werden müssen (best. Geldsystem in erster Linie) sonst haben wir nach einer kurzen Phase der Rückverteilung wieder die selbe Dynamik. Von der globalen Ungerechtigkeit – die Dr. Wo´s Ansatz leider auch völlig ausklammert ganz zu schweigen.

  58. ceterum censeo.2011 sagt:

    das heisst aber nicht dass auch die Vermögenskonzentrationsmechanismen abgebaut werden müssen (best. Geldsystem in erster Linie) sonst haben wir nach einer kurzen Phase der Rückverteilung wieder die selbe Dynamik.

    “nicht” ist offensichtlich falsch. Oder?

  59. statistiker sagt:

    Schon etwas älter, doch da es noch nicht erwähnt worden zu sein scheint und eine Suche auf der Seite auch nur zwei Beiträge auf externen Seiten zu dem Stichwort liefert, möchte ich auf den folgenden recht ausführlichen Interview-Artikel aufmerksam machen, der auf das Schattenbanksystem eingeht und auch zum hier besprochenen Thema zu passen scheint: https://le-bohemien.net/2010/04/16/ursachen-der-finanzkrise/

    Dass der “Schattenbank”-Artikel der deutschen Wikipedia im Gegensatz zur englischen keinerlei Hintergründe liefert, mag ein Zeichen dafür sein, dass hier im deutschsprachigen Raum noch Aufklärungsbedarf darüber besteht. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich, als ich auf den verlinkten Artikel gestoßen war, nicht die Zeit hatte, ihn ganz zu Ende zu lesen (was ich noch nachholen sollte), so war ich doch beeindruckt, da mit nachvollziehbaren konkreten Zahlenbeispielen aufgezeigt wird, wie wahnwitzig die geringen gesetzlich vorgeschriebenen Mindestreserven von Banken doch sind, um Kredite in wesentlich höherem Umfang vergeben zu können, und welche Luftschlösser sich damit aufbauen lassen (der Artikel geht offenbar von einer Mindestreserve von 10% aus, wie oben für die USA genannt).

  60. Kreditnehmer sagt:

    Verstehe ich nicht :(
    > Dem Kunden der Bank werden also einfach 10.000 Euro auf seinem Girokonto gutgeschrieben. Geld das vorher niemand anderes besaß, es wurde durch die Kreditvergabe erst geschöpft, sprich die Information hierüber wird in die Computerdatei des Girokontos geschrieben. <

    Mein Vorschlag:
    Der Autor des Artikels gründet selbst eine Bank in welche er 200 Euro (die Mindestreserve um einen Kredit von 10000 Euro vergeben zu können) einzahlt.
    Nun komme ich und möchte einen Kredit von 10000 Euro. Ich möchte das Geld aber gern bar ausgezahlt bekommen. Alternativ können sie es mir auch auf mein Konto bei ihrer Bank gutschreiben aber ich werde den Betrag von meinem Konto sofort in Bar abheben.
    Wo bitte sehr nehmen sie das Bargeld her, dass sie mir auszahlen???
    Drucken dürfen sie es nicht. Das darf nur die Bundesbank.
    Sie haben 2 Möglichkeiten: Entweder sie nehmen Geld der Bundesbank für das sie Zinsen zahlen müssen oder sie nehmen Geld, welches andere Sparer in ihrer Bank angelegt haben. Auch dafür müssen sie Zinsen zahlen, sonst hätten es die Leute einer anderen Bank anvertraut (wo sie Zinsen bekommen).
    Die dritte Möglichkeit haben sie in ihrem Artikel erwähnt, so wie ich es verstanden habe, schaffen sie das Geld "aus der Luft". Wie das funktioniert ist mir schleierhaft aber es ist nicht mein Problem, sie wissen ja anscheinend wie das geht.
    Jedenfalls bekomme ich sicher bei Ihnen meinen Kredit über 10000 Euro. Ich gehe davon aus, dass sie keine Zinsen verlangen, da das exponentielle Zinswachstum schließlich Ursache aller ökonomischen Ungerechtigkeit auf der Welt ist und sich damit moralisch für sie verbietet.
    Für mich ist das durchaus lukrativ denn auch ich bin keine Freund all der Ungerechtigkeit auf der Welt und deshalb meine ich es ernst:
    Wann gründen sie ihre Bank und wo? Wir werden uns sich bald begegnen, am Bankschalter.
    Ich freue mich schon darauf, sie kennenzulernen, und auf meinen zinsfreien Kredit freue ich mich auch.
    Meine Emailadresse haben sie ja. Ich erwarte ihre Nachricht zur Eröffnung ihrer Bank.

