Wenn „Linke“ und George Soros einer Meinung sind
Ein Kommentar von Florian Hauschild
Eine neue Woche, neue Vorschläge, neue Entrüstung, neue Warnungen, neue Missverständnisse und Fehlinterpretationen. In der „Krise“ zeigt sich, dass auch viele „Experten“, „Journalisten“ und „Politiker“ im Grunde keine Ahnung haben wovon sie reden, wenn sie über Währungen, Wirtschaft oder das Finanzsystem als solches sinnieren.
Viele Menschen reden einfach weiter, weil sie es immer so taten. Welchen Zweck dies erfüllen soll, bleibt oft schleierhaft. Das Dreschen von Phrasen und Hinausblöken von Schlagworten hat vielerorts den sachlichen Diskurs abgelöst. Zeit um inne zu halten und einmal ganz in Ruhe zu fragen um was es eigentlich geht?
Mit Blick auf die politischen Themen der Woche fällt auf, dass das liebe Geld wieder einmal eines der Hauptgesprächsthemen darstellt. Leider führt dies nur in den wenigsten Fällen dazu, dass die Diskutanten sich überhaupt fragen, was Geld überhaupt ist: Ein System abstrakter Werte, das nur funktioniert weil wir es zulassen, wie es kürzlich sogar das heute journal vermeldete:
Geld hat keinen Wert in sich, Geld hat nur deshalb eine dermaßen zentrale Stellung in unserer Gesellschaft und im Leben von uns allen, weil wir dies erlauben. Nun soll dies kein Pamphlet für Tauschwirtschaft oder gar Askese sein, es soll jedoch noch einmal betont werden: Das bestehende Geldsystem trägt zwei fundamentale Fehler in sich:
a) private Banken können Geld aus dem Nichts schöpfen und gegen Zins verleihen. Sehr zu empfehlen in diesem Zusammenhang sind folgende Artikel:
- “Banken erfinden Geld aus Luft”
b) durch den Zinseszins verfügt das bestehende Geldsystem über eine eingebaute Exponentialfunktion, die im zeitlichen Verlauf – mathematisch bedingt – zu einer immer größeren Ungleichverteilung der liquiden Mittel führen muss.
Diese immer stärkere Ungleichverteilung kann eine Weile mit Steuern, Abgaben und sonstigen Lenkungsmechanismen begrenzt werden. Langfristig zieht sich aber – bedingt durch die mathematische Exponentialfunktion – Geldkapital wie ein Magnet immer stärker selbst an.
Alle bestehenden Mainstream-Geldsysteme tragen diese Fehler in sich. Eine Lösung der aktuellen sozialen, wirtschaftlichen und finanzpolitischen Probleme kann deshalb nur mit einer Etablierung alternativer Geldsysteme beginnen, wie dies auch schon seit Jahren in einigen Regionen Deutschlands geschieht. Oder derzeit auch in Griechenland.
„Unser Geld“ muss künftig auf demokratischem Wege dezentral geschöpft werden, der Zinseszins muss abgeschafft werden. An diesen Schritten führt kein Weg vorbei, wenn man als Gesellschaft entschieden hat, dass das gescheiterte neoliberale Gesellschaftssystem keine Wiederauferstehung erleben soll.
Die aktuelle politische Debatte ist jedoch vor allem dadurch geprägt, dass zahlreiche Akteure in Politik, Wirtschaft und Medien diese simple Wahrheit über die Fehlerhaftigkeit der aktuellen Geldsysteme entweder nicht anerkennen (wollen) oder gar bewusst zu unterdrücken versuchen. Denn klar ist auch: Die Aufrechterhaltung der jetzigen Herrschaftsstrukturen und sozialen Ungleichheiten wäre mit einem demokratischen Geldsystem weit weniger leicht möglich.
Zu dieser Blindheit der öffentlich agierenden Akteure gesellt sich die gnadenlose Ignoranz politisch eher passiver Mitbürger. Viele haben im Urwald von Neusprech, „Krisengipfeln“, „Rettungsschirmen“ und „Bonds“ längst aufgehört der Debatte zu folgen und behindern dadurch – oft ohne es zu ahnen – den sozialen Wandel. In diesen Fällen war die Ablenkungs- und Verkomplizierungspropaganda der Konzernmedien leider temporär erfolgreich.
Ebenfalls ist zu beobachten, dass viele selbsternannte „Linke“ bis hin zu der sonst hochgeschätzten Sahra Wagenknecht nun „Eurobonds“ fordern und damit ein weiteres Hinaufsteigen auf der Stufe des Fiat-Money-Wahnsinns propagieren.
Absurderweise vertreten die „Linken“ damit Forderungen von Akteuren wie George Soros und Jean-Claude Juncker, halten solch eine Maßnahme teils für „solidarisch“ oder gar „alternativlos“ und erweisen damit dem Ziel einer gerechten Gesellschaftsordnung einen Bärendienst.
„Eurobonds“ bedeuten genau wie „Bankenrettungen“, „Rettungsschirme“ und „Hilfen“ nichts anderes als die Aufrechterhaltung eines ungerechten, fehlerhaften Geldsystems, das weltweit eines der Hauptmechanismen für die gegenseitige Ausbeutung des Menschen durch seine eigen Art darstellt.
Der Gipfel des Wahnsinns wurde jedoch gestern in Paris abgehalten: „Der Euro ist unsere Zukunft“, verkündete Merkel und machte sogleich klar wer da mit „wir“ gemeint ist: Eine EU-Elite, die völlig den Anschluss an den Rest der Bevölkerungen verloren hat und nun gewillt scheint, eine zentralistische, ganz und gar undemokratische „Wirtschaftsregierung“ zu etablieren. Nationale Parlamente sollen hierfür de facto entmachtet werden, Verfassungen praktisch außer Kraft gesetzt und wer eine derart installierte „Wirtschaftsregierung“ personell anführen soll, wird ebenfalls gleich noch diktiert.
Mit dem gestrigen Tag wurde klar, dass Bundespressesprecherin Merkel sowohl scheinbar gänzlich den Bezug zur Realität verloren, als auch jeglichen Skrupel abgelegt hat, wenn es darum geht die verbliebenen demokratischen Prinzipen unserer Gesellschaftsordnung restlos abzuschaffen.
Nun soll die demokratische Grundordnung geopfert werden um ein im Kern undemokratisches und ungerechtes Währungssystem weiter künstlich am Leben zu halten. Die Selbstverständlichkeit mit der Merkel und Sarkozy solch einen Vorschlag verkünden, lässt den kritischen Beobachter zweifellos aufschrecken. Man könnte fast Zukunftsängste bekommen, wüsste man nicht, dass europaweit ohnehin bereits Millionen Menschen aufgestanden sind um deutlich zu zeigen, dass die „Europäische Idee“ eben nicht zentralistisch, quasi-dikatorische Herrschaft von oben benennt.
Die „Europäische Idee“ bedeutet Demokratie von „unten“, staatenübergreifende Integration auf zivilgesellschaftlicher Ebene, Gerechtigkeit, Solidarität und das bedingungslose Eintreten für die ethisch-moralischen Grundwerte der Aufklärung. Die „Europäische Idee“ bedeutet nicht, was Jean-Claude Juncker 1999 (SPIEGEL 52/1999) verkündete und was sich scheinbar die meisten europäischen Bürokraten und nationalen Regierungsvertreter längst zu Eigen gemacht haben:
„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“
Zum Thema:
- Das alte System ist gescheitert – Bauen wir Neues auf!
- Das Spiel mit der Unkenntnis – Manipulation als Agent des Status quo
- Drei bis fünf Durchgänge – Dann kollabieren die Märkte endgültig

Hätte man nicht sehr viel durch eine grundlegend andere Steuerpolitik, durch eine harte Regulierung der Finanzmärkte und -im Falle der USA- eine andere Außenpolitik verhindern können? Wenn der Staat das Geld dort, wo es sich in unvorstellbarem Ausmaß angesammelt hat, zurückholen würde und nicht Billionen in völlig sinnlosen Kriegen versenken würde, müßte er nicht ständig neues Geld drucken.
Im übrigen: Es haben schon andere vor mir gesagt: Einer der Hauptschuldigen an der jetzigen Misere war Herr Nixon, ein verdreckter Charakter und grottenschlechter Politiker. Die von Herrn Nixon betriebene Aufhebung der Goldkoppelung des Dollars darf man als währungspolitische Ursünde bezeichnen. Was soll man zu solchen Spitzenpolitikern sagen? Der Vietnamkrieg kostet Geld, das hab ich nicht also druck ich es mir. Herr Nixon hat Millionen Menschen ermorden lassen und gleichzeitig noch den Sargnagel an die eigene Währung gelegt.
“Regulierung ist Sozialismus, und Sozialismus ist böse”. Paß mal auf, irgendwann wird uns Hauschild das auch noch auftischen.
Die grenzenlose Naivität, zu glauben, Kleberchen (Burschenschafter, bestbezahlter Nachrichtenmoderator in Deutschland, und ein dickes Tier beim Aspen Institute) würde ernsthaft Kritik abliefern, ist kaum zu unterbieten. Hey Flo, ich habe noch super Bauland in den Pripjetsümpfen, willst haben? Ganz billig.
Was grad läuft, ist, daß den “Aufgewachten” ein Antikapitalismus der dummen Kerls untergejubelt wird. Wer ist denn gegen Eurobonds? Angela Merkel, die FDP, und alle die auf eine Staatspleite Griechenlands mit anschließendem Verhökern des Tafelsilbers gewettet haben.
Und warum ist Wagenknecht dafür? Vielleicht weil ihr in dem Zusammenhang die Wörter “Finanztransaktionssteuer” und “Binnennachfrage” aufgefallen sind.
F.H. sei desweiteren empfohlen, was Karl und Friedrich weiland zum Thema Zinskritik geschrieben haben. Ist nämlich auch heute noch gültig.
Letzten Endes läuft es darauf hinaus, daß diejenigen Kräfte die uns den Neoliberalismus aufgetischt haben, gemerkt haben, daß man mit der zürnenden Masse irgendetwas machen muß, sonst fängt sie irgendwann an unberechenbar zu werden. Also her mit dem Möhrchen und dem Stöckchen, ein bißchen Kapitalismuskritik light und auf dem Holzweg, dann kommt auch keiner mehr auf dumme Gedanken wie in Athen oder Madrid.
Was passiert eigentlich in Athen und Madrid im Moment? Bzw wen interessiert das schon, wir Deutsche haben es ja voll raus – wir haben den “Aufschwung XXL” und den nimmt uns keiner weg.
Besonders kein stinkender Grieche. Die können doch nichts außer demonstrieren. Wir Deutsche hingegen können so viel. Vor allem reden.
Und wer für eine goldgedeckte Währung ist, sollte sich mal 5-10 Minuten Zeit nehmen, und nachschauen wem die Goldminen gehören. Denn diese Eigentümer kontrollieren in dem Fall den money supply.
Zuletzt sei noch auf den schlichten Umstand hingewiesen, daß ein Staatsvolk, das sein nationales Parlament nicht in den Griff kriegt (wie wird eigentlich bei einem etwaigen Ausstieg der FDP der neue Bundestag gewählt?), eher nciht so die Chance hat, auf höherer Ebene etwas zu reißen.
