Der l-B-Kodex

le Bohémien will im Sinne eines basisjournalistischen Selbstverständnisses ein Forum für offene Diskurse, unterschiedliche Denkansätze und mutige Kontroversen bieten. Dennoch vertritt die Redaktion von le Bohémien die Ansicht, dass dieser Diskurs unter Berücksichtigung bestimmter Prinzipien geführt werden muss:

1) Die Artikel auf le Bohémien dürfen nicht im Widerspruch zu den allgemeinen Menschenrechten stehen. Gewalt- und Ausbeutungsstrukturen jedweder Art werden von der Redaktion verurteilt. Laizismus, politische Gleichheit, soziale Gerechtigkeit und Meinungsfreiheit sind universelle Prinzipien, die es zu verteidigen gilt – besonders in einer Zeit, in der diese wieder verstärkt zur Disposition gestellt werden.

2) Der politische, religiöse oder sonstige Hintergrund einer Person hat keinen Einfluss darauf, ob diese Person Artikel auf le Bohémien veröffentlichen darf. Es liegt in der Natur der Sache, dass demzufolge unterschiedliche politische Positionen auf le Bohémien ausgedrückt werden. Die Kommentarfunktion hat dabei die Aufgabe des kontrollierenden Korrektivs. Damit dies gelingt, haben sich Kommentatoren unbedingt an die im Kommentarleitfaden definierten Regeln zu halten. Ähnlich wie auch im Wiki-Prinzip umgesetzt, finden dadurch falsche Darstellungen, oder auch plumpe Verallgemeinerungen, kein Forum. le bohémien will nicht zuletzt dadurch einen Beitrag zur Stärkung der Gegenöffentlichkeit leisten.

3) Die Redaktionsmitglieder stehen sowohl dem Neoliberalismus als auch dem Imperialismus kritisch gegenüber, da diese Konzepte die in Punkt 1 genannten ethischen Werte nicht hinreichend respektieren. le Bohémien plädiert dafür, die Diskussion über Alternativen zum herrschenden neoliberalen Wirtschaftssystem ins Zentrum des gesellschaftlichen Diskurses zu stellen.

4) Es ist der Redaktion bekannt, dass gerade die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit, das Anprangern von Ausbeutungsstrukturen sowie die Neoliberalismuskritik sich mit dem überschneidet, was gemeinhin auch als “links” bezeichnet wird. Wir denken aber, dass solche politischen Kategorien die komplexe politische Wirklichkeit nicht angemessen beschreiben und plädieren dafür, von Stereotypen Abstand zu nehmen.