    Mit freundlichen Grüssen
    Ihr Kreditnehmer und treuer Kunde

    • Tobias Tulinius sagt:

      1. Wir haben in dem Artikel doch geschrieben, dass eine Bank wenn das Geld bar abgehoben werden soll im Extremfall die 10000 Euro von der Zentralbank leihen muss, falls sie das Geld nicht im Tresor hat (es also nicht von Irgendjemand in Bar eingezahlt worden ist). Den Kredit muss sie in diesem Fall also voll finanzieren. Steht doch so im Artikel.

      2. Wir benutzen die Formulierung “Geld aus Luft” nicht. Wir beschreiben was konkret passiert. Wenn sie das Schaffen “aus Luft” tatsächlich als dritte Möglichkeit ansehen, an das Bargeld zu kommen, haben Sie tatsächlich den Unterschied zwischen Buchgeld und Bargeld nicht verstanden.

      3. Wir schreiben weiterhin nicht, dass “das exponentielle Zinswachstum schließlich Ursache aller ökonomischen Ungerechtigkeit auf der Welt ist”.
      Ich sehe das Problem erstens darin, dass Geld ausschliesslich als Schuld entsteht; die Zinsen verstärken dieses Problem. Zweitens ist das ganze Geldsystem unter demokratischen Gesichtspunkten inakzeptabel.
      Das bedeutet natürlich nicht, dass es nicht noch andere ökonomische Ungerechtigkeiten auf dieser Welt gibt…

      4. Was die Bankgründung angeht: Ich denke, dass die Kommunen eigene Banken gründen sollten. Wenn diese über Steuern finanziert würden, könnten diese Banken tatsächlich darauf verzichten, Zinsen für die Kredite zu verlangen. Falls Sie es mit ihrem zinslosen Kredit wirklich ernst meinen, unterstützen sie doch einfach unsere Forderung.

      mfG

  61. sagt:

    Der Artikel erschien mit aktualisierter Einleitung hier: http://the-babyshambler.com/2011/10/30/geld-und-geldschopfung/#comments …dort gibt es auch weitere Kommentare.

  62. F.H. sagt:

    Zunächst vielen Dank für den höchst interessanten Artikel. Ich habe noch zwei Fragen:

    1. Die Geschäftsbank hat bei der Kreditvergabe das Kreditausfallrisiko, das sie in den Zins einrechnet. Wenn der Forderung nach Null-Zins resp. äquivalentem Zins, den die Geschäftsbank selbst bei der Zentralbank für die Kreditbeschaffung bezahlt, nachgekommen werden soll, wie soll sie dann Kreditausfälle finanzieren?

    2. Das Bankgeschäft ist wirklich ein Supergeschäft, vor allem weil man – im Vergleich zu anderen Geschäften – gar nicht so viel Kapital braucht. Aber eigentlich ist es ja bereits ein Auslaufmodell. Denn jeder Privatmann könnte doch seine eigene Geschäftsbank gründen, um sich zu finanzieren. Er braucht sich dann bloss das Geld bei der Zentralbank zu leihen und 2% zu hinterlegen. Es gibt ja Grossfirmen, die das offenbar schon begriffen haben, so wie die Firma Siemens, welche ihre eigene Geschäftsbank gegründet hat. In diesem Zusammenhang wären die Voraussetzungen für den Erhalt der Bankenlizenz näher zu betrachten. Mich würde interessieren, ob Sie einen Lösungsansatz haben, der das bestehende System ersetzen könnte? – Vielleicht wäre die Lösung ganz einfach, wenn nur jeder leicht zu einer Bankenlizenz käme bzw. zur Lizenz, sich das Geld direkt bei der Zentralbank besorgen zu können, sodass die Geschäftsbanken als “Vermittler” ausgehebelt werden könnten. Ihre Meinung würde mich interessieren.