Kurz gesagt, die Ablenkungsmaschinerie hat sich angepaßt. Schaut nicht nach Athen, vergeßt Madrid. Denkt nicht nach über die Grenzen des Wirtschaftswachstums. Hier habt ihr stattdessen ein bißchen Systembashing das keinem Spekulanten wehtut; hier habt ihr auch ein bißchen Gold; schaut her wie schön das glänzt. Aber laßt bloß eure Proletenfinger davon; anfassen dürfen das schöne glänzende Metall nur Leute mit einem Jahreseinkommen von 480000 Euro.
PS: ein wie großes Volumen an Gold braucht man bei dem gegenwärtigen Preis pro Feinunze, um ein Brötchen zu kaufen? Rechenhilfe: die Feinunze hat 31,1034768 Gramm, die Dichte von Gold beträgt bei Raumtemperatur 19,32 Gramm pro Kubikzentimeter. Goldpreis (in US$) und Wechselkurs € US$ sind ja leicht verfügbar.
Macht das einfach mal. Das Ergebnis ist… faszinierend.
wtf….Alter kapiers mal, es gibt derzeit einfach Leute die das Geldsystem verstanden haben und andere die scheinbar zu blöd dafür sind, wozu wohl auch du gehörst…Von denen die es kapiert haben gibt es dann wieder welche die es anderen erklären und welche die es lieber für sich behalten weil sie sich wohl persönlichen Profit davon versprechen…Obwohl sich genug Leute abmühen es anderen Leuten zu erklären, gibt es dann aber immernoch Leute die so dämlich sind und weiterhin nicht kapieren wollen wie das Geldsystem funktioniert. Ob Kleber ein Burschi ist, ist völlig egal. Du bist ein Idiot und weil es viele Idioten wie dich gibt, hat das System überhaupt bis jetzt funktioniert, das ist der springende Punkt!
Bei aller Polemik… ich habe keine Ahnung, was derzeit ein Brötchen kostet, aber ausgehend von einem Preis von 30 ¢, würde man ca. 7,5 mg 999er Feingold benötigen. Was sollen wir jetzt daraus lernen?
endlich schraubt man hier den übertriebenen lob an wagenknecht ein bisschen runter ;)
Wäre denn aber wenn uns der Zinseszins “killt” nicht ein ausgeglichener Haushalt, bei dem in einem Konjunkturzyklus alle Kredite bedient werden genau das, was unser Finanzsystem dann automatisch zügelt? Dann haben die Spardiktatoren doch recht?
“In der „Krise“ zeigt sich, dass auch viele „Experten“, „Journalisten“ und „Politiker“ im Grunde keine Ahnung haben wovon sie reden,[...]” – irgendwie verstehen sie sich aber doch untereinander so gut, dass sie sich innig gesellen, zuweilen sogar heiraten! Gemeldet wurde, dass FDP(Fuck Die Proleten oder Friede Den Palästen)-Generalsekretär Lindner unter der Haube sei: hat eine Journalistin geheiratet. Und da meinen die Leute immer, man sei zynisch…
Liebe Mitsklaven,
in der muslimischen Welt und für Christen im europäischen Mittelalter, welches gar nicht so barbarisch und dunkel war, wie die Systemmedien das immer darstellen, war es unmoralisch und verboten, Zinsen zu nehmen. Warum, das haben wir jetzt wieder einmal (hoffentlich) gelernt. Selbst noch am Anfang des vergangenen Jahrhunderts hat man reiche Personen, die hauptsächlich von Zinsgeschäften lebten, als Müssiggänger bezeichnet. Heute dagegen, ist es genau das, was praktisch jeder sich erwünscht und diejenigen, die es geschafft haben, werden bewundert und auf soziale Podeste erhoben. Man verehrt Parasiten und strebt das Parasitentum an.
Ich gehe einen mutigen Schritt weiter und wünsche mir die Abschaffung jeglichen Cashs und stattdessen die Einführung einer unmittelbaren, personenbezogenen, unübertragbaren Währung, wie die Chinesen es immerhin 12.000 Jahre mit Fei Lun praktiziert haben und teilweise immer noch praktizieren, denn sonst wird der zweite Hauptbelastungsfaktor, die Zockerei, weitergehen.
Nicht zuletzt reicht auch das noch nicht. Auch die sog. “freie Marktwirtschaft” muss abgeschafft werden, denn diese ist Grundlage für Verschwendung und Ausbeutung. Man produziert quasi ins Blaue hinein – ohne wirklich zu wissen, wie viel gebraucht wird – hauptsächlich austauschbare Güter und versucht, diese mit allen Mitteln abzusetzen, um einen möglichst hohen Profit zu erzielen.
Eines dieser Mittel ist die Manipulation durch Werbung. Sicher, die offensichtliche Werbung nervt gewaltig, aber noch viel schlimmer sind die subtilen Formen der Meinungs- und Begierdenbildung. Wir sind zu einer Bande von Lügnern und Betrügern verkommen, die nur durch Wettbewerbsgesetze von Schlimmsten abgehalten werden. Man erwartet ja mittlerweile schon, dass das, was die Werbung verspricht oder auf der Verpackung abgebildet wird, nicht dem tatsächlichen Produkt entspricht.
Noch viel schlimmer ist aber die Erhöhung der Gewinnspanne durch Senkung der Produktionskosten, denn zum einen nimmt die Qualität ab, was den Abnehmer insgesamt durch regelmässige Neuanschaffungen (gewollt) wesentlich teurer kommt, zum anderen entsteht dadurch ein Haufen Müll und eine immense Verschwendung von Rohstoffen.
Die Spitze der Perversion stellt wohl die eingearbeitete oder mental vermittelte Obsoleszenz von Produkten dar. Auch wird nicht das Bestmögliche produziert, was nach dem aktuellen Stand möglich ist, sondern Innovationen finden nur häppchenweise statt, damit stetig Anreiz geboten wird, mit dem, was man hat, unzufrieden zu sein und sich das vermeintlich Neue zuzulegen. Das kann so plump sein, dass einfach eine andere Farbe oder Form zum “Trend” erklärt wird.
Nicht zuletzt ist unser ganzes Denken und Streben darauf ausgerichtet und der Hauptteil unserer Zeit davon vereinnahmt. Wie viele Menschen sind einfach nur damit beschäftigt, Schrott zu produzieren, den eigentlich keiner will und das Zeug trotzdem an den Mann (oder die Frau) zu bringen. Von der Ausbeutung alternativloser Arbeiter ganz zu schweigen. Selbst das Gesundheitswesen ist schon längst zu einer reinen Industrie verkommen.
Das klingt alles schon ziemlich dystopisch, womöglich begründet.
Planwirtschaft kann eine gute Lösung sein, wenn die Planung funktioniert. Diese würde natürlich nicht zum vorherrschenden “Giertum” passen. Man braucht keine Auswahl an 100 Zahnpastamarken! Eine wirklich gute Lösung für jedes Problem ist vollkommen ausreichend, wenn diese intelligent, qualitativ hochwertig und nachhaltig umgesetzt ist. Auch Individualität sollte bei modularem Aufbau möglich sein… ich spreche hier schliesslich nicht vom Trabi. Eine andere Alternative ist die Massanfertigung, welche logistisch gar kein Problem mehr wäre, wenn die ganzen menschlichen Resourcen, die momentan mit schwachsinnigen Beschäftigungsmassnahmen ruhiggestellt sind, frei werden.
So ziemlich alle derzeitigen Systeme haben versagt oder werden absehbar versagen. Vielleicht gelingt es ja diesmal, vorher nachzudenken und aus den gemachten Fehlern zu lernen. Vor allem Wünsche ich mir eine Rückbesinnung auf positive Werte, die nicht materieller Natur sind. iPad & Co. mögen vielleicht nette Spielzeuge sein, mit denen man seine Zeit grösstenteils sinnfrei verschwenden kann (seinen wir doch mal ehrlich), aber glücklicher hat uns das alles nicht gemacht, ganz im Gegenteil. Ein einfaches Leben, umgeben von unbeschadeter Natur und Menschen, denen man nicht auf Schritt und Tritt misstrauen muss, würde ich jederzeit vorziehen. Das kann keine Masse an Gütern ersetzen. Der Preis, den wir alle zahlen, ist weitaus höher als man meinen mag.
Das Problem einer Planwirtschaft wäre ihre Steuerung, da der Plan von Leuten gemacht werden müsste, die als kompetent gelten. Das würde heißen, dass es Gremien gäbe, die das planen würden. Wenn ich mir derzeit anschaue, wie man in eine Machtposition der Politik kommt, wie man sich dort hält und was dort abläuft, dann zweifle ich schon jetzt, dass eine so konzentrierte Macht an sich gut sein kann.
Faszinierenderweise gibt es schon sehr viele zentrale Planwirtschaften … nach meinem Verständnis in jedem Unternehmen. Ein kleines Gremium setzt sich zusammen und macht sich einen Plan : ) Gut, das ist vielleicht etwas naiv gedacht, aber nach meinem Verständnis kann man das schon vergleichen.
Und was ist mit der Innovation innerhalb einer Produktsparte? Wenn es immer nur eine Zahnpasta gäbe, wie in Kuba derzeit, wäre dies auch die bestmögliche? Was wäre mit einem jungen Studenten, der eine Verbesserung entwickelt hat? Wie würde er an das mächtige Gremium herantreten, dass sich mit Zahnpasten beschäftigt? Und würde es so ein Gremium überhaupt geben oder gäbe es keins für diesen speziellen Bereich, weil das Thema Zahnpasta ja eigentlich schon längst abgehakt war bzw. so läuft wie es läuft? Und wie ist das mit Vielfalt, z.B. im Geschmack? Aber gut, vielleicht ließe sich auch Vielfalt planen.
Und wie wäre es mit der Mode? Da werden die ‘styles’ dann von oben diktiert? Eine Behörde soll entscheiden, welche Stoffe produziert oder gekauft werden? Ich sehe jetzt schon lauter 50-jährige Wirtschaftler da sitzen, die entscheiden sollen, welche Mode im kommenden Jahr produziert werden sollte. : D Aber gut, vielleicht gäbe es demokratische ‘Tools’ zur Mitbestimmung. Aber wie sollte man Vielfalt für 80 Millionen Menschen planen. Und am Ende setzen sich ein paar Mächtige durch und wir sollen dann alle in Lederhosen und Dirndln rumlaufen : D
Also Planwirtschaft von oben… irgendwie Nein! und auch nicht sehr clever.
Wäre die Frage nach einer _ökologisch_-(psycho-)sozialen Marktwirtschaft, stärker begrenzt in den Möglichkeiten, mit Einkommenslimits (Obergrenzen), Gelthortungsstrafen, BGE, Mindestlöhnen, usw.. Aber da kommt vielleicht das Problem des Globalen auf den Tisch, vor allem in Bereichen des Wettbewerbs. Einige Länder werden immer versuchen, sich Vorteile zu verschaffen, wie bei Steuerparadiesen oder in Island zur Zeit der großen Investitionen dort (oder Irland? weiß nich mehr). Aber so wie es aussieht, würden die größten der Player ausreichen, um wichtige Zeichen zu setzen. Und der Schub dahin wird hoffentlich von unten kommen.
Sich von “kompetenten” Personen Dinge vorgeben zu lassen, ist Sklavenmentalität. Damit ist man bald wieder an dem Punkt angelangt, an dem Machtstrukturen entstehen und sich einige auf Kosten anderer bereichern.
Es gibt andere praktikable Wege, als sog. “kompetenten” Personen zu huldigen, die sich schon lange im Internet bewährt haben. Ich gebe einen Ansatz als Beispiel:
Es wird ein Portal betrieben, in dem jeder einen Mangel (Bedarf einer Problemlösung) deklarieren kann. Dieser kann offen diskutiert (Forum) und ggf. mit einer Relevanz versehen werden. Auf der anderen Seite steht es jedem frei, Lösungen vorzuschlagen und an diesen (mit)zuarbeiten. Es muss die Möglichkeit bestehen, Lösungsansätze zu testen und offen zu bewerten. Gemeingültige Bewertungskriterien für Problemlösungen sind leicht zu finden: Effizienz, Flexibilität, Interoperabilität, Nachhaltigkeit, Resourcenaufwendung, etc. Als Anreiz ist weder Wettbewerb noch Belohnung notwendig, denn jede Verbesserung kommt allen gleichermassen zugute, d.h. jeder profitiert. Sollte ein Mangel deklariert werden, zu dem bereits eine Problemlösung (z.B. in Form eines Produktes existiert), kann dies als Indikator für eine notwendige Produktionserhöhung angesehen werden. Eine nachlassende Produktabnahme indiziert dagegen eine Sättigung, ein Lageraufbau eine Überproduktion. All das lässt sich grösstenteils automatisch abwickeln, wenn man die Prozesse und Parameter geschickt wählt.
Individualität lässt sich leicht erreichen, indem man z.B. den Konsumenten zum Mitproduzenten macht. Um beim Beispiel der Zahnpasta zu bleiben, werden eben bestimmte Grundkomponenten bereitgestellt, die der Konsument wahlweise kombinieren kann. Ob er jetzt lieber Erdbeer- oder Minzgeschmack hineinmischt, bleibt ihm überlassen. Die Art, wie Produkte gestaltet werden, muss dazu grundlegend überdacht werden. Während derzeit der Fokus eher darauf liegt, die Kompatibilität zu begrenzen, d.h. bestehende Produkte lassen sich nur schlecht “upgraden” oder mit anderen Produkten kombinieren, müssen neue Produkte so entworfen werden, dass sich die Komponenten flexibel zusammenstellen und ggf. Einzelteile bei Bedarf gegen verbesserte Versionen austauschen lassen. Man kann da viel aus der Softwareentwicklung (Interfacing) lernen. Ein Interface ist eine Schnittstelle, deren Verhalten genau festgelegt ist und bei dem einmal bereitgestellte Funktionen auch zukünftig vorhanden sein müssen, aber erweitert werden dürfen. Wie die Abwicklung hinter der Schnittstelle aussieht, spielt keine Rolle für die Zusammenarbeit mit anderen Modulen. Je effizienter, desto besser. Findet man eine bessere Lösung, kann man diese hinter der Schnittstelle umsetzen, ohne dass das Zusammenspiel zusammenbricht, solange die Schnittstelle ihre Funktion gemäss ihrer Definition liefert. Ansatzweise werden Produkte bereits so entworfen, aber es werden (absichtlich) so viele verschiedene proprietäre Modulvarianten geschaffen, dass eine Interoperabilität nur begrenzt gegeben ist. Mit einem vollmodularen Ansatz würden nicht nur Resourcen geschont, sondern die Individualität der Lösungen wäre weitaus grösser.
Das alles gibt es gewissermassen schon, also ist es keine Frage, ob das machbar ist, aber der Kapitalismus hält es derzeit in engen Grenzen, weil man eigentlich nicht will, dass der Konsument andere kompatible Module nutzt, wenn man diese selbst anbietet. Auch will man lieber vollständig neue Produkte verkaufen, als das repariert oder upgegradet wird. Das hatte ich aber oben schon beschrieben.
Planwirtschaft ist zunächst einmal geplante Wirtschaft und der Begriff sagt nichts über die Methoden der Planung aus. Das als erstes an ein Diktat gedacht wird, ist wohl ein Spiegel der Mentalität.
P.S. Er wäre mir aber auch scheissegal, wenn die Zahnpasta nach gar nichts schmecken würde. Es gibt weitaus Wichtigeres. Einigen scheint die aktuelle Lage nicht klar zu sein. Wenn es so weiter geht, wie bisher, dann ist so etwas wie Produktvielfalt das Geringste alles Probleme.
>>> Banken erfinden Geld aus Luft
In einer Bildersprache kann man es so sagen, genauer betrachtet ist dies ein Unsinn. Buchgeld ist nämlich kein Geld aus Luft. Hinter dem Buchgeld stehen immer Ersparnisse.
Die Schaffung der neuen Nachfrage durch schuldenfinanzierte Investitionen
mehr >>>
>>> der Zinseszins muss abgeschafft werden.
Das geht nicht. Zinseszins gibt es – genau genommen – nicht. Das Wort ist nur eine Vergewaltigung der Sprache. Es gibt nur Zins und er hat einen Sinn.
>>> „Unser Geld“ muss künftig auf demokratischem Wege geschöpft werden
Das ist eine wirklich gute Idee. Es geht aber nicht nur um den “Weg” (Prozedere), sondern vor allem darum, wem soll das Geld gehören. Das Geld muss nationalisiert werden (aber nicht der Finanzsektor)
beides falsch…natürlich schaffen Banken Geld aus der Luft, wenn sie nur 2-5% Eigenkapitalrücklage bilden müssen…das heisst sie verleihen jeden Zentralbankeuro bis zu 50 mal, darauf vertrauend dass nicht alle 50 Kreditnehmer gleichzeitig auf den M1-Euro zugreifen wollen.
Und natürlich gibt es Zinseszins, wenn ich den Zins weiter horte und dieser sich wieder verzinst.
Ein guter Artikel , der jedoch fast nur auf die westliche Welt zutrifft , da der Zinseszins eine ‘rein’ westliche Erfindung ist , die wahrscheinlich schon vor 300 Jahren ihren antrat.
“Usury” oder Wucherzins ist im Islam streng verboten und geaechtet , und mit keiner anderen ‘Suende’ vergleichbar , man wusste wohl warum.
http://www.eulenfisch.bistumlimburg.de/de/archiv/leseprobe.php?we_objectID=113
“„Geiz und Gier treiben uns in den Abgrund“
Dass es im Koran ein Zinsverbot gibt, ist allgemein bekannt, und wenn heute von einer „islamischen Wirtschaftsordnung“ und „islamic banking“ die Rede ist, dann steht das Zinsverbot im Zentrum, das der Islam vom Alten Testament übernommen hat. Was aber genau ist damit gemeint und wie lässt sich das konkret in die Praxis umsetzen?
Geiz und Gier treibt uns in den Abgrund, so kommentiert Aiman A. Mazyek vom Zentralrat der Muslime in Deutschland die Krise des Finanzsystems und fordert, „dem Wucher, Zins und Spekulieren“ endlich den Kampf anzusagen. Dabei kann er sich auf eine islamische Wirtschaftsethikberufen, die im Koran selbst ihre Wurzeln hat. So weist der Koran keine wirtschaftsfeindliche Einstellung auf – im Gegenteil –, er ist in einem von Wirtschaft und Handel geprägten Lebensumfeld Mekkas entstanden: Mekka war ein wichtiger Handelsknotenpunkt an der sog. Weihrauchstraße, und Muhammad selbst war Handelskaufmann – seine Botschaft richtete sich ganz wesentlich auch an dieses Milieu, und der Koran benutzt nicht selten Bilder aus der Welt des Handels: So warnt er z. B. immer wieder vor dem Jüngsten Gericht als dem „Tag der Abrechnung“ (38,16; vgl. 69,26 u. ö.). Der Koran bejaht das Privateigentum und das durch ehrliche Arbeit verdiente Geld, Gewinnstreben wird nicht verurteilt, wohl aber das Zurschaustellen eigenen Wohlstands. Gleichzeitig kritisiert der Koran sehr deutlich Auswüchse, Fehlentwicklungen und Ungerechtigkeiten im sozialen und ökonomischen Leben der damaligen Zeit und erinnert damit an die Sozialkritik der alttestamentlichen Propheten und Jesu.
@ Florian Hauschild
Die Lehrerin in der Schule nimmt einen Apfel und ein paar Murmel, kreißt um den Apfel und sagt: Das ist ein Atom. Das ist zwar hilfreich aber falsch.
Es geht darum: Güter werden mit Gütern gekauft, nicht mit dem Geld. Das Buchgeld ist nur ein Vermittler und es schafft keine Probleme. Es ist eine großartige Erfindung.
Genau gesagt ist Bargeld aus nichts. Es ist Geld von Zentralbanken, die direkt privat sind (USA) oder ein Staat im Staate ohne jegliche demokratische Kontrolle (EU).
Das Buchgeld schafft dann Probleme wenn es nicht demokratisch sondern oligarchisch geschöpft wird. Und das ist derzeit der Fall. Genauer gesagt schafft es Probleme die mit Verteilungsungerechtigkeit in Verbindung stehen.
@KoenigGunther:
Die Sparprediger haben nicht wirklich recht. Da in diesem System alles Geld als Schuld entsteht, bedeuten zu hohe Schulden auf der einen Seite automatisch zu hohe Guthaben auf der anderen Seite. Man müsste nicht (tot-)sparen, sondern ordentlich besteuern und umverteilen, um dann, nach einmal Kohle kreisen lassen, wieder besteuern zu können, und damit dann die Kredite zurückzahlen.
Der kleine Mann ist in D unterbezahlt und der reiche Mann unterbesteuert. Dazu kommt dann noch das wir ordnungspolitisch im Abgabensystem besser aufgestellt sein könnten.
Ein Staat darf sich nicht totsparen, sondern muss immer versuchen in die Zukunft (Bildung, Infrastruktur) zu investieren.
@Alle: Aber weil in diesem System alles Geld als Schuld entsteht, gäbe es in dem (theoretischen!!!) Moment kein Geld mehr, in dem wirklich alle Kredite zurückgezahlt wären. Alle wären dann pleite bzw. schuldenfrei…
Da man Geld ja auch als Information betrachten kann, möchte ich die launige Frage stellen, ob wir denn dann überhaupt ein Finanz”system” haben, was zu Aussagen über die Realwirtschaft taugt?
Denn wenn der Zustand, den man quasi natürlicherweise anstrebt, nämlich schuldenfrei zu sein, als Information nur noch eine dicke fette Null lieferte, handelt es sich um Was eigentlich?
Es können nicht alle ein gewisses Guthaben aufweisen. Die Gesamtbilanz kann gar nicht positiv sein. Aber ist reales Wirtschaften nicht voller Werte?
Guthaben sind immer die Schulden der Anderen! Muss das so sein? Darf das so bleiben?