  63. kink sagt:

    Update: Am 18. Januar 2012 wurde der Mindestreservesatz der EZB von 2% auf 1% halbiert (Quelle: http://www.bundesbank.de/gm/gm_mindestreserven.php). Dies verdoppelt natürlich die potentiell schöpfbare Buchgeldmenge. Ein Schritt in die richtige Richtung, wie ich meine. :D

  64. Elli Pirelli sagt:

    Man schaue vielleicht mal hier:

    http://www.steuerboykott.org

    Einsteiger und Fortgeschrittene guckeln mal nach dem wunderhübschen, auch für etwas größere Kinder verständliche Zeichentrickfilm:

    Florian – Gib mir die Welt plus 5 %

    Und damit die Geschichte noch besser verständlich wird, guckel man nach Amschel Mayer Bauer und seiner Geschichte, und nach der Kreatur von Jekyll Island

    Dann sollte es sehr licht werden..; aber sowas von licht….!!!

  65. charon sagt:

    Ich halte mich mittlerweile bei diesem Thema in (fast) allen Blogs und Kommentarseiten zurück. Hier denke ich aber das es sich lohnt…

    Die Entstehung von Geld als Buchungssatz wurde korrekt erklärt. Eine Buchung in der Bilanz der Geschäftsbank, einmal aktiv einmal passiv, das ist “Geld”.

    ABER:
    Der Zins ist KEIN PRINZIPIELLES PROBLEM! Es muss kein neues Geld geschöpft werden (resp. Nachschuldnerproblematik) um ihn zu bezahlen.

    Zins-Zahlungen werden nicht in der Bilanz als aktiv/passiv verbucht sondern in der Erfolgsrechnung als Aufwand/Ertrag. Die Ausgaben des einen sind die Einnahmen eines anderen.

    Wird ein Kredit an die Bank zurückgezahlt, verschwindet das “Geld” wieder. (Gegenbuchung zur Erzeugung)
    Wird der Zins bezahlt wird das bei der Bank als Ertrag verbucht und bleibt bestehen.
    Sie bezahlt davon Löhne und Dividenden, die Einnahmen stehen also in jedem Fall wieder zum Konsum zur Verfügung.

    Ein einfaches Beispiel:
    (Wir starten Tabula Rasa, es gibt vorher kein Geld, alles andere wäre Voodoo-Ökonomie)
    1 Bank, 1 Unternehmer, 1 Arbeiter; sämtliche Zahlungen Bargeldlos.

    1. Bank gewährt Unternehmen 1000.- Kredit (Buchungsatz in Bankbilanz)
    2. Unternehmer bezahlt Arbeiter 1000.- Lohn
    3. Arbeiter kauft (von ihm produzierte ;) Waren) 1000.-
    4. Unternehmer bezahlt Zins 100.- an Bank
    5. Bank kauft Waren für 100.- von Unternehmen (z.b. der Bankangestellte, Lohn)
    6. Unternehmen zahlt Kredit 1000.- an Bank zurück. (Gegenbuchung)

    Resultat:
    1. Es gibt wider kein “Geld” im System
    2. Der Arbeiter hat für 1000.- Waren konsumiert.
    3. Die Bank für 100.- Waren konsumiert
    4. Wenn der Unternehmer gut kalkuliert (den Arbeiter gepresst) hat sind jetzt noch Waren für ca. 300.- in seinem Lager die ihm gehören. ;)

    d.h. Wie immer hat der Arbeiter mehr produziert als er erhalten hat. Die Bank hat einen Teil des Mehrwerts des Unternehmers für sich abgezweigt.

    Das ist natürlich ein sehr vereinfachtes Beispiel, zeigt aber deutlich den Unterschied zwischen Umlaufenden Geld und Konten in der Bilanz.
    Das Problem das Schulden nicht mehr zurück gezahlt werden können kommt erst zum Vorschein wenn sich eine Partei entschliesst ihr Einkommen zu sparen. (Macht in dem Beispiel aber keinen Sinn weil es nichts anders zum kaufen gibt)

    Weitere Überlegungen werden schnell davon abhängig welcher ökonomischen Denk-Schule man zugetan ist, aber diese trivialen Fakten sollten eigentlich jedem bekannt gemacht werden. Gerade diese verteufelung des Zins mit schein-logischen Argumenten (“muss zwangsläufig zum Zusammenbruch führen”) lenkt davon ab, dass das ökomische Problem schlussendlich in der Verteilung der GELD-Vermögen, nicht bei den Einkommen liegt. (Eben weil entsprechend genau gleich viele Schulden vorhanden sind)

    Das natürlich auch die SACH-Güter ungleich verteilt sind scheint mir dahingegen eher als ein moralisches Problem. (?)