P.S.: (Buch-)geldmengenmässig liegt das Verhältnis von Finanzwirtschaft zu Realwirtschaft im Moment bei etwa 95% zu 5%. Wir sind bereits im weit fortgeschrittenen Stadium des Finanzwahnsinns pardon “systems”, und sollen das Ganze durch immer noch mehr Hilfspakete (die einfach noch mehr Schulden sind) wieder ins Gleichgewicht bringen…
Der Alkoholiker steigt also einfach von Bier auf Wein auf Schnaps auf Methylalkohol um, um zu gesunden…
Schaut euch doch bitte das hier mal ab spätestens Minute 50 an:
http://ichmachpolitik.at/questions/1180
Gute Nacht allerseits!
Ich bin durch reinen Zufall vor ca. einem Jahr auf diesen Blog gestossen und habe ziemlich regelmaessig die Kommentare und Artikel hier verfolgt . Ihr leistet eine gute Arbeit und vielen Dank dafuer.
Ich lebe schon seit langem nicht mehr in Deutschland und schreibe diese Zeilen aus meiner Heimat , dem Iran.
Seit einigen Jahren beschaeftige ich mich im wahrsten Sinne des Wortes mit ‘Gott und der Welt’ und der momentane Zustand der Welt gibt Grund zur grossen Sorge.
Die multiplen Kriesenherde , die die Welt z.Zt. regelrecht auseinaderreissen werden von der herrschenden Weltelite fast ignoriert und ich zumindest sehe keinen westlichen Politiker der faehig und imstande waere die Probleme zu verstehen , geschweige denn , sie zu loesen..
Obwohl man in den westlichen MSM den Iran seit 32 Jahren daemonisiert , gibt es durchaus sehr viele kluge Koepfe hier im Lande , die ‘ ausgestattet ‘ mit einer jahrtausendalten Kultur und Weisheit , alle Probleme , mit der die jetztige Welt zu kaempfen hat , schon vor Jahrzehnten vorausgesagt haben , weil alles schon mal da gewesen ist , es ist sozusagen ein deja-vu Gefuehl. Ich mache jetzt am Besten Schluss , ansonsten lande ich noch beim Propheten Adam.
Meiner bescheidenen , Meinung nach , ist das wesltiche Wirtschaftsproblem nicht mehr zu loesen , es ist hat bereits den “point of no return ” passiert.
Zu den jetztigen Ereignissen kann man nur sagen , dass das Schicksal seinen Lauf u.a. nahm , als die US- Federal Rerseve im Jahre 1913 privatisiert wurde und hundert Jahre danach ‘ Gier und Geiz ‘ , die westliche Welt ( und dazugehoerige Laender ) im festen Griff haben. Das jetztige Wirtschaftssytem is bereits gestorben und Alternativen nicht in Sicht.
@ Florian Hauschild
Git, die Verteilungsgerechtigkeit, das ist in der Tat die Quelle aller Probleme. Die hat abr keinen direkten Bezug zB zu der Tatsache genant Krebs, oder genannt Buchgeld.
>>> Das Buchgeld schafft dann Probleme wenn es nicht demokratisch sondern oligarchisch geschöpft wird.
Was soll das heißen. Das Buchgeld ist etwas, was in der Bank geschieht, bei einer Kredivergabe. Wie sollen die demokratischen Banken, die demokratischen Entscheidungen wer kreditwürdig ist, aussehen. Und warum sollte dies besser funktionieren.
Es funktioniert deshalb besser weil die Banken derzeit ja nicht etwa nach Kreditwürdigkeit Kredite vergeben..es geht einzig und allein darum den Schneeball immer größer werden zu lassen…Stichwort:Suprimekrise…das jetzige Bankensystem funktioniert nicht und versagt sowieso auf ganzer Linie…hinzu kommt, dass das Bankenoligopol das (fast) alleinige Recht der Geldschöpfung hat und dadurch massiv Zinsen kassiert..es ist also auch noch extrem ungerecht
Zum Thema demokratische Banken und dezentrale Geldschöpfung gibt es verschiedene Konzepte…ich werde zusehen, dass hier demnächst mal ein Artikel zum Thema erscheint…bzw. falls sich einer der Leser berufen fühlt, hierüber etwas zu schreiben, ist er/sie natürlich eingeladen…
Bis dahin kann man ja mal googlen was es zum Thema gibt ;-)
Ich finde es schon bedenklich, dass es eine grundlegende Einigkeit zwischen Merkel bis Gysi bestehen soll. Während der G. nicht schnell genug mit Eurobonds um sich werfen kann, macht M. noch Theaterdonner in Paris. Man kaufe sich Zeit, so die allgemeine Behauptung. Zeit für was? Und was kommt nach dieser Zeit? Das Schlaraffenland vielleicht?
Ich frage mich seit geraumer Zeit: Was ist das Ziel? Nicht etwa der Politiker oder sonst wer Schlauen. Sondern derjenigen Menschen, die man Anleger oder je nach Standpunkt auch Spekulanten zu nennen pflegt. Und als Ziel meine ich nicht all diese vordergründigen Sachen wie Ausplünderung von Firmen oder Staaten und Menschen. Ich meine das Endziel. Geht man davon aus, dass der offensichtliche Zwang zur Vermögensvermehrung zu einer noch nie dagewesenen Konzentration der liquiden Geldmittel geführt hat und nun dazu verwendet wird, ganz offensichtlich das gesamte Geldsystem in den Orkus zu befördern, erscheint das Ganze höchste widersinnig für die Nutznießer zu sein.
Und wenn ich mir diese unnützen Reaktionen der Politik anschaue, frage ich mich: Kennt man das Ziel? Bekämpft oder ebnet man den Weg dorthin? Tut man dies freiwillig oder steht ein Zwang dahinter. Stehen wir vor einem Abgrund, der tiefer ist, als wir je vermutet haben?
@ Florian Hauschild
>>> es geht einzig und allein darum den Schneeball [nicht] immer größer werden zu lassen
Ja, der Schneeball ist ein diabolisches Ding, aber mit dem (Buch-)Geld aus nichts hat er so gut wie nichts zu tun. Das habe ich schon in le-bohemien erörtert
Das spekulative Sparen als staatlich legalisierte Plünderung der Bürger (Teil 2)
weiter >>>
Ich weiß, die Geisteraustreiber würden viel lieber das Geld “aus nichts” jagen …
Ja das hatten sie so erleutert…es war aber schlichtweg falsch…Stichwort Giralgeld..oder schauen sie sich diesen Film an:
@ Florian Hauschild
Es hat mich sehr viel Mühe gekostet, habe ich mir aber trotzdem alle 3 Teile angeschaut, weil der Vorschlag von Ihnen kommt. Ich habe jetzt nur eine Frage an Sie. Meinen Sie:
1 – Diese Geschichte hat etwas mit der ökonomischen Realität zu tun
2 – Es wird Spaß wegen einfach parodiert, auf einem intelektuell sehr niedrigen Niveau
Danke für ihre Antwort.
Der Film verbildlicht einfach nochmal den Irrsinn des Fiatmoneysystems, der privaten Geldschöpfung und des Zinseszinseffektes…um diese Fehlerhaftigkeiten im Geldsystem kommen sie einfach nicht herum…man kann sich nur auf theoretische Nebenschauplätze verlagern, über andere Bereiche der Ökonomie reden etc…sie können die Fehler im Geldsystem aber nicht widerlegen weil sie nun mal da sind und zu den oben beschriebenen Problemen und Ungerechtigkeiten führen….
….natürlich heisst das aber nicht, das ein grünes Tentakelalien die Welt beherrscht…auch heisst dies nicht dass irgendeine Verschwörergruppe die Welt beherrscht…dieses System existiert einfach nur deshalb weil zu viele Leute zu igrnorant sind, die Fehler im Geldsystem als Fehler anzuerkennen…noch…das ändert sich aber auch längst und dieser Prozess ist unaufhaltsam und unumkehrbar.
Das grüne Tentakelalien ist zumindest ein bisschen unterhaltsam, der Rest ist der altbekannte Blödsinn von dem Krämer und Autodidakten Silvio Gesell
Lieber Florian, erstmal vielen Dank für den Artikel, der mir persönlich gefällt und doch viele gerechtfertigte Schlussfolgerungen enthält. Wer die Probleme der Geldschöpfung und somit des Geldsystems leugnet, hat es tatsächlich (bisher) nicht verstanden. Nichts desto trotz, möchte ich aber dich und euch darauf aufmerksam machen, dass derartige Verständnisprobleme und Leugnungsaktivitäten in den seltensten Fällen durch den Einzelnen selbst hervorgerufen werden.
In dieser Diskussion hier sind mir zwei Dinge ins Auge gesprungen. Zum einen wurden „Werte“ angesprochen und zum anderen das Erleben eines wiederkehrenden „Déjà-vu“s. Jedes System, so gut, gerecht und edelmütig es zunächst auch erscheinen mag, trägt das Problem des Missbrauchs in sich. Es wäre richtiger sich die Frage zu stellen, woher das menschliche Bedürfnis rührt, sich missbräuchlich auf Kosten anderer und nur zum eigenen Wohle zu verhalten, und inwiefern der Einzelne und somit ganze Gesellschaften darin automatisch verstrickt sind. Nur so wird es möglich sein, zum Kern von Ursachen vorzudringen und von dort an eine umfassende „Aufräumaktion“ zu starten. Die Problematik des Geldsystems löst sich dann ganz von allein.
Schön wärs…es gibt aber wirklich so Leute, wie hier eben prototypisch Systemfrager die es einfach nicht kapieren WOLLEN…zuerst winden sie sich also ewig ums Thema herum und wenn das nichts mehr hilft machen sie regelmäßig die Gesell-Kiste auf und ziehen dann über diesen her, alles um nicht die schlichte Wahrheit anzuerkennen, dass das Geldsystem fehlerhaft ist…
Ich denke dahinter stehen vor allem psychologische Gründe, denn erkennt man diese Wahrheit an, muss man unweigerlich zugeben, dass man sich a) bisher geirrt hat und b) im Normalfall als Mitteleuropäer davon selbst profitiert hat…Ich denke, dass viele Menschen im Unterbewusstsein eine Blockade haben, die ihnen verbietet eine eigene Teilschuld am bestehenden System anzuerkennen. Solche Menschen suchen auch oft die Schuld bei anderen…es ist ein immer wieder kehrendes Muster.
Das geht soweit dass auch einige Schreiber sich eine regelrechte Selbstzensur zum Thema aufgelegt haben. Bei Nachdenksseiten, darf das Thema Geldsystem beispielsweise aus Prinzip nicht angesprochen werden…alle Artikel die sich mit dem Geldsystem beschäftigen werden dort nicht verlinkt – angeblich wegen Verbreitung von Falschinformation (was völliger Schwachsinn ist)
Einige besonders eifrige Spinner schaffen es sogar Geldsystemanalye als *camouflierten Antisemitimus* zu werten…unfassbar!!
Doch bleibt die Hauptaussage so einfach: Das bestehende Geldsystem ist UNGERECHT!!! …aufgrund nichtdemokratischer Geldschöpfung und aufgrund des Zinseszinseffektes!
@ Florian
Wegen der Nachdenkenseite, hier ein Link über das Geldsystem, und im Besonderen über die Kritik am Zins: http://www.nachdenkseiten.de/?p=10530
Im übrigen, Tatsächlich wird die Zinskritik sehr gerne von Antisemiten benutzt. Bietet sich doch auch an, oder etwa nicht? Juden, die den Zins erheben. Ich habe immer wieder mit Zinskritikern gesprochen. Bei mindestens 50% hat sich im Laufe des Gespräches gezeigt, dass irgend ein Verschwörer für die Sache verantwortlich sein muss und bei noch einmal 50% waren es dann schlussendlich irgendwann doch die Juden.
Derzeit wird das Zinssystem dazu benutzt, vom Versagen der politischen Elite abzulenken. Nichts weiter. Und auch wenn die Kritik durchaus auch richtiges anspricht. Letztendlich geht sie nicht weit genug. Einfach das Geldsystem verädern und alles wird wieder gut klappt leider nicht.
Nur so anmerkend, die EZB hat inzwischen schon fast 200 Mrd. PIIGS Bonds angekauft.
Theoretisch könnte die EZB einfach Geld drucken bis zum abwinken – was zwangsläufig eine Hyperinflation bedeutet – faktisch hat sie so bereits den Eurobond ins Leben gerufen – da – würde die PIIGS Bonds ausfallen die EZB ohne Kapitalzuschüsse der EU-Staaten (natürlich dann jene die noch zahlungsfähig sind) pleite wäre.
Diese Kapitalzuschüsse müssen natürlich durch neue Staatsanleihen der “Geberländer” finanziert werden.
(Es sei den, es wären Haushaltsüberschüsse vorhanden aus denen man diese Mittel bereitstellen könnte.)
Ich denke die meisten hier haben das Zinsgeld verstanden. Es gibt wirklich auch sehr viele gute Links hierzu, die schon von vielen auch in früheren Beiträgen hier platziert wurden.
Würden die Zentralbanken die Leitzinsen nicht extrem unten halten (was die Liquidität ja befeuert), wären die Staatshaushalte schon längst kollabiert, da nur durch die niedrigen Zinssätze, die durch eine – noch – sehr niedrige Inflationsrate (was aber jetzt langsam nicht mehr funktioniert) vertretbar scheinen, die Staatsschulden noch beherrschbar erscheinen.
Ein Schein der trügt, ich denke 2008 hat man den Bogen endgültig überspannt – nun kann man die Menschen knechten wie man will, sie werden es nicht mehr schaffen die Gläubiger zu befrieden – als Strafe kollabiert das System, die ärmsten Menschen werden noch stärker leiden, die Plutokraten werden einfach ein neues Rad anwerfen und das gleiche Spiel von vorne beginnen – fragt sich nur, von wem sie noch plündern möchten.
Also ich habe das so verstanden mit dem lieben Geld…nehmen wir einmal an ich wäre eine Bank,es gibt eine Eigenkapitalquote von 10% (in wirklichkeit liegt sie darunter,aber der einfachheit halber).Jetz kommt ein netter Herr in meine Bank, der ein neues Auto kaufen möchte und hätte dafür gerne einen Kredit über 10.000 Euro von mir.Nach prüfen von Einkommen und Sicherheiten und verhandeln des Zinses (sagen wir mal ebenfalls 10%) gewähre ich ihm diesen Kredit und setzte den Vertrag auf .Mit diesem Vertrag gehe ich zur Notenbank und hinterlege dort das Eigenkapital,in diesem Fall 1000 Euro,die nach prüfen des Vertrages flugs die Notenpresse anschmeisst.Das Geld wird nun ebenfalls gegen Zins (i.d.R 1-2%) an mich als Bank verliehen.Ich schreibe es meinem Kunden auf seinem persönlichen Konto gut und stappel es in den Geldautomaten damit besagter Kunde auch darüber verfügen kann.So nun geht der Ärger los….Woher nimmt der Kunde,das Geld für die zu leistenden Zinszahlungen?Die Notenbank hat es nicht gedruckt und wird es auch nie tun.Er muss jetzt also warten bis der nächste Kunde einen Kredit nimmt und ihm irgendwie die zusätzlichen 1000 Euro aus der Tasche leiern(10.000 Euro + 10% Zinsen=11.000Euro).Kein Problem ich bin ja schliesslich eine Bank und ganz schlau.Ich habe 1000 Euro als Sicherheiten bei der Notenbank hinterlegt und dafür ein Guthaben von 10.000 Euro bekommen.Hmmm,da war doch was…ach ja die Eigenkapitalquote.Nun dann kann ich ja simsalabim aus 10.000 Euro ,100.000 Euro machen abzüglich der 10 % Eigenkapitalrücklage natürlich, macht das letzendlich 90.000 Euro die ich an Krediten vergeben kann ,obwohl ich ursprünglich nur 1000 Euro als Sicherheit bei der Notenbank hinterlegt habe.An Bargeld,also Geldscheinen, existieren nach wie vor aber nur 10.000 Euro,hinzukommt natürlich das ich meinen anderen Kunden ebenfalls Zinsen abknöpfe.Das führt zwangsläufig dazu das meine Forderungen an die Kunden,also das was ich von ihnen bekomme,schon bei dieser kleinen Summe viel höher ist wie überhaupt Bargeld existiert.Wie das bei den heutigen Billionenwerten der global Player aussieht kann man sich dann ungefähr vorstellen,oder man kann es sich eigentlich nicht mehr vorstellen ,weil es der absolute Wahnsinn ist!Das führt nämlich schlussendlich dazu das meine Kunden ,wie z.B. Griechenland nicht einmal mehr ihre Zinszahlungen leisten können,vom tilgen der Schulden ganz zu schweigen,einfach weil es gar nicht genug Geld dafür gibt.Dann betreiben die Notenbanken(z.B. die FED bzw die EZB) Quantitative Easying,ja die oft erwähnten QE´s sind gemeint,was nichts anderes bedeutet als unmengen (vermutlich Billionen ,die Gelddsumme M3 wird seit 2006 von der FED nicht mehr veröffentlicht,warum wohl?) ungedecktes (damit meine ich das niemand dafür einen Kreditvertrag unterschreibt und somit für das Geld respektive dessen Wert bürgt)druckt ,damit wir bzw. die Staaten und Unternehmen wieter brav als Zinssklaven tätig bleiben können.Das System,das eigentlich schon zusammengebrochen ist wird somit künstlich am Leben gehalten.Das einen miesen Taschenspielertrick zu nennen ,wäre sehr wohlwollend umschrieben,gigantischer Betrug trifft es wohl eher.Ich hoffe das ist so korrekt und ich habe keinen Fehler in meiner Argumentation.
Nachtrag:
Das diese gigantische Gelddruckerei letzendlich der Startschuss, für eine meiner Meinung nach nicht mehr zu vermeidenden Hyperinflation ist,erklärt sich dann eigentlich von selbst….
Da hast du vermutlich recht,was die Psychologie des ganzen betrifft.Hinzuzufügen wäre lediglich noch Möglichkeit c: Man ist Bankier und hat aus naheliegenden Gründen gar kein interesse daran das sich am bestehendem Sytem irgendetwas ändert,vielleicht ist Systemfrager ja jemand aus dieser Kategorie,who knows ;)
@ River runs Red
Es ist mir so peinlich, dasselbe immer wieder zu erklären, aber es scheint, dass es hier mehrere gibt, die es nicht verstehen
>>> Also ich habe das so verstanden mit dem lieben Geld…nehmen wir einmal an ich wäre eine Bank,es gibt eine Eigenkapitalquote von 10% (in wirklichkeit liegt sie darunter,aber der einfachheit halber).Jetz kommt ein netter Herr in meine Bank, der ein neues Auto kaufen möchte und hätte dafür gerne einen Kredit über 10.000 Euro von mir.Nach prüfen von Einkommen und Sicherheiten und verhandeln des Zinses (sagen wir mal ebenfalls 10%) gewähre ich ihm diesen Kredit und setzte den Vertrag auf. Mit diesem Vertrag gehe ich zur Notenbank und hinterlege dort das Eigenkapital,in diesem Fall 1000 Euro,die nach prüfen des Vertrages flugs die Notenpresse anschmeisst.
STOP! Ist ein möglicher Fall, aber eher eine Ausnahme. “Normal” ist:
- Da öffnet sich die Tür der Bank, eienr bringt 1000€ Geld-Scheine und er legt die ein. Oder
- Eine andere Bank hat gerade Bargeld zuviel (noch besser: sie hat gerade keinen kreditwürdigen Möchtegern-Schuldner in Aussicht) und ein bisschen Geld kann sie der Nachbarn-Bank ausleien
UND DANN KOMMT DER RICHTIGE (TYPISCHE) FEHLER ALLER GESELLIANER
>>> Woher nimmt der Kunde,das Geld für die zu leistenden Zinszahlungen? Die Notenbank hat es nicht gedruckt und wird es auch nie tun.
Und sie braucht es gar nicht zu tun. Güter werden mit Gütern gekauft, das Buchgeld vermittelt nur. Die Bank verlangt bekanntlich WEDER 10.000 in Bargeld zurück, NOCH 10% bzw 1.000 in Bargeld zurück.
SO DASS ES KEINE PROBLEME GIBT! ALLES FUNKTIONIERT PROBLEMLOS!
a) “Nach prüfen von Einkommen und Sicherheiten” das ist doch lehrbuchschwachsinn…würde das wirklich getan werden, hätte es niemals zu den suprimekrediten in den usa kommen dürfen …oder zu den gigantischen kreditkartenschulden…
b) warum wollen sie nicht akzeptieren, dass geschäftsbanken selbst geld schöpfen, wenn sie jeden zentralbank/m1-euro bis zu 50 mal weiterverleiehen (und dafür zinsen kassieren)? …und sich dadurch eben im Zeitverlauf Geld massiv konzentriert…exponentialfunktion!!! MATHEMATIK!!!
Alles funktioniert problemlos? LOL!!!! hier noch ein Filmchen, funktionierendes Regiogeld ohne Zins in Brasilien
oder wer sich auch mal nen Exoten anhören kann ohne gleich wieder *Gesellianer*, eine andere Schubladenbezeichnung oder sonst einen diffamierenden Schwachsinn von sich zu geben:
LOL!!! Bernd Senf – der bekannteste deutsche Gesellianer
“Die mystischen Erklärungen gelten für tief; die Wahrheit ist, dass sie noch nicht einmal oberflächlich sind.” Nietzsche
Wie gesagt….wenn man es einfach nicht schafft Wahrheiten als Wahrheiten anzuerkennen hilft irgendwann nur noch über die Absender der Nachricht herzuziehen um sich ja nicht mit dem Inhalt des Gesagten auseinander setzen zu müssen.
Das bestehende Geldsystem ist und bleibt fehlerhaft und ungerecht! PUNKT!
Die Forderung nach Euro-Bonds ist auf Seiten der LINKEN nicht neu, vgl. z.B. Interview mit Oskar Lafontaine beim Deutschlandradio (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1531348/).