    btw. oft wird von den “System-Gläubien ohne Durchblick” das (Schein-)Problem mit dem nicht geschöpften Zins auch damit abgetan das es ja auch durchaus Konkurse gibt bei denen die Bank in die Röhre schaut und dabei die (angebliche) Problematik ja entschärft werde…aber eben, das ist nicht mal nötig.

    mM:
    Man sieht aus der Geld-Schulden = Geld-Vermögen Situation das es unmöglich ist sich in der Gesammtheit durch Sparen zu entschulden. Einzelne ja, Global nein. Nur durch Konsum derjenigen die das Geld-Vermögen besitzen, könnten die Schulden je wieder getilgt werden…weil das nicht passiert müssen nun durch Steuern, Inflation und Konkurse die Vermögen/Schulden wieder auf ein erträgliches Mass zurück gefahren werden. TINA

    Gruss
    charon

    • Tino sagt:

      Erklären Sie mir bitte, woher der Zins kommt…er wird ja niemals bei der Geldschöpfung mitgeschöpft und Geld entsteht nun mal ausschliesslich durch Schuld in unserem undemokratischen verzinsten Geldsystem…

  66. Tino sagt:

    Vergessen wird Folgendes: Was ist gesetzliches Zahlungsmittel? Es sind Münzen und Banknoten. Nicht Giralgeld!!! Wir sind dazu verpflichtet dieses Geld zu nutzen und damit zu bezahlen, es ist Gesetz. Und wem überlässt man die Geldschöpfung? Privaten Institutionen! Na dann gute Nacht…

  67. Nebularis sagt:

    Lieber Florian Hauschild,

    es ist eine grossartige Aufklärungsarbeit, was Du hier leistest. Die Erkenntnisse über die praktizierte Form der Geldschöpfung sind immens wichtig, aber leider verfügen bisher die wenigsten darüber. Sogenannte Experten und beruflich Aktive, die Spitzengehälter kassieren, sind ebenso ahnungslos.

    Nun ändert sich die Situation. Landauf, landab wachen immer mehr Menschen auf, denn sie sind aufgrund der nichtendenden Finanzkrise zum Denken und Erkennen gezwungen. Der Mensch verwendet sein Gehirn halt so wie er herausgefordert und bedroht wird.

    Lange Zeit war das Geldsystem ein Geheimnis, dass in einem engen Kreis von Familienclans gehütet wurde. Die gleichen Familien beherschten es … bisher. Diese Macht war Ihnen zugefallen, aufgrund der Dummheit und Leibeigenschaftkultur der anderen Europäer.

    Das Kartenhaus ist bereits zusammengebrochen … die bisher in die Irre Geführten könnten sich freuen, dass das Schneeballsystem zusammenbricht, sie könnten erkennen, dass sie Leibeigene des Systems waren, sie könnten erkennen, dass sie ein neues, gerechtes und EIGENES Finanzsystem aufbauen sollten, sie könnten sich über den Zusammenbruch freuen … aber leider tun sie es nicht.

    Wer in der Leibeigenen-Mentalität geboren ist, kann nicht erkennen was Freiheit bedeutet. Auch im Untergang hält der Leibeigene seinem Patron die Hand, baut sein Haus auf, das zusammengefallen ist, gibt seinem Herrn noch sein Erspartes, zwingt die Leidensgenossen zu mehr Unterwerfung und Arbeit für den Herrn, schützt das Herrenhaus durch Schilde vor den Unwettern.

    Diese künstlichen Stützen werden das System nicht mehr lange aufrecht erhalten können. Die Frage ist nun, ob wir ausreichend aufkären können und genügend Menschen sich aufklären lassen, bzw. selbst erkennen, um das bessere und EIGENE Finanzsystem aufzubauen oder ob die Ausbeuter kurzerhand das alte System aufgepeppt neustarten können.

    Zum Neustart muss das Finanzimperium ein neues Haupthaus in Europa erwerben und das bisherige zusammengefallene Haus in den USA aufgeben. Kann es das???

    WAS IST GELD???

    Geld ist die Masseinheit, dass durch das Zusammentreffen von VERTRAUEN und SCHULD zustande kommt. Da dazu immer zwei, nämlich ein Vertrauender (Kreditor) und ein Schuldner (Debitor) erforderlich sind, ist es eine Masseinheit für zwischenmenschliche Beziehungen, nicht nur geschäftlicher Art.