Ich kann die Kritik an Sahra Wagenknecht nicht teilen, da wir trotz der grundsätzlich richtigen Betrachtung von Florian Hauschild nicht vergessen dürfen, dass es vor allem bei den ökonomisch schwachen Bevölkerungsgruppen zu erheblichen Opfern kommen wird, wenn uns der Euro um die Ohren fliegt und das jetzige Banken-System kollabiert. Insofern wäre eine Strategie des “geordneten Übergangs” notwendig, Euro-Bonds nehmen nun mal die Luft raus, gegen Italien und Spanien zu spekulieren. Danach muss es aber weitergehen, wir wollen doch nicht das marode System stabilisieren, darin sind sich doch wohl die meisten Kommentatoren einig. Und da hat Sahra Wagenknecht doch vernünftige Vorschläge gemacht (http://www.eichborn.de/buecher/titel/freiheit_statt_kapitalismus/).
Und in der Tat, das Treffen zwischen Merkel und Sarkozy war wirklich des Gipfel des Wahnsinns, neoliberale Schock-Strategie für ganz Europa. Wer ihn noch nicht gelesen hat, hier der Link zu Jens Bergers Artikel: http://www.nachdenkseiten.de/?p=10473
Die Kritik am Geldsystem ist notwendig und berechtigt, jeder Schritt, der die Macht der Banken und Finanzjongleure nachhaltig beschneidet ist zu begrüßen, muss aber in eine Gesamtstrategie eingebettet sein
Dass Wagenknecht soziale Vorschläge für einen “geordneten Übergang” (den es nicht geben kann) macht ist ja ehrenwert, die faktische Machtlage ist aber eben mal so: Durch Eurobonds würde das marode System per se stabilisiert werden, weil ein riesiger neuer Anleihemarkt geschaffen werden würde…gleichzeitig müssten die nationalen Parlamente entmachtet werden, da nur mit quasi-diktatorischer Austeritätspolitik durchgesetzt werden kann, dass die Mitgliedsstaaten die Steuergelder für den Schuldendienst abdrücken. Das selbe gilt für weitere “Rettungsschirme”, “Hilfen”, “Wirtschaftsregierung” etc.
Da dies unweigerlich zu sozialen Unruhen führt, wäre auch die völlige Umstellung auf den Überwachungs- und Polizeistaat sehr wahrscheinlich.
Was bleibt ist die Erkenntnis: Einen Übergang kann man nicht per Gesamtstrategie “von oben” verordnen. Die Menschen in Europa müssen dazu selbst aufstehen und selbst neue Systeme implementieren…aus dem direkten kommunikativen Austausch heraus…auch die Etablierung alternativer Geldsysteme ist ja nichts, was verboten wäre…
und wie gesagt: Genau das passiert ja längst…wir werden von den Konzernmedien von dieser Wirklichkeit lediglich abgelenkt und man versucht uns auf Teufel komm raus weiß zu machen dass unser Wohl untrennbar mit dem “der Märkte” zusammenhinge…tuts aber nicht…
Schaffen wir uns unsere eigenen Märkte!
@ Florian Hauschild
Wie gesagt….wenn man es einfach nicht schafft Wahrheiten als Wahrheiten anzuerkennen hilft irgendwann nur noch über die Absender der Nachricht herzuziehen um sich ja nicht mit dem Inhalt des Gesagten auseinander setzen zu müssen.
Das ist im Prinizip richtig. Wenn es um die ökonomischen Fragen geht, da gilt aber, dass Florian Hauschild sich mit den Inhalten auseinandersetzen muss, auch wenn es konkret um Gesell und seine Geldhaluzinationen geht. Hier mein Beitrag zu “Zinseszins”
Das Geld als Grundlage der Nachfragetheorie des 20. Jahrhunderts
Johann Silvio Gesell: Das Nachfrageproblem als Geldhortungsproblem
mehr >>>
Die Staatsschulden als der letzte Rettungsversuch der Freiwirtschaftslehre
mehr >>>
Die selbst gebastelte Weltphilosophie eines Autodidakten und Krämers
mehr >>>
Natürlich verschwindet mit einem gerechten Geldsystem nicht die Notwendigkeit auch den Rest der ökonomischen Ordnung sinnvoll zu regeln…
ich sags mal so:
- Ohne gerechtes, demokratisches Geldsystem keine gerechte, auf dauer funktionierende Ökonomie
- Gerechte und funktionierende Ökonomie braucht aber natürlich mehr als nur ein gerechtes und demokratisches Geldsystem
EIn neues Geldsystem ist also eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung – es bleibt aber notwendig..und genau das wollen viele auf Teufel komm raus nicht anerkennen.
@ Florian Hauschild
100% dabei
:-)
@ Florian
Jetz kommt ein netter Herr in meine Bank, der ein neues Auto kaufen möchte und hätte dafür gerne einen Kredit über 10.000 Euro von mir.Nach prüfen von Einkommen und Sicherheiten und verhandeln des Zinses (sagen wir mal ebenfalls 10%) gewähre ich ihm diesen Kredit und setzte den Vertrag auf.
Damit wollte ich nicht sagen das sich jeder Banker daran hält,wie Du ja richtig mit der Subprime-Krise (NINJA-Credits=No Income ,No Job,No Assets)bereits belegt hast,nur das es wenn man Gewissenhaft arbeitet ,eigentlich so sein sollte….
- Ohne gerechtes, demokratisches Geldsystem keine gerechte, auf dauer funktionierende Ökonomie
- Gerechte und funktionierende Ökonomie braucht aber natürlich mehr als nur ein gerechtes und demokratisches Geldsystem
Vom psychologischen Standpunkt könnte man es auch so betrachten,das alles auf Reflektion der Umwelt beruht.Also ein ungerechtes Geldsystem führt zu einer ungerechten Ökonomie (sie muss ja mit dem Geld arbeiten),das führt zu ungerechten handeln der Menschen innerhalb der Ökonomie usw.
Darum schliesse ich mich da an,es muss ein gerechtes Geldsystem her,dann regelt sich der Rest,wie Julia oben schrieb,”fast” von alleine…
Soros will wie die Linken Eurobonds, und wie ich will er Credit Default Swaps abschaffen, die es ermoeglichen, auf Pleite zu wetten.
Ich meine langsam erkennen die Oberspekulatiusse ihre Grenzen, und versuchen noch zu retten, was zu retten ist. Deshalb ist der alte Soros fuer Eurobonds. Denn er will nicht dass das System zusammenbricht. Obwohl er wohl auch mit CDS gegen Laender spekuliert hat.
http://eurogate101.com/2011/08/19/george-soros-verbietet-cds/
Dann, die Kritik an den Linken und der schoenen Sahra Wagenknecht ist m.E. nicht gerechtfertigt. Die Linken wollen zwar Eurobonds, aber wollen auch eine Millionaersteuer und verstaatlichte Banken. Damit wird das ganze Geldsystem automatisch ein ganz anderes, denn die Banken gehoeren dann dem Staat, und auch die Gewinne des Finanzsystems.
Man darf auch davon ausgehen, dass es dann nicht mehr solche Spekulationsorgien wie mit CDOs (Immobilienschrott in den USA) oder CDS (Wetten auf Pleite der Eurolaender geben wuerde. Dafuer wuerde auch eine angemessene Finanztransaktionssteuer sorgen.
Aber wiegesagt, ein neues Geldsystem ist schon mal ein Fortschritt, wenigstens die Diskussionen darueber.
Hier mal ein Dokumentarfilm aus den USA, wie das Banksystem auch laufen koennte. (Spielfilmlaenge) Und warum es nicht bis jetzt eingefuehrt wurde
Unten auf dieser Seite auf den Link klicken.
http://eurogate101.com/2011/07/09/minnesota-wird-so-griechenland-aussehen/
@ matt_us
Ja, da sind wir schon ganz nahe am Problem
Das Problem ist nicht Zinseszins oder Geldschöpfen aus NIX – wer es so sieht, der hat keine Ahnung, er ist im ökonomischen Sinne ein ganz gewöhnlicher Dummkopf
Problem ist, dass der Staat von den privaten Banken das Geld nehmen muss, und dieses muss er irgendwann zurückzahlen, sogar mit Zinsen. Warum sollte der Staat nicht den gleichen Status haben wie jede Bank, dass er für sich das Geld (won mir wegen “aus NIX”) schaffen darf. Dieses Geld wird dann nicht der Steuerzahler zurückzahlen müssen: Es wird nimand dieses Geld zurückzahlen mussen. Und es ist auch gut so, weil der Marktwirtschaft die Nachfrage immer wider fehlt, dieses Geld würde diesen Nachfragemangel kompensieren
Fortsetzung:
Nun wird es uns jetz klar, warum die herrschende Ökonomie bisher nichts so vehement bestritten hat, als die “Unmöglichkeit des Nachfragemangels”. Sollte es sich analytisch nachweisen können, dass es den Nachfragemangel geben kann, dann stünde nichts mehr im Wege, dem Staat zu überlassen, das Geld aus NIX (äch!) zu schaffen, zum Zweck die Nachfragelücke zu schließen, das keiner mehr zurückzuzahlen braucht
Und es wird uns klar, warum es für die herrschende Ökonomie ein Glückfall ist, dass sich für die Nationalisierung des Geldes (Monetativa) die Gesellianer einsetzen, also die Mystiker und Fantasten. Wenn ein Verrückter eine gute Idee hat, wird man ihn trotzdem nur auslachen.
@ Florian Hauschild
>>> Es gibt aber wirklich so Leute, wie hier eben prototypisch Systemfrager die es einfach nicht kapieren WOLLEN … zuerst winden sie sich also ewig ums Thema herum und wenn das nichts mehr hilft machen sie regelmäßig die Gesell-Kiste auf und ziehen dann über diesen her, alles um nicht die schlichte Wahrheit anzuerkennen, dass das Geldsystem fehlerhaft ist … Ich denke dahinter stehen vor allem psychologische Gründe, denn erkennt man diese Wahrheit an, muss man unweigerlich zugeben, dass man sich a) bisher geirrt hat und b) im Normalfall als Mitteleuropäer davon selbst profitiert hat … Solche Menschen suchen auch oft die Schuld bei anderen…es ist ein immer wieder kehrendes Muster.
Ich weiß es nicht, ob das Thema Geld so intressant ist. Nehmen wir an, ja. Dann lassen wir einen Experten (Gesellianer, Debitist,…) für das Thema “Geld aus NIX” hier einen klaren und schlüssigen Aufsatz schreiben. Dann anworte ich mit einem Aufsatz (auch wenn mir das ganze Thema peinlich ist).
Das Denken in -Ianern, -Isten und Ismen bringt nichts…das hab ich schon hundert mal erklärt…Ich weiss auch nicht was das soll immer wieder damit anzufangen. Allgemein geht es um Erkenntnis und nicht darum irgendwelche Mannschaften zu bilden…und im speziellen Fall geht es um einfachste Mathematik (Exponentialfunktion) und um simple Fragen der Gerechtigkeit.
Ein Kollege arbeitet gerade an einem Artikel, der aufbauend auf diesem pdf von der Bundesbank http://www.bundesbank.de/download/bildung/geld_sec2/geld2_gesamt.pdf das Banken- und Geldsystem erläutert.
Es ist ein relativ simpel gestricktes Betrugs- und Schneeballsystem. Wer dies nicht versteht, WILL es offenbar nicht verstehen.