    Beim Aufsetzen einer Währung geht es um den Versuch, dieses geistige Gut (Masseinheit) für mehr als zwei Menschen zu vereinheitlichen und handelbar zu machen damit das Handeln mit Geschäftsgütern vereinfacht wird.

    Eine solche Währung kann nur eine Teilsumme aller menschlichen Beziehungen handelbar machen, weshalb nicht alles käuflich ist :-)

    Das Schöpfen des Geldes durch eine Währung gibt seinem Schöpfer die Macht über einen Grossteil der handelbaren zwischenmenschlichen Beziehungen. Je mächtiger er wird, desto mehr Bereiche des Menschlichen werden zu Handelsgütern und umso kleiner wird der nicht-käufliche Bereich.

    In diesem Sinne, Petri Heil :-)

  68. Christian sagt:

    Die beinahe magische Geldschöpfung oder Verdoppelung des Geldes ist wirklich faszinierend. Nur, dass es sich dabei nicht um Zauberei handelt, sondern, wie so oft, um reinen Betrug, da ja nicht der Geldwert oder die Geldmenge erhöht werden, sondern die Schuldenlast.
    Mich hat das jedenfalls zu einem kleinen Film inspiriert, den man hier sehen kann, wenn man möchte: http://www.youtube.com/watch?v=Ic075I01ntc

  69. Manifest sagt:

    Die Sendung mit der Maus…

    Sehr schön. Nächste Woche vermitteln wir dann den richtigen Gebrauch der dt. Sprache.

  70. Mr Excel sagt:

    Haben Sie einen Kredit? Wenn ja, kontaktieren Sie uns für weitere Informationen per E-Mail;excelservices.managementonline@gmail.com

  71. Nobert sagt:

    Brauchen Sie eine Kreditgeschäft und persönliche Darlehen, die von von 5000 bis 10.000.000,00 Holen Sie sich Ihre KOSTENLOSE keine Verpflichtung anfordern! Rückzahlungen von bis zu 240 Monate. Keine Sicherheiten, bezahlte Geld auf Ihr Konto innerhalb von 24 Stunden nach der Genehmigung. Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns noch heute per E-Mail: dfs.info@aol.com

  72. audrey sagt:

    Insbesondere zwischen Darlehen Testimony
    Ich bin Mrs. AUDREY Ich lebe in Berlin ist bereit, für mehr als 3 Monate zu suchen. Aber jedesmal, wenn ich fessais von unzähligen coolen betrogen und schliessen ich nichts auf meinem Konto. Aber zum Glück bin ich auf ein Kreditgeber mit dem Namen Antonio Fernandez gab mir das Darlehen in Höhe von € 450.000, die ich erhalten am Dienstag in mein Bankkonto nach der Ausführung seiner conditions.Donc Sie, die in Not sind wie ich Sie ihm können schreiben und erklären Sie Ihre Situation es könnte Ihnen helfen.
    E-Mail: fernandez-antonio@mail.ru

  73. Martin S. sagt:

    Das witzige ist: wenn man das Normalbürgern erzählt, sind sie sehr am staunen und glauben das erstmal gar nicht. So unglaublich ist das.

    Vor 60 Jahren, als es (fast) noch keine Computer gab, war das mit der Geldschöpfung für Banken auch nicht so einfach. Und deswegen ist es auch niemanden so richtig aufgefallen.

    Erst mit dem Aufkommen der Computer ist es für Banken sehr einfach geworden, Geld zu schöpfen. Und erst jetzt beginnen die Leute zu begreifen, was die Banken da treiben.

    In manchen Ländern gibt es ja bereits Bestrebungen, das Recht zur Geldschöpfung den Banken zu nehmen und auf den Staat zu übertragen.

  74. Martin S. sagt:

    “Wieso hat der Staat Privatbanken die Lizenz zur Geldschöpfung übertragen?”

    Ich behaupte mal diese Lizenz ist den Banken nie übertragen worden.
    Bevor die Banken mit Computer vernetzt waren, bevor es also das Interbanken-Clearing gab, war das ja auch kein Thema. Da konnten die gar nicht so viel Geld schöpfen.
    Das wurde ja erst mit dem Interbanken-Clearing interessant, als die Banken über Computer ihre Forderungen untereinander abrechnen konnten.

    Und seit da hat es lange Zeit einfach niemand gemerkt, welche Ungeheuerlichkeit da stattfindet.

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