@matt-us: Bloß keine Banken verstaatlichen!!! Sobald die öffentliche Hand die in die Finger bekommt, sind die doch alle im Zustand wie die HRE.
Wie gesagt: Wagenknecht kann gutes wollen – das will ich nicht bestreiten – die Machtverhältnisse sind aber nun mal so, dass die Einführung von Eurobonds (sowie jede andere Weiterführung dieses Geldsystems) katastrophale Folgen für die Menschheit hätte. Eurobonds zu fordern ist daher fahrlässig.
Der Zopf muss nun endgültig abgeschnitten werden.
@ Florian Hauschild
Das ist nicht dein Ernst. Das ist ein schlechter Witz. Du sagst:
Wenn man wissen will, dass ich Recht habe, soll man ein Lehrbuch in die Hand nehmen.
Ich würde jetzt deinen “Fall”, ganz unverblümt, so darstellen:
Deine ökonomischen Kenntnisse sind minimal. Dann bist du auf Gesellianer geraten, die dir die exponenzielle Funktion erklärt haben, und schon glaubst du an Monster – ein grünes Tentakelalien – Zinseszins.
Dann hast du gehört, der Bankangestellte schreibt eine Zahl auf der Habenseite des Kontos auf, und schon glaubst du: der schafft das Geld aus nichts.
Sollte es nicht so sein, dann bitte keine Lehrbücher als Beweis vorlegen, sondern erkläre deinen Standpunkt klar und schlüssig.
Es geht hier doch nicht um mich…es geht in dieser Diskussion hier um das GELDSYSTEM! Warum ist das so schwer zu begreifen…? Es bleibt dabei:
Das bestehende Geldsystem ist und bleibt fehlerhaft und ungerecht! PUNKT!
und wieder mal gilt: Sie KÖNNEN das nicht widerlegen. Weil dieser Satz richtig ist…sie können sich nur auf ökonomische Nebenschauplätze verlagern oder sich auf den Absender dieser Nachricht stürzen um nicht die Nachricht selbst an sich ranlassen zu müssen….das wird mir nun auch zu blöd…zu mal sie oben schon selbst zugestimmt haben, dass ein faires, demokratisches Geldsystem eine notwendige Bedingung für eine gerechte Gesellschaftsordnung ist!
Zitat: ich sags mal so:
- Ohne gerechtes, demokratisches Geldsystem keine gerechte, auf dauer funktionierende Ökonomie
- Gerechte und funktionierende Ökonomie braucht aber natürlich mehr als nur ein gerechtes und demokratisches Geldsystem
EIn neues Geldsystem ist also eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung – es bleibt aber notwendig..und genau das wollen viele auf Teufel komm raus nicht anerkennen.
ihre Antwort: @ Florian Hauschild
100% dabei
Ja, das bestehende Geldsystem ist und bleibt fehlerhaft und ungerecht! PUNKT!
Aber nicht wegen Zinseszins und wegen “Geld aus NIX”
gut, dann ist das nun mal ihre (unbegründete, unbewiesene) Meinung und ich würde vorschlagen, wir warten bis der detaillierte Artikel über das Bundesbank-pdf fertig ist… bis dahin können sie ja auch einfach nochmal folgenden Artikel lesen: http://derstandard.at/1285200656759/derStandardat-Interview-Banken-erfinden-Geld-aus-Luft
Hörmann: Staaten können sich daher in Wirklichkeit gar nicht verschulden. Ein Staat, wenn man ihn als Summe des gesamten Geldflusses versteht, wo soll sich der verschulden? Warum gerade bei einer Privatbank? Ein Staat müsste sein Geld eigentlich selbst erzeugen, und zwar basisdemokratisch.
Das habe ich doch schon immer behauptet.
Wenn er über Banken spricht, die leichtsinnig Kredite vergeben, da handelt es sich um kriminelle Geschäfte, nicht um das “Geld aus NIX”. Solche Geschäfte sind möglich mit jedem Geld.
Nun hat Herr Professor nicht erklärt, was er meint, wenn er sagt, dass das Geld aus Luft entsteht. (Nebenbei bemerkt, auch Senf ist ein Professor.) Wenn du meinst, dies zu verstehen, dann erkläre es.
PS
Und das mit dem BGE ist eine Schnapsidee
“Geld aus Luft entsteht.” = Giralgeld
@ Florian: in dem Artikel stört mich die Suggestion, die, die gerade an den Hebeln sitzen wüssten nicht, was sie tun. Das anzunehmen halte ich gelinde gesagt für sehr naiv. Die Herrschaften wissen sehr genau, was sie tun, sonst täten sie es nicht. Sie erzählen es nur nicht jedem. Die Herrschenden sind nicht dumm und naiv, sondern zynisch und intelligent.
@Florian
Eine dezentrale Geldschöpfung und ein schuldfreies Geld betreiben wir mit unserem Rheingold.
Die hier verlinkten Filmemacher Claus Strigel und Max von Bock sind auch Rheingolder
Beim Rheingold schöpft jeder sein eigenes Geld unter dem Label Rheingold und deckt es mit seinen Waren und Dienstleistungen. Da jeder sein eigenes Geld schöpft, muß er es sich nicht leihen. Es ist also schuldfrei in seiner Entstehung. Hier die Webseite http://www.rheingoldregio.de und hier der Blog http://rheingoldblog.wordpress.com
Geld ist ein Recht – konkreter: ein Eigentumseingriffsrecht!
Es existiert in 2 Formen:
1. als staatliche Abgabenforderung (Steuer!) – festgelegt vom jeweiligen Herrscher/Machthaber (ursprünglich war das Getreide, dann Silber/Gold, später Münzen, heute Buchgeld)
2. als private Nominalforderung – vereinbart in Kontrakten jedwelcher Art
Letzteres entsteht ganz und gar nicht “aus dem Nichts” oder “aus Luft”, sondern aus gegenseitigen Kreditkontrakten, die mit Pfändern besichert zu Eigentumseingriffsrechten führen, die wiederum dokumentiert werden. Die Dokumente können dann je nach Schuldner anderweitig als Zahlungsmittel verwendet werden, womit man sie als “Geld” (sie sind “gültig”, “geltend”) auffasst.
Dass die “Nominalforderungen gegen Geschäftsbanken” (GB-Giralgeld) bei vielen Marktteilnehmern zur Zahlung (Schuldentilgung) akzeptiert werden, liegt wiederum an dem hohen Maß an Vertrauen ihrer Tilgungsfähigkeit (d.h. Auszahlung in Zentralbankengeld, Steuerzahlungsfähigkeit, Wiederverwendbarkeit der Nominalforderung bei anderen Akteuren, Insolvenzeingriffsmasse = vorhandene bewertete Eigentumsmasse) – und im Grunde gewährt jeder GB-Giralgeld-Halter genau deswegen der jeweiligen GB seinerseits Kredit.
Was folgert aber nun daraus:
1. sobald es staatliche (zentrale) Steuerforderungen (worauf auch immer) gibt, gibt es auch zentrales Geld (das, was konkret gefordert wird – das kann alles möglich sein)
2. sobald es Privateigentum gibt, führt dies schlagartig zu privaten, dokumentierten Nominalforderungen, die bei anderen Akteuren zur Schuldentilgung akzeptiert werden – d.h. es gibt privates Geld (gab es schon im antiken Griechenland).
Was nun wieder “demokratisches Geld” sein soll, verschließt sich mir.
Gruß!
@tar
> Geld ist ein Recht – konkreter: ein Eigentumseingriffsrecht!
Einverstanden; das führt zur Frage, wem dieses Recht zusteht oder vernünftigerweise zugestanden wird. Wenn ich mich verschulde, begründe ich für den, bei dem ich mich verschulde, das oben genannte Eigentumseingriffsrecht. Es steht im gegen die Leistung, die er mir gegenüber erbringt, zu. Dem Leistungserstatter steht also das Recht zu, Geld als Eigentumseingriffsrecht zu halten.
> Es existiert in 2 Formen:
> 1. als staatliche Abgabenforderung (Steuer!) – festgelegt vom jeweiligen Herrscher/Machthaber (ursprünglich war das Getreide, dann Silber/Gold, später Münzen, heute Buchgeld)
> 2. als private Nominalforderung – vereinbart in Kontrakten jedwelcher Art
> Letzteres entsteht ganz und gar nicht „aus dem Nichts“ oder „aus Luft“, sondern aus gegenseitigen Kreditkontrakten, die mit Pfändern besichert zu Eigentumseingriffsrechten führen, die wiederum dokumentiert werden. Die Dokumente können dann je nach Schuldner anderweitig als Zahlungsmittel verwendet werden, womit man sie als „Geld“ (sie sind „gültig“, „geltend“) auffasst.
Einverstanden. Bis jetzt kommt dieses System ja glänzend ohne GBen aus! Und in deinem nächsten Absatz liegt jetzt der große Hunt begraben, der berühmte “Fehler im System”, der Hase im Pfeffer:
> Dass die „Nominalforderungen gegen Geschäftsbanken“ (GB-Giralgeld) bei vielen Marktteilnehmern zur Zahlung (Schuldentilgung) akzeptiert werden, liegt wiederum an dem hohen Maß an Vertrauen ihrer Tilgungsfähigkeit (d.h. Auszahlung in Zentralbankengeld, Steuerzahlungsfähigkeit, Wiederverwendbarkeit der Nominalforderung bei anderen Akteuren, Insolvenzeingriffsmasse = vorhandene bewertete Eigentumsmasse) – und im Grunde gewährt jeder GB-Giralgeld-Halter genau deswegen der jeweiligen GB seinerseits Kredit.
Aber ganz und gar nicht! Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Geld entsteht aus einem Eigentumseingriffsrecht der Banken gegenüber dem Kreditnehmer und stellt mitnichten eine “Nominalforderung gegen Geschäftsbanken” dar. Das Giralgeld entsteht nämlich nicht etwa dadurch, dass “der Giralgeld-Halter der GB Kredit gewährt”: Es entsteht durch das Schuldanerkenntnis des Kreditnehmers und wird bekanntermaßen nur zu einem geringen perzentualen Anteil dem Guthaben der Giralgeldhalter entnommen.
Bis zu dem Punkt, an dem die Banken ins Spiel kommen hast du recht. Danach kommt BS.
> Geld entsteht aus einem Eigentumseingriffsrecht der Banken gegenüber dem Kreditnehmer und stellt mitnichten eine „Nominalforderung gegen Geschäftsbanken“ dar.
Moment – du hantierst begrifflich äußerst unscharf.
Zum Einen ist bei der Entstehung von “Nominalforderungen an die GB X” (=Giralgeld von A bei GB X = Sichtguthaben von A bei GB X) die GB X Kreditnehmer. Anders kann ja überhaupt keine “Nominalforderung an GB X” entstehen (worauf basiert denn sonst die Forderung des Kunden = sein Kontoguthaben?).
Zum Anderen gibt es noch “Nominalforderungen der GB X an Nichtbank A”, wobei A als Kreditnehmer auftritt. Diese werden aber äußerst selten zur Schuldentilgung bei anderen Marktakteuren benutzt und lassen sich damit landläufig auch nicht unter dem Begriff “Geld” subsummieren.
> Das Giralgeld entsteht nämlich nicht etwa dadurch, dass „der Giralgeld-Halter der GB Kredit gewährt“: Es entsteht durch das Schuldanerkenntnis des Kreditnehmers und wird bekanntermaßen nur zu einem geringen perzentualen Anteil dem Guthaben der Giralgeldhalter entnommen.
Es handelt sich um zwei eigenständige Kredite, die du gedanklich vermischst:
1. gibt es den Kredit der GB an ihren Kunde (Forderungen der GB an den Kunde entstehen)
2. gibt es den (Gegen-)Kredit des Kunden an die GB (Forderungen des Kunden an die GB entstehen)
Beides steht nicht in unmittelbarem Zusammenhang. Es ist praktisch auch kaum anzunehmen, dass sich A von X etwas leiht (1. Kredit), um es X zurückzuleihen (2. Kredit), d.h. der Kreditnehmer des 1. Kredits unterscheidet sich in aller Regel vom Kreditgeber des 2. Kredits. So ist deine Aussage für die Gesamtheit der Giralgeldhalter freilich stimmig (“nur ein geringer Anteil…”), im konkreten Fall aber eben nicht: man muss die Kontraktpartner diversifizieren und erkennt so die jeweils unterschiedlichen Kontrakte.
Ich hoffe, du konntest meinen Ausführungen nun besser folgen :)
Gruß!
Die neoliberale Strategie, das Volk auszuplündern und zu entrechten, die vor drei Jahrzehnten erfolgreich realisiert wurde:
1) Man versprach für niedrigere Steuern mehr Arbeitsplätze
(Man wusste von Anfang an, dass dies eine dreiste Lüge ist.)
2) Man versprach für niedrigere Steuern mehr Steuerneinkünfte (Laffer-Kurve)
(Man wusste von Anfang an, dass dies eine dreiste Lüge ist.)
3) Man konnte wissen, dass sich die Staatsausgaben politisch nicht durchsetzen lassen. Die Reichen konnten sich also sicher sein, dass sich der Staat ihr Steuerersparnisse mit fetten Zinsen ausleihen wird. Wie vorgesehen, Stezuersenkungen sollten nicht für die realen Investitionen ausgegeben werden, weil sonst die Löhne steigen würden.
4) So hat jede Steuersenkung die Staatsschulden erhöht und es fehlte immer mehr an realen Investitionen.
Und jetzt die Alternative, beim nationalisiertem Geld. Lassen wir sogar die ersten 2 Punkte unverändert.
1) …
2) …
3) Der Staat will vom Geld der Reichen nichts wissen, sondern er schafft sich das Geld aus dem Nichts. (Haargenau gleich, wie es die privaten Banken tun.) Ob wir dieses Geld als demokratisches Geld nennen wollen – ist egal
Folgen:
a) Es gäbe keine Staatschulden oder genauer gesagt: Der Staat würde keinem was schulden.
b) Die Reichen könnten ihr Geld zB im Garten begraben. Oder die würden dann nolens-volens die Steuersenkungen investieren, es würden neue Arbeitsplätze entstehen …
@G33r4ld
Zitat dein letzter Absatz: “Geld entsteht aus einem Eigentumseingriffsrecht der Banken gegenüber dem Kreditnehmer… Es entsteht durch das Schuldanerkenntnis des Kreditnehmers und wird bekanntermaßen nur zu einem geringen perzentualen Anteil dem Guthaben der Giralgeldhalter entnommen. ”
Nehmen wir mal an, eine Privatperson würde Bargeld an eine andere Privatperson verleihen. Auch in diesem Fall würde es wohl ein Absicherung des Kredites geben, die logischerweise eine Schuldanerkenntnis des Kreditnehmers beinhalten müsste. In diesem Fall existiert das Geld bereits vor Kreditvergabe als Bargeld und wird bei Rückzahlung auch nicht wieder vernichtet. Was Du schreibst, taugt nicht so wirklich zur Erklärung der Buchgeldentstehung, weil es einfach nur charakteristisch für jede Kreditvergabe ist.
Die besondere Eigenschaft des Buchgeldes ist, dass sein Betrag einfach auf ein Konto gutgeschrieben wird, ohne dass es vorher existiert hat, und dass es durch Kreditrückzahlung wieder vernichtet wird. Es wird übrigens nicht, auch nicht zu einem geringen Anteil, dem Guthaben der Giralgeldhalter entnommen.
Nachdenkliches:
Für einen Laien ist es unglaublich schwer, sich dem “Geld” und deren unterschiedlichen Systeme geistig zu nähern, zu Schweigen von dieser pervertierten (Sklaven)Philosphie ursächlich zu begegnen.
Der Grund liegt auf der Hand, je mehr das “Symptom” des Geldes analysiiert wird, muss man sich dessen fragwürdigen Systems nicht stellen. Sinnvoller wäre es aber die “Ursachen” herauszufiltern, warum man an diesem System so “festhält”.
M..E. hat eine systematisch begangene Symptom (nicht Ursachen-) analyse a) den Vorteil sich nicht ursächlich mit der Historie im Allgemeinen und b) mit den sujektiven “Tatbestandsmerkmalen” der Geldphilosophie auseinandersetzen zu müssen.
Ich möchte hier auf die eigenen Systemkreisläufe des monetären Systems und deren Historie eingehen.
Ergo: wie bin ich mit diesem System aufgewachsen (?), ohne kritisch zu hinterfragen ob es gerecht, sinngebunden und tatsächlich nutzbringend für mich ist. Welche Konsequenzen hat dieses System insbesondere als kleines Kind und später als Erwachsener (Vor-und Nachteile(?)).
Und diese Fragen werden nicht in der ‘Schule erörtert, wobei ich denke das müsste Lehrstoff ab der 1. Klasse sein. Warum sträuben sich unserre Bildungspolitiker ob einer solchen Aufklärung, ganz einfach, weil sie mselbst diesem System aufgewachsen und verhaftet sind…
….. und später im Studium wird man auf Nebenkriegsschauplätzen gelockt, um unterschiedliche Sichtweisen die Philosophien unterschiedlicher “Glaubensideologen -und päpste (Keyn…und Mone..) und vor allem den Erhalt und Bestand des Systems indoktriniert, wie seiner Zeit bei den Elterm…
(Taschengeldparagraph §111 BGB- ergo wird im Gesetz schon darauf hingewiesen wie eng das System schon als Kleinbürger mit einem Selbst verwoben ist)…
dies fest zementiert psychisch und physisch (Reichtum) in “Fleisch und Blut” das Geld übergeht.
Und deshalb glaube ich, dass der entscheidende Faktor des (noch) funtionierenden Systems die der psychologischen Manipulation voraussetzt und somit diese Ideologie einzigartig und alternativlos von jenen Bevölkerungsschichten mittels Propaganda, etc uns suggeriert ist/wird, das wir auch ja keine Alternativen ideologisch neu kennen lernen sollen/dürfen. Hierbei sei das “Mittelalter” als abschreckendstes Szenario immer wieder als Totschlagargument angeführt – von eben diesen Gruppen wird dieses multimedial gebetsmühlenartig tagtäglich heruntergeleiert.
Das Belohnungssystem des Geldes gerät für das Individuum schnell in Vergessenheit nicht aber die
psychologische Sanktionen zum Erhalt des Systems
- als Kind: Taschengedentzug
- als Arbeiter: Lohnkürzung
- als Arbeitsloser: Kürzung als Sanktion
- Unternehmer (mittlerer): hohe Steuern, hohe Abgaben, hoher Kreditzins..
- Verzugszinsen
-Enteignung bei Nichtzahlung von Hypotheken….
- Armut (kein Geld) gleich Entwürdigung und Entrechtung des Menschen
- modern betriebenes Sklaventum
…..
Man stelle sich vor, das gesamte System wäre innehlab von 4 wochen abgeschafft, und man hätte ein bargeld/zinsfreies und nur auf Einheiten-basiertes System. Ergo, das Wohlergehen jedes Individuums die oberste Prämisse ist….und nicht einiger Weniger.
Aber das würde eher den Frieden und Koexistenz zwischenmenschlicher Natur, Staaten untereinander etc….befördern.
Somit würde eine Welt unter ganz anderen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Exkursen kreiert werden können, was zur Zeit für die wenigen Machthaber dieser Welt einfach undenkbar wäre.
Dieses Gedankengut bleibt leider bis hin zu den Normalbürger haften, weil ein Umdenkungsprozess sehr viele persöniche Fragen aufwerfen könnte (SelbstWERTgefühl, etc)..ergo würde das viel inhaltliche Arbeit mit sich selst und den Mitmenschen implementieren und auch viel Zeit kosten.
Nur wer ist dazu bereit, sich und das System in Frage zu stellen, sich als Individuum neu zu sehen und zu definieren…. hat eine grossartige Chance althergebrachte Denkweisen über Bord zu werfen, weil sie nciht mehr in dier dann neuen Welt passen.
Aber hierzu sind meiner Ansicht nach, die Ängste bei den meisten Menschen noch zu gross, jene Schritte zu wagen.
Dennoch bin ich grosser Hoffnung, dass ich jenen Tag noch erleben werde.
@tar
Du schreibst:
“1. sobald es staatliche (zentrale) Steuerforderungen (worauf auch immer) gibt, gibt es auch zentrales Geld (das, was konkret gefordert wird – das kann alles möglich sein)
2. sobald es Privateigentum gibt, führt dies schlagartig zu privaten, dokumentierten Nominalforderungen, die bei anderen Akteuren zur Schuldentilgung akzeptiert werden – d.h. es gibt privates Geld (gab es schon im antiken Griechenland).”
Da hast Du völlig recht. Und beide Gelder koexistieren sogar.
Da hier meine Postings, sobald sie Lösungsvorschläge diskutieren, nicht freigeschaltet werden, also Lösungen hier offensichtlich nicht erwünscht sind, hast Du vielleicht Verständnis dafür, daß ich mich auf dieser Seite nicht mehr an Diskussionen beteilige und die Seite nicht mehr verlinke.
Das ist Wahr, die meisten Menschen haben das Schuld oder Kreditgeldsystem noch nicht begriffen. Alles Geld ist aus dem Nichts erschaffen und wird als Kredit vergeben und Verschwindet wieder bei Rückzahlung des Kredits! Bargeld ist zwar auch aus dem Nichts erschaffen worden, aber nur mit Herstellungskosten und Gebühren für die Banken, die für Bargeld Sicherheiten bei der Bundesbank (EZB) Hinterlegen müssen, Belastet.
Die Exponentialfunktion des Schuldgeldsystems kann Eliminiert werden! In der realen Wirtschaft finden wir noch eine Zweite Exponentialfunktion! Erfolgreiche Unternehmen generieren Gewinne, welche immer auf Privatkonten landen. Dies ermöglicht Menschen, welche über hohe Unternehmesanteile verfügen, mehr Geld einzunehmen als Sie verbrauchen können!
Ausweg:
Die Staaten nehmen die Geldschöpfung wieder in die eigenen Hände. Alles weiter im Link, und die anderen Artikel auf meiner Profilseite geben weitere Auskunft.
http://community.zeit.de/user/genius1/beitrag/2010/12/23/eine-weihnachtsgeschichte-oder-neujahrsgeschichte